Machbar! Erfahrungen einer berufstätigen Teilnehmerin mit Kleinkindern

Fotolia_23295744_S_ausschnittNach einem Erfahrungsbericht einer Offizin-Apothekerin aus Wien und einer Krankenhausapothekerin aus Hannover setzen wir heute die Reihe mit einem weiteren Interview fort:

Frau Boyks ist Apothekerin in einer Offizin-Apotheke in Süddeutschland und Mutter zweier Kleinkinder. Sie berichtet von ihren Erfahrungen in dem Seminar „Interpretation von Laborparametern„:

 

Herzlichen Glückwunsch, Frau Boyks, zum erfolgreichen Abschluss des Seminars „Interpretation von Laborparametern.Prof. Dr. Dorothee Dartsch

Sie haben zum ersten Mal ein moderiertes online-Seminar besucht: Was war für Sie das Besondere an diesem Format?

Die freie Zeiteinteilung und das zeitnahe, aktive Feedback einer Professorin, die man alles fragen konnte.

 

Wie konnten Sie mit zwei kleinen Kindern (4 und 2 Jahre) und Teilzeitarbeit in der öffentlichen Apotheke auch noch erfolgreich diese Fortbildung absolvieren?

An den Tagen, an denen ich nicht gearbeitet habe, konnte ich mich gut in das Seminar einbringen. Da im Voraus jeder angegeben hat, wann er Zeit hat und wann nicht, war das gut zu koordinieren.

 

Gab es so etwas wie einen typischen Tages- oder Wochenablauf – oder wann und wie haben Sie gelernt?

Studienmaterial Bsp.Ich habe mir das Skript ausgedruckt, überallhin mitgenommen und immer wieder zwischendurch gelesen. Wenn die Kinder im Kindergarten oder abends im Bett waren, war die Arbeit am effektivsten. Da meine Kinder zum Glück keine Frühaufsteher sind, konnte ich am Wochenende abends länger am Computer sitzen und die Seminarplattform besuchen.

 

Können Sie Müttern in ähnlichen Situationen einen Tipp geben, wie sie von moderierten online-Seminaren dieser Art am meisten profitieren?
mutter_kinder_clipartWer einen strukturierten Alltag hat, und weiß, wann er mal „Leerlauf“ hat (z.B. abends fernsehen), kann das Seminar problemlos in den Tagesablauf integrieren.

Am effektivsten kann man arbeiten, wenn die Kinder schlafen oder im Kindergarten sind.Der riesengroße Vorteil ist, dass man sich die Zeit selber einteilen kann, keinen Babysitter braucht und keine Zeit mit Autofahren zu einem Veranstaltungsort verliert.

 

Sie haben 2007 Ihr 2. Staatsexamen abgelegt. Klinische Pharmazie war also bereits Bestandteil Ihres Studiums – haben Sie da noch Neues aus dem Seminar mitnehmen können?
Vieles war schon bekannt, das stimmt, aber vieles hat man auch wieder vergessen oder nicht so intensiv durchgenommen, so dass das Seminar eine gute Auffrischung und Vertiefung war. Die Berechnung der Nierenfunktion mit den verschiedenen Formeln haben wir so nicht durchgenommen (wir arbeiteten nur mit Cockcroft & Gault), an eine Abschätzung der Leberfunktion kann ich mich auch nicht erinnern. Da ich von manchem schon mal gehört hatte, war der Lerneffekt größer, da ich nicht alles komplett lernen musste.

 

An der Uni Würzburg haben Sie sich auch in der Lehre engagiert, vielleicht öffnet das eine zusätzliche Perspektive auf das Seminarkonzept der Campus Pharmazie-Seminare: Wie haben Sie das Zusammenspiel der angebotenen Seminar-Aktivitäten wahrgenommen?

Ich fand es gut, dass man verschiedene Aufgaben bearbeiten musste. Die Erarbeitung des Skriptes und der MC-Test brachten mich fachlich am meisten weiter, bei den Foren und der Teamaufgabe musste man aufpassen, dass man sich selber Gedanken macht, ansonsten ist schnell alles „Einfache“ (= schon im Skript erklärte) wiederholt, man liest es nur nochmal und es bleibt nicht so gut hängen. Der fachliche Austausch ist bei Teilnehmern, die in ähnlichen Institutionen arbeiten und in die Materie eingearbeitet sind, sehr hilfreich.

 

Wie würden Sie die folgenden Sätze aus Ihrer individuellen Wahrnehmung fortführen?

Die engmaschige Moderation und Teilnehmerbetreuung im Seminar war…
…sehr hilfreich. Man fühlte sich nicht allein gelassen und erfuhr sehr bald, ob man in die richtige Richtung arbeitet.

Der Austausch mit der Gesamtgruppe in den Foren bedeutete für mich…
…einen Austausch basierend auf ganz unterschiedlichen Berufserfahrungen.

Im Team mit anderen Kollegen/innen ein komplexes Fallbeispiel zu lösen, war…
…sehr spannend und zeigte die Herangehensweise anderer an Problemstellungen.

In die Praxis nehme ich aus dem Seminar mit…
…dass Laborwertveränderungen viele unterschiedliche Ursachen haben können, und ich weiß, wo ich mir als erstes Anregungen für weitere Recherchen holen kann (im Skript!)

Das Besondere dieses Seminars war für mich…
…, dass ich seit der Studienzeit endlich wieder was lernen konnte! (Ich war gerne an der Uni.)

 

Und zum Abschluss: Was können Sie einer interessierten Kollegin / einem interessierten Kollegen als Entscheidungshilfe mitgeben, wenn sie / er überlegt, an einem solchen Seminar teilzunehmen?

Wer kann, sollte auf jeden Fall teilnehmen. Ein solches Seminar vermittelt und vertieft Wissen auf einem speziellen Teilgebiet der Pharmazie, das gerade bei den älteren Apothekern, die keine klinische Pharmazie an der Uni hatten, in der Lehre zu kurz kam oder gar nicht behandelt wurde. Für alle anderen ist es eine gute Auffrischung und Vertiefung.

 

Herzlichen Dank für das Interview, Frau Boyks!

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