Newsletter Nr. 07/2013

 

Case Trainings – neu ab 2. Halbjahr 2013: Sie haben Lust, sich in einem überschaubaren Zeitrahmen mal intensiv in die patientenorientierten Details eines Fallbeispiels hineinzudenken? Mit interessierten Kollegen zu diskutieren, wie das Medikationsmanagement erfolgt und welche Hinweise dem Patienten und dem Arzt gegeben werden sollten? Sie möchten Ihr Wissen anwenden und erproben, um es dann mit gutem Gefühl in der Beratung von Patienten und Ärzten einzusetzen?Dann sind Sie in unseren neuen Online-Case-Trainings genau richtig. Vielleicht erleben Sie es wie ein Teilnehmer des Einführungsdurchlaufs: „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich in verschiedene Themen „reinzuknien“, die unterschiedlichen Gesichtspunkte der anderen Teilnehmer als Bereicherung zu erleben, neue Informationsquellen zu erschließen… Vielen herzlichen Dank! Ich könnte glatt weitermachen!“ Starttermine und weitere InformationenInformationen zum Format hier.

 

Noch 3 Tage Frühbucherrabatt: Bei Anmeldung bis zum 31. Juli 2013 profitieren Sie noch von unserem 10%igen Frühbucherrabatt auf alle Veranstaltungen im 2. Halbjahr 2013. Themen und Termine finden Sie in unserem Seminarkalender.

 

Angewandte Pharmakokinetik von Tasigna®: Herr J., übergewichtig, CML, eingeschränkte Nierenfunktion, bekommt 2x tägl. 300mg Tasigna® (Nilotinib) neu verordnet. Herr J., dem Sie früher bereits erklärt haben, dass bei manchen Arzneimittel wegen der Nierenfunktion die Dosis reduziert werden muss, möchte wissen, ob das hier auch der Fall ist. Außerdem würde er diese neuen Kapseln gerne zusammen mit seinem Repaglinid morgens direkt vor dem Frühstück einnehmen, ob das wohl möglich sei? Und sich auch verträgt? Wie ist es mit dem Übergewicht – spielt das eine Rolle?Wer sich mit solchen Fragen auseinandersetzen muss und die Zusammenhänge verstehen will, braucht einen Einblick in die Pharmakokinetik. Eine Möglichkeit, diese Kompetenzen aufzubauen, bietet sich vom 12.09. bis 09.10.13 in unserem moderierten Online-Seminar „Angewandte Pharmakokinetik„. Anmeldung online bis zum 07.08.2013

 

Nicht-steroidale Antirheumatika: Bei Patienten mit kardialen Risikofaktoren empfiehlt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft basierend auf neuen Meta-Analysen den Einsatz von Naproxen in Verbindung mit Magenschutz. Mehr Informationen hier.

 

Glück im Unglück: Orale Antidiabetika schützen Diabetes-Patienten vor Krebs Insulin und sein Verwandter, der insulinähnliche Wachstumsfaktor, fördern das Wachstum von Krebszellen. Daher ist die Vermutung naheliegend, dass eine medikamentöse Korrektur der Blutzuckerspiegel und damit der Hyperinsulinämie, die im Frühstadium eines Typ 2-Diabetes mit Insulinresistenz typisch ist, das Risiko einer Krebserkrankung senken könnte. Eine taiwanesische [EXPAND Studie] – HC Lin et al.: Effects of Metformin Dose on Cancer Risk Reduction in Patients with Type 2 Diabetes Mellitus: A 6-Year Follow-up Study. Pharmacotherapy 2013, Article first published online: 17 JUL 2013, doi: 10.1002/phar.1334 -[/EXPAND]belegt diese Vermutung und zudem eine Dosisabhängigkeit des Effekts anhand von Versicherungsdaten von fast 100.000 Patienten. Wenn das kein Motivationsfaktor für eine stringente Blutzuckerkontrolle ist! Mehr Informationen hier.

