Newsletter Nr. 01/2018

Master of Clinical Pharmacy Practice – Info-Abend: In Kürze informieren Dr. Anita Waldmann, Lehrgangsleiterin des Masterstudiengangs aus Aberdeen, und Dr. Dorothee Dartsch über den Studiengang und die Anrechnung von Campus-Seminaren und -Workshops. Apothekerin Dorothee Michel teilt ihre Erfahrungen mit dem IELTS-Sprachtest. Jetzt zum Master-Info-Abend in Hamburg anmelden.
23.02.2018, Beginn 18:30, Ende 21:00, Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich bis 18. Februar, der Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben.

 

Grippeimpfung für Krebspatienten: Ein aktueller Cochrane Review folgert aus der aktuellen Studienlage, dass der Nutzen der Grippeimpfung trotz der Immunsuppression auch für Krebspatienten gegenüber dem Risiko überwiegt.

 

Therapieoptimierung beim Reizdarmsyndrom: Stehen für die Therapie weiterer Erkrankungen mehrere Optionen mit unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen zur Verfügung, lassen sich die Nebenwirkungen u.U. nutzen, um die Reizdarmsymptomatik zu verbessern. Wir haben einige Beispiele in unserem Blog beschrieben.

 

Wer knackt die Nuss? Patienten mit Schluckstörungen begegnen Ihnen öfter? Knacken wir eine pharmakokinetische Fragestellung gemeinsam: Sie sind herzlich eingeladen, Empfehlungen zur Therapie einer Schlaganfallpatientin mit Edoxaban abzugeben. Gefragt sind die passende Dosierung und eine geeignete Applikationsform. Unsere eigenen Antworten stellen wir ab Anfang nächster Woche zur Diskussion.

 

Dosisanpassung bei Übergewicht: Die Website ClinCalc.com, betrieben von einem ‚Clinical Pharmacist‘ in den USA, bietet eine hilfreiche Tabelle mit Vorschlägen zur Dosisanpassung verschiedener Wirkstoffe für Patienten mit Übergewicht. Alle Empfehlungen sind mit Literaturquellen belegt.

 

Seminar- & Workshop-Termine, 1. Halbjahr: Am 12. April startet das Seminar „Angewandte Pharmakokinetik“, am 10. Mai „Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen“ und am 07. Juni „Arzneimittelinteraktionen“. Die ersten beiden Präsenz-Workshops im Master-Modul „Pharmazeutische Versorgung“ finden am 28. April und am 30. Juni 2018 statt, jeweils von 09:00 bis maximal 18:30 in Hamburg.

Das „Komplettpaket“ aus diesen fünf Veranstaltungen berechtigt Sie, im Herbst 2018 direkt in die Diplomstufe des Masterstudiengangs einzusteigen. Momentan stehen für alle Veranstaltungen noch Plätze zur Verfügung. Bereits absolvierte Seminare werden anerkannt.

 

Evaluation 2017: Die Ergebnisse sind jetzt online einzusehen.

 

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen Erfolg für das angelaufene Jahr!

Jasmin Hamadeh——Dr. Dorothee Dartsch
(Mediendidaktik)–__–(Klinische Pharmazie)
——-– mit dem Campus-Team –

Bildnachweis: © pikselstock / Fotolia

Fallbeispiel zum Mitmachen: Angewandte Pharmakokinetik

Wer knackt die Nuss?

Frau T., 82, soll nach einem Schlaganfall, der zu halbseitiger Lähmung und Schluckstörung geführt hat, zur Sekundärprophylaxe mit Edoxaban behandelt werden.

Sie nimmt wegen Vorhofflimmern und Hypertonie Metoprololsuccinat ein, ferner zur allgemeinen Osteoporoseprophylaxe Colecalciferol. Beides wird suspendiert per Nasogastralsonde gegeben.

Abgesehen von den Schlaganfall-Folgen ist Frau T. für ihr Alter rüstig, eher zierlich (56kg, 162cm), ihre Nierenfunktion entspricht ihrer Altersnorm.

