Newsletter Nr. 02/2019

Wegweise

In der Krebstherapie: Leber- und Nierenfunktion berücksichtigen. Welches Organ hat Einfluss auf die Pharmakokinetik des onkologischen Wirkstoffs, so dass die Dosis angepasst werden muss? Wir haben für Sie eine Übersicht zusammengestellt.

Leitfaden UAW-Meldung: Wie geht das mit der Meldung von Nebenwirkungen und der Pharmakovigilanz? Welche UAW sollten Sie unbedingt melden? Die Hinweise zur Meldung aus dem aktuellen AkdÄ-Leitfaden finden Sie auch auf unserer Website.

Nächste Seminare: Literaturrecherche (ab 05.09.), Angewandte Pharmakokinetik (ab 03.10.). Anrechnung auf die Weiterbildung und den Master siehe Campus-Website.

„SINA“-Projekt: Seit Februar ist der Campus beratendes Mitglied in der Curriculum-Entwicklungs-Gruppe des vom BMG geförderten Projekts „SINA“ (Strukturiertes INterprofessionelles Studienangebot zur Arzneimitteltherapiesicherheit). In diesem Zusammenhang laden wir Sie ein, uns Ihre Vorstellungen von einem AMTS-Masterstudium bis zum 31.08. in einer Online-Befragung mitzuteilen.

Begünstigt Arzneimittelversand wirklich die Adhärenz? Manche Studien zeigen einen positiven Einfluss. Warum die Schlussfolgerung möglicherweise hinkt und man vorsichtig mit der Wahl des Endpunktes für Adhärenz sein muss, stellen wir in unserem Blog dar.

Sprechstunde in der Praxis, per Telefon oder per Video: Erstmals sind die drei Kommunikationswege zwischen niedergelassenen Ärzten und Patienten im Rahmen einer explorativen non-randomisierten Studie verglichen worden. Wer wie abgeschnitten hat, erzählen wir im Blog.

Stipendien der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmazie: Unser Netzwerkpartner, die DGKPha, fördert aktuell Mitglieder, die ihre Kompetenz auf dem Gebiet der angewandten patientenorientierten Klinischen Pharmazie vertiefen möchten: 1500 Euro für eine Diplom- oder Masterarbeit bzw. 250 Euro für den Besuch einer Fortbildung, die in besonderer Weise klinisch-pharmazeutische Fähigkeiten vermitteln. Bewerben Sie sich doch und lassen sich für ein Seminar bei uns oder das Masterstudium „Clinical Pharmacy Practice“ fördern! Alle Details finden Sie auf der DGKPha-Website.

Nächster Info-Abend zum Masterstudium: Erste-Hand-Informationen zum Masterstudium „Clinical Pharmacy Practice“ gibt es am 27.09.19, 19.00 – 21.00, in Düsseldorf. Gemeinsam mit der Robert Gordon University in Aberdeen bieten wir dieses Studium im berufsbegleitenden Online-Format an. D. Dartsch und G. Gray, die Studienkoordinatorin aus Aberdeen, beantworten, was man von dem Studium hat, wie es sich in den Alltag einfügt u.v.m. Interessiert? Melden Sie sich hier direkt an.

Ab sofort online: Seminarfahrplan 2020 mit Frühbucherrabatt: Bis einschließlich 17.09.19 (das ist der erste Welttag der Patientensicherheit!) erhalten Sie bei Ihrer verbindlichen Anmeldung 15% Rabatt auf jedes gebuchte Seminar des Jahres 2020.

Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen 16.01. – 12.02.
Interpretation von Laborparametern 19.03. – 15.04.
Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen 16.04. – 13.05.
Arzneimittelinteraktionen 28.05. – 24.06.
Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation 03.09. – 30.09.
Angewandte Pharmakokinetik 15.10. – 11.11.
Unerwünschte Arzneimittel- Wirkungen, Pharmakovigilanz 12.11. – 09.12.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins 2. Halbjahr!

Jasmin Hamadeh——Dr. Dorothee Dartsch
(Mediendidaktik)–__–(Klinische Pharmazie)
——-mit dem Campus-Team

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Bildnachweis: © contrastwerkstatt / Fotolia

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Aufnahmemedikation

Medikation unter die Lupe nehmen (2)Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Krankenhaus bedeuten neben der Beeinträchtigung des Patienten auch zusätzliche diagnostische und therapeutische Maßnahmen, Komplikationen und verlängerte Verweilzeiten [1]. Ihre Vermeidung ist also aus medizinisch-ethischen wie ökonomischen Gründen erstrebenswert.

