Neue Weiterbildungskultur

Heute ist im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) der Startschuss für Beratungen zur Nationalen Weiterbildungsstrategie gefallen, die gemeinsam mit den Sozialpartnern, Ländern, Kammern und der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen werden sollen. Ziel ist die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erarbeitung einer Nationalen Weiterbildungsstrategie, durch die eine neue Weiterbildungskultur etabliert, arbeitsmarkt- und bildungspolitische Instrumente besser verzahnt und Weiterbildungsprogramme von Bund und Ländern gebündelt werden sollen.

Anja Karliczek, BMBF, erklärte: „Wir brauchen in unserer Gesellschaft eine positive Weiterbildungskultur. Fort- und Weiterbildungen müssen für jeden Einzelnen eine Selbstverständlichkeit werden! Hierfür benötigen wir passende Angebote und Transparenz. Die Nationale Weiterbildungsstrategie soll innovative Wege zur Verknüpfung von Theorie und Praxis ermöglichen. Denn eine exzellente Aus- und Weiterbildung ist der Schlüssel zu unserem Wohlstand von morgen.“

Hubertus Heil, BMAS, ergänzte: „Weiterbildung [ist] der Schlüssel, um Fachkräfte zu gewinnen und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Menschen in Deutschland zu erhalten und zu erweitern. Berufliche Weiterbildung und Qualifizierung sind mehr denn je Voraussetzung, das eigene Berufsleben selbstbestimmt zu gestalten. Deutschland muss noch stärker als bisher zu einem Qualifizierungsland werden, zu einem Land des Lernens. Diesen Anspruch verfolgen wir mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie.“

Ziel der Nationalen Weiterbildungsstrategie ist es, alle Erwerbstätigen dabei zu unterstützen, ihre Qualifikationen und Kompetenzen im Wandel der Arbeitswelt zu erhalten, anzupassen, fortzuentwickeln und ihnen Auf- und Umstiege im Berufsleben zu ermöglichen.

Quelle:

BMBF-Pressemitteilung 109/2018 vom 12.11.2018 [Link]

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Newsletter Nr. 04/2018

Herbstlaub auf einem Laptop

Von einem Psychopharmakon zum anderen: Übersichtliche Hilfestellung beim Umstellen bietet die niederländische Website „Psychiatrie-net“ mit ihren Switchtabellen. Davon gibt es eine für Stimmungsstabilisierer / Phasenprophylaktika, eine für Antipsychotika und eine für Antidepressiva. Wir haben den Informationsgehalt für Sie auf unserer Website dargestellt.

 

MSc Clinical Pharmacy Practice-Infoabend in München: am 12.10.18 von 19:30-21:00 nahe Messe München Ost, gut geeignet für alle Expopharm- und DAT-Besucher und KollegInnen aus München und Umgebung. Referentinnen: Dr. D. Dartsch (Hamburg), I. Donat (Aberdeen). Anmeldeschluss ist heute (na gut, morgen, 22.09.18) Kostenlos, begrenzte Teilnehmerzahl, Ortsangabe folgt nach Anmeldung.

 

Lebenslanges Lernen stärkt Innovation: Wer in einer komplexen Arbeitsumgebung eigenverantwortlich arbeitet, so wie Apothekerinnen und Apotheker, und dabei regelmäßig flankierende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen wahrnimmt, bringt Innovation ins Unternehmen. Lesen Sie unsere Kurzdarstellung der FiBS-Studie auf unserer Website.

 

Apotheker in die Notaufnahmen! Mit dem vierten Artikel ist unsere Mini-Serie komplett, in der wir Studien zum Nutzen von Apothekern und pharmazeutischen Leistungen in der Notaufnahme vorgestellt haben. Die vierte Studie belegt, dass vor allem die Arzneimittelanamnese durch Apotheker die Häufigkeit nicht nur potenzieller, sondern manifester unerwünschter Ereignisse statistisch signifikant senkt.

