COPD: Duale Bronchodilatation

Analyse LupeDie FLAME-Studie zeigt: Die doppelt bronchodilatierende Kombination aus langwirksamem Beta-2-Mimetikum (LABA) und langwirksamem Anticholinergikum (LAMA) ist der Kombination aus LABA und inhalativem Kortikosteroid (ICS) überlegen [1].

Ergebnisse

In der Studie wurden 3362 Patienten mit schwerer COPD und mindestens einer Exazerbation in den vorausgegangenen 12 Monaten über 52 Wochen entweder nach dem aktuellen Leitlinienstandard [2] mit Salmeterol und Fluticason (LABA + ICS) oder mit Indacaterol und Glycopyrronium (LABA + LAMA) behandelt. In der LABA+LAMA-Gruppe traten weitere Exazerbationen signifikant seltener und später auf als in der LABA+ICS-Gruppe.

Unerwünschte Wirkungen und Todesfälle waren in beiden Gruppen gleich häufig. In der LABA+ICS-Gruppe kam es häufiger zu Pneumonien. Hinsichtlich FEV1, Lebensqualität und Gebrauch der Anfallsmedikation ging es den Patienten in der LABA+LAMA-Gruppe besser.

Studiendesign

Das Studiendesign war multizentrisch, prospektiv, parallel, randomisiert, doppelblind, kontrolliert und auf den Nachweis der Nicht-Unterlegenheit ausgerichtet. Als Bereich für den Nachweis der Nicht-Unterlegenheit wurden 15% festgelegt, basierend auf früheren Daten. Die Ausgangsmerkmale in beiden Gruppen waren nicht unterschiedlich. Die Auswertung der Exazerbationhäufigkeit erfolgte „per-protocol“, die Auswertung aller anderen Endpunkte in einer „modifizierten intention-to-treat“-Analyse. Sponsor war der Hersteller des LABA+LAMA-Kombipräparates. der die Studie und ihre Analysen finanziert, das Studienmonitoring durchgeführt, die allgemeine Aufsicht geführt, die Ergebnisse überprüft hat und ansonsten keine weitere Rolle in der Studie spielte.

LABA und LAMA:

Auf dem Markt sind die 12h wirksamen LABA Formoterol und Salmeterol sowie die 24h wirksamen LABA Indacaterol und Olodaterol zur Verfügung, die sich nach aktueller Bewertung in ihrem klinischen Nutzen nicht unterscheiden. Bei den LAMA kann zwischen dem 12h wirksamen Aclidiniumbromidund den 24h wirksamen Stoffen Umeclidinium-, Tiotropium- sowie Glycopyrroniumbromid. Tiotropium hat die beste Evidenz. In Fixkombinationen gibt es Indacaterol / Glycopyrronium, Umeclidinium / Vilanterol, Aclidiniumbromid / Formoterol und Tiotropium / Olodaterol [3].

Quellen:

[1] JA Wedzicha et al.: Indacaterol–Glycopyrronium versus Salmeterol–Fluticasone for COPD. N Engl J Med. 2016; 374(23):2222-34

[2] Global Strategy for Diagnosis, Management, and Prevention of COPD – 2016.

[3] Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Update COPD-Therapie, Arzneiverordnung in der Praxis, Ausgabe 2, April 2016.

Bild: © fotomek / Fotolia.com

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