Biologicals bei Psoriasis: kein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen

Infektionen sind der Hauptgrund, weshalb eine systemische Psoriasis-Therapie mit einem Biological abgesetzt wird [1]. Wenn der Wechsel von einem Non-Biological (Methotrexat, Acitretin, Ciclosporin, Fumarsäureester) auf ein Biological (Adalimumab, Secukinumab, Etanercept, Infliximab, Ustekinumab, Ixekizumab) in Erwägung gezogen wird, steht daher die Frage im Raum, ob das Infektionsrisiko unter Biologicals generell höher ist als unter Non-Biologicals.

Die Studiendaten sind bislang widersprüchlich und haben nur begrenzte externe Validität. Darum ist die aktuelle Auswertung von Daten des British Association of Dermatologists Biologic Interventions Register (BADBIR) so interessant – sie beruht auf Daten von „Real-World“-Patienten. Hier konnte kein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen unter Biologicals nachgewiesen werden, auch nicht, wenn sie in Kombination mit Immunsuppressiva gegeben wurden. Auch im Vergleich mit Methotrexat, dem am häufigsten verordneten Non-Biological, war das Infektionsrisiko der Biologicals nicht erhöht. Ebensowenig traten spezifische Infektionsarten unter Biologicals häufiger auf [2].

In der Auswertung wurden allerdings nur Adalimumab,Eetanercept und Ustekinumab berücksichtigt – Secukinumab und Ixekizumab sind noch zu neu, Infliximab kam zu selten in den Verordnungen vor, insofern reichte die Power für eine Auswertung nicht aus [2].

Die Autoren bezeichnen das prospektive Kohorten-Design, die große Fallzahl, die komplett Industrie-unabhängige Datenauswertung und die Beteiligung von über 150 dermatologischen Zentren in Großbritannien und Irland als Stärken ihrer Analyse.

Fazit der Autoren:

Bei einem Wechsel von einem Non-Biological auf ein Biological in der systemischen Psoriasis-Therapie muss kein höheres Risiko für eine schwere Infektion befürchtet werden. Heilberufler sollten bei Psoriasispatienten mit nicht-biologischer und mit biologischer Systemtherapie hinsichtlich des Eintretens von Infektionen gleichermaßen wachsam sein. Das gilt sowohl für den einzelnen Patienten als auch für die Meldung dieser unerwünschten Wirkung im Pharmakovigilanzsystem.

Quellen:

[1] Warren RB et al.: Differential Drug Survival of Biologic Therapies for the Treatment of Psoriasis: A Prospective Observational Cohort Study from the British Association of Dermatologists Biologic Interventions Register (BADBIR). J Invest Dermatol 2015; 135(11):2632-2640

[2] Yiu ZZN et al.: Risk of Serious Infection in Patients with Psoriasis Receiving Biologic Therapies: A Prospective Cohort Study from the British Association of Dermatologists Biologic Interventions Register (BADBIR). J Invest Dermatol. 2018; 138(3): 534–541

Leitlinien:

S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. Update 2017

British Association of Dermatologists guideline for biologic therapies in psoriasis 2017

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Klinisch-pharmazeutische Interventionen bei Diabetikern: mehr QALYs, weniger Kosten

Die klinisch-pharmazeutische Versorgung von Diabetespatienten durch öffentliche Apotheken reduziert in einer Modellberechnung über Zeithorizonte zwischen zwei und zehn Jahren die Häufigkeit kardiovaskuläre Ereignisse insgesamt, darunter Herzinfarkte, akute Herzinsuffizienz, Fuß-Ulzera und Fuß-Amputationen, verglichen mit Patienten, die ’nur‘ eine leitliniengerechte Standardtherapie erhielten [1]. Mithilfe des für Diabetes bereits validierten Archimedes Modells [2,3], das für US-Amerikaner mittlere Krankheitskosten über mehrere Jahre berechnet, wurde zudem gezeigt, dass die direkten Kosten insgesamt, die klinisch-pharmazeutische Versorgung eingeschlossen, durch die Intervention sanken [1].

