Newsletter Nr. 05/2015

autumn leaves on a laptop

 

Einfache Medikationsanalyse am Fallbeispiel: Die Expertin Dr. Kinet ist im Herbst-Urlaub. Auf sich allein gestellt, rätseln Apothekerin Rena Clear und PhiP Distrib Volum über einer Medikationsliste. Können Sie ihnen helfen? Viel Spaß beim Mitmachen!

 

Flüchtlingsversorgung – Hilfsmittel: Die medizinische Versorgung der zu uns flüchtenden Menschen ist eine Herausforderung. In unserem Blog stellen wir ein Webinar des Centrums für Reisemedizin für Ärzte vor, das auch für uns Apothekerinnen und Apotheker relevante Aspekte enthält. Außerdem sind wir auf fremdsprachige Anwendungshinweise gestoßen.

 

Seminare 2016 und Frühbucherrabatt: Zur Erinnerung, der Anfang Oktober angekündigte Frühbucherrabatt auf Seminarbuchungen für das nächste Jahr läuft am 31.10.15 aus. Jetzt schnell noch anmelden!

 

Calcium und Knochenbrüche: Frisch publiziert und bei uns zusammengefasst: Systematische Auswertung von Studien zur Beeinflussung des Frakturrisikos durch die Einnahme von Calcium.

 

Seminar „Besondere Altersgruppen“: Noch können wir Teilnehmer für das Seminar – das diesmal mit ärztlicher Co-Moderation stattfinden wird – aufnehmen. Das Seminar beschäftigt sich mit der medikamentösen Therapie von Kindern, Schwangeren und Senioren und kommt vom 5.11. bis 02.12.15 zu Ihnen ins Haus, wann immer Sie wollen.

 

Studie zur Krebstherapie in der Schwangerschaft: Einer Arzneimitteltherapie in der Schwangerschaft sollte eine gründliche Nutzen-Risiko-Abwägung vorausgegangen sein. Dies gilt umso mehr bei Therapien, die ein hohes Risiko beinhalten, wie z.B. die Tumorbehandlung. Eine aktuelle Studie geht der Frage des fetalen Risikos solcher Therapien nach und kommt zu dem Schluss, dass die pränatale Exposition weder die kognitive noch die kardiale noch die generelle Entwicklung des Kindes beeinträchtigt. Wir stellen Ihnen die Studie vor.

 

Myalgie unter Statinen: Praxisrelevante Hinweise zu Muskelbeschwerden unter Statinen, z.B. wann die Therapie gestoppt oder pausiert werden sollte, finden Sie ab sofort zusammengefasst auf unserer Website.

 

Adventskalender: Auch in diesem Jahr soll es auf umfangreiche Nachfrage hin wieder einen Adventskalender geben. Ihr persönliches Highlight zur patientenorientierten Pharmazie nehmen wir gern mit auf. Sie sind herzlich willkommen, uns Ihren Beitrag bis zum 20.11.15 zu mailen.

 

Kollegial grüßen durch die fallenden Blätter:

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Beeinflusst Calcium das Risiko für Knochenbrüche?

Medikation unter die Lupe nehmen (2)Immer mal wieder widmen sich Studien und systematische Auswertungen einer Überprüfung der Wirksamkeit von Therapien.

So geschehen auch in einer aktuellen Übersichtsarbeit [1], die der Frage nachgeht, ob die gezielte Aufnahme von Calcium (über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel, mit und ohne Vitamin D) bei Menschen über 50 Jahren das ohne weitere Maßnahmen bestehende Risiko für Knochenbrüche senkt. Dabei waren Studien mit Patienten, die außer Osteoporose gravierende chronische Erkrankungen hatten, ausgeschlossen, es ging also um weitgehend gesunde Menschen.

Die Autoren kommen zu den folgenden Ergebnissen:

In zwei randomisierten kontrollierten und 44 Kohortenstudien zum gezielten Konsum calciumreicher Nahrungsmittel zeigte sich insgesamt keine Assoziation mit der Häufigkeit von Knochenbrüchen. Ein solcher intensivierter Verzehr calciumreicher Lebensmittel hat demzufolge kein Wirkung.

In 26 randomisierten kontrollierten Studien zur Auswirkung von Calcium-Supplementen (mit und ohne Vitamin D, Calciumdosis mehrheitlich >1000mg/d) auf das Frakturrisiko wurde eine leichte Abnahme der Häufigkeit von Frakturen insgesamt sowie speziell von Wirbelsäulenfrakturen gefunden, während es keinen Einfluss auf Hüft- oder Armfrakturen gab. Die positive Wirkung auf das Frakturrisiko zeigte sich jedoch v.a. in Studien, deren Design nach Analyse der Autoren kaum Maßnahmen gegen Verzerrung (Bias) der Ergebnisse hatte, während solche Studien, die methodisch besser gegen Verzerrungen gewappnet waren, allenfalls per Trend einen geringfügigen Nutzen aufwiesen, die statistische Signifikanz fehlte jedoch.