Fragen

  1. Welche Dosierung ist für das Edoxaban passend – und warum?
  2. Kann Edoxaban ebenfalls über die Sonde gegeben werden?

Antworten

Nutzen Sie für Ihre Antworten und Hypothesen gern das Kommentarfeld unten.

Passendes Seminar zum Thema

Angewandte Pharmakokinetik“ startet bald – am 12. April 2018. Sie können sich gerne gleich anmelden.

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Therapieoptimierung für Patienten mit Reizdarmsyndrom

Gastrointestinale Schmerzen haben alle Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS), hinsichtlich des Vorherrschens von Diarrhoe oder Obstipation unterscheiden sie sich. Bekommt ein Patient mit RDS Arzneimittel verordnet, die potenzielle gastrointestinale Nebenwirkungen haben, ist es darum wichtig zu klären, ob der Patient eher zur Diarrhoe oder eher Obstipation neigt. Stehen mehrere therapeutische Alternativen zur Auswahl, kann dann diejenige ausgewählt werden, die das Problem nicht verstärkt bzw. ihm idealerweise sogar entgegenwirkt.

Beispiele

Ein Patient mit RDS und Fibromyalgie: Zur Therapie der Fibromyalgie werden als medikamentöse Maßnahmen hauptsächlich Trizyklische Antidepressiva (z.B. Amitriptylin), Serotoninwiederaufnahmehemmer (z. B. Fluoxetin) und duale Antidepressiva (z. B. Duloxetin, Milnacipran) eingesetzt. Für einen Patienten mit Diarrhoe wäre Amitriptylin geeignet, dessen therapeutische Wirkung sehr häufig von Obstipation begleitet ist. Für einen Patienten mit Obstipation wäre dagegen ein SSRI vorzuziehen, weil SSRI eher Diarrhoen auslösen.

Analoge Überlegungen können für Patienten mit RDS und Depression angestellt werden.

Soll ein Parkinsonpatient mit RDS-bedingter Diarrhoe einen Dopaminagonisten verordnet bekommen, wäre Pramipexol mit der sehr häufigen Nebenwirkung Obstipation u.U. geeigneter als ein Agonist ohne stuhlverändernde Nebenwirkung, wie Piribedil oder Ropinirol.

Definition des RDS

Ein RDS (Irritable Bowel Syndrome / IBS) liegt vor, wenn jeder der drei folgenden Punkte erfüllt ist [1]:

  1. Es bestehen chronische, d.h. länger als 3 Monate anhaltende Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen, Blähungen), die von Patient und Arzt auf den Darm bezogen werden und in der Regel mit Stuhlgangsveränderungen einhergehen.
  2. Die Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität relevant und sind der Grund dafür, dass der Patient Hilfe sucht und/oder sich sorgt.
  3. Es liegen keine diagnostischen Hinweise auf andere Erkrankungen vor, die die auftretenden gastrointestinalen Symptome anstelle des Reizdarms erklären könnten.

Quellen

Die Angaben zu den Häufigkeiten der Nebenwirkungen beruhen auf den jeweiligen Fachinformationen.

[1] S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) 2011 (aktuell in Überarbeitung, Fertigstellung für Ende 2018 geplant).

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Grippeimpfung für Krebspatienten?

Da die Grippeimpfung eine aktive Immunisierung ist, wird immer wieder diskutiert, ob Personen aus Risikogruppen geimpft werden sollen, wenn ihr Immunsystem supprimiert ist, wie es beispielsweise bei Krebspatienten unter zytostatischer Therapie oft der Fall ist.

Hierzu ist Anfang des Monats ein Cochrane-Review [1] erschienen, der die aktuelle Studienlage so zusammenfasst:

Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass die Grippeimpfung auch bei immunsupprimierten Krebspatienten die Sterblichkeit sowie Komplikationen durch den Infekt verringert. Hinsichtlich der Frage, ob der Impfstoff ein Adjuvans enthalten sollte oder nicht, kann keine evidenzbasierte Empfehlung abgegeben werden. Die Belastbarkeit der Daten ist allerdings durch die nur kleine Anzahl von Studien hierzu und ihren geringen Evidenzlevel eingeschränkt. Eine Steigerung der Evidenz durch randomisierte kontrollierte Studien ist aus ethischem Grund nicht zu erwarten. Vor dem Hintergrund dieser Einschränkung scheint der Nutzen der Grippeimpfung gegenüber den potenziellen Risiken auch bei immunsupprimierten Krebspatienten zu überwiegen.