Sowohl der Anstieg der QALYs (quality-adjusted life years) als auch die Einsparung der Kosten durch die pharmazeutischen Interventionen waren am stärksten und bereits bei einem Zeithorizont von 2 Jahren ausgeprägt, wenn Patienten am Beginn hohe HbA1c-Werte (≥10%) hatten. Bei Patienten mit HbA1c-Werten zwischen 9 und 10% waren die positiven Effekte ab einem Zeithorizont von fünf und bei Patienten mit HbA1c-Werten unter 9% ab einem Horizont von zehn Jahren erkennbar [1]. Diese Werte erwiesen sich in Sensitivitätsanalysen als robust.

A propos Diabetes: Die Amerikanische Diabetes-Gesellschaft hat gerade die Standards für 2018 veröffentlicht [4].

Quellen

[1] H Ourth et al.: Development of a Pharmacoeconomic Model to Demonstrate the
Effect of Clinical Pharmacist Involvement in Diabetes Management. J Manag Care Spec Pharm 2018; 24(5):449-57

[2] Schlessinger L, Eddy D: Archimedes: a new model for simulating health care
systems—the mathematical formulation. Journal of Biomedical Informatics 2002; 35:37–50

[3] Eddy D, Schlessinger L: Archimedes: a trial-validated model of diabetes. Diabetes Care. 2003;26(11):3093-101.

[4] American Diabetes Association: Standards of Medical Care in Diabetes—2018. Diabetes Care 2018 Jan; 41(Supplement 1).

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Anerkennung beim Fachapotheker 2018

Auch in diesem Jahr werden zwei unserer Seminare in der Weiterbildung zum Fachapotheker anerkannt:

Arzneimittelinteraktionen (Laufzeit 07.06. – 04.07.18)

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
  • ersetzt die Veranstaltung: Seminar A.4: Interaktionsmanagement in der Apotheke (4h)

Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation (Laufzeit 06.09.-03.10.2018)

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
  • ersetzt die Veranstaltungen:
  • Seminar A.5: Arzneimittelinformation in der Apotheke (8h)
  • Seminar A.8: Bewertung klinischer Studien / EBM (8h)
  • Gebiet: Fachapotheker für Klinische Pharmazie
  • ersetzt die Veranstaltung:
  • Seminar 5: Arzneimittelinformation (20h)
  • Gebiet: Fachapotheker für Arzneimittelinformation
  • ersetzt die Veranstaltung:
  • Seminar 1: Recherche, Bewertung und Weitergabe von Arzneimittelinformation (16h)

Anmeldung schon jetzt möglich.

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Newsletter Nr. 02/2018

Präsenz-Workshop ‚Falldiskussionen‘ in HH am 28.04.2018: Die Diskussion von Medikationsanalyse-Fallbeispielen in diesem Workshop ist eine hervorragende Gelegenheit, auf diesem Gebiet sicherer und schneller zu werden. Noch sind Plätze frei. Jetzt anmelden – Anmeldeschluss ist in wenigen Tagen (30.03.2018).

 

Apotheker zum Medikationsmanagement in die Pflegeheime: In England ist das der Plan, weil Pilotversuche gezeigt haben, dass diese Maßnahme die Notaufnahmen und die Arzneimittelkosten verringerte. Eine kurze Zusammenfassung und den Link zur Pressemeldung finden Sie auf unserer Website.

 

Wiederaufnahmen ins Krankenhaus wegen Arzneimitteln: Neue Übersichtsarbeit zeigt: Bei einem Fünftel aller Patienten, die kurz nach Entlassung aus dem Krankenhaus erneut aufgenommen werden müssen, ist die Arzneimitteltherapie schuld daran. Knapp 70% dieser arzneimittelbezogenen Wiederaufnahmen wären vermeidbar gewesen – z.B. durch eine umfassende Medikationsanalyse.

