Newsletter Nr. 01/2017

Hand einer jungen Frau vor weißem Hintergrund - Hand of a young woman isolated on white

Etabliert und gut vernetzt: Der Campus freut sich in seinem fünften Jahr über die zahlreichen mittlerweile fest etablierten Partnerschaften im offiziellen Netzwerk, über den intensiven und regelmäßigen Austausch mit Apotheken, Ärzten und vor allem natürlich mit den engagierten Apothekerinnen und Apothekern. Sie zeigen in unseren Online-Seminaren und sonstigen Veranstaltungen immer wieder, wie unverzichtbar kompetent unser Berufsstand agiert. Unser Jubiläumsjahr stellen wir daher ganz ins Zeichen dieser Unverzichtbarkeit. Mehr dazu im nächsten Newsletter.

 

Herzinsuffizienz und Eisenmangel treten gar nicht so selten gemeinsam auf und addieren sich in ihren ungünstigen Auswirkungen auf die Sauerstoffversorgung. Wie man Eisenmangel an Laborparametern erkennen kann, erfahren Sie auf unserer Website, was bei der Interpretation von Laborparametern allgemein wichtig ist, in unserem Seminar. Start: 25.05.2017; Last-Minute-Anmeldungen noch möglich.

 

Betablocker bei Asthma? Wann sollten Betablocker leitliniengemäß eingesetzt werden? Neue Studiendaten zum Risiko einer Verschlechterung des Asthmas durch Betablocker zeigen, in welchen Fällen die Kontraindikation in den Hintergrund treten darf. Die Verordnung kann aufgrund einer gut begründeten Nutzen-Risiko-Abwägung durchaus auch befürwortet werden. Wir haben für Sie die Erkenntnisse aus neun relevanten Quellen zusammengestellt.

 

Medikationsanalyse: Zum 4. Mal startet im Juli die gemeinsame Fortbildung mit unserem Netzwerkpartner Apothekerkammer Hamburg: „Medikationsanalyse, die Basis für das Medikationsmanagement“. Sie deckt die „Medikationsanalyse als Prozess“ gemäß BAK-Curriculum vollständig ab. Termine u.a. Details auf unserer Website.

 

Kompetenzkatalog: Was Apotheker in der direkten Patientenversorgung können sollen, hat das American College of Clinical Pharmacy neu formuliert. Der Kompetenzkatalog bezieht sich v. a. auf das Medikationsmanagement und beschreibt sehr gut, wie sich Apothekerinnen und Apotheker auch hierzulande nachhaltig als Heilberufler positionieren können. Für uns ist er eine kompakte Zusammenstellung der Ziele unserer Seminare und Case-Trainings. Wir haben den Katalog für Sie übersetzt und zusammengefasst.

 

Hypertonie-Therapie: ‚Je mehr, desto besser‘ gilt nicht. Eine sekundäre Auswertung zweier großer Studien zur Blutdrucksenkung mit Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Systems legt nahe, dass es ein Blutdruck-Optimum gibt, und zwar bei etwa 130/75mmHg. Die zentralen Ergebnisse haben wir für Sie zusammengefasst.

 

Mit Hoffnung auf einen unverzichtbaren Sommer grüßen

Jasmin Hamadeh         Dr. Dorothee Dartsch

(Mediendidaktik)           (Klinische Pharmazie)

 

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Öfter mal den Eisenhaushalt untersuchen

Eine kürzlich erfolgte Auswertung von Registerdaten [1] zeigt: Knapp die Hälfte der untersuchten Herzinsuffizienz-Patienten hatte einen unerkannten Eisenmangel, knapp ein Fünftel sogar eine Anämie. Bei fast jedem zehnten Patienten lag beides vor. Nicht nur, dass Eisenmangel und Anämie mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit einhergingen, die verminderte Effizienz des Sauerstofftransports bedeutet auch eine zusätzliche Belastung des Herzens.

Daher sollte bei Patienten mit Herzinsuffizienz in regelmäßigen Abständen der Eisenstatus bestimmt und auf eine Anämie hin untersucht werden. Wichtige Laborparameter dafür sind: Ferritin, Transferrin und die Transferrinsättigung für den Eisenhaushalt bzw. Hämoglobin, MCV, MCH und Retikulozyten für die Anämie.