Für Menschen mit erhöhtem gesundheitlichen Risiko empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine jährliche Grippeimpfung. Diese Risikogruppen sind [2]:

  • alle Personen ab 60 Jahre,
  • alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon (bei bestimmten chronischen Erkrankungen ab dem 1. Trimenon),
  • Personen mit chronischen Krankheiten der Atmungs­organe, Herz- oder Kreis­lauf­krank­heiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoff­wechsel­krank­heiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder HIV
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können

Quelle:

[1] Bitterman R, Eliakim-Raz N, Vinograd I, et al. Influenza vaccines in immunosuppressed adults with cancer. Cochrane Database Syst Rev. 2018 Feb 1;2:CD008983. doi: 10.1002/14651858.CD008983.pub3

[2] Robert Koch-Institut: Saisonale Influenzaimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten [abgerufen 12.02.2018]

Bildnachweis: © Jürgen Fälchle / Fotolia

Master-Workshops 2018: Termine

Termine

Die Termine für die beiden Präsenz-Workshops im Modul „Pharmazeutische Versorgung“ stehen jetzt fest:

Der erste findet statt am 28. April, der zweite am 30. Juni 2018, jeweils von 09:00 bis maximal 18:30 in Hamburg. Der genaue Ort wird rechtzeitig für die Angemeldeten bekanntgegeben.

Ablauf

In den Workshops stellen die Teilnehmenden an einem Fall aus ihrer Praxis eine klinische Medikationsanalyse einschließlich geplanter Interventionen vor. Als klinische Medikationsanalyse gilt auch ein Fall, in dem Diagnosen und Laborparameter zwar nicht verfügbar sind, für den aber die Überlegungen dargestellt werden, auf welche klinischen Informationen es angesichts der arzneimittelbezogenen Probleme besonders ankommt.

So kann schon eine Medikationsliste zur klinischen Analyse ausgebaut werden, indem Fragen gestellt werden wie beispielsweise ’sind Arzneimittel im Spiel, die bei eingeschränkter Nierenfunktion kritisch wären, welche Laborwerte bräuchte man dann und was wäre zu tun, wenn eine Niereninsuffizienz besteht?“ Oder auch: ‚ist dieser Patient, sofern er tatsächlich die aus der Medikation abgeleitete Herzinsuffizienz hat, über- oder unterversorgt?‘ Die vorgestellten Analysen und Interventionen werden jeweils im Anschluss an die Fallvorstellung im Kreis der Workshop-Teilnehmer diskutiert.

Teilnehmerzahlen

Die Mindest-Teilnehmerzahl beträgt zehn, weil die Anerkennung für das Masterstudium bedingt, dass auf zwei Workshops je zehn Fälle diskutiert werden. Die Höchst-Teilnehmerzahl, die in dem geplanten zeitlichen Rahmen untergebracht werden kann, beträgt 15. Je nach Interesse und Entwicklung der Anmeldezahlen werden wir flexibel reagieren und ggf. zusätzliche Termine anbieten.

Weitere Informationen zum Masterstudium und zu den Modulen

…finden Sie  über die folgenden Links auf unsere MSc-Website und auf unserem Blog.

