Evidenz in der Allgemeinmedizin

Evidenz-basierte Antworten aus dem Hausärzte-Netz

arznei #89Das Journal of Family Practice unterhält ein Netzwerk für Fragen und Antworten (Clinical Inquiries) aus der Arbeitsumgebung von Hausärzten.

Anfragen wie zum Beispiel „Beeinflusst eine Soja-reiche Diät das Brustkrebsrisiko von Frauen?“ im Oktober 2015 werden hier evidenzbasiert beantwortet. In diesem Fall lautet die Antwort kurzgefasst:

„Eine Soja-reiche Diät beeinflusst nicht das Risiko, Brustkrebs zu bekommen [Empfehlungsgrad B, beruhend auf einem systematischen Review prospektiver Kohortenstudien], senkt aber bei Frauen mit Brustkrebs die Rezidivrate um 25% und die Mortalität um 15% (Empfehlungsgrad B, beruhend auf prospektiven Kohortenstudien].“

Im Original wird die Studienlage genauer dargestellt und natürlich mit Quellenangaben versehen.

Indikationsweise können solche Anfragen und Antworten nachvollzogen werden, ebenso wie evidenzbasierte Zusammenfassungen, Updates und aktuelle Meldungen.

Nach Registrierung kann man zudem sein Wissen in verschiedenen Fragestellungen per Quiz überprüfen.

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Evidenz für Phytopharmaka

Systematische Reviews zu Phytopharmaka

Alternativmedizin oder Schulmedizin Heute stellen wir Ihnen eine Auflistung der Cochrane Reviews zu Phytopharmaka vor, die in einem aktuellen Artikel von K Mörike und CH Gleiter aufgezählt sind.

Wenn Sie die lateinischen oder englischen Pflanzennamen in das Suchfeld auf der Seite der Cochrane Library eingeben, gelangen Sie zu den frei zugänglichen Abstracts der Übersichtsarbeiten und können sich einen Überblick über den Stand der Erkenntnis verschaffen.

Solche Reviews gibt es für:

  • Baldrian (Valeriana, „valerian“) gegen Angststörung
  • Sonnenhut (Echinacea) gegen Erkältung (Prophylaxe bzw. Behandlung)
  • Ginkgo biloba gegen Claudicatio intermittens bei periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Ginkgo biloba gegen Tinnitus
  • Ginkgo biloba gegen altersbedingte Makuladegeneration
  • Ginkgo biloba gegen kognitive Beeinträchtigung und Demenz
  • Ginkgo biloba gegen akuten ischämischen Schlaganfall
  • Johanniskrautextrakt (Hypericum perforatum, „St. John’s wort“) gegen Depression
  • Knoblauch (Allium sativum, „garlic“) gegen periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Knoblauch (Allium sativum, „garlic“) gegen Prävention kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität bei hypertensiven Patienten
  • Knoblauch (Allium sativum, „garlic“) gegen Erkältung (Prophylaxe bzw. Behandlung)
  • Mistel (Viscum album, „mistletoe“) gegen onkologische Erkrankungen
  • Moosbeere, großfrüchtige (Vaccinium macrocarpon, „cranberry“) zur Prävention von Harnwegsinfekten
  • Panax ginseng zur Verbesserung kognitiver Funktionen
  • Passionsblume (Passiflora) gegen Angststörungen
  • Pelargonium sidoides bei akuten Atemwegsinfekten
  • Sägepalme (Serenoa repens, „saw palmetto“) bei symptomatischem benignem Protatasyndrom
  • Traubensilberkerze (Cimicifuga, „black cohosh“) gegen menopausale Beschwerden

Quelle:

K Mörike und CH Gleiter (Pflanzliche Arzneimittel. Der Internist 2014/11 1361-1366)