apotheker.unverzichtbar.kompetent -Tagebuch

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unsere Initiative „apotheker.unverzichtbar.kompetent“ ist angelaufen. In diesem Blog informieren wir Sie den September über (während uns hoffentlich viele, viele Fragebögen erreichen) immer mal wieder über den aktuellen Stand.

Zur Initiative selbst mit den Zielen, Erläuterungen und für Sie vorbereiteten Fragebögen geht es hier.

Fr 24.11.2017: Antwort vom Gesundheitsminister

Wir haben Post von Herrn Gesundheitsminister Gröhe erhalten: Er bestätigt unsere Ergebnisse aus seiner persönlichen Erfahrung heraus und verspricht, sich weiterhin für den Erhalt der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung auf hohem Niveau durch niedergelassene öffentliche Apotheken einzusetzen, die auch für eilige Notfälle unentbehrlich seien. Das vollständige Schreiben kann hier eingesehen werden.

Mi 25.10.2017: Die Daten sind ausgewertet und die Ergebnisse aufbereitet

Wie viele Daten man erhoben hat, merkt man spätestens, wenn man sie alle in eine große Tabelle überträgt, auswertet und grafisch aufbereitet. Damit haben wir uns in den letzten vier Wochen befasst und stellen  nun die Ergebnisse zur Qualifizierung, Kompetenz im Einsatz und zur Zufiredenheit von Apothekern, Patienten und Ärzten in unserem Sonder-Newsletter vor. Dort finden Sie eine Kurz- und eine Langfassung zum Herunterladen. Sie sind herzlich eingeladen, die Dokumente an interessierte Kolleginnen und Kollegen weiterzuleiten und daraus zu zitieren. Für die Darstellung in der Öffentlichkeit haben wir ausgewählte Ergebnisse auf der Seite apotheker-unverzichtbar-kompetent.de dargestellt. Nun braucht es Verbreitung der guten Nachricht: Machen Sie Ihr Umfeld auf die Initiative und die Ergebnisse aufmerksam.

Allen, die teilgenommen haben, danken wir an dieser Stelle sehr herzlich. Mit unserer Initiative können wir zeigen, dass sich Kompetenz und Leistung der öffentlichen Apotheke messen und darstellen lassen. Wir werden die Umfrage daher im Frühjahr 2018 wiederholen.

Di 26.09.17: „Tolle Aktion…

deshalb haben wir auch mitgemacht“, schreibt uns eine Kollegin oder ein Kollege aus Neustadt. Inzwischen kommen regelmäßig Antworten bei uns an. Damit die Zahlen zur Kompetenz in unseren Apotheken richtig „einschlagen“ können, brauchen wir aber noch mehr Antworten. Und Sie können auch jetzt noch teilnehmen, zumindest mit dem allgemeinen Teil unserer Befragung. Auch diese Zahlen bringen uns alle voran. (Und Rückläufer, die uns in der ersten Oktoberwoche erreichen, fließen selbstverständlich auch mit in die Auswertung ein.)

Fr 22.09.2017: „Längst nicht so viel Arbeit…

…wie befürchtet 🙂 und zusammengekommen ist doch einiges. Hoffentlich machen viele Kollegen mit, dann können alle sehen, was wir so tagtäglich ‚zwischendurch‘ leisten!“ (D. Michel, Hamburg). Dieser Meinung sind wir auch!

Mi 20.09.2017: Ein guter Tipp

„In der Offizin haben wir die Strichliste in A5-Format auf die HV Tische geklebt. Das klappt super,“ schreibt H. Gnekow aus Hamburg. Herzlichen Dank für diesen Praxis-Tipp!

Mo 18.09.2017: Feedback

„Liebe Frau Dartsch, vielen Dank für Ihr Engagement!! Das ist eine tolle Idee.
Liebe Grüße Katja Renner“ (per Email) Gern geschehen, liebe Frau Renner, so startet es sich gut in die Woche.

Do., 07.09.17: Der erste Fragebogen ist zurückgekommen!

Wir werden sicher nicht jeden Rückläufer kommentieren (können), aber den ersten schon, denn natürlich freuen wir uns, dass wir auf erste Resonanz stoßen. Geantwortet hat uns ein Apotheker oder eine Apothekerin, der / die voll hinter den Aussagen steht, dass die Beratung sowohl die Patientensicherheit als auch die eigene Arbeitszufriedenheit erhöht und dass er oder sie sich dafür auch kompetent fühlt. Gut so! Und herzlichen Dank!

Mo 04.09.17: Die ABDA informiert

„Wir befürworten die Teilnahme an dieser Umfrage.“ Das freut uns sehr.

Fr., 01.09.17: Feedback

„Das ist ein schönes Projekt“ (Friedemann Schmidt, Leipzig). Dankeschön für diese positive Rückmeldung.

Do., 31.08.17: Die DAZ berichtet

„Apotheker können fundiert beraten – wichtig wäre nur, dass sich das auch mal rumspricht.“ So hat die DAZ Online unsere Idee sehr schön auf den Punkt gebracht.

