Newsletter Nr. 02/2014

Herz-Kreislauf System des Menschen
Prävention der Koronarerkrankung: Die medizinische Versorgung mit Betablockern und ACE-Hemmern wird immer besser. Dennoch erreichen noch immer 43% der Patienten keine adäquate Blutdruckkontrolle. Ebenso ist bei 42% der Patienten das LDL-Cholesterol zu hoch, obwohl die Versorgung mit Statin bei 86% liegt. Lesen Sie mehr über die EUROASPIRE-Erhebungen hier.

 

Übergewicht im Kindesalter: Äußerlich gesund – „nur übergewichtig“? Keineswegs – Prävention ist dringend erforderlich: Übergewichtige Kinder haben häufiger Stoffwechselstörungen wie Hypertonie und Insulinresistenz. Mehr dazu im Kurzbericht hier.

 

Case-Training mit Schwerpunkt „Kardiovaskuläre Erkrankungen“: Das nächste Case Training läuft mit drei neuen kardiovaskulären Fällen vom 03. bis 09. April. Üben Sie sich im Medikationsmanagement – mit direktem Praxisnutzen und Freude am Austausch. Lesen Sie dazu z. B. einen aktuellen Erfahrungsbericht in der ÖAZ (04/2014; S. 83) und die Evaluationsergebnisse der Case-Trainings 2013.

 

Staatliche Fortbildungs-Förderung auch für Einzelpersonen: Neben ganzen Apothekenbetrieben können sich auch Apothekerinnen und Apotheker fördern lassen: Über „Bildungsschecks“ der Bundesländer werden Teilnehmer mit bis zu 50% der Seminargebühren gefördert. Erfahrungen, Informationen und Links dazu finden Sie hier.

 

Neuer Wirkstoff Macitentan: Pulmonale Hypertonie ist schwer zu behandeln, sofern keine direkte Ursache greifbar ist. Unbehandelt versterben die Patienten in der Regel innerhalb weniger Jahre an Rechtsherzinsuffizienz (dem so genannten Cor pulmonale). Macitentan ergänzt nun die Palette der Endothelinrezeptor-Antagonisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

 

Das ist ja viel besser als gedacht! Beim 5. Campus-Tag (am 01.02. in Münster) gab es viele AHA!s, sowohl zu fachlichen Aspekten als auch zum Ablauf der Online-Seminare. Eine gelungene Station im Rahmen der Netzwerkpartnerschaft mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, die bereits nach wenigen Wochen ein Drittel der geförderten Seminarplätze vergeben hat. Mehr dazu hier.

 

Pharmakotherapie für Patienten mit Eliminationsstörungen: Vier Wochen intensiver Auseinandersetzung mit den Besonderheiten von Patienten mit Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen und pharmakogenetischen Variationen sind geschafft. Wie unsere Teilnehmenden das Seminar bewertet haben, lesen Sie in unserem Kurzbericht dazu.

Wenn Sie überlegen, im kommenden Jahr an diesem Seminar teilzunehmen, können Sie sich dafür in den Seminaren „Angewandte Pharmakokinetik“ und „Laborparameter interpretieren“ eine ideale Grundlage verschaffen.

 

Erst Vortrag, dann Online: Wer im Hamburger Raum wohnt oder einen Ausflug dorthin unternehmen möchte, ist herzlich eingeladen, am 11. Juni im Rahmen der Fortbildungsvorträge der Apothekerkammer Hamburg einen Einstieg in die Interpretation von Laborparametern zu bekommen (Referentin: D. Dartsch).

Wer sich dann im Umgang mit Laborparametern üben möchte, hat im Rahmen unseres moderierten Online-Seminars „Laborparameter interpretieren“ (04.09.-01.10.14) die Möglichkeit – und beste Voraussetzungen – dazu. Beide Veranstaltungen sind unabhängig voneinander besuchbar und nützlich, aber in der Kombination besonders wirkungsvoll.

 

Wir heißen Sie willkommen
im Fortbildungsfrühling,

Prof. Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Macitentan: neu bei pulmonal-arterieller Hypertonie

Pulmonale Hypertonien sind zu hohe Drücke in den Gefäßen des Lungenkreislaufs, die unterschiedliche Ursachen haben und oft schwer zu behandeln sind.

Besteht die Hypertonie im arteriellen System des Lungenkreislaufs, kann eine Thromboembolie dahinter stecken, ein Gendefekt, oder es kann sich um eine Anpassungsreaktion an chronische Hypoxie handeln, z.B. bei Lungenerkrankungen oder Schlaf-Apnoe. Ist der Druck im venösen Teil des Lungenkreislaufs erhöht, steckt möglicherweise ein Deket der Pumpfunktion der linken Herzseite dahinter, so dass sich das Blut in die Lunge zurückstaut. Lungenödeme und Pleuraergüsse sind die Folge.

Ein großer Teil der pulmonalen (arteriellen) Hypertonien (PAH) ist idiopathisch, hat also keine identifizierbare Ursache, die behandelt werden könnte. Die Behandlung ist dann schwierig, und unbehandelt versterben die Patienten in der Regel innerhalb weniger Jahre an Rechtsherzinsuffizienz (Cor pulmonale).

Allgemeine Therapieoptionen [1] sind Calcium-Kanalblocker (nur für einen sehr kleinen Teil der PAH-Patienten hilfreich), Digoxin, Diuretika, Phenprocoumon und Sauerstoff. Therapiestrategien, die stärker zielgerichtet auf die Wachstums- und Remodellingprozesse der glatten Gefäßmuskulatur um die Lungengefäße gerichtet sind, sind Phosphodiesterase-5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil), Prostacyclin-Analoga (Epoprostenol, Iloprost, Treprostinil) und Endothelinrezeptor-Antagonisten. In der letzten Gruppe steht mit Macitentan neben Bosentan und Ambrisentan nun ein dritter Wirkstoff zur Verfügung.

Macitentan konnte im Beobachtungszeitraum (115 Wochen) in einer Dosis von 10mg die Rate der PAH-Verschlechterung von 46,4% (Placebo) auf 31,4% senken. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Kopfschmerzen, Nasopharyngitis und Anämie [2].

Quellen:

[1] Pulmonary Hypertension Association White Paper Workgroup Members: PAH – Recommendations for Improving Patient Outcomes. 2011. http://www.phaonlineuniv.org/files/pha_white_paper_final.pdf

[2] T Pulido et al.: Macitentan and Morbidity and Mortality in Pulmonary Arterial  Hypertension. N Engl J Med 2013; 369:809-818 (vom Hersteller gesponsorte multizentrische, doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte, Parallelgruppen- Phase III-Studie mit 742 Patienten, Follow-up-Zeitraum 115 Wochen)