 

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmazie: Am 3./4.11.18 geht es in Hamburg um das Thema „Auf Herz und Nieren geprüft – Pharmakotherapie bei Niereninsuffizienz“. Das ist für KollegInnen aus öffentlichen und Krankenhausapotheken gleichermaßen relevant. Die Anmeldung läuft bis 01.10. Programm, Anmeldung und weitere Infos auf der Website der DGKPha. Dr. Dorothee Dartsch ist Tagungspräsidentin.

 

Der Seminarfahrplan 2019 ist da! Mit Frühbucherrabatt: Da ist er wieder: Unser Seminarkalender 2019 ist ab sofort online. Bis zum 15.10.18 erhalten Sie bei Ihrer verbindlichen Anmeldung 15% Rabatt auf jedes gebuchte Seminar.

Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen 10.01. – 06.02.
Interpretation von Laborparametern 31.01. – 27.02.
Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen 21.03. – 17.04.
Arzneimittelinteraktionen 30.05. – 26.06.
Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation 05.09. – 02.10.
Angewandte Pharmakokinetik 03.10. – 30.10.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Pharmakovigilanz 07.11. – 04.12.

 

Mit herzlichen Grüßen in den Herbst

Jasmin Hamadeh——Dr. Dorothee Dartsch
(Mediendidaktik)–__–(Klinische Pharmazie)
——-– mit dem Campus-Team –

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Weiterbildung stärkt Innovationskraft

Den Zusammenhang zwischen lebenslanger Fort- und Weiterbildung und der Innovationskraft untersuchte jüngst eine Studie des Forschungsinstituts Bildungs- und Sozialökonomie FiBS [1]. Zwischen beiden besteht eine Wechselbeziehung: Einerseits bedeuten Innovationen Veränderungen und erfordern neue Fähigkeiten und Kompetenzen, andererseits ermöglichen neue Kompetenzen und Fähigkeiten innovative Veränderungen.

Die Studie belegt, dass Innovationskraft durch die Kombination aus komplexen Aufgaben und Tätigkeiten, das Lernen am Arbeitsplatz und flankierende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gefördert wird. Wenig komplexe und auch wenig eigenverantwortlich ausgeführte Tätigkeiten die wenig Lernmöglichkeiten bieten, wirken sich auf die Innovation dagegen hinderlich aus.

Innovation definierten die Autoren gemäß OECD als Einführung eines neuen oder signifikant verbesserten Produktes (Güter oder Dienstleistungen) oder Prozesses, einer neuen Marketingmethode oder einer neuen Verfahrensweise in den Betriebsabläufen, der Arbeitsplatzorganisation oder externen Beziehungen des Unternehmens. Damit schlossen sie nicht nur technische Innovationen ein, sondern auch solche auf Dienstleistungen und Abläufe, wie sie auch für Apotheken und ihre Leistungen essenziell sind.

Komplexe Aufgaben und Tätigkeiten sind in der Apotheke, vor allen bei klinisch-pharmazeutischen Leistungen wie dem Medikationsmanagement, reichlich vorhanden, Lernen am Arbeitsplatz findet täglich statt. Flankierende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für patientenorientierte Leistungen bekommen Sie in unseren Seminaren und Veranstaltungen. Wir freuen uns darauf, Ihre Innovationskraft und die Ihrer Mitarbeiter zu stärken!

Quelle

[1] Dohmen D. & Yelubayeva G.: Adult education and Innovation.

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Hilfestellung zum Wechseln von Psychopharmaka

Direkt absetzen oder ausschleichen, direkt ansetzen oder aufdosieren? Was passiert dabei auf pharmakokinetischer Ebene? Gibt es pharmakodynamische Interferenzen zu beachten? Wenn es um den Wechsel von einem Antidepressivum oder einem Antipsychotikum auf ein anderes geht, müssen diese Fragen beantwortet werden.

Hilfestellung dabei kann die niederländische Website „Psychiatrienet“ mit ihren Switchtabellen geben. Davon gibt es eine für Stimmungsstabilisierer / Phasenprophylaktika, eine für Antipsychotika und eine für Antidepressiva.

