unser Anspruch

Welchen Anforderungen müssen Fortbildungen für Apothekerinnen und Apotheker in patientenorientierter Pharmazie gerecht werden?

Unser Seminar-Konzept beruht auf folgenden Überzeugungen (untermauert durch den aktuellen Stand der Diskussion und wissenschaftlichen Erkenntnis)

Patientenorientierte Pharmazie braucht Kompetenz für komplexe Entscheidungen.

also:Fortbildungskonzepte müssen auf Kompetenz- statt auf reine Wissensvermittlung ausgerichtet sein. Lernziele, Methoden und Lernerfolgskontrollen sind darauf abzustimmen. 1 – 6

 

Um umfangreiche Kompetenz zu erreichen,  braucht es  Zeit und Gelegenheit für Anwendung und kritisches Hinterfragen.also:Kompetenzorientierte Fortbildungskonzepte müssen als Lernprozess über einen angemessenen Zeitraum angelegt sein. 3 – 5, 7

 

Apotheker brauchen begründetes Vertrauen, dass ihre individuell erworbene Kompetenz ihnen verantwortungsvolles Handeln ermöglicht.

also:Fortbildungskonzepte müssen  Maßnahmen für eine realistische Einschätzung der individuell erworbenen Kompetenz beinhalten,  z. B. aktives Erarbeiten,  Lernerfolgskontrollen, individuelles Feedback, Anleitung zur Selbstreflexion. 3 – 5, 7, 9

 

Lernen ist nur dann nachhaltig, wenn sich die Bedeutung des Gelernten im Berufsalltag zeigt und Gelerntes angewendet werden kann.also:Fortbildungs-Maßnahmen brauchen eine konzeptionelle Verzahnung mit der individuellen Arbeitspraxis. 2 – 6, 8

 

Arbeitszeiten und andere Verpflichtungen erschweren die Teilnahme an zeitlich und räumlich fixierten FB-Maßnahmen für einen Großteil der Zielgruppe. So können inhaltlich geeignete Maßnahmen oftmals nicht wahrgenommen werden.

also:Berufsbegleitende Fortbildungskonzepte mit zeitlicher und räumlicher Flexibilität müssen einen angemessen Anteil am Gesamtangebot der Fortbildungen haben.

 

Flexibel angelegte Lernprozesse werden schnell von den Verpflichtungen des  Alltags überlagert.also: In flexible Fortbildungskonzepte müssen Elemente der Motivation und organisatorischen Unterstützung eingebunden sein. 7, 9

 

Therapieentscheidungen müssen frei von Interessenkonflikten sein.also:Fortbildungs-Maßnahmen, die auf Therapieentscheidungen vorbereiten, müssen frei von Interessenkonflikten sein. 10,11

Literatur

zur Gestaltung von Lehr- bzw. Lernprozessen: Titel 1.- 9.
Fokus Bildungsprozesse im Gesundheitswesen: Titel 10. und 11.

  1. Bethscheider, M., Höhns, G., Münchhausen, G. (Hg.) (2011): Kompetenzorientierung in der beruflichen Bildung, (Berichte zur beruflichen Bildung, (Schriftenreihe / Bundesinstitut für Berufsbildung)
  2. Bretschneider, M. (2006): Kompetenzentwicklung aus der Perspektive der Weiterbildung, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, URL: http://www.die-bonn.de/doks/bretschneider0601.pdf, online veröffentlicht am: 29.05.2007
  3. Erpenbeck, J. (2010): Wie begleite ich berufliche Kompetenzentwicklung? In: Praxisleitfaden Lernbegleitung. Berufliche Weiterbildung: Lernprozesse gemeinsam gestalten. (Hg.: Büchele, U.), S. 10-14
  4. Euler, D. (2010): Didaktische Herausforderungen zwischen Programmatik und Implementierung, Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik,106, 321-331
  5. Schuchmann, D. und Seufert, S., in Euler, D. (Hg.) (2013) Kompetenzentwicklung in unterschiedlichen Lernkulturen, S. 421-442
  6. Schüßler, I. (2007): Nachhaltigkeit in der Weiterbildung – Einblick in Ergebnisse einer Untersuchung zum nachhaltigen Lernen Erwachsener. In: Forneck, H., Wiesner, G., Zeuner, C. (Hg.): Empirische Forschung und Theoriebildung in der Erwachsenenbildung. Dokumentation der Jahrestagung der Sektion Erwachsenenbildung der DGfE 2006, S. 89-102
  7. Siebert, H. (2009): Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung, Didaktik aus konstruktivistischer Sicht.
  8. Schaper, N., Kauffeld, S. (Hg.) (2008): Zeitschrift für Personalpsychologie, Themenheft: Lerntransfer und Kompetenzentwicklung, H. 2/2008
  9. Siebert, H.  (2010) Methoden für die Bildungsarbeit. Leitfaden für aktivierendes Lehren. 4. aktualisierte und überarb. Aufl.
  10. Moynihan, R. (2008) Doctor‘s Education – The Invisible Influence. BMJ 336, 416-417
  11. Schneider, N., Egidi , G., Jonitz, G. (2011) Interessenkonflikte in der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung und Vorschläge zu deren Minimierung. In: Lieb, K., Klemperer, D., Ludwig, W.D. (Hg.) Interessenkonflikte in der Medizin – Hintergründe und Lösungsmöglichkeiten. Springer-Verlag Berlin 2011, S. 205-220