Insgesamt muss dieser Studie nach der Nutzen einer Calcium-Substitution bei weitgehend gesunden älteren Menschen als allenfalls gering eingestuft werden.

Quellen

MJ Bolland et al.: Calcium intake and risk of fracture: systematic review. BMJ 2015;351:h4580

Newsletter Nr. 02/2013

Um welche Pflanze handelt es sich?

  1. Galanthus nivalis,
  2. Leucojum vernum,
  3. Narcissus pseudonarcissus,
  4. Convallaria majalis?
    zur Auflösung
Influenza beim Kind: Die FDA hat die Indikation von Oseltamivir auf den Altersbereich ab 2 Wochen erweitert. In Deutschland gilt nach wie vor die Zulassung ab einem Alter von 1 Jahr. Die FDA-Zulassung liefert aber auch uns eine adäquate Dosierung: Anders als bei Kindern über 1 Jahr, für die die Dosierung nach Gewichtskategorien erfolgt, sollen Kinder zwischen 2 Wochen und 1 Jahr zweimal täglich 3mg/kg Oseltamivir bekommen. Die Behandlungsdauer beträgt 5 Tage und darf nicht später als 2 Tage nach Symptomeintritt begonnen werden. Das Virustatikum ist nicht als Influenzaprophylaxe einzusetzen.
Arzneimitteltherapie für besondere Altersgruppen: Am 18.04.2013 startet das nächste Online-Seminar zu dieser Thematik. Dort geht es um die Besonderheiten der Therapie bei Kindern, Schwangeren und Senioren. Das sind neben den physiologischen und pharmakologischen auch funktionelle Unterschiede wie Zulassungssituation, optimale Applikationswege, Polypharmazie, Compliance u.a. Anmeldung bis 21.03.2013 nähere Information finden Sie hier.
Ist das eine Interaktion? Ein 69-jähriger Patient wird mit Übelkeit, Brechreiz, Magen-Darm-Krämpfen und Durchfall in die Klinik gebracht. Wegen eines Atemwegsinfekts hatte er seit 2 Tagen Cefalexin 3x tägl. 1000mg eingenommen. Die Arzneimittelanamnese ergibt nur Amlodipin (wg. vasospastischer Angina pectoris, 1x tägl. 10mg). Könnten die Beschwerden durch eine Interaktion zwischen beiden Wirkstoffen hervorgerufen werden? Auflösung ab 01.03. hier.
Arzneimittelinteraktionen: Am 18.04.2013 startet auch zu diesem Thema ein Online-Seminar. Im Zentrum stehen die Anwendung von Interaktionsdatenbanken und die Beurteilung der Relevanz potenzieller Interaktionen, die die Grundlage für eine adäquate Intervention darstellt. Anmeldung bis 21.03.2013, nähere Information finden Sie hier.
Calcium: Hilft viel viel? Calcium kann bei Osteoporose die Knochenstabilität erhöhen und das Frakturrisiko mindern. Wie sieht es mit kardiovaskulären Wirkungen aus? Eine große Beobachtungsstudie aus Heidelberg (1) von Prof. Dr. D. Dartsch.
Valproat in der Schwangerschaft: mindert später den IQ der Kinder. Diese unerwünschte Wirkung ist jetzt bis zum Schulkind-Alter untersucht und belegt. In der DAZ Nr. 8 vom 21.02.2013 finden Sie auf S. 42 eine Zusammenfassung der NEAD-Studie (2) von Prof. Dr. D. Dartsch.
Campus Pharmazie-Seminare als Best Practice Modell: Am 18. Februar stellte J. Hamadeh anlässlich der Fachtagung „Q2P-Forum 2013 – Herausforderungen der mediengestützten Weiterbildung“ das Konzept vor, das den Campus Pharmazie-Seminaren zugrunde liegt. Sie beleuchtete die Beweggründe, die hinter den Aspekten „moderiert“ und „online“ stecken, zeigte den Teilnahmenutzen auf – und mit einem Blick hinter die Kulissen auch den Aufwand der Entwicklung und Moderation. Der halbstündige Vortrag wurde live online übertragen.

 

Mit kollegialen Grüßen
in den beginnenden Frühling

Prof. Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)


Auflösung: Frühlingsfoto: Das Bild zeigt 2) Leucojum vernum – auch „Frühlingsknotenblume“ oder „Märzbecher“ genannt.

(1) Li K et al., Heart (2012) 98(12):920-5

(2) Meador KJ, et al. Lancet Neurol (2013) published online 23.01.13.