Die Information, die die Tabellen bereit halten, sieht am Beispiel des Wechsels von Amitriptylin zu Escitalopram folgendermaßen aus:

Stop Amitriptylin:

  • Vor Tag 1: Amitriptylindosis stufenweise auf max. 50 mg/d reduzieren
  • Tag 1: Amitriptylindosis auf 25 mg/d reduzieren
  • Tag 8: Amitriptylin ganz absetzen

Start Escitalopram:

  • Tag 8: Escitalopram mit 10 mg/d starten
  • Tag15: Escitalopramdosis erhöhen, wenn nötig

Zusatzinfo:

  • Additives Serotoninsyndrom nicht wahrscheinlich, aber theoretisch möglich, Symptome beachten.

Die Informationen werden von dem medizisch-wissenschaftlichen Verlag „De Tijdstroom“ in englischer Sprache zusammengestellt und kostenfrei zur Verfügung gestellt. Verwendung wie immer „auf eigene Gefahr“.

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Apotheker in der Notaufnahme: Was bringt’s? [Studie 4]

Viele Patienten, die in die Notaufnahme kommen, haben zusätzlich zu ihrem akuten Problem bereits chronische Erkrankungen und eine Polymedikation, so dass insgesamt ein größeres Risiko für unerwünschte Wirkungen, erhöhte Morbidität und Mortalität besteht. Zugleich steht das medizinische Personal in überfüllten Notaufnahmen unter erheblichem Zeitdruck.

In dieser Situation kann die Beteiligung von Apothekern dazu beitragen, die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Das wird u.a. in vier Studien belegt, die wir hier  in vier sequenziellen Beiträgen beispielhaft vorstellen.

Zur Studie 1 geht es hier, zur Studie 2 hier und zur Studie 3 hier.

Studie 4:

Diese Studie ging der Frage nach, ob zusätzlich zu einer Medikationsanalyse und Optimierung der Arzneimitteltherapie, die sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe durchgeführt wurde, die pharmazeutischen Leistungen

  • Arzneimittelanamnese / Vervollständigung des Medikationsplans and allen Schnittstellen (Aufnahme, Verlegung, Entlassen)
  • Follow-up der erwünschten und unerwünschten Wirkungen während des Klinikaufenthaltes und
  • Mitgabe schriftlicher Einnahmeinformationen bei Entlassung

bei Patienten über 65 und mit Polymedikation sowie entweder Herzinsuffizienz oder COPD, die in der Notaufnahme vorstellig werden, eine Verbesserung erzielen kann in den Punkten

  • manifeste unerwünschte Ereignisse durch falsche oder fehlende Pharmakotherapie (insbesondere unzureichende Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck, Blutgerinnung, Herzfrequenz, Kaliumspiegel)
  • erneute Aufnahme binnen 180 Tagen nach Entlassung wegen dekompensierter Herzinsuffizienz oder COPD-Exazerbation
  • Dauer des Krankenhausaufenthaltes
  • 180-Tage-Mortalität.

Ergebnisse

In der Interventionsgruppe kam es pro Patient im Schnitt zu 0,95, in der Kontrollgruppe zu 1,44 manifesten unerwünschten Ereignissen durch falsche oder fehlende Therapie. Im Schnitt wurden 1,39 potenzielle arzneimittelbezogene Probleme in der Interventionsgruppe gelöst, zwei Drittel davon im Rahmen der Arzneimittelanamnese. Patienten der Kontrollgruppe verblieben im Schnitt zwei Tage länger im Krankenhaus. Patienten der Interventionsgruppe wurden öfter erneut aufgenommen, hatten aber eine geringere Mortalität. Hinsichtlich der Häufigkeit manifester unerwünschter Ereignisse waren die Gruppenunterschiede statistisch signifikant, hinsichtlich der anderen Parameter wurde lediglich ein Trend festgestellt.

Methodik

Die Studie war randomisiert und aufgrund der Art der Intervention unverblindet. Die in der Analyse für eine Power von 80% und Signifikanzlevel von 5% benötigte Fallzahl wurde erreicht. Unterschiede zwischen den Gruppen wurden mit Standardmethoden der Statistik (t-Test, Chi-Quadrat-Test) untersucht. Am Studienbeginn gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen, mit der einzigen Ausnahme der Dyslipidämie, die bei Patienten der Interventionsgruppe häufiger vorlag als in der Kontrollgruppe.