Ein Eisenmangel bei Patienten mit Herzinsuffizienz sollte per Eisensubstitution behandelt werden, anstatt mit Erythropoietin, da Letzteres ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien bedeutet [2].

Quellen:

[1] S von Haehling et al.: Prevalence and clinical impact of iron deficiency and anaemia among outpatients with chronic heart failure: The PrEP Registry. Clin Res Cardiol (2017). doi:10.1007/s00392-016-1073-y

[2] ESC-Leitlinie „Diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure“ (2016)

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Newsletter Nr. 05/2016

Windfahne bei Sturm

EuGH-Urteil: Rückenwind von Dritten: In stürmischen Zeiten ist der gut beraten, der den Wind zu seinem Freund machen kann. Dann werden viele der Reaktionen auf das EuGH-Urteil zu wirkungsvollem Rückenwind. Wir haben Ihnen ermutigende Argumente, Berichte und Meinungen in unserem Blog zusammengestellt.

 

Rabatt-Countdown: Nutzen Sie die letzten Tage unseres Frühbucher- und „EuGH-Trotz“-Rabatts: Bis zum 30.11.2016 erhalten Sie bei Ihrer verbindlichen Anmeldung 15% + 5 % Rabatt auf jedes gebuchte Seminar. Seminaranmeldung online.

 

Apotheker sind sicher und verträglich: „Sie haben doch gar nicht die Persönlichkeit für einen Rollenwechsel.“ Als Dr. Karen Lütsch das auf einer Konferenz hörte, hat es sie nicht nur verärgert, sondern zu einer Studie angeregt. Was ihre Literaturauswertung ergeben hat, stärkt das Profil der Apothekerinnen und Apotheker und verweist konstruktiv auf Rahmenbedingungen, die es – jenseits von Persönlichkeitsfragen – braucht, um Beratungskompetenz zu leben. Mehr dazu in unserem Blog.

 

Dann schreiben Sie dem Arzt doch einen Konsiliarbrief: Das ist eine der Ideen, die Dr. Karen Lütsch in unserem ersten Webinar vorgestellt hat. Warum nicht den Kommunikationsweg nutzen, der dem Arzt vertraut ist? Wir stellen Ihnen in unserem Blog einen knapp 2-minütigen Ausschnitt des Webinars zur Verfügung, in dem Sie sehen und hören, wie dieser Weg in Australien erfolgreich beschritten wurde.

 

FLAME-Studie zu COPD: Die doppelt bronchodilatierende Kombination aus langwirksamem Beta-2-Mimetikum (LABA) und langwirksamem Anticholinergikum (LAMA) ist der Kombination aus LABA und inhalativem Kortikosteroid (ICS) überlegen. In unserem Blog haben wir Ergebnisse, Studiendesign und Quellen für Sie zusammen gestellt.

 

Orale Diabetestherapie ausweiten? Eine Empfehlung des britischen NICE hat vorgestern beschrieben, unter welchen Voraussetzungen eine Ausweitung der oralen Diabetes-Therapie auf Dreierkombinationen eine sinnvolle Alternative zum Übergang auf Insulin ist. Hintergründe hierzu sowie die Empfehlungen unserer Leitlinie zu oralen Kombinationen finden Sie in unserem Blog.

 

Vermeidbare Klinikeinweisungen: In Deutschland werden lt. OECD überdurchschnittlich viele Patienten mit Herzinsuffizienz, Asthma oder COPD wegen akuter Verschlechterung ungeplant ins Krankenhaus eingewiesen. Wegen arzneimittelbezogener Probleme? Kurzzusammenfassung und Quellenangaben in unserem Blog.

 

Mit (kurz vor) adventlichen Grüßen

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

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Newsletter Nr. 03/2016

campus-pharmazie-newsletter03-2016

Detektivische Medikationsanalyse aufgelöst: Ein kniffliger Medikationscheck für einen 75-Jährigen stand an. Wie gleiche Endungen Rena Clear und Distrib Volum auf den Lösungsweg gebracht haben, lesen Sie in unserem Blog.

