Behandlung häufiger Infektionen

Aus England kommt ein neuer Leitfaden für die Behandlung häufig vorkommender Infektionen. Er richtet sich an niedergelassene Allgemeinmediziner und Apotheker und soll durch einen „einfachen, effektiven, ökonomischen und empirischen Ansatz“ dazu beitragen, Resistenzentwicklung zu vermeiden.

In übersichtlichem Tabellenformat werden Wirkstoffe – ggf. auch Alternativen, z.B. bei Allergie oder Schwangerschaft – Dosierungen und Therapiedauer für obere und untere Atemwegs-,  urogenitale, gastrointestinale, Haut- und Weichteil- und Augeninfektionen angegeben. Dezidierte Hinweise enthalten auch Angaben dazu, wann keine antibiotische Therapie erfolgen sollte. Eine zweite Tabelle enthält zahnmedizinische Infektionen.

Im Anschluss folgen ausführliche Begründungen und Quellenangaben, die weiterführende Informationen enthalten, falls die Kurzfassung in der Tabelle nicht ausreicht.

Der Leitfaden ist hier zugänglich: Management and treatment of common infections. Antibiotic guidance for primary care: For consultation and local adaptation.

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Newsletter Nr. 01/2016

Miteinander für Patientensicherheit

Miteinander weiter so! Netzwerkpartnerschaften bestätigt: Das Campus-Jahr beginnt mit deutlichem Rückenwind: Alle Partner haben mit Nachdruck die Netzwerk-Partnerschaft bestätigt und wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit, Impulse und den Austausch. Bei Interesse: Lesen Sie auf unserer Website mehr zum Netzwerk und ob das auch für Sie sinnvoll ist.

 

Mit der BAK: E-Learning Seminare für die Weiterbildung anerkannt: Seit diesem Jahr erkennt die BAK E-Learning-Seminare bei Erfüllung der Qualitätskriterien als Elemente der Weiterbildung an. Wir begrüßen den Schritt hin zu mehr Flexibilität und qualitätsgesichertem E-Learning für Apotheker/innen sehr. Das kommende Campus-Seminar ist bereits akkreditiert, die weiteren werden jeweils beantragt.

 

Mit Wechselwirkung: Anmeldungen zum Interaktions-Seminar noch möglich: Der beliebte „Klassiker“ der Campus-Seminare geht in die nächste Runde. Bereits zum 6. Mal wird das moderierte Online-Seminar „Arzneimittelinteraktionen“ nun durchgeführt. Das bewährte Prinzip: Der Fokus liegt neben der verantwortungsvollen und effektiven Einschätzung von Interaktionen darauf, sinnvolle und praktikable Konsequenzen abzuleiten. Aktiv und praxisnah anhand von Fällen – z.B. zur QT-Verlängerung. Der nächste Durchlauf findet vom 07.04. bis 04.05.16 statt; erstmalig BAK-akkreditiert als Bestandteil der Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie.

 

Mit Empfehlungen: Neue Leitlinie zu Demenzerkrankungen: Präventive Maßnahmen und Empfehlung zur Therapie finden Sie in der neuen S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen, vorgestellt von der Fachgesellschaften für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sowie für Neurologie (DGN). Eine Kurzzusammenfassung lesen Sie in unserem Blogartikel.

 

Mit Blick auf die Flüchtlinge: Kurzinformationen für Patienten – in 7 Sprachen online: Auch für die Beratung in der Apotheke nützlich, bieten die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung Kurzinformationen für Patienten zu verschiedenen Themen zum Herunterladen an, darunter auch Arzneimittel und Impfungen. Hier finden sich z.B. Hinweise zu Antibiotika, AMTS, Multimedikation und Opioid-Therapie. Die Handblätter werden auch in Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch, Türkisch und Russisch angeboten.

 

Mit Hoffnung… auf den Frühling
grüßen wir quer durchs Land und über Ländergrenzen hinweg

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Bildnachweis: © tai111 / Fotolia.com

SARI: Antibiotika auf Intensivstationen

SARI

Nein, wir sind nicht in Bollywood, sondern mitten in Intensivstationen deutscher Krankenhäuser; statt bunter Farben erwarten uns resistente Keime und die große Frage nach geeigneten Antibiotika.

http://sari.eu-burden.info/

Hier gibt es Informationen zu  Resistenzdaten aufbereitet nach kritischen Keimen und möglichen Antibiotika seit dem Jahr 2000 auf einen Blick, zudem Informationen welche und wie viele Antibiotika auf Intensivstationen eingesetzt werden.

Die Informationen richten sich in erster Linie an Krankenhäuser, aber auch für den niedergelassenen Bereich sind die Resistenzdaten nützlich.

SARI sucht weitere Krankenhäuser, die ihre Daten ebenfalls zur Verfügung stellen. Je mehr Daten zusammen kommen, desto größer ist der Nutzen für die Patienten und die künftige Therapiesicherheit. Informationen dazu ebenfalls auf der Homepage.

Dank an: Constanze Schäfer, Düsseldorf

PPI und Antibiotika

Protonenpumpeninhibitoren und Antibiotika

Die regelmäßige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren führt zu einer Erhöhung des Magen-pH-Wertes auf über 4. Dies bedeutet, dass für viele Keime der Magen keine Barriere mehr darstellt – normalerweise tötet die Magensäure eindringende Bakterien zu einem großen Teil erfolgreich ab. So auch die vegetativen Formen von Clostridium difficile, nicht jedoch die Sporen. Clostridium difficile ist gegen zahlreiche Antibiotika resistent.

Erhalten Patienten, die regelmäßig Protonenpumpeninhibitoren einnehmen, nun ein Antibiotikum wie Clindamycin oder auch Amoxicillin, so werden viele der normalerweise vorhandenen Darmbakterien abgetötet und die resistenten Clostridien können sich ungehindert vermehren. Einige dieser Bakterien tragen das Gen zur Produktion eines Toxins in sich, das in dieser Situation zum Tragen kommt. Durch die Freisetzung des Toxins kommt es zu massiven Durchfällen bis hin zu einem Megakolon oder Darmperforation, die eine Sepsis auslösen kann.

(Quellen:
Fordtran
, John S.: Colitis due to Clostridium difficile toxins: underdiagnosed, highly virulent, and nosocomial. In: Baylor University Medical Center Proceedings, Vol. 19, Nr. 1/2006, S. 3 – 12,
Vetter, Christine: Starke Zunahme der Inzidenz. In: Deutsches Ärzteblatt, Jg, 108, Heft 23, 10.6.2011 A 133,

http://www.fda.gov/Drugs/DrugSafety/ucm290510.htm
– Stand 03.12.2012)

von Constanze Schäfer, Düsseldorf – Dankeschön!

Antibiotikatherapie bei Harnwegsinfekt

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung gibt in ihrer jüngsten Ausgabe von „Wirkstoff aktuell“ Empfehlungen zur rationalen Antibiotikatherapie bei unkomplizierten Harnwegsinfekten. Neben spezifischen Hinweisen zur Wahl des optimalen Wirkstoffs je nach Patientengruppe enthält die Veröffentlichung eine Übersicht über die Therapiekosten, die Pharmakologie, das Wirkungsspektrum, unerwünschte Wirkungen und Vorsichtsmaßnahmen sowie Hinweise zur Einnahme in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Die Empfehlung ist kostenfrei als pdf über die folgende Seite verfügbar:
http://www.kbv.de/ais/12905.html