 

Antihypertensive Therapie: Kombinierter Start möglich: Die neue ESC-Leitlinie zur Behandlung der arteriellen Hypertonie weicht von der bislang gültigen Empfehlung ab, die Therapie in jedem Fall als Monotherapie zu beginnen. In der Regel ist eine Monotherapie nicht ausreichend wirksam, und der Wechsel von einem Medikament zum anderen geht auf Kosten der Compliance. Lesen Sie mehr über die Empfehlungen hier.

 

Erste Kammer-Kooperation in Vorbereitung: Campus Pharmazie und die Apothekerkammer Westfalen-Lippe feilen an den letzten Feinheiten einer Kooperation. Die Kammer lässt dem Wunsch ihrer Kammermitglieder nach einer hochwertigen berufsbegleitenden Fortbildung in Klinischer Pharmazie Taten folgen: Ab dem 2. Halbjahr 2013 will sie die moderierten Online-Seminare des Campus Pharmazie in ihr Fortbildungsangebot aufnehmen. Wir werden berichten.

 

Wir begrüßen Sie nach der Sommerpause herzlich wieder zurück!

Prof. Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

genannte Studie:
HC Lin et al.: Effects of Metformin Dose on Cancer Risk Reduction in Patients with Type 2 Diabetes Mellitus: A 6-Year Follow-up Study. Pharmacotherapy 2013, Article first published online: 17 JUL 2013, doi: 10.1002/phar.1334

Welcher Tyrosinkinasehemmer soll es sein?

Vier BCR/ABL1-Tyrosinkinase-Inhibitoren sind aktuell in Deutschland zur Behandlung der chronisch-myeloischen Leukämie zugelassen: Imatinib, Dasatinib, Nilotinib und Bosutinib (neu: EMA-Zulassung am 27.3.2013).

Sie unterscheiden sich in ihrer Affinität zu BCR/ABL und in ihrer Bindung an andere Tyrosinkinasen. Diese Unterschiede beeinflussen das Nebenwirkungsprofil der Inhibitoren, wie aktuell in einer Übersichtarbeit von E. Irvine und C. Williams dargestellt:

Gemeinsame unerwünschte Wirkungen

Einige unerwünschte Wirkungen werden von allen vier TKI ausgelöst:

  • Fatigue: am stärksten ausgeprägt bei Imatinib
  • Hautreaktionen: am stärksten unter Nilo- und Bosutinib zu beobachten, am wenigsten unter Dasatinib, Imatinib liegt dazwischen.
  • kardiale UAW: selten, trotzdem sollte die Herzfunktion vor Beginn einer Therapie mit einem der TKI untersucht werden
  • Entgleisung des Glucosespiegels: selten; beobachtet bei allen außer Bosutinib (unter Nilotinib eher Hyper-, unter Ima- und Dasatinib eher Hypoglykämien)
  • Gastrointestinale Beschwerden: Am stärksten unter Bosutinib

Differentielle unerwünschte Wirkungen:

  • Imatinib: Flüssigkeitsretention
    → Überwachung kardiovaskulärer Vorerkrankungen
  • Dasatinib: Pleuraerguss z.T. mit nachfolgender pulmonaler Hypertonie
    → bei Patienten mit Herzinsuffizienz, pulmonaler Hypertonie, Pneumonie und Lungenembolie vermeiden
  • Nilotinib: Erhöhung der Leberparameter ALT, AST und Bilirubin sowie der Lipase, periphere arterielle Verschlusskrankheit (bei Patienten mit kardivaskulären Vorerkrankungen), Verlängerung der QT-Zeit
    → falls nötig Hypokaliämie und Hypomagnesiämie korrigieren, bei Patienten mit langem QT-Intervall oder anderen QT-verlängernden Arzneimitteln möglichst vermeiden
  • Bosutinib: Erhöhung der Leberparameter ALT, AST und Bilirubin sowie der Lipase
    → bei Patienten mit gastrointestinalen und hepatischen Vorerkrankungen vermeiden.

Quelle:

Irvine E & Williams C: Treatment-, Patient-, and Disease-Related Factors and the Emergence of Adverse Events with Tyrosine Kinase Inhibitors for the Treatment of Chronic Myeloid Leukemia. Pharmacotherapy, published online: 3 APR 2013 PubMed

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Dorothee Dartsch, CaP Campus Pharmazie GmbH