 

Neue Asthma-Leitlinie: Ende 2017, zehn Jahre nach der letzten Auflage, ist die Asthma-Leitlinie aktualisiert worden, um neuen Erkenntnissen zur Entstehung, zur Diagnostik und zur Therapie des Bronchialasthmas Rechnung zu tragen. Die aktuellen Therapieempfehlungen für Erwachsene in neuerdings fünf Stufen stellen wir Ihnen auf unserer Website vor.

 

Medikationsfehler durch verwirrende Stärkeangaben: Aus den Meldungen von (Beinahe-)Medikationsfehlern finden sich im aktuellen Bulletin zur Arzneimittelsicherheit des BfArM und PEI Beispiele, wie verwirrende Angaben zur Stärke in den Arzneimittelbezeichnungen die Patientensicherheit gefährden – durch Dosierungsfehler z.B. bei Arzneimitteln mit Flupentixol, Valproinsäure und Methotrexat. Für Sie zusammengefasst auf unserer Website.

 

Neuer Netzwerkpartner VAAÖHerzlich willkommen, Österreich! Mitglieder des Verbandes der Angestellten Apotheker Österreichs finden unsere Veranstaltungen nun auch auf der VAAÖ-Website und erhalten 10% Netzwerkrabatt bei der Buchung unserer Veranstaltungen.

 

Seminar- & Workshop-Termine, 1. Halbjahr: Am 12. April startet das Seminar „Angewandte Pharmakokinetik“, am 10. Mai „Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen“ und am 07. Juni „Arzneimittelinteraktionen“. Die ersten beiden Präsenz-Workshops im Master-Modul „Pharmazeutische Versorgung“ finden am 28. April und am 30. Juni 2018 statt, jeweils von 09:00 bis maximal 18:30 in Hamburg. Das „Komplettpaket“ aus diesen fünf Veranstaltungen berechtigt Sie, im Herbst 2018 direkt in die Diplomstufe des Masterstudiengangs einzusteigen. Jetzt anmelden.

 
Mit herzlichen Grüßen!

Jasmin Hamadeh——Dr. Dorothee Dartsch
(Mediendidaktik)———–__–(Klinische Pharmazie)
———– mit dem Campus-Team –

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Fehler durch verwirrende Stärkeangaben in den Arzneimittelbezeichnungen

Aus den Meldungen von (Beinahe-)Medikationsfehlern finden sich im aktuellen Bulletin zur Arzneimittelsicherheit des BfArM und PEI lehrreiche Beispiele, wie verwirrende Angaben zur Stärke in den Arzneimittelbezeichnungen die Patientensicherheit durch Dosierungsfehler gefährden.

So wurde aus Meldungen zu Dosierungsfehlern bei Arzneimitteln mit Flupentixol deutlich, dass die Angabe der Stärke in % offenbar schwieriger zu interpretieren ist als die Angabe in mg/ml. So kam es zu einer fünffachen Überdosierung mit Flupentixol, weil der Arzt das erste in der Software angezeigte Präparat, Fluanxol® Depot 10 %, auswählte und verabreichte. Das ist eine Dosis von 100mg – empfohlen im Entlassbrief des Krankenhauses waren 20mg.

Auch bei Ibuprofensäften wurden Dosierungs- aufgrund von Rechenfehler bei den verfügbaren Stärken in Prozentangaben (2 und 4%) gemeldet.

Hieraus folgert das BfArM, dass die Angabe der Stärke in mg/ml der Angabe in % vorzuziehen ist.

Weitere Fehler traten bei der Umstellung von einer Arzneiform auf eine andere um: Konkret wurde eine Verordnung von Orfiril® Saft 5 ml – 5 ml – 5 ml durch eine Pflegekraft umgestellt auf Ergenyl® Tropfen 5 ml – 5 ml – 5 ml. Die tägliche Valproinsäuredosis, die mit 3x5ml Orfiril® Saft erreicht wurde, beträgt 900mg, mit 3x5ml Ergenyl® Tropfen aber 4500mg. Der Fehler fiel rechtzeitig auf und hätte vermieden werden können, wenn die ursprüngliche Verordnung Orfiril® Saft 60mg/ml 5 ml – 5 ml – 5 ml gelautet hätte.