Alle Interventionen wurden von einem Krankenhausapotheker mit klinischer-pharmazeutischer Kompetenz im Bereich chronischer Erkrankungen und Notfallmedizin ausgeführt, belegt durch 5-jährige Praxiserfahrung.

Fazit

Die pharmazeutischen Dienstleistungen in der Notaufnahme, allen voran die Arzneimittelanamnese, können die Häufigkeit manifester unerwünschter Ereignisse statistisch signifikant senken.

Quelle

A Juanes et al.: Impact of a pharmaceutical care programme for patients with chronic  disease initiated at the emergency department on drug-related negative outcomes: a randomised controlled trial. Eur J Hosp Pharm 2017;0:1–7.

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Münchner Infoabend zum Masterstudium Clinical Pharmacy Practice

Dr. Dartsch und Dr. Weidmann vor dem Master of Clinical Pharmacy Poster

  • Wie verläuft das Masterstudium Clinical Pharmacy Practice?
  • Wie greifen die Campus Pharmazie– und die RGU-Veranstaltungen ineinander?
  • Wie funktioniert die Anerkennung der Module?
  • Werden bereits absolvierte Seminare angerechnet?
  • Wie viel Zeit muss man investieren, und was hat man dann davon?
  • Wie oft muss ich nach Schottland? (Das beantworten wir gleich hier: gar nicht!)
  • Wie geht das mit dem Sprachtest?

Diese und alle weiteren Fragen beantworten wir beim:

Nächsten Infoabend am 12.10.18 von 19:30-21:00 nahe Messe München Ost

– also gut geeignet für alle Expopharm- und DAT-Besucher sowie KollegInnen aus München und Umgebung. Die genaue Ortsangabe erhalten Sie nach Anmeldung bis zum 21. September 2018. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.

Hier melden Sie sich an.

 

Bildnachweis: © D. Dartsch

Newsletter Nr. 03/2018

 

Apotheker in die Notaufnahmen! Der Einsatz im interprofessionellen Aufnahmeteam in der Notaufnahme reduziert nachweislich die Häufigkeit von Medikationsfehlern sowie unbeabsichtigter Diskrepanzen zwischen vorbestehender Haus- und Klinikmedikation. Ein Apotheker initiiert dort außerdem im Schnitt alle 2,75 Stunden eine Therapieänderung, um Medikationsfehler zu korrigieren. In unserer Online-Serie fassen wir Studien zum Nutzen von Apothekern in Notaufnahmen für Sie zusammen.

 

Anerkennung des Seminars Arzneimittelinformation für Fachapotheker-Seminare: in der Klinischen Pharmazie, der Allgemeinpharmazie und der Arzneimittelinformation. Details zur Anerkennung lesen Sie in unserem Blog. Das Online-Seminar startet am 06.09.2018. Melden Sie sich gleich an.

 

Gut für Diabetiker: Die klinisch-pharmazeutische Versorgung von Diabetespatienten durch öffentliche Apotheken reduziert die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse. Das zeigt eine Modellrechnung über Zeithorizonte zwischen zwei und zehn Jahren.

 

Gut für Psoriasis-Patienten: Daten von „Real-World“-Patienten mit Psoriasis zeigen: Mit Biologicals ist das Risiko für schwere Infektionen nicht höher als mit Nicht-Biologicals. Die Studie stellen wir in unserem Blog vor.

 

Relevanz der QTc-Zeit-VerlängerungSie zu beurteilen und einen Konsens mit Ärzten zu erzielen, die QTc-verlängernde Kombinationen verordnen, ist oft nicht ganz einfach. Hilfestellung bietet eine Liste von patientenseitigen Risikofaktoren auf der Seite CredibleMeds – als Erweiterung der Wirkstofflisten.

 

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmazie: Am 3./4.11.18 geht es in Hamburg um das Thema „Auf Herz und Nieren geprüft – Pharmakotherapie bei Niereninsuffizienz“. Bis zum 01.09. können KollegInnen aus öffentlichen und Krankenhausapotheken Abstracts einreichen, die Anmeldung läuft bis 01. Oktober. Programm, Anmeldung und weitere Infos auf der Website der DGKPha. Dorothee Dartsch ist Tagungspräsidentin.

