Metamizol-Update

Metamizol (Novaminsulfon) erlebt seit ca. dem Jahr 2000 eine Verordnungs-Renaissance mit einer Steigerung von um die 9 Mio DDD pro Jahr vor 2000 auf 28 Mio DDD  im Jahr 2010 und ist nach Ibuprofen das am häufigsten verordnete Analgetikum [1,2].

ASS, Diclofenac, Ibuprofen et al. haben ihre Risiken im Bereich der Blutgerinnung sowie der gastrointestinalen  und renalen unerwünschten Wirkungen . Wie schneidet Metamizol im Vergleich ab?

Metamizol und die Blutgerinnung

Wie die NSAR hemmt Metamizol die Thrombozytenaggregation, die klinische Relevanz in Form vermehrter Blutungsvorfälle ist jedoch bisher nicht klar belegt [3]. Hingegen häufen sich die Hinweise, dass Metamizol wie Ibuprofen mit der Thrombozytenaggregationshemmung durch ASS interferiert und dessen kardioprotektive Wirkung vermindert, so dass es vermehrt zu unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen kommen kann [4,5].

 Unerwünschte Wirkungen von Metamizol

Auch ein nephrotoxisches Potenzial ist erst kürzlich wieder in einer Studie beschrieben worden, in der unter Metamizol vermehrt ein akutes Nierenversagen verzeichnet wurde [6]. Am meisten gefürchtet ist die Metamizol-induzierte Agranulozytose. Sie ist zwar sehr selten, imponiert aber durch ihren u.U. schwerwiegenden Verlauf, und die Fallzahlen steigen parallel zu den wachsenden Verordnungszahlen an [7].

Metamizol im Vergleich zu anderen Analgetika

In der Summe scheint Metamizol nicht signifikant häufiger zu unerwünschten Wirkungen zu führen als andere nicht-opioide Analgetika [8]. International wird Metamizol kaum zur Schmerztherapie eingesetzt, und es ist auch nur in wenigen Ländern auf dem Markt.

Für eigene Literaturrecherchen: Der englische Begriff für Metamizol lautet „dipyrone“.

Quellen

[1] Glaeske & Schicktanz: BARMER GEK Arzneimittelreport 2011 S. 39. [Zugriff 15.05.2017]

[2] Wissenschaftliches Institut der AOK: Pressemitteilung vom 29.April 2014 [Zugriff 15.05.2017]

[3] G Geisslinger et al., The effects on platelet aggregation and prostanoid biosynthesis oft wo parenteral analgesics: ketorolac tromethamine and dipyrone. Throm Haemost 1996; 79:592-597

[4] A Schmitz et al.: Dipyrone (metamizole) markedly interferes with platelet inhibition by aspirin in patients with acute and chronic pain: A case-control study. Eur J Anaesthesiol 2017; 34(5):288-296

[5] A Achilles: Analgesic medication with dipyrone in patients with coronary artery disease: Relation to MACCE. Int J Cardiol 2017; 236:76-81

[6] T Stüber et al.: The use of dipyrone in the ICU is associated with acute kidney injury: A retrospective cohort analysis. Eur J Anaesthesiol 2017 Mar 16. doi: 10.1097/EJA.0000000000000627

[7] LS Blaser et al.: Hematological safety of metamizole: retrospective analysis of WHO and Swiss spontaneous safety reports. Eur J Clin Pharmacol. 2015; 71(2):209-17

[8] T Kötter et al.: Metamizole-Associated Adverse Events: A Systematic Review and Meta-Analysis. PLoS One. 2015; 10(4):e0122918

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Newsletter Nr. 01/2017

Hand einer jungen Frau vor weißem Hintergrund - Hand of a young woman isolated on white

Etabliert und gut vernetzt: Der Campus freut sich in seinem fünften Jahr über die zahlreichen mittlerweile fest etablierten Partnerschaften im offiziellen Netzwerk, über den intensiven und regelmäßigen Austausch mit Apotheken, Ärzten und vor allem natürlich mit den engagierten Apothekerinnen und Apothekern. Sie zeigen in unseren Online-Seminaren und sonstigen Veranstaltungen immer wieder, wie unverzichtbar kompetent unser Berufsstand agiert. Unser Jubiläumsjahr stellen wir daher ganz ins Zeichen dieser Unverzichtbarkeit. Mehr dazu im nächsten Newsletter.