 

Ein Online-Schritt zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie: Das nächste Online-Seminar „Arzneimitteltherapie für besondere Altersgruppen“ startet am 22.09.2016 und wird angerechnet als Seminar A.2 „Arzneimitteltherapie und pharmazeutische Beratung bei besonderen Patientengruppen“, siehe ABDA-Veranstaltungskalender. Teilnehmen dürfen wie immer alle Apotheker. Auch dieses Jahr konnten wir einen erfahrenen Mediziner gewinnen, Fragen zu beantworten und Impulse zu geben.

 

Online-Fortbildung nimmt Fahrt auf – auch und gerade in der Wissenschaft: Wir wurden eingeladen, unsere Erfahrungen aus der Entwickung und Durchführung moderierter Online-Seminare im Buch „Teaching Science online“ weiterzugeben. Mit seiner Sammlung von Best-Practice-Beispielen richtet es sich an Institutionen in Aus-, Fort- und Weiterbildung.

 

Sehen wir uns in Münster? Am 25.08.2016 sind wir erneut mit einem „Campus-Tag“ bei der Apothekerkammer Westfalen-Lippe zu Gast und stellen von 14 bis 18 Uhr Konzept und Ablauf unserer moderierten Online-Seminare am Fallbeispiel vor. Kommen Sie und probieren aus, und lassen Sie sich den Ablauf zeigen. Die Teilnahme ist kostenfrei und erbringt 5 Fortbildungspunkte, Anmeldung über die AKWL.

 

Neue Leitlinie zur Herzinsuffizienz: Das neue Wirkprinzip ARNI ist durchgestartet und hat es ein halbes Jahr nach Zulassung in die Leitlinie geschafft. Lesen Sie auf unserer Website, was es mit ARNI auf sich hat.

 

„Seit ich das nehme, hab‘ ich so ein Ziehen…“ Was tun, wenn Patienten Symptome als Nebenwirkung interpretieren? Kann es einen Zusammenhang geben? Muss ich das melden? Diesen und weiteren Fragen gehen wir im Seminar „Unerwünschte Wirkungen und Pharmakovigilanz“ nach. Der nächste Seminarstart ist am 01.09.16. Und als Gast werden wir diesmal einen Mediziner dabeihaben, der den Austausch mit Erfahrungen und Einschätzungen aus seiner Perspektive bereichert.

 

Medikationsanalyse: ARMIN und WestGem geben erste Eindrücke, wie wirksam sie sein kann. Wenn Sie auch einsteigen möchten: Im Herbst startet unsere Fortbildung mit der AK-HH erneut: Präsenzseminar mit Fokus auf Prozess und Kommunikation (08.10.16, 14-19:00 in HH), anschließend Case-Training mit drei Fallbeispielen (27.10.-02.11.16 oder 03.-09.11.16, online, moderiert).

 

Mit herzlichen Grüßen in den
blühenden Sommer

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

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„Herzinsuffizienz, AV-Block und Myasthenia gravis“ : Lösung

Lösung des Fallbeispiels „Herzinsuffizienz, AV-Block und Myasthenia gravis

Für alle, die schon gespannt auf die Lösung des kniffligen Konfliktes zwischen kardiologischer Therapie und Behandlung der Myasthenia gravis warten, kommt hier die Lösung. Oder besser gesagt eine mögliche Lösung – in diesen Fällen ist es ja selten so, dass es einen einzigen richtigen Weg gibt. Statt dessen muss man abwägen, welche Therapiealternativen zur Verfügung stehen, wie der Verlauf ist, welche weiteren (neuen) Entwicklungen hinzu kommen und so weiter.

Schluckbeschwerden nach Injektion, Arzneimittelinteraktionen?Metoprolol abzusetzen war eine korrekte Entscheidung, weil es bei Patienten mit AV-Block ab 2. Grades nicht eingesetzt werden darf.

