Neue Datenbank: Pädiatrische Rezepturen

Die gängigen Fertigarzneimittel sind für Kinder meist zu hoch dosiert, so dass eine wesentliche Aufgabe des Apothekers bei der Therapieoptimierung für diese Altersgruppe im Anfertigen einer Rezeptur besteht, die pharmazeutische Stabilität und Akzeptanz beim Kind vereint.

Um hierfür die gesammelte Erfahrung europäischer Apothekerinnen und Apotheker als Hilfestellung anzubieten, ist vor einigen Tagen das European Paediatric Formulary an den Start gegangen. Es bietet kostenfreien Zugang zu kindgerechten Rezepturen (kostenfreie Registrierung erforderlich).

Momentan sind die ersten zwei Rezepturen verfügbar: Hydrochlorothiazid-Saft 0.5 mg/ml und Sotalolhydrochlorid-Saft 20 mg/ml.

Urheber und Betreiber der Datenbank sind das European Committee on Pharmaceuticals and Pharmaceutical Care und die Europäische Arzneibuch-Kommission.

Quelle:

https://paedform.edqm.eu/home [Zugriff 20.12.2019]

Bildquelle: © Production Perig / Adobe Stock

Rezepturen (DAC/ NRF)

Tipp zu besonderen Fragen der Galenik

Im Internetauftritt der Pharmazeutischen Zeitung (oder direkt dac-nrf.de) findet man unter DAC/NRF  -> NRF Neues Rezeptur Formularium  ->  Rezepturhinweise  -> Datenbank nach Eingabe des Codes aus dem aktuelle NRF eine Bibliothek von sehr informativen Blättern zu einzelnen Substanzen oder speziellen Rezepturproblemen zum Download.

In den Seiten finden sich nicht nur ausführliche Hinweise zur Galenik, Herstellungsweise, Inkompatibilitäten oder Stabilität. Auch zur Nutzen-Risiko-Bewertung oder pharmakologischen Fragen, wie der Auswahl des passenden Salzes oder Esters, sind alle wichtigen Hinweise vorhanden. Wenn vorhanden und notwendig werden auch Alternativ-Vorschläge gemacht. Abschließend ist eine Liste mit Literatur zu finden.

Diese Datenbank kann einem im Apothekenalltag (insbesondere seit Einführung der neuen ApoBetrO) bei der Herstellung von Rezepturen oder der Beratung von Ärzten hervorragende Dienste leisten.

von Carola Schmidt, Hannover – herzlichen Dank!