 

Herzinsuffizienz und Eisenmangel treten gar nicht so selten gemeinsam auf und addieren sich in ihren ungünstigen Auswirkungen auf die Sauerstoffversorgung. Wie man Eisenmangel an Laborparametern erkennen kann, erfahren Sie auf unserer Website, was bei der Interpretation von Laborparametern allgemein wichtig ist, in unserem Seminar. Start: 25.05.2017; Last-Minute-Anmeldungen noch möglich.

 

Betablocker bei Asthma? Wann sollten Betablocker leitliniengemäß eingesetzt werden? Neue Studiendaten zum Risiko einer Verschlechterung des Asthmas durch Betablocker zeigen, in welchen Fällen die Kontraindikation in den Hintergrund treten darf. Die Verordnung kann aufgrund einer gut begründeten Nutzen-Risiko-Abwägung durchaus auch befürwortet werden. Wir haben für Sie die Erkenntnisse aus neun relevanten Quellen zusammengestellt.

 

Medikationsanalyse: Zum 4. Mal startet im Juli die gemeinsame Fortbildung mit unserem Netzwerkpartner Apothekerkammer Hamburg: „Medikationsanalyse, die Basis für das Medikationsmanagement“. Sie deckt die „Medikationsanalyse als Prozess“ gemäß BAK-Curriculum vollständig ab. Termine u.a. Details auf unserer Website.

 

Kompetenzkatalog: Was Apotheker in der direkten Patientenversorgung können sollen, hat das American College of Clinical Pharmacy neu formuliert. Der Kompetenzkatalog bezieht sich v. a. auf das Medikationsmanagement und beschreibt sehr gut, wie sich Apothekerinnen und Apotheker auch hierzulande nachhaltig als Heilberufler positionieren können. Für uns ist er eine kompakte Zusammenstellung der Ziele unserer Seminare und Case-Trainings. Wir haben den Katalog für Sie übersetzt und zusammengefasst.

 

Hypertonie-Therapie: ‚Je mehr, desto besser‘ gilt nicht. Eine sekundäre Auswertung zweier großer Studien zur Blutdrucksenkung mit Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Systems legt nahe, dass es ein Blutdruck-Optimum gibt, und zwar bei etwa 130/75mmHg. Die zentralen Ergebnisse haben wir für Sie zusammengefasst.

 

Mit Hoffnung auf einen unverzichtbaren Sommer grüßen

Jasmin Hamadeh         Dr. Dorothee Dartsch

(Mediendidaktik)           (Klinische Pharmazie)

 

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Blutdruck: Kommt die Untergrenze?

Die aktuell veröffentlichte sekundäre Auswertung [1] zweier großer Studien zu Herzkreislauferkrankungen – ONTARGET [2] und TRANSCEND [3] – kommt zu dem Schluss, dass es für den Blutdruck ein Optimum gibt, oder anders ausgedrückt: dass es falsch wäre zu sagen, je niedriger der Blutdruck, desto besser.

Beide Studien untersuchten den Einsatz von ACE-Hemmern bzw. Angiotensin-Rezeptorblockern (oder die Kombination, von der aufgrund der darunter aufgetretenen  höheren Mortalität seither abgeraten wird) und umfassten zusammen knapp 31.000 Patienten.

Ergebnisse

Bei den 4.052 Patienten, bei denen die Therapie den systolischen Druck auf Werte unter 120 mmHg senkte, war das Risiko sowohl für das Eintreten des zusammengesetzten kardiovaskulären Endpunkt als auch für herzkreislaufbedingte Todesfälle als auch für jegliche Todesfälle erhöht: Im Vergleich zu den Patienten, deren Blutdruck auf 120-140 mmHg eingestellt wurde, um Faktoren zwischen 1,14 und 1,3 (ausgedrückt als ‚adjusted hazard ratio‘, alle Grenzen der Konfidenzintervalle lagen oberhalb von ‚1‘; die Unterschiede gelten somit als signifikant). Das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder herzinsuffizienz-bedingte Krankenhauseinweisung war durch den niedrigen systolischen Blutdruck unverändert.

