Unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Aufnahmemedikation

Medikation unter die Lupe nehmen (2)Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Krankenhaus bedeuten neben der Beeinträchtigung des Patienten auch zusätzliche diagnostische und therapeutische Maßnahmen, Komplikationen und verlängerte Verweilzeiten [1]. Ihre Vermeidung ist also aus medizinisch-ethischen wie ökonomischen Gründen erstrebenswert.

Welche Wirkstoffgruppen am häufigsten zu unerwünschten Wirkungen führen, hängt sowohl von der Verordnungshäufigkeit als auch von ihren pharmakologischen Eigenschaften ab [2]. Aber auch die Konstitution der Patienten und ihre Empfindlichkeit für unerwünschte Wirkungen spielt eine Rolle, wie die folgende Tabelle der Top5 der UAW-Auslöser in Abhängigkeit vom Patientenalter zeigt:

Rang Patienten unter 65 Jahre Patienten über 65 Jahre
1 Antibiotika Antibiotika
2 Laxanzien Corticosteriode
3 Lipidsenker Antikonvulsiva
4 Antikonvulsiva Laxanzien
5 Corticosteriode NSAIDs

Bei älteren Patienten erreichen unerwünschte Wirkungen zudem häufiger einen höheren Schweregrad. So waren bei Patienten über 65 in der genannten Studie 46% der durch kardiovaskulär wirkende Arzneimittel ausgelösten unerwünschten Wirkungen lebensbedrohlich oder tödlich, während bei jüngeren Patienten nur in 25% der Fälle diese Schweregrad erreicht wurde.

Diese Ergebnisse wurden im Rahmen der JADE-Studie [2] an knapp 3500 Erwachsenen erhoben, die bei ihrer Aufnahme ins Krankenhaus über 14.400 Verordnungen erhielten (im Mittel vier pro Kopf).

Fazit

Die Verordnung der genannten Arzneimittel ist nicht immer zu vermeiden, aber wenn sie verordnet werden, sollten die Patienten engmaschig hinsichtlich der Symptome potenzieller unerwünschter Wirkungen beobachtet werden, damit rechtzeitig und richtig reagiert werden kann.

Quelle

[1] LM Khan: Comparative epidemiology of hospital-acquired adverse drug reactions in adults and children and their impact on cost and hospital stay–a systematic review. Eur J Clin Pharmacol. 2013 Dec;69(12):1985-96

[2] Sakuma et al.: Frequency and Severity of Adverse Drug Events by Medication Classes: The JADE Study. J Patient Saf. 2015 Aug 13