Biologicals bei Psoriasis: kein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen

Infektionen sind der Hauptgrund, weshalb eine systemische Psoriasis-Therapie mit einem Biological abgesetzt wird [1]. Wenn der Wechsel von einem Non-Biological (Methotrexat, Acitretin, Ciclosporin, Fumarsäureester) auf ein Biological (Adalimumab, Secukinumab, Etanercept, Infliximab, Ustekinumab, Ixekizumab) in Erwägung gezogen wird, steht daher die Frage im Raum, ob das Infektionsrisiko unter Biologicals generell höher ist als unter Non-Biologicals.

Die Studiendaten sind bislang widersprüchlich und haben nur begrenzte externe Validität. Darum ist die aktuelle Auswertung von Daten des British Association of Dermatologists Biologic Interventions Register (BADBIR) so interessant – sie beruht auf Daten von „Real-World“-Patienten. Hier konnte kein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen unter Biologicals nachgewiesen werden, auch nicht, wenn sie in Kombination mit Immunsuppressiva gegeben wurden. Auch im Vergleich mit Methotrexat, dem am häufigsten verordneten Non-Biological, war das Infektionsrisiko der Biologicals nicht erhöht. Ebensowenig traten spezifische Infektionsarten unter Biologicals häufiger auf [2].

In der Auswertung wurden allerdings nur Adalimumab,Eetanercept und Ustekinumab berücksichtigt – Secukinumab und Ixekizumab sind noch zu neu, Infliximab kam zu selten in den Verordnungen vor, insofern reichte die Power für eine Auswertung nicht aus [2].

Die Autoren bezeichnen das prospektive Kohorten-Design, die große Fallzahl, die komplett Industrie-unabhängige Datenauswertung und die Beteiligung von über 150 dermatologischen Zentren in Großbritannien und Irland als Stärken ihrer Analyse.

Fazit der Autoren:

Bei einem Wechsel von einem Non-Biological auf ein Biological in der systemischen Psoriasis-Therapie muss kein höheres Risiko für eine schwere Infektion befürchtet werden. Heilberufler sollten bei Psoriasispatienten mit nicht-biologischer und mit biologischer Systemtherapie hinsichtlich des Eintretens von Infektionen gleichermaßen wachsam sein. Das gilt sowohl für den einzelnen Patienten als auch für die Meldung dieser unerwünschten Wirkung im Pharmakovigilanzsystem.

Quellen:

[1] Warren RB et al.: Differential Drug Survival of Biologic Therapies for the Treatment of Psoriasis: A Prospective Observational Cohort Study from the British Association of Dermatologists Biologic Interventions Register (BADBIR). J Invest Dermatol 2015; 135(11):2632-2640

[2] Yiu ZZN et al.: Risk of Serious Infection in Patients with Psoriasis Receiving Biologic Therapies: A Prospective Cohort Study from the British Association of Dermatologists Biologic Interventions Register (BADBIR). J Invest Dermatol. 2018; 138(3): 534–541

Leitlinien:

S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. Update 2017

British Association of Dermatologists guideline for biologic therapies in psoriasis 2017

Bildnachweis: © sines / Fotolia.com

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