Anders sah es für den diastolischen Blutdruck aus: Mittlere Werte unter 70 mm Hg hatten nicht ’nur‘ ein erhöhtes Risiko für das Eintreten des zusammengesetzten kardiovaskulären Endpunktes und jeglicher Todesursache, sondern auch für Herzinfarkt und herzinsuffizienzbedingte Krankenhauseinweisung zur Folge,  und zwar um Faktoren zwischen 1,2 und 1,6 (auch hier lagen alle Konfidenzintervall-Grenzen oberhalb der ‚1‘).

Fazit für die Praxis

Als Blutdruck-Optimum geht aus der Auswertung hervor: 130/75 mmHg. Wenn prospektive randomisierte klinische Studien dieses Ergebnis betätigen, werden sich diese Richtwerte sicher irgendwann in den Leitlinien wiederfinden.

Quellen

[1] M Böhm et al.: Achieved blood pressure and cardiovascular outcomes in high-risk patients: results from ONTARGET and TRANSCEND trials. Lancet. 2017 Apr 5. pii: S0140-6736(17)30754-7

[2] The ONTARGET Investigators: Telmisartan, Ramipril, or Both in Patients at High Risk for Vascular Events. N Engl J Med. 2008; 358(15):1547-59

[3] The TRANSCEND Investigators: Effects of the angiotensin-receptor blocker telmisartan on cardiovascular events in highrisk patients intolerant to angiotensin-converting enzyme inhibitors: a randomised controlled trial. Lancet. 2008; 372(9644):1174-83

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Was Apotheker in der direkten Patientenversorgung können sollen

Das American College of Clinical Pharmacy hat die Anforderungen an Apotheker aktualisiert, die in der direkten Patientenversorgung tätig sind. Dabei versteht es unter „direkter Patientenversorgung“ nicht jedweden direkten Kontakt zwischen Apotheker und Patient, sondern:

„die direkte Betrachtung und Einschätzung des Patienten und seiner arzneimittelbezogenen Bedürfnisse, den Beginn, die Modifizierung oder die Beendigung seiner individuellen Arzneimitteltherapie sowie die laufende Begleitung seiner Pharmakotherapie, jeweils in Zusammenarbeit mit anderen Heilberuflern“.

Sehr viele der geforderten Kompetenzen halten auch wir für wichtig, um Apothekerinnen und Apotheker hierzulande nachhaltig als Heilberufler zu stärken. Darum verfolgen wie sie als Ziele in unseren Seminaren und Case Trainings.

Die in verschiedenen Bereichen vom ACCP geforderten Kompetenzen sind diese:

Direkte Patientenversorgung:

  • die arzneimittelbezogenen Probleme und Bedürfnisse des Patienten erkennen und priorisieren können
  • die Pharmakotherapie hinsichtlich Angemessenheit, Wirksamkeit, Sicherheit, Adhärenz und Wirtschaftlichkeit beurteilen können
  • arzneimittelbezogene Probleme lösen und Therapievorschläge entwickeln können
  • das Therapiergebnis verfolgen können
  • mit anderen Heilberuflern zusammenarbeiten können, um optimale Ergebnisse für den Patienten zu erzielen
  • die Rolle und Verantwortlichkeiten der beteiligten Heilberufler berücksichtigen können

Pharmakotherapie:

  • vertieftes Wissen der Pharmakologie, der Pharmakotherapie, der Pathophysiologie sowie der Anzeichen, der Symptome und des Verlaufs von Erkrankungen haben und anwenden können
  • relevante Information aus der biomedizinischen, klinischen, epidemiologischen und sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Literatur finden, bewerten, interpretieren und aufnehmen können
  • wissenschaftliche / klinische Evidenz als Basis für therapeutische Entscheidungen einsetzen können
  • über Wissen und Erfahrung verfügen, wie es für die Zertifizierung in einer oder mehrerer der „BPS specialties“ (US-spezifische Fortbildungsbereiche) verlangt wird
  • das Pharmakotherapiewissen aktuell halten und ausbauen können

Gesundheitsversorgung:

