Newsletter Nr. 09/2013

Allen Newsletterlesern wünschen wir einen goldenen Herbst.

Fortbildungskalender 2014: Der Herbst läutet bei uns nicht das Jahresende ein, sondern das neue Jahr: Der neue Campus-Fortbildungskalender ist da. Hier zum Download als PDF für Sie.

Profitieren Sie von 20% Frühbucherrabatt bei Anmeldungen bis zum 31.10.2013.

Die Termine im Überblick finden Sie am Ende des Newsletters.

 

Optimale kardiovaskuläre Therapie bei Patienten über 85: Können Therapieempfehlungen, die auf Studien mit jüngeren Erwachsenen beruhen, auf Patienten jenseits der 80 angewandt werden? Für die Empfehlung, nach einem Herzinfarkt eine Kombination aus ASS, ACE-Hemmer / AT1-Blocker, Betablocker und Lipidsenker einzusetzen, scheint das zu gelten. Mehr Informationen hier.

 

„Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen“: In diesem Seminar betrachten wir die besonderen pharmazeutischen Herausforderungen bei der Therapie der Patientengruppen Kinder, Senioren und Schwangere sowie Stillende. Neben der Frage der Übertragbarkeit von Studienergebnissen aus anderen Patientengruppen (s.o.) sind hier eine Reihe von pharmakokinetischen, ‑dynamischen und funktionalen Unterschieden zu beachten, um eine sichere Arzneimitteltherapie zu gewährleisten. Nächster Lauf: 07.11.–04.12.13. Mehr Informationen hier.

 

Copeptin: ein neuer Herzinfarktparameter Gerade in kritischen Situationen wie dem Verdacht auf einen Herzinfarkt wünscht man sich einen sensitiven und spezifischen Laborparameter, der sofort messbar reagiert. Copeptin, ein Glykoprotein, könnte sich als ein solcher Parameter erweisen. Erste Studien wurden jüngst beim Kongress der Europäischen Kardiologen vorgestellt. Ein Kurzbericht dazu hier.

 

„Interpretation von Laborparametern: Dieses Seminar startet am kommenden Donnerstag mit Teilnehmenden aus öffentlichen und Krankenhausapotheken. Campus-Seminar-Erfahrene sowie „Neuzugänge“, Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind bereits dabei, sich miteinander und mit dem Seminarmaterial vertraut zu machen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch.

 

„Angewandte Pharmakokinetik“ erfolgreich abgeschlossen: Noch drei Tage bis zum inhaltlichen Abschluss des Seminars „Angewandte Pharmakokinetik„, aber schon jetzt ist klar, dass alle Teilnehmerinnen sich weit mehr als im Rahmen der Mindestanforderungen für das Zertifikat im Seminar engagiert haben. Noch eine letzte Systematisierung und Abrundung des wichtigen Grundlagenthemas, dann versenden wir mit Freuden eine neue Runde Zertifikate.

 

Neues Bulletin zur Arzneimittelsicherheit des BfArM erschienen: mit Informationen zu Methylphenidat, Masern- und HPV-Impfung und den ersten Erfahrungen zur Meldung von UAW-Verdachtsfällen durch Verbraucher.

 

Patienten mit Schlaganfallrisiko erkennen: Wenn Sie wissen möchten, an welchen Indikatorarzneimitteln Sie Patienten mit Vorhofflimmern erkennen und wie Sie deren Schlaganfallrisiko einschätzen können, finden Sie hier mehr Informationen dazu. Diese Informationen könnten Sie auch gleich im Online-Case Training (s.u.) anwenden.

 

Online-Case Training: Soll Frau R. mit Vorhofflimmern und KHK ein Statin einnehmen? Herr D. bekommt Furosemid, Quinapril und Metformin und fühlt sich akut unwohl – was ist da los? Kann Herr M., der unter Schlafstörungen, Depression und KHK leidet, mit einem Benzodiazepin behandelt werden?

 

Im Online-Case-Training eine Woche lang mit KollegInnen drei knifflige Fälle diskutieren und lösen: 14.-20.11.2013. Jetzt anmelden!

 

Mit herbstlichen, kollegialen Grüßen,

Prof. Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Der Campus Pharmazie-Fortbildungskalender 2014

„Arzneimitteltherapie bei Patienten bei Eliminationsstörungen“

16.01. – 12.02.2014

„Arzneimittelinteraktionen“

13.03. – 09.04.2014

„Angewandte Pharmakokinetik“

01.05. – 28.05.2014

„Unerwünschte Arzneimittelwirkungen“

01.05. – 28.05.2014

„Interpretation von Laborparametern“

04.09. – 01.10.2014

„Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation“

13.11. – 10.12.2014

„Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen“

13.11. – 10.12.2014

„Case Training“:  23. – 29.01.  |  03. – 09.04.  |  12. – 18.06.  |  18. – 24.09.2014

 

Copeptin als neuer Herzinfarktparameter?

Laborparameter und ihre Aussagekraft

Nur bei etwa 10% der Patienten, die mit Brustschmerzen in die Notaufnahme kommen, handelt es sich um einen akuten Angina pectoris-Anfall oder Herzinfarkt. Für 90% ist also – im Nachhinein – klar, dass der sehr hohe diagnostische Aufwand zum Nachweis oder Ausschluss dieser Ereignisse hätte gespart werden können.

Ein Laborparameter, der unmittelbar nach Einsetzen von Brustschmerzen, und zwar nur von infarktbedingten Brustschmerzen, deutlich messbar reagiert, wäre hilfreich, um diesen diagnostischen Aufwand zu vermeiden. Das wäre gut für Patienten (weniger psychische Belastung), Ärzte (weniger Arbeitsbelastung) und Gesundheitswesen (weniger Kosten). Der klassische kardiale Parameter Troponin braucht 1-2h, um auf auffällige Serumspiegel anzusteigen und erfüllt die erforderlichen Eigenschaften daher nicht ideal.

Allerdings müsste dieser Parameter sehr zuverlässig sein, wenn man die Entscheidung darauf begründet, weder weitergehende Diagnostik noch eine Therapie durchzuführen – der so genannte negative Vorhersagewert müsste an die 100% sein.

Nun wurde auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie eine randomisierte kontrollierte Studie vorgestellt, die die Eignung von Copeptin untersucht hat, eines Glykopeptids, das generell kardialen Stress anzeigt und bereits direkt mit Einsetzen der Schmerzen ansteigt [1]. In der Interventionsgruppe wurden Patienten nicht weiter untersucht, sondern „nur“ ambulant beobachtet, wenn ihr Serum-Copeptin nicht erhöht war. In der Kontrollgruppe erhielten die Patienten die empfohlene volle Diagnostik. In der Interventionsgruppe wurde bei über fünfmal so vielen Patienten auf die Diagnostik verzichtet wie in der Kontrollgruppe. Jedoch waren die kardialen Komplikationen nach 30 Tagen in beiden Gruppen gleich selten, so dass der Diagnostik-Verzicht medizinisch keinen Nachteil bedeutete.

Weitere Details dieser Studie sind unter http://congress365.escardio.org zu finden.

 

[1] M Möckel et al.: BIC-8: Instant early rule-out using cardiac troponin and copeptin in low- to intermediate-risk patients with suspected ACS: A prospective, randomized multicenter study. ESC Kongress 2013, Amsterdam