Welche Wirkstoffgruppen am häufigsten zu unerwünschten Wirkungen führen, hängt sowohl von der Verordnungshäufigkeit als auch von ihren pharmakologischen Eigenschaften ab [2]. Aber auch die Konstitution der Patienten und ihre Empfindlichkeit für unerwünschte Wirkungen spielt eine Rolle, wie die folgende Tabelle der Top5 der UAW-Auslöser in Abhängigkeit vom Patientenalter zeigt:

Rang Patienten unter 65 Jahre Patienten über 65 Jahre
1 Antibiotika Antibiotika
2 Laxanzien Corticosteriode
3 Lipidsenker Antikonvulsiva
4 Antikonvulsiva Laxanzien
5 Corticosteriode NSAIDs

Bei älteren Patienten erreichen unerwünschte Wirkungen zudem häufiger einen höheren Schweregrad. So waren bei Patienten über 65 in der genannten Studie 46% der durch kardiovaskulär wirkende Arzneimittel ausgelösten unerwünschten Wirkungen lebensbedrohlich oder tödlich, während bei jüngeren Patienten nur in 25% der Fälle diese Schweregrad erreicht wurde.

Diese Ergebnisse wurden im Rahmen der JADE-Studie [2] an knapp 3500 Erwachsenen erhoben, die bei ihrer Aufnahme ins Krankenhaus über 14.400 Verordnungen erhielten (im Mittel vier pro Kopf).

Fazit

Die Verordnung der genannten Arzneimittel ist nicht immer zu vermeiden, aber wenn sie verordnet werden, sollten die Patienten engmaschig hinsichtlich der Symptome potenzieller unerwünschter Wirkungen beobachtet werden, damit rechtzeitig und richtig reagiert werden kann.

Quelle

[1] LM Khan: Comparative epidemiology of hospital-acquired adverse drug reactions in adults and children and their impact on cost and hospital stay–a systematic review. Eur J Clin Pharmacol. 2013 Dec;69(12):1985-96

[2] Sakuma et al.: Frequency and Severity of Adverse Drug Events by Medication Classes: The JADE Study. J Patient Saf. 2015 Aug 13

Newsletter Nr. 03/2014

AMTS-Experte

Nicht ohne mein Kortikoid: Der Gebrauch von langwirksamen Beta-2-Mimetika (LABA) steht im Verdacht, langfristig die Häufigkeit von asthmabedingten Krankenhauseinweisungen und Todesfällen zu erhöhen. Aber nur, wenn LABA allein – statt nach Leitlinie in Kombination mit einem inhalativen Kortikosteroid (ICS) – angewandt werden. Lesen Sie mehr dazu hier.

 

Fachtagung Orale Krebstherapie: Immer häufiger werden Krebspatienten mit oral verfügbaren antineoplastischen Arzneimitteln behandelt. Auf der einen Seite ist das eine Erleichterung für die Patienten, die nicht mehr so häufig in die onkologische Arztpraxis kommen müssen, andererseits bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für die korrekte Anwendung und macht die Beratung in der Apotheke besonders wichtig. Am 13. September 2014 können Sie sich dazu in München fortbilden. Informationen darüber hier.

 

Neuer Netzwerkpartner: die Apothekerkammer Hamburg: Wir freuen uns, als neuen Partner in unserem Fortbildungsnetzwerk die Apothekerkammer Hamburg zu begrüßen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

 

Campus Pharmazie bei der ADKA-Jahrestagung: Beim 39. ADKA-Kongress vom 15. bis 18. Mai 2014 in Hamburg stellen wir die Evaluationsergebnisse aller Seminare des Jahres 2013 vor und beteiligen uns mit einem Poster-Beitrag zum Thema „Hypertonie-Leitlinien: Empfehlungen von allen Seiten“ am wissenschaftlichen Programm. Der Beitrag beleuchtet die Übereinstimmungen und Unterschiede der um den Jahreswechsel erschienenen europäischen, amerikanischen und kanadischen Leitlinien zur antihypertensiven Therapie.