  • Versorgungssysteme und Gesundheits-Informatik nutzen können, um die Versorgung zu optimieren
  • an der Identifizierung system-basierter Fehler und deren Lösung mitwirken können
  • arzneimittelbezogene Probleme lösen können, um die allgemeine Gesundheit und Qualitätsindikatoren des Gesundheitswesens zu verbessern
  • Pharmakoökonomie und Kosten-Outcome-Analysen auf die Versorgung anwenden können
  • an der Entwicklung von Lösungen zur Schnittstellenproblematik mitwirken können
  • Prozesse entwickeln können, um die Arznbeimittelanwendung zu optimieren

Kommunikation:

  • effektiv mit Patienten, versorgenden Anghörigen, anderen Heilberuflern und Interessenvertretern kommunizieren können
  • klare und knappe Mitteilungen für anderen Heilberufler erstellen können
  • professionelle und zielgruppengerechte schriftliche Mitteilungen erstellen können
  • mündliche Komunikation der jeweiligen Zielgruppe und dem jeweiligen Kontext angemessen gestalten können
  • mit der angemessenen Durchsetzungsfähigkeit und Empathie sowie dem angemessenen Selbstvertrauen und Respekt für den Adressaten kommunizieren können

Professionalität:

  • die höchsten Standards der Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit einhalten
  • sich für ein vertrauensvolles Miteinander mit dem Patienten einsetzen und dessen Wohl zum Ziel haben
  • Vorbild gegenüber Studierenden, Auszubildenden und Kollegen sein
  • die klinische Pharmazie durch professionelle Nachwuchsarbeit und Engagement in Fachgesellschaften voranbringen

Lebenslange Fort- und Weiterbildung:

  • sich der Exzellenz und dem lebenslangen Lernen verpflichten
  • sich selbst und seine Kompetenzen kritisch einschätzen und weiterentwickeln können
  • Strategien für die persönliche Weiterentwicklung durch lebenslange Fortbildung entwicklen und verfolgen können
  • fachliches Wissen an Studierende, Auszubildende und andere Heilberufler weitergeben können
  • Zertifizierungen aufrecht erhalten, um sicherzustellen, dass das therapeutische Wissen stets aktuell ist

Quelle:

JJ Saseen et al.: ACCP Clinical Pharmacist Competencies. Pharmacotherapy 2017; doi: 10.1002/phar.1923

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Betablocker bei Asthma – geht das?

Betablocker werden bei einer Reihe von Herz- und Gefäßerkrankungen empfohlen, sind aber bei Asthma bzw. bronchialer Hyperreagibilität kontraindiziert. Ist das Risiko, dass der Betablocker das Asthma verschlechtert aber tatsächlich so groß, dass man den Asthmatikern den Nutzen der Betablocker per se vorenthalten muss?

Wann sollten Betablocker nach aktuellem Stand der Leitlinien eingesetzt werden?

  • Bei linksventrikulärer systolischer Dysfunktion nach Myokardinfarkt, um die Entwicklung einer Herzinsuffizienz zu vermeiden [1].
  • Bei bestehender Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurfleistung senken Betablocker das Risiko für die Entwicklung von Vorhofflimmern um 33%. Auch das Risiko der Hospitalisierung und Mortalität wird vermindert, Ebenfalls empfohlen sind sie, wenn eine Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurfleistung in Kombination mit VHF, Angina pectoris oder Hypertonie besteht [1].
  • Betablocker senken nach Herz-OPs das Risikofür Vorhofflimmern [2].
  • Bei bereits bestehendem Vorhofflimmern sind Betablocker die erste Wahl zur Frequenzkontrolle [2].
  • Nach Myokardinfarkt und akutem Koronarsyndrom senken Betablocker das relative Risiko des plötzlichen Herztods um 13% [3,4].
  • Weitere leitliniengerechte Einsatzbereiche sind Obstruktion des linksventrikulären (aortalen) Ausflusstrakts [5], nach CABG zur Reduktion des Risikos für Vorhofflimmern [6], bei abdominellem Aortenaneurysma in Verbindung mit Hypertonie [7] sowie bei stabiler koronarer Herzkrankheit [8].

Was gibt es Neues zum Risiko bei Asthmatikern?

