Die Forta-Liste als Datenbank

Forta – „Fit fOR The Aged“ ist ein Medikamenten-Klassifizierungssystem für die medikamentöse Therapie älterer Patienten. Als Papier- oder PDF-Liste werden Sie sie vielleicht schon kennen – jetzt gibt es sie auch als webbasierte Datenbank.

Sie wurde 2018 überarbeitet und enthält nun 296 Substanzen bzw. Substanzklassen für 30 Indikationsgebiete. Diese Substanzen werden bei älteren Patienten besonders oft verordnet. Die 4 Kategorien sind unverändert: A: unverzichtbar („absolutely“), B: vorteilhaft („beneficial“), C: fragwürdig („caution“) und D: vermeiden (“don’t“). Durch Eingabe einer Indikation bekommt man einen Überblick über die Nutzen-Risiko-Bewertung der einzelnen Medikamente und kann die aktuellen Verordnungen überprüfen und gegebenenfalls optimieren.

Der neue Web-Auftritt ist sehr einfach gehalten. Nach der Bestätigung des Haftungsausschlusses gelangt man direkt auf die Maske zur Indikationssuche. Alternativ ist über das oben links aufklappbare Menü auch die Suche nach Stoffklasse-/Substanz, ATC- oder ICD-Code möglich. Nach wenigen Buchstaben werden die passenden Stichworte in einem Drop-Down-Menü angezeigt. Man kann dann das Zutreffende auswählen und anhand der Bewertung entscheiden, ob die Behandlung optimiert werden kann.

Im Menü befinden sich neben den Anwendungshinweisen auch die Quellen der Forta-Liste und Informationen über die Betreiber der Liste. Weitere Details finden Sie auch auf der Seite der Medizinische Fakultät Mannheim der Uni-Heidelberg.

Und hier geht es zu der Datenbank: https://forta.umm.uni-heidelberg.de/

Viel Spaß beim Ausprobieren.

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Medication Management / Medication Review (USA)

Medication Management / Medication Review in den USA

Den „Guidelines for the Practice of Comprehensive Medication Management” zufolge, wird im ersten Schritt die komplette Medikation des Patienten (Verordnungen, Selbstmedikation, Phytopharmaka, Nahrungsergänzungsmittel) einschließlich der Dosierungen erfasst, ebenso wie seine Arzneimittel-bezogenen Erfahrungen (bisherige Therapieversuche, Allergien, Unverträglichkeiten, Einstellung), sein Gesundheitszustand mit aktuellen klinischen Daten und die vom Patienten bzw. Arzt angestrebten Therapieziele.

Im zweiten Schritt werden die arzneimittelbezogenen Probleme identifiziert:

  • Versorgungssituation (bestehende Indikation für alle verordneten Arzneimittel, Verordnungen für alle bestehenden Indikationen?)
  • Wirksamkeit (wirksamstes Arzneimittel ausgewählt, Dosis den Therapiezielen und dem Zustand des Patienten angemessen?)
  • Sicherheit (gibt es Anzeichen für unerwünschte Wirkungen, Überdosierung?)
  • Adhärenz (Patient fähig und willens, seine Medikation korrekt anzuwenden?)

Der dritte Schritt ist die Erstellung eines Arzneimittel-Versorgungsplans, der die für notwendig befundenen Interventionen, die individuellen Therapieziele, patientenseitigen Informationsbedarf, zu überwachende Parameter für therapeutische und unerwünschte Wirkungen und Folgetermine zur weiteren Therapiebegleitung enthält.

Im vierten Schritt finden wiederholte Treffen in individuell angemessenen Intervallen statt, bei denen neu aufgetretene arzneimittelbezogene Probleme identifiziert und gelöst sowie die festgelegten Parameter und das Erreichen der Therapieziele überprüft werden.

Detaillierte Informationen dazu: http://www.pcpcc.net/files/medmanagement.pdf (letzter prüfender Zugriff: 17.12.12)

von Dorothee Dartsch, CaP Campus Pharmazie GmbH, Hamburg