Innovationen und Qualität der Versorgung

Innovationen und Qualität der Versorgung

Die Beurteilung von Innovationen im Arzneimittelmarkt ist immer wieder ein spannendes Thema. Neue Arzneimittel müssen aufgrund des AMNOG eine frühe Nutzenbewertung durch das IQWiG durchlaufen. Auf diese Weise erhofft man bereits frühzeitig Zusatznutzen herauszufiltern und Kosten für Me-Too-Präparate von Anfang an niedrig zu halten. Abgeschlossene Projekte und ihre Berichte sind auf der IQWiG-Website unter „Projekte & Ergebnisse“ zu finden.

Orphan Drugs, also Arzneimittel für Erkrankungen die maximal 5 von 10.000 Personen betreffen, lebensbedrohlich sind oder eine chronische Einschränkung verursachen und aktuell nicht hinreichend therapiert werden können, sind von der frühen Nutzenbewertung ausgenommen.

Erst nach einigen Jahren lassen sich solche Bewertungen durchführen. So zeigt sich, dass allein bei Arzneimitteln mit Antikörpern, die in den vergangenen zehn Jahren zugelassen wurden, bei bereits 30 Prozent regulatorische Folgen zu beobachten waren. Im Sinne der AMTS wäre deshalb eine Spätbewertung des Nutzens nach drei Jahren bei diesen Präparaten sinnvoll.

Innovationen lassen sich auch unter dem Blickwinkel der Versorgungsforschung beurteilen:

  • kommen die neuen Arzneimittel in der stationären und in der ambulanten Versorgung zum Tragen?
  • welche Kosten verursachen sie im Vergleich zu bestehenden Therapien?
  • verbessern sie die Qualität der Patientenversorgung?

Dazu hat die Techniker Krankenkasse zusammen mit dem Zentrum für Sozialpolitik in Bremen einen interessanten Innovationsreport herausgegeben, der sich mit Neuzulassungen vor der Nutzenbewertung durch das IQWiG beschäftigt.

Methodik: Der Bericht vom Mai 2013 beruht auf kontrollierten und / oder versorgungsrelevanten Studien für Wirkstoffe, die im Jahr 2010 zugelassen wurden. Die Bewertung umfasste die Verfügbarkeit bestehender medikamentöser Therapien, den patientenorientierten (Zusatz‐)Nutzen und die Kosten des neuen im Vergleich zu bisher verfügbaren Arzneimitteln.

Auch wenn der langfristige Nutzen in diesem Bericht noch nicht abschließend beurteilbar gewesen sein dürfte, enthält er eine Fülle von pharmakoökonomischen Daten zu 23 Wirkstoffen, z.B. eine übersichtliche vergleichende Beurteilung der drei o.g. Punkte, die Entwicklung der Verordnungszahlen, eine Charakterisierung der Patienten, die den betreffenden Wirkstoff verordnet bekamen und Hintergrundinformationen zu Pharmakologie, Berücksichtigung in Leitlinien und Therapiekosten.

 

Von Dr. Constanze Schäfer, Düsseldorf – Campus Pharmazie sagt herzlichen Dank!

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