Stoffwechselstörungen bei übergewichtigen Kindern

Äußerlich gesund – Prävention nötig

Eine kürzlich veröffentlichte Studie [1] untersuchte 151 gesunde Kinder im Alter von 5 bis 8 Jahren. Zwei Drittel davon waren übergewichtig. Übergewicht war definiert als ein BMI ≥ 90. Perzentil

Das wäre z.B. ein fünfjähriges Kind mit einem BMI über 17,6, ein achtjähriger Junge mit einem BMI über 19,6 oder ein achtjähriges Mädchen mit einem BMI über 19,4. Bei Kindern wird der BMI wie bei Erwachsenen als Quotient aus Körpergewicht und dem Quadrat der Körperlänge berechnet [2].

Unter den übergewichtigen Kindern hatten 73%, unter den normalgewichtigen nur 16% mindestens eine Stoffwechselstörung, z.B. Hypertonie oder Insulinresistenz. Auch im Fettgewebe gebildete Entzündungsmarker waren in den übergewichtigen Kindern erhöht. Dazu gehörten Plasminogenaktivator-Inhibitor-1, ein Protein, das die fibrinolytische Aktivität vermindert bzw. das Thromboembolierisiko erhöht, und Leptin, ein Hormon, das über eine Stimulierung des Sympathikus eine Hypertonie begünstigt.

Zwischen den pathologischen Stoffwechselveränderungen bei übergewichtigen Mädchen und Jungen gibt es Unterschiede:

  • Bei den Mädchen zeigte sich die Korrelation zwischen Übergewicht und Stoffwechselstörung bereits ab einem BMI jenseits des 80., bei den Jungen erst jenseits des 95. Perzentils.
  • Während bei den untersuchten Jungen die LDL-Cholesterolspiegel gegenüber den normalgewichtigen Jungen signifikant erhöht waren, waren bei den Mädchen die HDL-Cholesterolspiegel signifikant niedriger.
  • Der erhöhte BMI war nur bei den Jungen mit höheren Glucosespiegeln im Glucose-Toleranztest verbunden (insulinresistent waren aber beide Geschlechter bei Übergewicht).
  • Zur (Prä-)Hypertonie neigten eher die Jungen.

Die Autoren der Studie empfehlen, Kinder mit Tendenz zu Übergewicht regelmäßig vom Kinderarzt auf Stoffwechselstörungen untersuchen zu lassen.

Als beeinflussbare Ursachen gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Bewegungsmangel und zu süße und fettreiche Ernhärung an: Wer zusätzlich zu den „Sitzzeiten“ in der Schule mehr als 2h pro Tag sitzend verbringt, ist nachweislich gefährdet, vor allem, wenn nebenher viel, unregelmäßig und ungesund gegessen wird [3].

Auch in Apotheken sollten die ärztliche Kontrolle, gesunde Ernährung und körperliche Bewegung unterstützt werden.

Quellen:

[1] Maier, I. B. et al. Differences in the prevalence of metabolic disorders between  prepubertal boys and girls from 5 to 8 years of age. Acta Paediatrica 2014; online 24. Januar 2014; DOI: 10.1111/apa.12546

[2] Referenzperzentile für anthropometrische Maßzahlen und Blutdruck aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS). 2. Auflage 2013, frei zugänglich.

[3] BzgA: Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen, 2011. Freier Download in verschiedenen Sprachen über http://www.bzga-kinderuebergewicht.de/adipo_mtp/medien/broschueren.htm