Ob Xipamid allein aber reicht, um die Herzinsuffizienz ausreichend zu behandeln, ist fraglich, zumal der Blutdruck recht hoch ist. Ein ACE-Hemmer ist gemäß der Nationalen Versorgungsleitlinie1 in allen Stufen der Herzinsuffizienz indiziert, bei Patienten mit ACE-Hemmer-Unverträglichkeit ersatzweise ein AT1-Blocker. Ab NYHA II könnte auch noch ein Thiazid-Diuretikum nötig sein (v.a. bei Vorliegen von Ödemen oder Elektrolytverschiebungen durch das Schleifendiuretikum) und / oder ein Aldosteron-Antagonist.

Die Myasthenia gravis wird am häufigsten durch Autoantikörper gegen den nikotinischen Acetylcholinrezeptor an der neuromuskulären Synapse hervorgerufen. Diese Form wird mit Immunsuppressiva (hier Prednison) und Parasympathomimetika (hier Pyridostigmin) zur Symptomkontrolle behandelt2.

Eine Reihe von Wirkstoffen kann die Myasthenie-Symptomatik verschlechtern und muss daher einer Nutzen-Risiko-Abwägung unterzogen werden. Dazu gehören u.a. Opioide (Piritramid – erklärt die Schluckbeschwerden), Thiazid- und Schleifendiuretika (Xipamid) und Betablocker (Metoprolol). Pyridostigmin kann einen AV-Block verursachen, so dass sich die Frage stellt, ob der AV-Block bei diesem Patienten iatrogen verursacht ist, allerdings gibt es kaum Alternativen, so dass diese Nebenwirkung u.U. in Kauf genommen werden muss.

Die Empfehlungen der beiden Leitlinien schließen sich z.T. gegenseitig aus. Aufbauend auf der Prednison/Pyridostigmintherapie der Myasthenie sollte die Herzinsuffizienz zunächst zusätzlich zum Xipamid, das offenbar seit längerer Zeit vertragen wird, mit einem ACE-Hemmer behandelt werden. Verursacht das Schleifendiuretikum trotz des ACE-Hemmers eine Hypokaliämie, sollte ein Aldosteronantagonist in niedriger Dosis angesetzt werden. Falls es zu Ödemen kommt, wäre zusätzlich ein Thiazid erforderlich, wobei dann die Myasthenie-Symptomatik zu beobachten und die Pyridostigmindosis ggf. zu erhöhen wäre.

1 Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Chronische Herzinsuffizienz – Langfassung. http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/herzinsuffizienz [Zugriff am 13.12.12]

2 Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie – Myasthenia gravis; 4. überarbeitete Auflage 2008, ISBN9783131324146; Georg ThiemeVerlag Stuttgart http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-087_S1_Myasthenia_gravis_10-2008_10-2013.pdf [Zugriff am 13.12.12]

von Camille Kirt, Garnich, Luxemburg – nochmals herzlichen Dank!

Fallbeispiel Herzinsuffizienz, AV-Block und Myasthenia gravis

Fallbeispiel Herzinsuffizienz, AV-Block und Myasthenia gravis

Ein 76 Jahre alter Patient muss sich einer Hüftoperation unterziehen.

Anamnese:

  • AV-Block 2. Grades
  • Linksherzinsuffizienz
  • (beides seit Jahren und vom Anästhesisten per EKG kurz vor der Operation bestätigt)
  • Myasthenia gravis

Dauermedikation:

  • Xipamid 20mg, 1×1
  • Prednison 10 mg, 2×1
  • Pyridostigmin ret. 180 mg, 2x ½
  • Metoprolol 100mg, 1×1

Akutmedikation nach der OP zusätzlich: Piritramid

Der Patient entwickelte Schluckbeschwerden kurz nach der Injektion des Piritramids, die innerhalb von 24 Stunden verschwanden. Der ß-Blocker wurde im kardiologischen Konsil ersatzlos abgesetzt. Während des Klinikaufenthaltes schwankte der Blutdruck zwischen 140/90 und 160/90.

Welche arzneimittelbezogenen Probleme liegen vor oder könnten eintreten?
Denken Sie gern mit – wir lösen das Rätsel hinter Tür 23 – wenn es soweit ist.

für dieses Fallbeispiel vielen Dank an: Camille Kirt, Garnich, Luxemburg