 

Seminartermine, 2. Halbjahr: Am 06.09. startet das Seminar „Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation“, am 11.10. „Interpretation von Laborparametern“ und am 08.11. „Unerwünschte Arzneimittelwirkungen“ mit unserem bewährten Gast-Experten Dr. med. Sven Schmiedl. Jetzt anmelden.

 

MSc Clinical Pharmacy Practice-Infoabend in München: am 12.10.18 von 19:30-21:00 nahe Messe München Ost, gut geeignet für alle Expopharm- und DAT-Besucher und KollegInnen aus München und Umgebung. Referentinnen: Dr. D. Dartsch (Hamburg), Dr. A. Weidmann (Aberdeen). Kostenlos, begrenzte Teilnehmerzahl, Ortsangabe folgt nach Anmeldung.

 

Mit herzlichen Grüßen!

Jasmin Hamadeh——Dr. Dorothee Dartsch
(Mediendidaktik)–__–(Klinische Pharmazie)
——-– mit dem Campus-Team –

Hier können Sie unseren Newsletter herunterladen: PDF-Datei

Bildnachweis: © D. Dartsch

Einfach unverzichtbar

Letztes Jahr haben wir eine Umfrage in öffentlichen Apotheken zu ihren Kompetenzen aus Fort- und Weiterbildung und ihren klinisch-pharmazeutischen Leistungen durchgeführt. Über diese Initiative haben wir Tagebuch geführt. Und kamen aufgrund der bemerkenswerten Ergebnisse zu dem Schluss, dass Apothekerinnen und Apotheker unverzichtbar kompetent sind.

Darum haben wir eine eigene Internetseite „apotheker-unverzichtbar-kompetent“ für die Öffentlichkeit angelegt, auf der diese Ergebnisse dargestellt sind.

Wir freuen uns sehr, dass wir damit die aktuelle ABDA-Kampagne „Einfach unverzichtbar“ inspirieren konnten! Liebe ABDA, viel Erfolg damit – zugunsten aller Apothekerinnen und Apotheker!

Bild: © wavebreakmedia / istock

Risikofaktoren für QTc-Zeit-Verlängerung und Torsaden

Wer sich mit Arzneimittelinteraktionen und speziell mit Interaktionen beschäftigt, die die QTc-Zeit verlängern, weiß, wie schwierig es ist, die klinische Relevanz einzuschätzen. In den Interaktionsdatenbanken der Apotheken taucht die Warnung vor einer QTc-Verlängerung mit großer Regelmäßigkeit auf und stellt die Apothekerin bzw. den Apotheker vor die Frage, wie darauf zu reagieren ist.

Für die klinische Relevanz, also die Wahrscheinlichkeit, dass die Interaktion sich tatsächlich bemerkbar macht, spielt die An- oder Abwesenheit von Risikofaktoren eine wichtige Rolle.

Diese Risikofaktoren finden sich nun in einer Liste auf der frei zugänglichen Website www.QTFactors.org, einem Zweig der Seite www.crediblemeds.org, auf der QTc-verlängernde Wirkstoffe ihrem Risiko nach eingestuft werden. Beide Seiten unterscheiden zwischen einer „nur“ QTc-verlängernden und einer nachweislich Torsaden-auslösenden Wirkung. Da beide nur schlecht korreliert sind, ist auch die Unterscheidung eine wichtige Hilfe bei der Beurteilung der Relevanz.

Mehr zum Thema QTc-Verlängerung: https://www.campus-pharmazie.de/qt-interaktion-relevant/

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Apotheker in der Notaufnahme: Was bringt’s? [Studie 3]

Viele Patienten, die in die Notaufnahme kommen, haben zusätzlich zu ihrem akuten Problem bereits chronische Erkrankungen und eine Polymedikation, so dass insgesamt ein größeres Risiko für unerwünschte Wirkungen, erhöhte Morbidität und Mortalität besteht. Zugleich steht das medizinische Personal in überfüllten Notaufnahmen unter erheblichem Zeitdruck.

