Newsletter Nr. 11/2013

Campus-Tag bei der AkWL in Münster 20.11.2013

Campus-Tag in Münster: Als Auftakt unserer Netzwerkpartnerschaft mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe informierten sich am 20.11.13 knapp 20 Apothekerinnen und Apotheker beim Campus-Tag in Münster über das Seminarangebot. Die Teilnehmer erlebten – mit Blick auf den sonnigen Aasee – wie fachlicher Austausch auf einer Lernplattform funktioniert. Lesen Sie mehr zu den Fragen und Eindrücken der Campus-Tag-Besucher hier. Die ersten Seminaranmeldungen sind bereits eingegangen. Nächster Campus-Tag in Münster: 01.02.2014 – Anmeldung direkt über die AkWL.

Adexa - die Apothekengewerkschaft

ADEXA neues Mitglied im CaP-Fortbildungs-Netzwerk: Die Apothekengewerkschaft ADEXA hat unser Seminarangebot getestet und schließt sich unserem Netzwerk als Partner an. Wir begrüßen alle ADEXA-Mitglieder herzlich.

 

Neues RKI-Themenheft Gastritis und gastro­intestinale Ulzera: Ein Fünftel der Deutschen leidet einmal oder mehrfach im Leben unter Gastritis, 7% unter gastrointestinalen Ulcera. Kenntnisse zu Ursachen und Therapie sind wichtig für die Beratung dieser Patienten. Das 55. Themenheft des RKI enthält Angaben hierzu und kann kostenlos als pdf heruntergeladen werden.

 

Paradigmenwechsel in der neuen Leitlinie zur Cholesterolsenkung: Das American College of Cardiology und die American Heart Association haben eine neue Leitlinie zur Cholesterolsenkung veröffentlicht, die von dem bisherigen Prinzip abweicht, die Therapie zu intensivieren bis Cholesterol-Zielwerte erreicht sind und statt dessen festgelegte Therapieschemata empfiehlt. Lesen Sie dazu mehr hier.

 

Infliximab gibt es zukünftig auch als Biosimilar: Die EMA hat es bereits zugelassen, aber noch gilt in Deutschland der Patentschutz. Die zugrundeliegende Studie, die das biosimilare mit dem originalen Infliximab verglichen hat, ist die PLANETRA-Studie. Lesen Sie mehr dazu auf hier.

 

Case Training: Vom 14. bis 20. November setzten sich 13 Apothekerinnen und Apotheker mit drei spannenden Fällen auseinander. Sie diskutierten verschiedenste Aspekte der Frage „Wie sollte die Therapie verändert werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen?“. Dabei ging es um Interaktionen, Dosierungen, Organfunktionen, unerwünschte Wirkungen, Kontraindikationen und Leitlinienempfehlungen. Eine Offizin-Apothekerin beschreibt ihre Erfahrung folgendermaßen:

„Ich war überrascht von der Intensität dieser Art von Fortbildung. Unsere Moderatorin brachte die Diskussion auf den Punkt und zeigte uns, dass es in der Analyse darauf ankommt, die richtigen Fragen zu stellen. Diese konstruktiv-kritische Herangehensweise an die Fälle hat mich sehr beeindruckt. Um wirklich zu profitieren, muss man sich einbringen, mit diskutieren, selbst recherchieren und dabei bleiben. Dann ist der Erkenntnisgewinn deutlich höher als bei „normalen“ Vor-Ort-Seminaren.“

Das nächste Case-Training findet mit neuen Fällen vom 23.-29. Januar 2014 statt. Anmeldung hier.

 

Seminare um den Jahreswechsel: Besondere Patientengruppen prägen die Seminare um den Jahreswechsel – aktuell geht das Thema „Besondere Altersgruppen“ zu Ende, im nächsten Jahr geht es am 16.01. mit den „Patienten mit Eliminationsstörungen“ (d.h. Nieren-und Leberinsuffizienz) los. Anmeldungen werden noch angenommen.

Angenehme Adventszeit!

Wir wünschen Ihnen eine schöne Vor- und Weihnachtszeit.
Kommen Sie gut ins neue Jahr!

 Prof. Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Paradigmenwechsel in der neuen Leitlinie zur Cholesterolsenkung

‚Treat to target‘ oder ‚fire and forget‘?