Mit CaP zum Master of Clinical Pharmacy Practice

Unser besonderes Weihnachtsgeschenk für Apothekerinnen und Apotheker in öffentlichen und Krankenhausapotheken in diesem Jahr:

Ab 2018 kooperiert der Campus Pharmazie mit der Robert Gordon University in Aberdeen. Die Zusammenarbeit ist Ihr vereinfachter Einstieg in den Masterstudiengang mit dem Abschluss ‚MSc Clinical Pharmacy Practice‘ – inhaltlich, sprachlich und technisch:

Inhaltlich: Unsere Seminare und Workshops holen Sie dort ab, wo Sie stehen, und bereiten Sie auf die Aufgaben des Masterprogramms vor. Für Absolventen unseres Campus-Pharmazie-Masterpakets bieten wir außerdem studienbegleitend ein Forum an, in dem sich die Teilnehmenden untereinander sowie mit Dr. Dorothee Dartsch über das Kursgeschehen austauschen können.

Sprachlich: Mit dreien unserer Seminare, zwei Präsenzworkshops und einem Praktikum absolvieren Sie die zwei Module des ersten Abschnitts im Masterprogramm auf Deutsch und haben dabei Zeit, den erforderlichen Sprachtest zu absolvieren.

Technisch: Wie wir, arbeitet auch die Robert Gordon University mit der Lernplattform „moodle“. Wer unsere Seminare absolviert hat, kennt sich mit den Foren und Aufgabentools bestens aus.

Der Ablauf

Das Masterstudium ist dreistufig aufgebaut. Die erste Stufe kann über die Campus Pharmazie-Veranstaltungen (in blauer Schrift dargestellt) abgedeckt werden. Die Diplom- und Master-Stufen werden an der Robert Gordon University absolviert.

Das Beste zum Schluss: Bereits absolvierte Campus-Seminare werden im Rahmen des Masterprogramms anerkannt – Sie müssen lediglich darstellen, wie Sie die Kenntnisse seither aktuell gehalten haben (durch Ihre Berufspraxis z. B.).

Weitere Informationen erhalten Sie hier sowie bei unserer Präsenz-Infoveranstaltung zum MSc Clinical Pharmacy Practice am 23. Februar 2018, 18.30-21.00 in Hamburg (genauer Ort wird noch bekannt gegeben). Abonnieren Sie gern unseren Newsletter, oder schicken Sie uns eine Nachricht über das Kontaktformular rechts, damit Sie nichts verpassen.

Aberdeen im Oktober 2017: RGU Senior Lecturer und Koordinatorin der klinisch-pharmazeutischen Studienmodule Dr. Anita Weidmann (links) und CaP-Geschäftsführerin Dr. Dorothee Dartsch (rechts) treffen sich zur strategischen Planung der Kooperation.

Bildnachweis: © eyetronic / Fotolia; Dorothee Dartsch

Therapeutische Aspekte des Lachens

…wurden in der MIRTH- (‚Methodical Investigation of Risibility, Therapeutic and Harmful‘)  Studie [1] untersucht. Methodisch ist sie ein PubMed- und Embase-basierter, ziemlich systematischer Review veröffentlichter Berichte zum Nutzen und Risiko des Lachens und der Fröhlichkeit.

Zu den Risiken…

Eines der Ergebnisse ist, dass Lachen nicht ganz ungefährlich sei – was möglichweise hinter den Redewendungen „sich kaputt-“ oder „totlachen“ steckt. So förderte die Literaturrecherche Berichte zutage, nach denen Lachen zu Synkopen, Rupturen im Herz oder der Speiseröhre, Kataplexie („sich schlapplachen“), dem Prolaps von Leistenbrüchen (da es für „laughing fit to burst“ keine deutsche Wendung gibt, tritt diese Nebenwirkung möglicherweise nur im englischsprachigen Raum auf), Asthmaattacken, interlobularem Emphysem, Kopfschmerzen, Kieferverrenkungen („sich schief lachen“) und Stressinkontinenz („sich vor Lachen in die Hosen machen“) führen kann. Ansteckendes Lachen könne Keime übertragen, was evtl. dadurch verhindert werden kann, dass nur hinter vorgehaltener Hand oder ins Fäustchen gelacht wird.

