Newsletter Nr. 01/2015

 

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Netzwerkpartnerschaften: Unsere Netzwerkpartnerschaften mit den Apothekerkammern Westfalen-Lippe und Hamburg, ADEXA und der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Krankenhausapotheker sind verlängert. Als Mitglied eines Netzwerkpartners profitieren Sie z.B. von Rabatten auf unsere Fortbildungsangebote.

 

Interaktionsdatenbanken im Netz: Eine Kurzbeschreibung der Datenbank Epocrates, die in der Basisversion frei zugänglich ist, finden Sie auf unserer Webseite. Epocrates gibt sehr kurzgefasste Interaktionsmeldungen, die sich vor allem zum schnellen Screening eignen.

 

Arzneimitteltherapie bei Senioren: Die Einstufung von Beschwerden als unerwünschte Arzneimittelwirkungen fällt bei Polymedikation besonders schwer. Wertvolle Hilfe zur Optimierung der Therapie bei Senioren bieten Leitlinien, die speziell auf diese Patientengruppe zugeschnitten sind. Eine Sammlung solcher Leitlinienadressen finden Sie ebenfalls hier bei uns auf der Website.

 

Literaturrecherche: Für die Literaturrecherche braucht man zu allererst eine konkrete Fragestellung. Hilfestellung dabei kann die TRIP-Datenbank liefern..

 

Medikationsanalyse und -management: Zwei Veranstaltungen mit der Apothekerkammer Hamburg können Sie nutzen, um ins Medikationsmanagement einzusteigen.

 

Cotrim + ACE-Hemmer = Hyperkaliämie: Die antibiotische Behandlung von ACE-Hemmer-Patienten mit Cotrim kann zu einem pharmakodynamisch additiv erhöhten Serumkalium führen, das Risiko des plötzlichen Herztodes ist dadurch erhöht.

 

Notfallkontrazeption und Körpergewicht: Eine veränderte Pharmakokinetik von Levonorgestrel und Ulipristalacetat verringert möglichweise deren Effektivität und erhöht das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft.

 

Angewandte Pharmakokinetik“ und „Interpretation von Laborparametern: Diese beiden Seminare zu wichtigen Grundlagen der Therapieoptimierung laufen in Kürze wieder, und zwar vom 23.04. bis 20.05.15. Anmeldungen nehmen wir bis Mitte März über das Online-Anmeldeformular oder per E-Mail entgegen.

 

Gut vernetzt und
mit kollegialen Grüßen

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Copeptin als neuer Herzinfarktparameter?

Laborparameter und ihre Aussagekraft

Nur bei etwa 10% der Patienten, die mit Brustschmerzen in die Notaufnahme kommen, handelt es sich um einen akuten Angina pectoris-Anfall oder Herzinfarkt. Für 90% ist also – im Nachhinein – klar, dass der sehr hohe diagnostische Aufwand zum Nachweis oder Ausschluss dieser Ereignisse hätte gespart werden können.

Ein Laborparameter, der unmittelbar nach Einsetzen von Brustschmerzen, und zwar nur von infarktbedingten Brustschmerzen, deutlich messbar reagiert, wäre hilfreich, um diesen diagnostischen Aufwand zu vermeiden. Das wäre gut für Patienten (weniger psychische Belastung), Ärzte (weniger Arbeitsbelastung) und Gesundheitswesen (weniger Kosten). Der klassische kardiale Parameter Troponin braucht 1-2h, um auf auffällige Serumspiegel anzusteigen und erfüllt die erforderlichen Eigenschaften daher nicht ideal.

Allerdings müsste dieser Parameter sehr zuverlässig sein, wenn man die Entscheidung darauf begründet, weder weitergehende Diagnostik noch eine Therapie durchzuführen – der so genannte negative Vorhersagewert müsste an die 100% sein.

Nun wurde auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie eine randomisierte kontrollierte Studie vorgestellt, die die Eignung von Copeptin untersucht hat, eines Glykopeptids, das generell kardialen Stress anzeigt und bereits direkt mit Einsetzen der Schmerzen ansteigt [1]. In der Interventionsgruppe wurden Patienten nicht weiter untersucht, sondern „nur“ ambulant beobachtet, wenn ihr Serum-Copeptin nicht erhöht war. In der Kontrollgruppe erhielten die Patienten die empfohlene volle Diagnostik. In der Interventionsgruppe wurde bei über fünfmal so vielen Patienten auf die Diagnostik verzichtet wie in der Kontrollgruppe. Jedoch waren die kardialen Komplikationen nach 30 Tagen in beiden Gruppen gleich selten, so dass der Diagnostik-Verzicht medizinisch keinen Nachteil bedeutete.

Weitere Details dieser Studie sind unter http://congress365.escardio.org zu finden.

 

[1] M Möckel et al.: BIC-8: Instant early rule-out using cardiac troponin and copeptin in low- to intermediate-risk patients with suspected ACS: A prospective, randomized multicenter study. ESC Kongress 2013, Amsterdam