Auch bei Methotrexat-Fertigspritzen mit der Konzentration 7,5mg/ml kam es durch unterschiedliche Packungsgrößen mit unterschiedlichen Füllvolumina und demzufolge unterschiedlichen absoluten Wirkstoffgehalten zu Dosierungsfehlern. Nur bei der Packungsgröße 1 ml entspricht die Angabe der Stärke auch der realen Gesamtmenge an Wirkstoff.

Um solche Fehler zu vermeiden, setzt sich das BfArM mit den Herstellern in Verbindung, um eine sicherere Bezeichnung zu erreichen, auch wenn die Bezeichnung an sich formal korrekt ist.  Bevor solche Maßnahmen greifen, heißt es jedoch in der Arztpraxis wie in der  Apotheke: Aufpassen, Fehler korrigieren und dann melden! Zum Glück gibt es das Vier-Augen-Prinzip aus Arzt und Apotheker, das Fehler dieser Art vermeiden hilft.

Quelle

Bulletin zur Arzneimittelsicherheit des BfArM und PEI, Ausgabe 1, März 2018

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Neue Asthmaleitlinie 2017

Ende 2017, zehn Jahre nach der letzten Auflage, ist die Asthmaleitlinie aktualisiert worden, um neuen Erkenntnissen zur Entstehung, zur Diagnostik und zur Therapie des Bronchialasthmas Rechnung zu tragen.

Die verschiedenen Schweregrade werden nun in fünf Stufen untergliedert.

Bei leichtem Asthma (d.h. nicht mehr als 2-3 Episoden mit Asthma-Beschwerden pro Monat = Stufe 1) ist für Erwachsene unverändert ein schnell wirkendes Betamimetikum (SABA) das Mittel der Wahl im Bedarfsfall („Reliever“). Neu ist, dass schon bei dieser Stufe erwogen werden kann, ein sehr niedrig dosiertes inhalatives Kortikosteroid (ICS) als „Controller“ einzusetzen, weil Studien dafür einen langfristigen Nutzen gezeigt haben.

In Stufe 2 ist an erster Stelle unverändert das niedrig dosierte ICS empfohlen, das sehr wirksam ist und in dieser Konzentration keine relevanten systemischen Nebenwirkungen verursacht. Lokalen Nebenwirkungen im Mund muss natürlich durch die korrekte Anwendung des Inhalators sowie Spülen des Mundes oder Essen nach der Inhalation entgegengewirkt werden. Als zweite Wahl (z.B. bei Heiserkeit unter ICS) stehen Leukotrien-Rezeptorantagonisten (LTRA) zur Verfügung.

Für die Stufe 3 wird als Zusatz zum niedrig dosierten ICS ein langwirksames Betamimetikum (LABA) empfohlen, bevor die ICS-Dosis erhöht wird. ICS und LABA sollten als Kombipräparat verwendet werden, um zu verhindern, dass der Patient nur nach der LABA-Inhalation eine spürbare Wirkung feststellt und das vermeintlich nicht oder weniger wirksame ICS weglässt. Alternative ist die Kombination aus ICS und LTRA.

Ab Stufe 3 kann als Reliever statt des SABA auch eine fixe Kombination aus niedrig dosiertem ICS und Formoterol eingesetzt werden.

In der Stufe 4 wird empfohlen, das ICS höher dosiert und weiterhin in Kombination mit einem LABA einzusetzen, und wenn nötig Tiotropium als langwirksames Anticholinergikum (LAMA) dazu zu geben. Alternativ kann die ICS-Dosis weiter erhöht werden.

Ab Stufe 5 handelt es sich um ein schweres Asthma. Hier werden additiv Tiotropium und entweder Omalizumab (bei allergischem Asthma mit erhöhten IgE-Titern) oder monoklonale Antikörper gegen IL-5 (Reslizumab, Mepolizumab, bei Eosinophilie) eingesetzt, ggf. kombiniert mit oralen Kortikosteroiden in so niedriger Dosis wie möglich.