 

Seminar „Unerwünschte Wirkungen und Pharmakovigilanz“: Dieses Seminar ist gerade gestartet. Passend zum Thema ist aktuell ein Artikel über iatrogene neurologische Störungen erschienen, der hier kurz zusammengefasst ist. Gerade bei neurologischen UAW ist es schwierig, diese als UAW zu erkennen, weil die neurologischen Veränderungen so viele Gesichter haben können. Wird die Störung nicht als UAW erkannt, sondern für eine neue Erkrankung gehalten, entstehen Verordnungskaskaden, die wiederum das Risiko für weitere UAW durch die neuen Wirkstoffe und ihre Interaktionen erhöhen.

 

Medikationsmanagement mit der AKHH: Die Apothekerkammer Hamburg und Campus Pharmazie bieten gemeinsam an: „Medikationsanalyse – die Basis für das Medikationsmanagement“. Die Veranstaltung besteht aus einem Präsenzseminar mit Einführung ins Thema und praktischen Übungen zur Kommunikation mit Patienten am 05.07.2014 und einem Online-Training, in dem die Medikationsanalyse an drei Fällen aktiv geübt wird, damit Sie sie im Anschluss auch im Alltag einsetzen können. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Aktionsangebot zur 2. Jahreshälfte: Unsere Veranstaltungen in der 2. Jahreshälfte finden Sie in unserem Fortbildungskalender. Auf alle Anmeldungen bis zum 31. Mai 2014 erhalten Sie 10% Rabatt.

 

Mit kollegialen Grüßem

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Welcher Tyrosinkinasehemmer soll es sein?

Vier BCR/ABL1-Tyrosinkinase-Inhibitoren sind aktuell in Deutschland zur Behandlung der chronisch-myeloischen Leukämie zugelassen: Imatinib, Dasatinib, Nilotinib und Bosutinib (neu: EMA-Zulassung am 27.3.2013).

Sie unterscheiden sich in ihrer Affinität zu BCR/ABL und in ihrer Bindung an andere Tyrosinkinasen. Diese Unterschiede beeinflussen das Nebenwirkungsprofil der Inhibitoren, wie aktuell in einer Übersichtarbeit von E. Irvine und C. Williams dargestellt:

Gemeinsame unerwünschte Wirkungen

Einige unerwünschte Wirkungen werden von allen vier TKI ausgelöst:

  • Fatigue: am stärksten ausgeprägt bei Imatinib
  • Hautreaktionen: am stärksten unter Nilo- und Bosutinib zu beobachten, am wenigsten unter Dasatinib, Imatinib liegt dazwischen.
  • kardiale UAW: selten, trotzdem sollte die Herzfunktion vor Beginn einer Therapie mit einem der TKI untersucht werden
  • Entgleisung des Glucosespiegels: selten; beobachtet bei allen außer Bosutinib (unter Nilotinib eher Hyper-, unter Ima- und Dasatinib eher Hypoglykämien)
  • Gastrointestinale Beschwerden: Am stärksten unter Bosutinib

Differentielle unerwünschte Wirkungen:

  • Imatinib: Flüssigkeitsretention
    → Überwachung kardiovaskulärer Vorerkrankungen
  • Dasatinib: Pleuraerguss z.T. mit nachfolgender pulmonaler Hypertonie
    → bei Patienten mit Herzinsuffizienz, pulmonaler Hypertonie, Pneumonie und Lungenembolie vermeiden
  • Nilotinib: Erhöhung der Leberparameter ALT, AST und Bilirubin sowie der Lipase, periphere arterielle Verschlusskrankheit (bei Patienten mit kardivaskulären Vorerkrankungen), Verlängerung der QT-Zeit
    → falls nötig Hypokaliämie und Hypomagnesiämie korrigieren, bei Patienten mit langem QT-Intervall oder anderen QT-verlängernden Arzneimitteln möglichst vermeiden
  • Bosutinib: Erhöhung der Leberparameter ALT, AST und Bilirubin sowie der Lipase
    → bei Patienten mit gastrointestinalen und hepatischen Vorerkrankungen vermeiden.

Quelle:

Irvine E & Williams C: Treatment-, Patient-, and Disease-Related Factors and the Emergence of Adverse Events with Tyrosine Kinase Inhibitors for the Treatment of Chronic Myeloid Leukemia. Pharmacotherapy, published online: 3 APR 2013 PubMed

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Dorothee Dartsch, CaP Campus Pharmazie GmbH