 

Bild: © Andrey Popov / Fotolia

Breite Leitbilddiskussion auf dem Apothekertag

Gespannt habe ich die Leitbilddiskussion heute Vormittag auf dem Deutschen Apothekertag verfolgt, die dankenswerter Weise als Livestream übertragen wurde und daher allen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit gab, die Diskussion zu verfolgen.

Zu Beginn stellte Mathias Arnold (Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V.) den Status quo dar, den die Leitbild-Arbeitsgruppe erarbeitet hat. Anschließend wurde vor Ort und auch online aus der Ferne intensiv und meistens sachlich diskutiert.

Im Kern geht es darum, im Leitbild zu beschreiben, warum und wie wir Apotheker tätig werden wollen und sollen. Ausgangspunkt ist unser heutiges System mit all seinen Regularien und mit der bestehenden Honorierung für logistische Aufgaben sowie die Beratung bei der Abgabe jedes einzelnen Arzneimittels.

Dahinter steckt ein ganz wichtiger Punkt: Wofür will uns die Gesellschaft bezahlen? Da es hierzulande trotz hochwertiger Gesundheitsversorgung diverse „Lücken“ im Prozess der Arzneimittelversorgung gibt (unvollständige Medikationspläne, nicht rechtzeitig erkannte unerwünschte Wirkungen, Verordnung inadäquater Wirkstoffe oder Dosierungen, Non-Adhärenz etc.), die zu erheblichen vermeidbaren Kosten führen, gibt es Spielraum für Verbesserungen. Wenn wir diesen Spielraum nutzen und die Lücken füllen können, haben wir gute Chancen, dass diese Leistungen der Gesellschaft „lieb und teuer“ werden – und damit honorierungsfähig.

Keine Chance auf Honorierung werden Leistungen haben, die zu dicht an der o.g. Beratung bei Abgabe dran sind, sei es weil sie sich allein an der Machbarkeit aus heutiger Sicht orientieren oder weil wir die Übernahme weiter reichender Verantwortung für die Patienten und ihre Pharmakotherapie ablehnen. Bei der Verankerung eines stärkeren heilberuflichen Fokus im Leitbild und der damit verbundenen Definition neuer Leistungen (ob sie nun Medikationsmanagement oder anders heißen) muss vielmehr darauf geachtet werden, dass der medizinische und ökonomische Nutzen für unsere Gesellschaft erfahrbar ist: Mit diesen Leistungen muss es ihr besser gehen als ohne.

Das ist leicht gesagt, aber kein Katzen-, sondern ein Quantensprung, und darum ist es gut, dass die Leitbild-AG ihren Konzeptentwurf mit „Apotheke 2030“ überschrieben hat. Es wird eine Weile dauern, bis sich der Leistungsumfang konkret definieren lässt:

  1. Für Leistungen, die die o.g. Anforderungen erfüllen, bedarf es einer flächendeckenden Kompetenzausweitung und –stärkung in der Apothekerschaft, denn nur wenige haben bislang im Studium oder in der Praxis gelernt, wie man Laborparameter versteht, Dosierungen an Organfunktionen anpasst, Leitlinienempfehlungen auf ihre Anwendbarkeit bei konkreten Patienten überprüft oder Änderungsvorschläge optimal kommuniziert (um nur einige Facetten zu nennen). Der Bedarf an berufsbegleitender, kompetenzorientierter Fort- und Weiterbildung auf diesem Gebiet wird in unseren Reihen zunehmend erkannt und formuliert.
  2. Die Leistungen müssen entlang der parallel wachsenden Nutzendokumentation entwickelt werden. Nutzendokumentation ist ein wissenschaftlicher Prozess, der geeignete Messparameter des Nutzens (genannt „Endpunkte“) mit und ohne die untersuchte Leistung erfasst und daraus ableitet, welchen Stellenwert die Leistung in der Praxis hat.
  3. Nicht zuletzt wird ein geduldiges Ringen mit heilberuflichen Partnern, Kostenträgern und Gesetzgebern unvermeidlich sein. Niemand zahlt gern freiwillig, niemand lässt sich gern Klientelpolitik vorwerfen, und trotz aller Versicherungen, dass Apotheker die Therapiehoheit des Arztes nicht antasten wollen, sind die Befürchtungen um Konkurrenz und Einmischung groß.

Die gewählten Standesvertreter haben sich klar für die Fokussierung auf und den Ausbau unserer heilberuflichen Kompetenz rund um den Patienten und sein Arzneimittel positioniert und entsprechen damit dem Wunsch zahlreicher Kolleginnen und Kollegen nach „mehr Pharmazie“. Noch wichtiger: sie tragen damit dem gesellschaftlichen Bedarf Rechnung. Das ist gut.

Es steht zu hoffen, dass uns Apotheker auf diesem Weg Mut, Zuversicht und Elan nicht verlassen, damit der „große Wurf“ gelingt. Gelingt er nicht, werden wir für die nächsten Jahrzehnte keine zweite Chance haben. Es gibt viel zu tun – packen wir‘s an!

Dorothee Dartsch