Ausgehend von gebräuchlichen Redewendung darf auch gefragt werden, auf welche möglichen Nebenwirkungen es hinweisen könnte, dass sich jemand vor Lachen kugelt, biegt, schüttelt oder auf auf dem Boden wälzt. Hat jemand Schmerzen, wenn er Tränen lacht oder vor Lachen brüllt? Hierfür fehlt es leider an Evidenz, alle Hypothesen bleiben pure Spekulation.

… und dem Nutzen:

Im Gegenteil: Die MIRTH-Studie konnte zeigen, dass echtes Lachen (per Definition also solches, dass sowohl die Musculi zygomatici als auch die Musculi orbitularis oculi involviert) die Schmerzschwelle erhöht. Außerdem reduziert Lachen Ärger, Angst, Depression und Stress (Merke: Humor ist, wenn man trotzdem lacht). Herzhaftes Lachen senkt die Steifigkeit der Arterienwände, verbessert die Endothelfunktion und senkt das Herzinfarktrisiko. Prustendes Lachen verbessert die Lungenfunktion. Lachen verbraucht zudem Energie. Die Autoren berechneten, dass ein Tag der ausgelassenen Fröhlichkeit über 8360 kJ (2000 kcal) verbrennt, die Kontrolle des Blutzuckerspiegels verbessert und Übergewicht reduziert. Das wiederum kann, wie ebenfalls gerade in unserem Blog besprochen, womöglich eine Diabetes-Remission erreichen…

…und dem Fazit:

Die Autoren konstatieren, dass Lachen nicht als gänzlich harmlos angesehen werden könne, jedoch in den meisten Fällen nur bei langfristiger Überdosierung oder individueller Prädisposition zu ernsthaften unerwünschten Wirkungen führe und überwiegend positive Wirkung habe. Offen und durch zukünftige Studien zu untersuchen sei, ob kranke Witze die Morbidität erhöhen, sowie ob trockene Witze zur Exsikkose und geschmacklose Witze zur Dysgeusie führen können.

In diesem Sinne wünscht das Campus-Team allseits fröhliche Weihnachten!

Quelle

RE Ferner, JK Aronson: Laughter and MIRTH (Methodical Investigation of Risibility,  Therapeutic and Harmful): narrative synthesis. BMJ 2013;347:f7274 doi: 10.1136/bmj.f7274

Bildnachweis: © Lisa Fischer / Fotolia

Diabetes doch keine Einbahnstraße?

„Einmal Diabetes, immer Diabetes“ gilt möglicherweise doch nicht – jedenfalls nicht für den Typ 2-Diabetes in Verbindung mit Adipositas.

Eine prospektive Kohortenstudie in England hat den Einfluss einer intensiven Gewichtsreduktion auf die Remission der HbA1c-Werte untersucht [1]. Die Intervention bestand in der Verumgruppe aus einer dreimonatigen strikten Diät (825–853 kcal/d; 59% Kohlenhydrate, 13% Fett, 26%
Protein, 2% Ballaststoffe), gefolgt von einer Umstellung auf eine Kost mit 50% Kohlenhydraten, 35% Fett und 15% Protein. Flankiert wurde die Maßnahme durch die Empfehlung, täglich 15.000 Schritte zu gehen (gemessen mit einem Schrittzähler) und monatliche Besuche in der Arztpraxis zur Kontrolle der Gewichtsentwicklung. Ziel war eine Gewichtsreduktion um mindestens 15kg in 12 Monaten. In de Verumgruppe wurden mit Beginn des Diätprogramms zunächst alle antidiabetischen und antihypertensiven Arzneimittel abgesetzt, um hypoglykämische und hypotone Episoden zu vermeiden. In Anlehnung an die entsprechenden Messwerte wurden die Therapie danach soweit nötig und in angepasster Form wieder aufgenommen. Die Kontrollgruppe erhielt (wie die Verumgruppe auch) eine leitliniengerechte antidiabetische Therapie.

Ergebnisse

Eine Diabetesremission (definiert als Senkung des HbA 1c auf unter 6,5% nach mindestens zwei Monaten ohne jede antidiabetische Therapie) trat nicht nur in der Verumgruppe auf, dort aber wesentlich häufiger (46% versus 4%).

