Nüsse und Gesundheit

Let’s go NUTS!

Apfel, Nuss und Mandelkern bringt er, der Knecht Ruprecht, für die guten Kind‘ [1]. Schon seit langem wissen wir: An apple a day keeps the doctor away [2]. Aber wie sieht es mit Nuss und Mandelkern aus – machen auch sie unsere heilberuflichen Partner brotlos?

Zum Glück gibt es ja Studien, die uns in solchen Fragen Aufschluss geben, so auch hierfür [3]:

In der Tat scheint die tägliche Einnahme einer Menge von 28g Nüssen (warum gerade 28? ich weiß es nicht) eine Art Wundermittel zu sein: Das Relative Risiko (RR) für eine Reihe von Todesursachen beträgt für regelhafte Nussesser (alle Arten eingeschlossen: Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse, Cashews, Pistazien, Pecan, Erdnüsse) im Vergleich zu Nicht-Nussessern:

  • KHK: 0.71 (95% Konf.-Interv.: 0.63–0.80, I2 = 47%, n = 11)
  • Schlaganfall: 0.93 (95% CI: 0.83–1.05, I2 = 14%, n = 11)
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen: 0.79 (95% CI: 0.70–0.88, I2 = 60%, n = 12)
  • Krebserkrankungen: 0.85 (95% CI: 0.76–0.94, I2 = 42%, n = 8)
  • Mortalität insgesamt: 0.78 (95% CI: 0.72–0.84, I2 = 66%, n = 15)
  • Atemwegserkrankungen: 0.48 (95% CI: 0.26–0.89, I2 = 61%, n = 3)
  • Diabetes, 0.61 (95% CI: 0.43–0.88, I2 = 0%, n = 4)
  • Neurodegenerative Erkrankungen: 0.65 (95% CI: 0.40–1.08, I2 = 5.9%, n = 3)
  • Infektionskrankheiten: 0.25 (95% CI: 0.07–0.85, I2 = 54%, n = 2)
  • Niereninsuffizienz: 0.27 (95% CI: 0.04–1.91, I2 = 61%, n = 2).

Kurze Erklärung: RR unter 1 bedeutet eine Senkung des Risikos, also einen günstigen Einfluss. Das Konfidenzintervall gibt an, innerhalb welcher Grenzen das ‚wahre RR‘ mit 95%iger Wahrscheinlichkeit liegt – jede Studie ist ja eine Stichprobe, deren Gültigkeit für die Allgemeinheit zu prüfen ist. Ist die 1 in diesem Intervall nicht enthalten, ist das ein gutes Zeichen für die Gültigkeit der Aussage. I² wird in Meta-Analysen verwendet, um das Ausmaß der Heterogenität zwischen den verwendeten Studien zu beschreiben – je kleiner, desto besser. Die hier gefundenen I²-Werte sind als relativ hoch einzustufen – folglich eine Limitation der Studienaussage.

Die Autoren dieser Meta-Analyse gründen ihre Ergebnisse auf 29 prospektive Studien zum Zusammenhang zwischen dem Konsum von Nüssen aller Art und der Mortalität. Sie postulieren, dass wertvolle Inhaltsstoffe von Nüssen für die Wirkung verantwortlich sind, z.B. ungesättigte Fettsäuren, Protein, Ballaststoffe, Vitamin E, Kalium, Magnesium, Ellagsäure, Anacardsäure, Genistein, Resveratrol und Inositolphosphate.

Was auch immer die Nüsse zum Panaceum machen – besorgen Sie noch schnell welche für den Weihnachtsteller! Außer, Sie haben eine Nuss-Allergie.

Quellen

[1] T. Storm (kein et al.): Knecht Ruprecht.1862, Fachzeitschrift unbekannt.

[2] Anonymus: Walisisches Sprichwort, Notes and Queries 1866. Im Original: „Eat an apple on going to bed, And you’ll keep the doctor from earning his bread“

[3] D Aune et al.: Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. BMC Medicine 2016; 14:207

Bildnachweis: © rdnzl / Fotolia.com

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