Newsletter Nr. 06/2012

 

 23 Apotheker/innen absolvieren erfolgreich die Auftaktseminare „Arzneimittelinteraktionen“ und „Laborparameter„: Hochzufrieden waren die Teilnehmer/innen unserer Auftaktseminare. Öffentliche wie Krankenhaus-Apotheker erreichten gleichermaßen ihre Seminarziele und waren begeistert von dem Praxisbezug sowie dem intensiven fachlichen Austausch, unabhängig davon, ob Klinische Pharmazie bereits Studienfach für sie war.

 

Als ein Erfolgsfaktor hat sich die zeitliche und räumliche Flexibilität erwiesen, v.a. im Zusammenspiel mit verbindlichen Fristen und – wie immer wieder betont wurde – mit der sehr engagierten Moderation. Wir freuen uns über die Gesamtnote: „Sehr gut“ (1,38) – und dass unser Leitziel „Vereinbarkeit“ so deutlich erreicht wird.

 

Eine ausführliche Auswertung der Abschlussbefragung lesen Sie hier.

 

Jetzt anmelden für „Arzneimittelinteraktionen und Pharmakotherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen: Die Seminare finden statt vom 08.11. – 05.12.2012; mit je einer zusätzlichen Woche zur Einführung und zur Nachbereitung.

 

Im Seminar Arzneimittelinteraktionen liegt der Fokus auf dem Erkennen von Interaktionen, der Einschätzung ihrer klinischen Relevanz und der Entscheidung über eine adäquate Intervention. Das „Altersgruppen-Seminar“ beleuchtet die Besonderheiten der Pharmakotherapie bei Kindern, Senioren sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit. Die Seminare sind bei der Bundesapothekerkammer mit je 26 Fortbildungspunkten akkreditiert.

 

Wer das Jahr mit einer flexiblen Fortbildung zu Themen der klinischen Pharmazie ausklingen lassen möchte, meldet sich hier an.

 

Onkologische Pharmakotherapie bei älteren Menschen: Zu diesem Thema ist kürzlich eine sehr empfehlenswerte Übersichtsarbeit[1]von Arti Hurria, der Präsidentin der Internationalen Gesellschaft für geriatrische Onkologie, erschienen.

 

Frau Prof. Dr. D. Dartsch stellte sie am 28.09.12 in einem Fortbildungsvortrag in Heidelberg vor. Sie enthält neben Algorithmen zur Therapieentscheidung in kurz gefasster Form die neusten Erkenntnisse zur Therapie der wichtigsten Tumorentitäten bei Senioren und zum geriatrischen Assessment.

 

Freischaltung Seminar „Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformationen„, Start 11.10.2012: Die Teilnehmer/innen sind seit gestern freigeschaltet, um sich im Vorfeld zu orientieren und kennen zu lernen.

 

Wir freuen uns auch dieses Mal auf den anregenden Austausch mit und zwischen öffentlichen und Krankenhaus-Apothekern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker? Und! Beratung in der öffentlichen Apotheke ist oft dadurch eingeschränkt, dass die Patientendaten nicht zur Verfügung stehen. Eine neue Studie[2] zum Thema Polypharmazie zeigt nun, dass Medikationsdaten auch in Arztpraxen nicht vollständig vorliegen.

 

Die Gründe dafür sind u.a. Verordnung durch einen anderen Arzt und Unkenntnis der OTC-Medikation. Lesen Sie auch hier.

 

Einladung zum zweiten Campus-Tag am 20.10.2012: Lernen Sie Konzept, Lernplattform, Kollegen/innen – und uns – kennen: Am Sonnabend, 20.10., 11 – 15 Uhr bearbeiten wir mit interessierten Apotheker/innen und Blick auf die Hamburger Inennstadt, wieder ein gemeinsames Fallbeispiel, mit dessen Hilfe Sie den Seminarablauf „erleben“ und einen Eindruck vom fachlichen Miteinander bekommen.

 

Die Teilnahme ist kostenlos und wird mit fünf Fortbildungspunkten auf Ihr Fortbildungszertifikat der Apothekerkammer angerechnet. Für Verpflegung ist gesorgt.

 

Hier geht es zu Information und Anmeldung.

 

Es grüßen Sie nach und wieder
inmitten der Seminarmoderation

Prof. Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)


[1] A Hurria et al., J Natl Compr Canc Netw 2012;10:162-209

[2] G Schiemann et al., Int J Clin Pharmacol Ther. 2012;50(8):614-7

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Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker? Und!

Der Zugriff auf vollständige, aktuelle und richtige Patientendaten, der für eine umfassende Therapiebeurteilung essentiell ist, ist nicht nur für uns Apotheker, sondern auch für Ärzte ein Problem:

In einer aktuellen Studie der Universitäten Bremen, Hannover und Göttingen1  hat sich herausgestellt, dass bei niedergelassenen Ärzten insbesondere die Daten zur Medikation oft lückenhaft sind. In der Studie wurden die in den Arztpraxen vorliegenden Akten von 210 älteren Patienten, die mehr als vier Arzneimittel einnahmen, mit den Angaben der Patienten selbst zu ihrer aktuellen Medikation verglichen und Diskrepanzen anschließend im Gespräch mit dem jeweiligen Arzt verifiziert.

Bei 41% der Patienten fehlte in der Patientenakte mindestens ein Arzneimittel, im Schnitt waren es 2 Stück (± 1,2; Spannweite 1-6). Am häufigsten waren es Magnesium-Präparate, die fehlten, was vermutlich selten kritisch ist. Auf den nächsten Plätzen folgten dann aber Thrombozyten-Aggregationshemmer, Statine, Protonenpumpenhemmer und Calcium – Arzneimittel, bei denen in punkto Interaktionen und unerwünschte Wirkungen die Warnlampen blinken sollten!


Die häufigsten Gründe für die Datenlücken waren in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit

  1. fehlende Aktualität (in der Akte war zwar eine entsprechende Verordnung in der Vorgeschichte vermerkt, aber nicht in die aktuelle Medikationsliste übernommen worden),
  2. mangelnde Dokumentation (der Arzt wusste, dass der Patient das Arzneimittel einnimmt, hatte es aber nicht vermerkt),
  3. die Einnahme rezeptfreier Arzneimittel und
  4. die Verordnung durch einen Fach- oder Klinikarzt.

Möglicherweise ist die Erstellung vollständiger, aktueller und richtiger Patientendaten kein Unterfangen, das eine Berufsgruppe allein bewältigen kann, sondern die Kommunikation von Arzt und Apotheker erfordert. Für beide Seiten könnte das das Leben einfacher und die Therapie für die Patienten sicherer machen!

 

1 G Schmiemann et al., Differences between patient medication records held by general practitioners and the drugs actually consumed by the patients. Int J Clin Pharmacol Ther 2012, 50(8):614-7
[Prof. Dr. Dorothee Dartsch]