In der Verumgruppe gelang es 24% der Patienten, das Ziel einer 15kg-Gewichtsreduktion zu erreichen, der Schnitt der Gruppe lag bei einer Abnahme um 10kg. In der Kontrollgruppe nahmen die Patienten im Schnitt um 1kg ab, jedoch niemand um 15kg.

Über die gesamte Teilnehmerschaft zeigten Gewichtsreduktion und Diabetes einen engen Zusammenhang:

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Daraus lässt sich schließen, dass zumindest bei den hier untersuchten nicht-insulinpflichtigen Typ2-Diabetikern mit einem BMI von 27–45 kg/m² eine Remission möglich ist. Der nächste Schritt wäre, zu untersuchen, wie nachhaltig sowohl die Gewichtsreduktion als auch die Remission außerhalb der engmaschig kontrollierten Studiensituation sind.

Auf jeden Fall können die Daten der Studie im Beratungsgespräch in der Apotheke zur Motivation solcher Diabetes-Patienten herangezogen werden, die lieber ohne Medikamente auskommen möchten.

Quelle

MEJ Lean et al.: Primary care-led weight management for remission of type 2
diabetes (DiRECT): an open-label, cluster-randomised trial. Lancet. 2017 Dec 4. pii: S0140-6736(17)33102-1. doi: 10.1016/S0140-6736(17)33102-1. [Epub ahead of print]

Bildnachweis: © mantinov / Fotolia

Newsletter Nr. 05/2017

Mit CaP zum Master of Clinical Pharmacy Practice! Das Agreement ist druckfrisch: Ab 2018 bilden unsere Seminare auch eine Brücke zum postgradualen Masterstudium der Robert Gordon University of Aberdeen. Informieren Sie sich auf unseren Web-Seiten und reservieren Sie den 23.02.18 ab 18:30 für einen Info-Abend in Hamburg.

 

QT-Zeit neu eingestuft: Credible meds stuft 5-Fluorouracil, einige HIV-Therapeutika und Primaquin hinsichtlich ihres Risikos für Torsaden neu ein. Für uns ein willkommener Anlass, noch einmal auf die Website hinzuweisen und die klinische Relevanz der QT-Zeit-Verlängerung zu diskutieren.

 

Antikoagulation – Restart? Was überwiegt im Anschluss an eine verletzungsbedingte Blutung: das Risiko einer Thromboembolie oder das Risiko einer neuerlichen Blutung? Danach entscheidet sich, ob die Antikoagulation wiederaufgenommen werden sollte oder nicht. Auf unseren Seiten finden Sie die Zusammenfassung einer dänischen Registerstudie mit den Daten von Patienten mit Vorhofflimmern, die während ihrer gerinnungshemmenden Therapie einen Unfall erlitten.

 

Diabetes heilen: Eine prospektive Kohortenstudie in England hat den Einfluss einer intensiven Gewichtsreduktion auf die Diabetes-Remission, gemessen anhand der Entwicklung des HbA1c-Wertes, untersucht. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass nicht-insulinpflichtige Typ 2-Diabetiker mit einem BMI von 27–45 kg/m², die es schaffen, innerhalb eines Jahres mindestens 15 kg abzunehmen, auf diese Weise eine Diabetes-Remission erreichen können. Wir haben die Daten für Sie zusammengestellt.

 

Infektionen richtig behandeln: Aus England kommt ein neuer Leitfaden für die Behandlung häufig vorkommender Infektionen. Er richtet sich u.a. an Apotheker und soll dazu beitragen, Resistenzentwicklung zu vermeiden. Weitere Details finden Sie auf unserer Website.

 

Betriebliche Qualifizierung: Unternehmen investierten 2016 im Schnitt rund 1.000 € je Mitarbeiter in Fort- & Weiterbildung, um die Motivation und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter zu erhöhen, ihre Qualifikation an neue Bedingungen anzupassen und ihr Unternehmens für Nachwuchskräfte attraktiv zu machen. Dazu passend: die aktuelle Broschüre »Fördermöglichkeiten in der (Fort- &) Weiterbildung«.