Eine aktuelle Fall-Kontroll-Auswertung von britischen Registerdaten [9] von gut 35.500 Patienten mit Asthma und kardiovaskulärer Erkrankung zeigt:

Bei Verwendung von beta-1-selektiven Blockern bestand selbst im oberen Dosisbereich* kein erhöhtes Risiko für Asthmaanfälle. Die Verwendung von nicht-selektiven Betablockern erhöhte dagegen dosisabhängig das Risiko für moderate Asthmaanfälle um den Faktor 2,7 und für schwere Asthmaanfälle um den Faktor 12,1, wenn die Betablocker im oberen Dosisbereich eingesetzt wurden. Das entsprach 63,2 bzw. 27 zusätzliche Asthmaanfällen pro 1000 Personenjahre.

Die Patienten teilten sich auf in 608 Patienten mit schwerer Asthma-Exazerbation und 6048 zugeordneten Kontrollen ohne Exazerbation sowie 4234 Patienten mit moderater Asthma-Exazerbation und 41.881 zugeordneten Kontrollen ohne Exazerbation. Insgesamt 5017 Patienten (14,1%) erhielten kardioselektive Betablocker, 407 Patienten (1,2%) nichtselektive Betablocker (meistens Sotalol oder Carvedilol) und die große Mehrheit (84,7%) keine Betablocker.

Fazit

Kardioselektive Betablocker sollten Asthmatikern nicht vorenthalten werden, sofern a) eine Indikation für Betablocker vorliegt und b) der Patient nicht zuvor bereits eine Unverträglichkeit gegen Betablocker gezeigt hat.

Quellen

[1] 2016 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure

[2] 2016 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation

[3] 2015 ESC Guidelines for the management of patients with ventricular arrhythmias and the prevention of sudden cardiac death

[4] 2015 ESC Guidelines for the management of acute coronary syndromes in patients presenting without persistent ST-segment elevation

[5] 2014 ESC Guidelines on diagnosis and management of hypertrophic cardiomyopathy

[6] 2014 ESC/EACTS Guidelines on myocardial Revascularization

[7] 2014 ESC Guidelines on the diagnosis and treatment of aortic diseases

[8] 2013 ESC guidelines on the management of stable coronary artery disease

[9] DR Morales et al.: Respiratory effect of beta-blockers in people with asthma and cardiovascular disease: population-based nested case control study. BMC Med. 2017; 15(1):18. doi: 10.1186/s12916-017-0781-0

 

* Der obere Dosisbereich war wie folgt festgelegt:

  • Kardioselektive Betablocker: Acebutolol ab 200 mg/d, Atenolol ab 50 mg/d, Bisoprolol ab 5 mg/d, Celiprolol ab 200 mg/d, Metoprolol ab 100 mg/d.
  • Nicht kardioselektive Betablocker: Carvedilol ab 25 mg/d, Nadolol ab 80 mg/d, Oxprenolol ab 80 mg/d, Pindolol ab 10 mg/d, Sotalol ab 160 mg/d, Timolol ab 10 mg/d

 

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Medikationsanalyse: neuer Lauf 2017

Im Sommer startet zum vierten Mal die bewährte gemeinsame Fortbildung mit unserem Netzwerkpartner Apothekerkammer Hamburg: „Medikationsanalyse, die Basis für das Medikationsmanagement“. Die Veranstaltung deckt die „Medikationsanalyse als Prozess“ gemäß BAK-Curriculum vollständig ab und besteht aus zwei Teilen: einem Präsenznachmittag am 15.07.2017 von 14 bis 19 Uhr (mit den Referentinnen Dr. Dorothee Dartsch und Apothekerin Sabine Haul) und einem einwöchigen Online-Case Training (07.-13.09.2017), moderiert von Dr. Dorothee Dartsch. Letzteres ist so konzipiert, dass es neben der täglichen Arbeitszeit zu individuell flexiblen Zeiten und von allen Rechnern mit Internetzugang aus absolviert werden kann.

Beim Präsenznachmittag wird es um die allgemeine Einführung in die Medikationsanalyse und wichtige Projekte hierzu sowie um die Kommunikation gehen. Auch diesmal werden wir  die Kommunikation mit den Ärzten ins Blickfeld rücken. Im Online-Case Training üben die Teilnehmenden die Medikationsanalyse aktiv an drei Patientenfällen aus der Praxis. (Allgemeine Informationen zu Case Trainings finden Sie hier.) Beide Teile sind eng miteinander verknüpft und daher nur in Kombination zu buchen. Die Teilnahmegebühr beträgt durch einen Zuschuss der Kammer und einen Rabatt von Campus Pharmazie insgesamt 145,- EUR.