Quelle

S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma, AWMF-Registernummer 020-0, September 2017

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Bei Patienten mit Entlassrezept lieber eine Medikationsanalyse machen

Bei einem Fünftel aller Patienten, die kurz nach Entlassung aus dem Krankenhaus erneut aufgenommen werden müssen, ist die Arzneimitteltherapie schuld daran. Knapp 70% dieser arzneimittelbezogenen Wiederaufnahmen wären vermeidbar gewesen.

Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Übersichtsarbeit [1], die einzelne Studien zu dieser Fragestellung systematisch ausgewertet hat.

Als vermeidbare arzneimittelbedingte Wiederaufnahmen galten neben Medikationsfehlern  alle erkennbaren arzneimittelbezogenen Probleme, z.B. auch die Nicht-Beachtung einer bekannten Allergie oder die unterlassene Anpassung der Dosis an eine reduzierte Nierenfunktion.

Diese Zahlen lassen vermuten, dass Patienten, die nach einem Klinikaufenthalt z.B. mit einem Entlassrezept in die Apotheke kommen, besonders von einer umfassenden Medikationsanalyse profitieren könnten. Profitieren kann ebenfalls das Gesundheitssystem, weil ein vermiedener Krankenhausaufenthalt erhebliche Kosteneinsparungen bedeutet.

Als Risikofaktoren wurden in der Arbeit identifiziert: Krebserkrankung, ein hoher Co-Morbiditätsindex und verschiedene Wirkstoffklassen. Hier ganz vorne dabei: Antibiotika, Diuretika, Vitamin K-Antagonisten und Opioide. Außerdem wurden vermehrt durch Antidiabetika, Krebstherapeutika, Antihypertensiva, Digitalis, Kortikosteriode und Psychopharmaka ausgelöste Wiederaufnahmen berichtet.

Quelle

N El Morabet et al.: Prevalence and Preventability of Drug-Related Hospital Readmissions: A Systematic Review. JAGS2018; 66:602–608

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Apotheker zum Medikationsmanagement in die Pflegeheime

In England ist das der Plan. Um Fehl- und Überversorgung mit Arzneimitteln in Pflegeheimen einzudämmen und die Häufigkeit von Klinikaufenthalten zu senken, stellt NHS England 240 ApothekerInnen und Pharmacy Technicians ein und positioniert sie in Senioren- und Pflegeheimen. Dort sollen sie in Zusammenarbeit mit Ärzten und niedergelassenen klinisch-pharmazeutisch tätigen Apothekern die Medikation optimieren.

In Pilotversuchen in sechs Seniorenheimen zeigte sich, dass diese Maßnahme

  • die Notaufnahmen um 21%
  • die Alarmierung von Rettungswagen um 30%
  • und die Arzneimittelkosten um £125-305 pro Patient verringerte.

Quelle

NHS England News, 16.3.2018 [Zugriff 17.3.2018]

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Erster Präsenz-Workshop: auch unabhängig vom Masterstudium teilnehmen!

In knapp zwei Monaten (am 28.04.2018) steht unser erster Workshop aus dem Modul „Pharmazeutische Versorgung“ auf dem Programm. Er ist Teil des Masterstudiums „Clinical Pharmacy Practice“, das über den Campus Pharmazie und die Robert Gordon University in Aberdeen absolviert wird.

Ganz unabhängig vom Masterstudium ist ein Workshop, in dem eigene Fälle aus der Praxis kollegial diskutiert werden, ein wertvolles Fortbildungsformat, das bisher nur selten angeboten wird. Daher haben wir uns entschlossen, es für alle Apothekerinnen und Apotheker zu öffnen, die sich auf dem Gebiet der Medikationsanalyse fortbilden möchten. Bedingung ist das Mitbringen und Vorstellen eines Patientenfalles. Mehr zum Ablauf finden Sie in unserem Blogartikel zu den Fall-Workshops. Die Teilnahmegebühr für den einzelnen Workshop beträgt regulär 360,- € zzgl. 19% MwSt.. Rabatte für die Mitglieder unserer Netzwerkpartner gelten natürlich auch hier. Beginn des Workshops ist 09:00, Ende um 18:30.