 

Seminarfahrplan leicht 2018 geändert: Hier ist die neue Reihenfolge.

Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen 18.01. – 14.02.
Angewandte Pharmakokinetik 12.04. – 09.05.
Interpretation von Laborparametern 10.05. – 06.06.
Arzneimittelinteraktionen 07.06. – 04.07.
Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation 06.09. – 03.10.
Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen 11.10. – 07.11.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Pharmakovigilanz 08.11. – 05.12.

 

Heute schon gelacht? Lachen ist nicht gänzlich harmlos, führt jedoch in den meisten Fällen nur bei langfristiger Überdosierung oder individueller Prädisposition zu ernsthaften unerwünschten Wirkungen. Es überwiegen die positiven Wirkungen. Die Ergebnisse der MIRTH-Studie finden Sie als Weihnachtsbeitrag zusammengefasst in unserem Blog.

Fröhliche Weihnachten wünschen

Dr. Dorothee Dartsch  (Klinische Pharmazie)

Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik)

mit dem Campus-Team

 

Bildnachweis: © D. Dartsch

5-FU und HIV-Therapeutika: QT-Risiko neu eingestuft

An dieser Stelle haben wir schon des öfteren über QT-verlängernde Arzneimittel berichtet (s.u.). Eine hilfreiche Internetseite zu diesem Thema bietet Credible Meds, ursprünglich eine universitäre Ausgründung in den USA.

Sie teilt QT-verlängernde Wirkstoffe in verschiedene Risikokategorien ein, je nachdem, ob sie auch ein erhöhtes Risiko für Torsade de Pointes-Arrhythmien (TdP) mit sich bringen:

  1. Wirkstoffe mit bekanntem Risiko für TdP (d.h. Wirkstoffe, die nicht nur das QT-Intervall verlängern, sondern auch klar belegt bereits bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zu TdP führen)
  2. Wirkstoffe mit möglichem Risiko für TdP (d.h. Wirkstoff, die das QT-Intervall verlängern, für die aber bei bestimmungsgemäßem Gebruach bislang keine TdP berichtet wurden)
  3. Wirkstoffe mit bedingtem Risiko für TdP (also Wirkstoffe, die unter bestimmten Bedingungen zu TdP führen, z.B. bei Hypokaliämie oder bei Vorliegen von Interaktionen)

Und sie enthält eine Liste der Wirkstoffe, die bei Patienten mit angeborenem Long QT-Syndrom zu vermeiden sind. Das sind alle Wirkstoffe der drei o.g. Kategorien sowie einige, die das QT-Intervall nicht verlängern, aber aus anderen Gründen bei diesen Patienten vermieden werden sollen.

Aktuelle Neueinstellungen betreffen:

  • Primaquin (Therapie der Malaria)
  • Fluorouracil (Krebstherapie)
  • Lopinavir/Ritonavir in Kombination (Antivirale Therapie)

Da diese Wirkstoffe bei eimpfohlener Dosierung das QT-Intervall verlängern, wurden sie in die Kategorie 2 (mögliches Risiko) eingestuft. Dagegen wurde

  • Ritonavir als Monotherapie

aus der Kategorie 3 (bedingtes Risiko) herausgenommen, weil es allein offenbar keine TdP auslöst.

Frühere Berichte zur QT-Verlängerung in unserem Blog:

Das Risiko allein aufgrund der in der Apotheke vorliegenden Medikationsdaten sicher zu beurteilen, ist fast nicht möglich, auch wenn die kompetente Einschätzung der Relevanz der Interaktion* und die o.g. Einstufungen unterscheiden helfen, ob ein Wirkstoff „nur“ die QT-Zeit verlängert oder auch nachweislich zu TdP führen kann. Idealerweise arbeiten Arzt und Apotheker hier im direkten Kontakt zusammen, damit weder der Patient noch dessen Vertrauensverhältnis zu beiden Heilberuflern beeinträchtigt wird.

* Hierbei unterstützt Sie unser Seminar „Arzneimittelinteraktionen„.

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