Gäste aus anderen Kammerbezirken sind uns willkommen und können den Präsenznachmittag mit einem Hamburg-Wochenende wunderbar verbinden. (Vielleicht gibt es bis dahin ja sogar Karten für die Elbphilharmonie zu ergattern.)

Einen Bericht von einem vorangegangenen Durchlauf einschließlich der Evaluationsergebnisse finden Sie in unserem Blog vom 3. Juli 2015.

Anmeldungen nimmt die Apothekerkammer Hamburg entgegen, in Kürze wird das Seminar auch dort im Kalender erscheinen.

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Öfter mal den Eisenhaushalt untersuchen

Eine kürzlich erfolgte Auswertung von Registerdaten [1] zeigt: Knapp die Hälfte der untersuchten Herzinsuffizienz-Patienten hatte einen unerkannten Eisenmangel, knapp ein Fünftel sogar eine Anämie. Bei fast jedem zehnten Patienten lag beides vor. Nicht nur, dass Eisenmangel und Anämie mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit einhergingen, die verminderte Effizienz des Sauerstofftransports bedeutet auch eine zusätzliche Belastung des Herzens.

Daher sollte bei Patienten mit Herzinsuffizienz in regelmäßigen Abständen der Eisenstatus bestimmt und auf eine Anämie hin untersucht werden. Wichtige Laborparameter dafür sind: Ferritin, Transferrin und die Transferrinsättigung für den Eisenhaushalt bzw. Hämoglobin, MCV, MCH und Retikulozyten für die Anämie.

Ein Eisenmangel bei Patienten mit Herzinsuffizienz sollte per Eisensubstitution behandelt werden, anstatt mit Erythropoietin, da Letzteres ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien bedeutet [2].

Quellen:

[1] S von Haehling et al.: Prevalence and clinical impact of iron deficiency and anaemia among outpatients with chronic heart failure: The PrEP Registry. Clin Res Cardiol (2017). doi:10.1007/s00392-016-1073-y

[2] ESC-Leitlinie „Diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure“ (2016)

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Moderiert durch Arzt und Apotheker

Wenn ein Arzt auf einen Fall blickt, sieht er vorrangig den Patienten und seine Erkrankungen, des Apothekers Interesse gilt zu allererst der Medikation. Bei Beschwerden unter einer Arzneimitteltherapie sind – überspitzt formuliert – für die Ärzte immer die Grund- bzw. Begleiterkrankungen ursächlich und für den Apotheker immer die Medikamente.

Diese unterschiedlichen Perspektiven können sich gegenseitig bereichern und die Pharmakotherapie der Patienten verbessern, sofern man um die Sichtweise des Anderen weiß und sie in der interprofessionellen Kommunikation berücksichtigt.

Duale Perspektive in unseren Online-Seminaren

Darum freuen wir uns, dass es uns des öfteren gelingt, die duale Perspektive in unsere Online-Seminare einzubringen, indem die Moderation zu bestimmten Aufgaben und Fragestellungen sowohl durch einen Apotheker als auch durch einen Arzt erfolgt.

Nachdem wir bereits mit viel Erkenntnisgewinn klinisch-pharmakologische Expertise in die Seminare „Unerwünschte Wirkungen“ und „Arzneimitteltherapie für besondere Altersgruppen“ haben einfließen lassen können, freuen wir uns, dass Sie im kommenden Durchlauf des Seminars „Arzneimitteltherapie für Patienten mit Eliminationsstörungen“ (Start 12.01.2017, s. Kalender) Gelegenheit haben werden, von internistisch-nephrologischer Expertise zu profitieren.

Wie läuft das ab?