Der verbindliche Anmeldeschluss für die Teilnahme am Workshop ist der 30.03.2018. Bis dahin werden die Teilnehmer nach der Reihenfolge ihrer Anmeldung zugelassen. Die maximale Teilnehmerzahl ist 15, um ein intensives Arbeiten zu ermöglichen. Wer keinen Platz mehr bekommt, muss aber nicht lange warten, sondern hat die Chance, am 2. Workshop am 30.06.18 teilzunehmen. Die Anmeldung erfolgt über unser Anmeldeformular.

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Master of Clinical Pharmacy: der Info-Abend

„Campus Pharmazie ist bisher der einziger Anbieter, der eine Akkreditierung bei der Robert Gordon University erreichen konnte.“

Das passt!

Da passt nicht nur das Curriculum und die Gestaltung der intensiv moderierten Online-Anteile, da passt auch

  • der Anspruch an pharmazeutische Arbeit,
  • die Einstellung zum Berufsstand und
  • die Vorstellung von nachhaltigem anwendungsbezogenen Lernen.

Das wurde am Info-Abend zur Kooperation am 23.02.2018 in den Räumlichkeiten der Hamburger Apobank schnell deutlich.

Um was ging es bei dem Info-Abend?

Dr. Anita Weidmann, Postgraduate Programmes Leader der Robert Gordon University Aberdeen (RGU) stellte ihrer Vorstellung des Masterstudiums Clinical Pharmacy Practice die hohe Bedeutung der pharmazeutischen Arbeit voran. Und damit war schnell spürbar, dass dem Masterstudium der gleiche „Spirit“ zugrunde liegt, wie dem Angebot des Campus Pharmazie.

Voraussetzungen, Aufbau und organisatorische Details des Masters wurden von Frau Weidmann (RGU) vorgestellt, die Besonderheiten der Campus-Seminare von Dr. Dorothee Dartsch (Campus Pharmazie).

Das Ineinandergreifen von Master und Campus-Fortbildungsformaten konnte so aus beiden Perspektiven beschrieben werden. Details zum Aufbau des Masters und der Kooperation finden Sie auch hier.

Die Teilnehmenden der Info-Veranstaltung bekamen zudem „Insider-Informationen“ zum Englisch Sprachtest (IELTS), der Voraussetzung für die Teilnahme am englischspachigen Master-Programm ist. Apothekerin Dorothee Michel erläuterte die Prüfungsbereiche und teilte ihre Erfahrungen, wie man sich innerhalb von vier Wochen neben der Arbeit gezielt darauf vorbereiten kann.

Alle drei haben klar gemacht: Apotheker/innen in der Fort- und Weiterbildung müssen  auch im Kontext der privaten und beruflichen Herausforderungen ihres berufsbegleitenden Studiums wahrgenommen und unterstützt werden. So, wie sie als Apotheker/innen ihre Patienten als Ganzes sehen und beraten. Die Robert Gordon University Aberdeen und der Campus Pharmazie verpflichten sich diesem Ansatz gleichermaßen.

Fragen und Antworten im Anschluss an die lebhaften und engagierten Vorträge:

  1. Hospitationen sind Bestandteil des Masters – Wie organisiert man die und wie laufen sie ab?
    Gefordert sind 8 Hospitationstage in Arztpraxen oder Krankenhäusern. Jeder Teilnehmer organisiert seinen Hospitationsplatz selbst – aus seinem bestehenden Netzwerk oder ggf. auch als Anknüpfungspunkt einer möglichen zukünftigen Zusammenarbeit. Bewährte Modelle der zeitlichen Aufteilung sind: Woche 1: Di – Fr, Woche 2: Mo – Do (sodass man in keiner Woche vollständig in seinem sonstigen Arbeitskontext fehlt) oder auch Hospitation an einem Tag pro Woche über acht Wochen. Hilfreich ist: Sie begegnen sich auf Augenhöhe und vereinbaren am Beginn einige Regeln, z.B. wann Sie sich zu Arzneimitteltherapien äußern und wann nicht. Zielsetzungen sind: Kennenlernen der Praxisabläufe „von innen“, Auseinandersetzung mit der klinischen Entscheidungsfindung, Training der interprofessionellen Kommunikation und Demonstration des Nutzens der Zusammenarbeit.
  2. Wie groß ist der Umfang der schottischen Anteile am Master – in Lernzeit ausgedrückt?
    Phase 1 kann über Campus-Angebote abgedeckt werden.
    Für Phase 2 (PgDIP) und 3 (MSc) werden bei der Robert Gordon University jeweils 60 Credits erworben, das entspricht 30 European Credits – und damit ca. 600 h. Man kommt damit auf eine durchschnitliche Lernzeit von ca. 10 h/Woche.
  3. Was sind konkrete Inhalte der Module der Diplomphase und wann muss man sich entscheiden, welche der angebotenen vier Module man wählt?
    Detailinformationen zu den Modulen finden Sie in den „Module Descriptions“ unter den folgenden Links:
    Medicines Management: Collaborative Working
    Developing and Implementing Models of Care
    Person Centred Care
    Die Module werden direkt nach der Anmeldung zur Diplomphase gewählt.
  4. Wie viele Versuche hat man bei den Prüfungen?
    Die Prüfungsordung schreibt vor, dass jeder Teilnehmende zwei Versuche hat. Es müssen beim 2. Versuch nur diejenigen Teilbereiche wiederholt werden, bei denen die Leistungen nicht ausreichend waren. In den seltenen Fällen eines Nicht-Bestehens waren bisher immer persönliche Gründe ausschlaggebend.
  5. Wie viele Teilnehmer gibt es für das Masterprogramm?
    Im Januar 01/2018 wurden 143 neue Master-Studenten aufgenommen.
  6. Wie läuft die Anerkennung der Vorleistungen vom Campus Pharmazie konkret?
    Für Teilnehmer, die die im Rahmen der Phase 1 (Pg CERT) verlangten Leistungen über Campus Pharmazie absolviert haben, gibt es ein vereinfachtes Verfahren. In einem Kooperations-Formular werden die Vorleistungen aufgeführt und von Campus Pharmazie gegengezeichnet. Wichtig: Diese Leistungen müssen komplett vor Beginn der Einschreibung erfolgt sein.
  7. Wie starte ich, wenn ich den Master machen will und schon einige Vorleistungen beim Campus erbracht habe?
    Alles, was noch fehlt, kann aktuell noch in der ersten Jahreshälfte 2018 absolviert werden, beginnend mit dem Pharmakokinetik-Seminar im April. Parallel muss der IELTS-Test absolviert werden. Die Anmeldung zur zweiten Stufe kann dann zum August 2018 erfolgen, und die Verleihung des Master-Titels ist im Frühjahr 2020 möglich. Wer es weniger eilig hat, kann die Campus-Elemente verteilen und im Herbst 2019 in die zweite Stufe starten. Der Abschluss erfolgt dann im Frühjahr 2021.
  8. Wie starte ich, wenn ich noch keine Vorleistungen erbracht habe und auch nicht sicher bin, ob das Format mir liegt?
    Dann starten Sie einfach mit einem Campus-Seminar und testen auf diese Weise das Online-Format. Unabhängig von einer Fortsetzung erhalten Sie dafür ein Campus Pharmazie-Zertifikat, bis zu 26 Fortbildungspunkte und die Kenntninsse und Kompetenzen, die das Seminar vermittelt.
  9. Und wie starte ich, wenn ich alle Leistungen der ersten Phase über den Campus erbracht habe?
    Herzlichen Glückwunsch – Sie brauchen sich nur noch auf den Sprachtest zu konzentrieren und können sich direkt im August 2018 zur zweiten Stufe anmelden.