Mund-Nasen-Schutz stoppt ausgehustete SARS-CoV2-Viren nicht

Eine Studie mit vier COVID-2-positiven Patienten zeigt, dass weder ein chirurgischer, noch ein Mund-Nasen-Schutz aus Baumwolle SARS-CoV2-Viren zurückhält, wenn die Patienten unter diesem Schutz husten [1]. Die austretenden Viruspartikel konnten in Petrischalen über eine Distanz von 20cm und auf der Außen(!)seite des Schutzes nachgewiesen werden. Ob die Reichweite der ausgehusteten Viren durch den Mund-Nasen-Schutz beeinflusst wird, ist nicht bekannt.

Eine bereits früher durchgeführte Studie [2] weist dagegen darauf hin, dass ein chirurgischer Mund-Nasen-Schutz saisonale Influenza-, Rhino- und Coronaviren zurückhalten kann, wenn der Patient unter dem Schutz normal atmet. Husten wurde in dieser Studie nicht untersucht.

Beides sind Studien unter Laborbedingungen und mit wenigen Probanden. Darum sind diese Daten nur als erste Hinweise zu werten. In der Apotheke sollten aber MitarbeiterInnen wie PatientInnen darauf hingewiesen werden, dass ein Mund-Nasen-Schutz unabhängig vom Material nur einen begrenzten Schutz bietet. Das Tragen darf die persönlichen Schutzmaßnahmen (Abstand halten, Husten und Niesen in die Armbeuge, Handhygiene) keinesfalls ersetzen.

Entscheidungen über die Lockerung allgemeiner Schutzmaßnahmen, wie z.B. Aufhebung von Versammlungsverboten oder Wiederöffnung von Schulen und Kindergärten, unter der Bedingung, dass alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sollten diese Erkenntnisse berücksichtigen.

Quellen

[1] Bae et al.: Effectiveness of Surgical and Cotton Masks in Blocking SARS–CoV-2: A Controlled Comparison in 4 Patients. Ann Intern Med. 2020. DOI: 10.7326/M20-1342

[2] Leung et al.: Respiratory virus shedding in exhaled breath and efficacy of face masks. Nat Med (2020). https://doi.org/10.1038/s41591-020-0843-2

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Medication Management / Medication Review (USA)

Medication Management / Medication Review in den USA

Den „Guidelines for the Practice of Comprehensive Medication Management” zufolge, wird im ersten Schritt die komplette Medikation des Patienten (Verordnungen, Selbstmedikation, Phytopharmaka, Nahrungsergänzungsmittel) einschließlich der Dosierungen erfasst, ebenso wie seine Arzneimittel-bezogenen Erfahrungen (bisherige Therapieversuche, Allergien, Unverträglichkeiten, Einstellung), sein Gesundheitszustand mit aktuellen klinischen Daten und die vom Patienten bzw. Arzt angestrebten Therapieziele.

Im zweiten Schritt werden die arzneimittelbezogenen Probleme identifiziert:

  • Versorgungssituation (bestehende Indikation für alle verordneten Arzneimittel, Verordnungen für alle bestehenden Indikationen?)
  • Wirksamkeit (wirksamstes Arzneimittel ausgewählt, Dosis den Therapiezielen und dem Zustand des Patienten angemessen?)
  • Sicherheit (gibt es Anzeichen für unerwünschte Wirkungen, Überdosierung?)
  • Adhärenz (Patient fähig und willens, seine Medikation korrekt anzuwenden?)

Der dritte Schritt ist die Erstellung eines Arzneimittel-Versorgungsplans, der die für notwendig befundenen Interventionen, die individuellen Therapieziele, patientenseitigen Informationsbedarf, zu überwachende Parameter für therapeutische und unerwünschte Wirkungen und Folgetermine zur weiteren Therapiebegleitung enthält.

Im vierten Schritt finden wiederholte Treffen in individuell angemessenen Intervallen statt, bei denen neu aufgetretene arzneimittelbezogene Probleme identifiziert und gelöst sowie die festgelegten Parameter und das Erreichen der Therapieziele überprüft werden.

Detaillierte Informationen dazu: http://www.pcpcc.net/files/medmanagement.pdf (letzter prüfender Zugriff: 17.12.12)

von Dorothee Dartsch, CaP Campus Pharmazie GmbH, Hamburg