In der letzten Woche werden die Teilnehmenden nephrologische Fälle diskutieren, und zwar gemeinsam mit Dr. med. Norbert Kamin, Facharzt für Innere Medizin / Nephrologie, Hypertensiologe DHL und ärztlicher Leiter des DIAVERUM MVZ Dialyse Schlankreye. Die Lernziele dieser Diskussion sind

  • Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz erkennen zu können,
  • die Arzneimitteltherapie an die Nierenfunktion anpassen zu können
  • Folgeerkrankungen bei chronischer Niereninsuffizienz berücksichtigen zu können.

In den anderen drei Seminarwochen wird es wie immer um die Themen Leber, Polymorphismen etc. gehen.

Anmeldung

Wer sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen möchte, melde sich jetzt noch schnell über unser Anmeldeformular oder per Email an.

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Tür 24

Singen Sie schon?

PubMed hat für die Anfrage nach <singing AND health> aktuell 372 Treffer parat. Schon beim Überfliegen der ersten zwanzig Abstracts wird die Vielfalt positiver Effekte des Singens deutlich:

  • Das expiratorische Volumen ist erhöht [1]
  • Das physische, psychologische, soziale und gemeinschaftliche Wohlbefinden bei Älteren ist erhöht [2].
  • Demenzkranken [3] und Schmerzpatienten [4] erleichtert es den Umgang mit ihrer Erkrankung.
  • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Parkinsonpatienten ist erhöht [5].

Auch eine systematische Übersichtsarbeit zur Auswirkung des Singens auf die „Lungengesundheit“ ist unter den Top20 [6]. Sie konstatiert, dass die Datenlage zum Nutzen des Singens bei respiratorischen Erkrankungen zwar auf meist kleinen Studien beruht, insgesamt aber durchgehend posive Wirkungen zeigt.

Also: Singen Sie los, die Zeit ist dafür optimal! Falls Sie heute gerade keinen Chor zur Hand haben, mit dem Sie singen können, gibt es auf Youtube reichlich Hilfestellung, z.B. bei „Weihnachtslieder zum Mitsingen„. (Keine Sorge: auch für andere Geschmäcker ist viel Schönes dabei.)

In diesem Sinn: O du fröhliche und Ihnen allen eine schöne Weihnachtszeit!

Herzlich grüßt
das Campus-Team!

Quellen

[1] Ksinopoulou et al., Respiratory function in vocal soloists, opera singers and wind instrument musicians. Med Lav. 2016; 107(6):437-443.

[2] Skingley et al.,The Contribution of Community Singing Groups to the Well-Being of Older People: Participant Perspectives From the United Kingdom. J Appl Gerontol. 2016; 35(12):1302-1324.

[3] Osman et al., ‚Singing for the Brain‘: A qualitative study exploring the health and well-being benefits of singing for people with dementia and their carers. Dementia (London). 2016; 15(6):1326-1339.

[4] Hopper et al., A qualitative study exploring the effects of attending a community pain service choir on wellbeing in people who experience chronic pain. Br J Pain. 2016; 10(3):124-34.

[5] Abell et al., Group Singing and Health-Related Quality of Life in Parkinson’s Disease. Health Psychol. 2016 Sep 1. [Epub ahead of print]

[6] Lewis et al.: Singing for Lung Health—a systematic review of the literature and consensus statement. npj Primary Care Respiratory Medicine 26, doi:10.1038/npjpcrm.2016.80 (online 1.12.2016)

Bildnachweis: privat

Tür 23: Links zu Arzneimittelinformationen

Lauter Fragen – wo gibt es schnell zuverlässige Antworten?

Jedes Jahr veröffentlicht UK Medicines Information eine Liste mit Linkempfehlungen zur Arzneimittelinformation und Literaturrecherche. So auch in diesem Jahr. Die Liste enthält etliche kostenfrei zugängliche Ressourcen (manche davon allerdings nur mit britischer IP-Adresse zugänglich), strukturiert nach Art der Fragestellung.

Beispielsweise finden sich Quellen zu unerwünschten Wirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Interaktionen, Stabilität, Palliativ-, Reisemedizin und mehr.

Wenn Sie mal eine ruhige Minute haben, stöbern Sie ein bisschen und setzen die Seiten in Ihre Lesezeichenliste, die Sie hilfreich finden. Im „Ernstfall“ geht es viel schneller, wenn man a) weiß, wo man am besten nachliest und b) die Struktur der jeweiligen Seite bereits kennt.

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