Die  ‚2013 ACC/AHA Guideline on the Treatment of Blood Cholesterol to Reduce Atherosclerotic Cardiovascular Risk (ASCVR) in Adults‚ [1] enthält folgende wesentliche Neuerungen:

  • In Ermangelung solider Evidenz für den Nutzen einer strikten Einhaltung definierter Cholesterolspiegel teilt die LL-Kommission Risikopatienten in vier Gruppen ein und empfiehlt die intensive oder moderate Statintherapie je nach Gruppe und Primär- bzw. Sekundärprävention. Richtschnur hierfür ist, welche Patienten von der intensiven oder moderaten Statin-Variation wahrscheinlich am meisten profitieren.
  • Damit wird dem ‚fire and forget‘-Prinzip der Vorzug gegenüber dem ‚treat to target‘-Prinzip gegeben, das bislang empfohlen wurde und eine schrittweise Intensivierung der Therapie bis zum Erreichen festgelegter Cholesterolspiegel vorsieht.
  • Andere Lipidsenker werden nur in seltenen Ausnahmefällen empfohlen, da ihr Nutzen-Risiko-Verhältnis weitaus schlechter ist als das der Statine. Die Addition von Nicht-Statin-Lipidsenkern zu Statinen bringt vermutlich nur Zuwachs beim Risiko, nicht beim Nutzen und wird daher nicht empfohlen.

Der folgende Algorithmus (aus der LL übersetzt) soll die Entscheidung illustrieren:

stone_2013-algorithm-DE

Abkürzungen: ASCVD: arteriosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung, IS: intensive Statintherapie, MS: moderate Statintherapie. (Die Senkung des LDL-C durch die IS und MS ist als Indikator für Ansprechen und Adhärenz zu verstehen, nicht als Therapieziel.)

Rechner für das 10-Jahres-ASCVD-Risiko sind zu finden unter http://my.americanheart.org/cvriskcalculator und http://www.cardiosource.org/Science-And-Quality/Practice-Guidelines-and-Quality-Standards/2013-Prevention-Guideline-Tools.aspx (seit Feb 2019 nicht mehr verfügbar)

Typischerweise sind die folgenden Therapieschemata den verschiedenen Intensitäten zuzuordnen (individuell abweichendes Ansprechen nicht ausgeschlossen):

  • Intensive Statintherapie: Atorvastatin (40) 80 mg/d, Rosuvastatin 20 (40) mg/d
  • Moderate Statintherapie: Atorvastatin 10 (20) mg/d, Rosuvastatin (5) 10 mg/d, Simvastatin 20–40 mg/d, Pravastatin 40 (80) mg/d, Lovastatin 40 mg/d, Fluvastatin 80 mg/d, Pitavastatin 2-4 mg/d
  • Niedrigdosierte Statintherapie: Simvastatin 10 mg/d, Pravastatin 10–20 mg/d, Lovastatin 20 mg/d, Fluvastatin 20–40 mg/d, Pitavastatin 1 mg/d

Therapiemonitoring und -optimierung: Lipidprofil vor und 4-12 Wochen nach Therapiebeginn messen und vergleichen. Wenn die HDL-C-Reduktion zu gering ausfällt (angestrebte Reduktionen s. Grafik), Adhärenz überprüfen und ggf. Therapie intensivieren. Lipidprofil alle 3-12 Monate bestimmen.

AMTS:

  • Vor Therapiebeginn ALT bestimmen, unerklärliche Erhöhung > dreifacher oberer Normwert bedeuten ein erhöhtes Risiko für muskuläre Nebenwirkungen.
  • Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Muskelerkrankungen (ALT, familiäre oder eigene Anamnese, Alter >75) auch CK vorab bestimmen.
  • Bei schwerwiegenden Muskelschmerzen oder -schwäche Statin aussetzen, wg. Verdacht auf Rhabdomyolyse CK, Kreatinin und Myoglobin messen.
  • Bei milden bis moderaten Muskelbeschwerden Statin aussetzen bis die Symptome abgeklungen sind, dann wieder ansetzen. Falls sich die Muskelschmerzen wiederholen, niedrigere Dosis, anderes Statin oder therapeutische Alternative.
[1] NJ Stone et al.: 2013 ACC/AHA Guideline on the Treatment of Blood Cholesterol to Reduce Atherosclerotic Cardiovascular Risk in Adults: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Practice Guidelines. Circulation. 2013 Nov 12. [Epub ahead of print]