Newsletter Nr. 03/2017

Terminkalender

„apotheker.unverzichtbar.kompetent“: Über unsere Initiative, mit der wir die unverzichtbare Kompetenz der öffentlichen Apotheken in Deutschland sichtbar machen wollen, haben wir Sie im letzten Sonder-Newsletter informiert. Machen Sie mit: Zeigen Sie Ihre Kompetenz! Um Sie zwischenzeitlich auf dem Laufenden zu halten, haben wir einen Tagebuch-Blog zur Initiative angelegt. Dort finden Sie Nachrichten zum aktuellen Stand.

 

Wechselwirkungen mit Kaliumbindern: Das in Kaliumbindern enthaltene Natrium-Polystyrolsulfonat bindet auch andere Stoffe, so kann es auch die Bioverfügbarkeit von verordneten Wirkstoffen beeinflussen. Die FDA empfiehlt daher einen Einnahmeabstand von 3 Stunden einzuhalten. Welche Kaliumbinder mit Natrium-Polystyrolsulfonat bei uns auf dem Markt sind, lesen Sie auf unserer Webseite.

 

Metamizol-Update: Metamizol (Novaminsulfon) wird immer häufiger verordnet. Welche Auswirkung es auf die Blutgerinnung hat und welche unerwünschten Wirkungen das Analgetikum auch haben kann, haben wir für Sie zusammengefasst.

 

Parkinson-Management 2017: Parkinson gehört zu den komplexesten Syndromen in der Medizin. Jeder Parkinson-Patient braucht ein individuelles Therapiekonzept. Hierüber gibt ein aktueller Artikel des Journal of the American Medical Association einen Überblick. Wir haben das Wichtigste daraus extrahiert.

 

Infektionen richtig behandeln: Aus England kommt ein neuer Leitfaden für die Behandlung häufig vorkommender Infektionen. Er richtet sich u.a. an Apotheker und soll dazu beitragen, Resistenzentwicklung zu vermeiden. Weitere Details finden Sie auf unserer Website.

 

Deprescribing: Ärzte finden es leichter, Arzneimittel an- als abzusetzen. Ihre Gründe dafür wurden in einer Studie untersucht. Ein Beispiel: „Wenn ich z.B. ein Statin absetze und der Patient später einen Herzinfarkt bekommt, bin ich ein schlechter Arzt.“ Wir haben die Aussagen für Sie aufgelistet.

 

Der Seminarfahrplan 2018 ist da! Mit Frühbucherrabatt: Da ist er wieder: Unser Seminarkalender 2018 ist ab sofort online. Bis zum 30.10.17 erhalten Sie bei Ihrer verbindlichen Anmeldung 15% Rabatt auf jedes gebuchte Seminar.

Arzneimittelinteraktionen 18.01. – 14.02.
Angewandte Pharmakokinetik 12.04. – 09.05.
Interpretation von Laborparametern 10.05. – 06.06.
Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen 07.06. – 04.07.
Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation 06.09. – 03.10.
Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen 11.10. – 07.11.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Pharmakovigilanz 08.11. – 05.12.

Mit herzlichen Grüßen in den Herbst

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik)

Bildnachweis: © Andrey Popov | fotolia.com 

Metamizol-Update

Metamizol (Novaminsulfon) erlebt seit ca. dem Jahr 2000 eine Verordnungs-Renaissance mit einer Steigerung von um die 9 Mio DDD pro Jahr vor 2000 auf 28 Mio DDD  im Jahr 2010 und ist nach Ibuprofen das am häufigsten verordnete Analgetikum [1,2].

ASS, Diclofenac, Ibuprofen et al. haben ihre Risiken im Bereich der Blutgerinnung sowie der gastrointestinalen  und renalen unerwünschten Wirkungen . Wie schneidet Metamizol im Vergleich ab?

Metamizol und die Blutgerinnung

Wie die NSAR hemmt Metamizol die Thrombozytenaggregation, die klinische Relevanz in Form vermehrter Blutungsvorfälle ist jedoch bisher nicht klar belegt [3]. Hingegen häufen sich die Hinweise, dass Metamizol wie Ibuprofen mit der Thrombozytenaggregationshemmung durch ASS interferiert und dessen kardioprotektive Wirkung vermindert, so dass es vermehrt zu unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen kommen kann [4,5].

 Unerwünschte Wirkungen von Metamizol

Auch ein nephrotoxisches Potenzial ist erst kürzlich wieder in einer Studie beschrieben worden, in der unter Metamizol vermehrt ein akutes Nierenversagen verzeichnet wurde [6]. Am meisten gefürchtet ist die Metamizol-induzierte Agranulozytose. Sie ist zwar sehr selten, imponiert aber durch ihren u.U. schwerwiegenden Verlauf, und die Fallzahlen steigen parallel zu den wachsenden Verordnungszahlen an [7].

Metamizol im Vergleich zu anderen Analgetika

In der Summe scheint Metamizol nicht signifikant häufiger zu unerwünschten Wirkungen zu führen als andere nicht-opioide Analgetika [8]. International wird Metamizol kaum zur Schmerztherapie eingesetzt, und es ist auch nur in wenigen Ländern auf dem Markt.

Für eigene Literaturrecherchen: Der englische Begriff für Metamizol lautet „dipyrone“.

Quellen

[1] Glaeske & Schicktanz: BARMER GEK Arzneimittelreport 2011 S. 39. [Zugriff 15.05.2017] [2] Wissenschaftliches Institut der AOK: Pressemitteilung vom 29.April 2014 [Zugriff 15.05.2017] [3] G Geisslinger et al., The effects on platelet aggregation and prostanoid biosynthesis oft wo parenteral analgesics: ketorolac tromethamine and dipyrone. Throm Haemost 1996; 79:592-597

[4] A Schmitz et al.: Dipyrone (metamizole) markedly interferes with platelet inhibition by aspirin in patients with acute and chronic pain: A case-control study. Eur J Anaesthesiol 2017; 34(5):288-296

[5] A Achilles: Analgesic medication with dipyrone in patients with coronary artery disease: Relation to MACCE. Int J Cardiol 2017; 236:76-81

[6] T Stüber et al.: The use of dipyrone in the ICU is associated with acute kidney injury: A retrospective cohort analysis. Eur J Anaesthesiol 2017 Mar 16. doi: 10.1097/EJA.0000000000000627

[7] LS Blaser et al.: Hematological safety of metamizole: retrospective analysis of WHO and Swiss spontaneous safety reports. Eur J Clin Pharmacol. 2015; 71(2):209-17

[8] T Kötter et al.: Metamizole-Associated Adverse Events: A Systematic Review and Meta-Analysis. PLoS One. 2015; 10(4):e0122918

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