Medication Management / Medication Review (USA)

Medication Management / Medication Review in den USA

Den „Guidelines for the Practice of Comprehensive Medication Management” zufolge, wird im ersten Schritt die komplette Medikation des Patienten (Verordnungen, Selbstmedikation, Phytopharmaka, Nahrungsergänzungsmittel) einschließlich der Dosierungen erfasst, ebenso wie seine Arzneimittel-bezogenen Erfahrungen (bisherige Therapieversuche, Allergien, Unverträglichkeiten, Einstellung), sein Gesundheitszustand mit aktuellen klinischen Daten und die vom Patienten bzw. Arzt angestrebten Therapieziele.

Im zweiten Schritt werden die arzneimittelbezogenen Probleme identifiziert:

  • Versorgungssituation (bestehende Indikation für alle verordneten Arzneimittel, Verordnungen für alle bestehenden Indikationen?)
  • Wirksamkeit (wirksamstes Arzneimittel ausgewählt, Dosis den Therapiezielen und dem Zustand des Patienten angemessen?)
  • Sicherheit (gibt es Anzeichen für unerwünschte Wirkungen, Überdosierung?)
  • Adhärenz (Patient fähig und willens, seine Medikation korrekt anzuwenden?)

Der dritte Schritt ist die Erstellung eines Arzneimittel-Versorgungsplans, der die für notwendig befundenen Interventionen, die individuellen Therapieziele, patientenseitigen Informationsbedarf, zu überwachende Parameter für therapeutische und unerwünschte Wirkungen und Folgetermine zur weiteren Therapiebegleitung enthält.

Im vierten Schritt finden wiederholte Treffen in individuell angemessenen Intervallen statt, bei denen neu aufgetretene arzneimittelbezogene Probleme identifiziert und gelöst sowie die festgelegten Parameter und das Erreichen der Therapieziele überprüft werden.

Detaillierte Informationen dazu: http://www.pcpcc.net/files/medmanagement.pdf (letzter prüfender Zugriff: 17.12.12)

von Dorothee Dartsch, CaP Campus Pharmazie GmbH, Hamburg

Aut idem-Substitution von Antiepileptika

In der aktuellen Ausgabe von Pharmacotherapy berichten Ripple Talati et al.1 von der University of Connecticut/Hartford Hospital, Evidence-Based Practice Center, Hartford, Connecticut, dass zu Beginn einer antiepileptischen Therapie die Einstellung auf ein Originalpräparat verglichen mit der Einstellung auf ein bioäquivalentes Generikum die gleichen Ergebnisse hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit erzielen. Der Wechsel zwischen Originalpräparat und Generika führt dagegen möglicherweise zu vermehrten und längeren Klinikaufenthalten. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren durch eine umfassende Auswertung von 71 klinischen Studien für den qualitativen und 18 Studien für den quantitativen Vergleich. Die meisten Studien bezogen sich auf Carbamazepin, Phenytoin oder Valproinsäure. Allerdings hatten die meisten der Studien eine limitierte Evidenz, da es sich um Beobachtungsstudien und/oder Studien mit geringer Fallzahl oder kurzer Laufzeit handelte.

1 R Talati et al., Efficacy and Safety of Innovator versus Generic Drugs in Patients with Epilepsy: A Systematic Review. Pharmacotherapy 2012;32(4):314–322.