Patienten mit Schlaganfall-Risiko erkennen

Antikoagulation: weniger Thromboembolien, mehr Blutungen

Um zu entscheiden, welche Patienten mit Vorhofflimmern unter dem Strich von einer Antikoagulation profitieren, hat sich der CHADS2-Score etabliert. Er summiert die bei einem Patienten vorliegenden Risikofaktoren für Schlaganfall.

Seit der Etablierung haben sich jedoch neue Risikofaktoren ergeben, so dass eine Weiterentwicklung zum CHA2DS2-VASc vorgeschlagen wurde. Eine aktuelle Studie hat nun gezeigt, dass das weiterentwickelte Verfahren das Risiko von Patienten mit Vorhofflimmern besser beschreibt [1, 2].

Die folgenden Risikofaktoren sind beim CHA2DS2-VASc zu berücksichtigen:

  • Herzinsuffizienz (1 Punkt)
  • Bluthochdruck (1 Punkt)
  • Alter: ab 65 1 Punkt, ab 75 2 Punkte
  • Diabetes (1 Punkt)
  • früherer Schlaganfall bzw. TIA oder Thromboembolie (2 Punkte)
  • weibliches Geschlecht (1 Punkt)
  • Gefäßkrankheit (1 Punkt)

Indikatorarzneimittel für Vorhofflimmern sind v.a. Sotalol, Flecainid, Propafenon, Amiodaron und Dronedaron. Bei Patienten, die diese Wirkstoffe verordnet bekommen, sollte nach den o.g. Risikofaktoren gefragt werden. Bereits bei einem Score von 1 (also dem Vorliegen eines einzigen Risikofaktors – das ist bei Frauen sowie Patienten über 65 bereits ohne weitere Erkrankungen gegeben) sollte der Patient danach gefragt werden, ob er eine gerinnungshemmende Therapie bekommt. Wenn nicht, sollte diese Frage mit dem Arzt besprochen werden.

[1] ESC Pressekonferenz „Heart and Stroke“, 31.08.2013

[2] A Geth et al.: Stroke events in patients with CHADS2 scores 0 and 1 in a contemporary population of patients with atrial fibrillation: results from the German AFNET registry. Abstract # 4381 ESC, Amsterdam 2013