In dieser Situation kann die Beteiligung von Apothekern dazu beitragen, die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Das wird u.a. in vier Studien belegt, die wir hier  in vier sequenziellen Beiträgen beispielhaft vorstellen.

Zur Studie 1 geht es hier, zur Studie 2 hier und zur Studie 4 hier.

Studie 3: Abfangen von Fehlern durch Apotheker in der Notaufnahme

In dieser Studie wurde untersucht, wie viele klinisch relevante Medikationsfehler durch Apotheker in der Notaufnahme entdeckt werden. Die klinische Relevanz war dadurch definiert, dass die pharmazeutische Intervention zu einer Änderung der Therapie führte.

Ergebnisse

In insgesamt 1000 dokumentierten Stunden pharmazeutischer Arbeit in der Notaufnahme wurden 364 Fehler durch Korrektur der Therapie vermieden – also ein Fehler alle 2,75 Stunden. Mehr als die Hälfte der Fehler wurde im Konsultationsgespräch mit medizinischem Personal der Notaufnahme entdeckt, etwas über ein Drittel bei der Medikationsanalyse anhand der Patientenakten und der Rest (14%) bei anderen pharmazeutischen Tätigkeiten. Mehr als 80% der Fehler entstanden bei der Verordnung, und zwar am häufigsten Fehler in der Dosierung (44%), gefolgt von Verordnung des falschen Arzneimittels (14%), Nicht-Verordnung eines indizierten Arzneimittels (12%) und falsche Applikation (10%). Der Schweregrad der meisten Fehler (65%) wurde als „signifikant“ eingestuft, 23% als „schwerwiegend“, 2,5% als lebensbedrohlich und der Rest (9%) als „geringfügig“.

Methodik

Prospektive, multizentrische Kohortenstudie in 4 geografisch verschiedenen Notaufnahmen von einem allgemeinen und drei Universitätskrankenhäusern mit Apotheke bzw. pharmazeutischer Versorgung in den USA. In jedem war mindestens ein Apotheker in Vollzeit in der Notaufnahme tätig. Dieser dokumentierte in 250 Stunden alle seine Interventionen, deren klinische Relevanz anschließend zu einer Therapieänderung führte. Er dokumentierte außerdem, aus welcher Art von Tätigkeit die Intervention hervorging – Medikationsanalyse anhand der Akten, Konsultationsgespräch mit medizinischem Personal der Notaufnahme oder Anderes (z.B. Arzneimittelanamnese, Beratung des Patienten zur Optimierung der Arzneimittelanwendung) – in welcher Phase des Medikationsprozesses der Fehler auftrat und um welche Art von Fehler es sich handelte. Zusätzlich beschrieb er die möglichen Konsequenzen des Fehlers für den Patienten, wäre der Fehler unentdeckt geblieben. Alle Unterlagen wurden anschließend zentral von einem Arzt und einem Apotheker begutachtet, um eine Verzerrung der Ergebnisse zu minimieren, die dadurch entstehen kann, dass die teilnehmenden Apotheker ihre eigene Arbeit dokumentieren. Berichtete Fehler, die nicht klar als solche zu belegen oder die nicht als klinisch relevant eingeschätzt wurden, wurden von der Auswertung ausgeschlossen.

Fazit der Autoren

Bei der Tätigkeit in der Notaufnahme veranlasste jeder Apotheker im Schnitt alle 2,75 Stunden eine Therapieänderung, um einen Medikationsfehler zu korrigieren. Die meisten Fehler wurden im direkten Gespräch mit medizinischem Personal entdeckt, nur etwa ein Drittel während der aktengestützten Medikationsanalyse. Ein effizienter Einsatz von Apothekern in der Notaufnahme bedeutet daher zumindest hinsichtlich der Fehlervermeidung, dass sie nicht nur Medikationsanalysen durchführen, sondern für das weitere Personal leicht erreichbar sein und in Therapieentscheidungen von Beginn an eingebunden werden sollten.

Quelle

AE Patanwala et al.: A Prospective, Multicenter Study of Pharmacist Activities Resulting in  Medication Error Interception in the Emergency Department. Ann Em Med 2012; 59(5): 369-373

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