Newsletter Nr. 02/2019

Wegweise

In der Krebstherapie: Leber- und Nierenfunktion berücksichtigen. Welches Organ hat Einfluss auf die Pharmakokinetik des onkologischen Wirkstoffs, so dass die Dosis angepasst werden muss? Wir haben für Sie eine Übersicht zusammengestellt.

Leitfaden UAW-Meldung: Wie geht das mit der Meldung von Nebenwirkungen und der Pharmakovigilanz? Welche UAW sollten Sie unbedingt melden? Die Hinweise zur Meldung aus dem aktuellen AkdÄ-Leitfaden finden Sie auch auf unserer Website.

Nächste Seminare: Literaturrecherche (ab 05.09.), Angewandte Pharmakokinetik (ab 03.10.). Anrechnung auf die Weiterbildung und den Master siehe Campus-Website.

„SINA“-Projekt: Seit Februar ist der Campus beratendes Mitglied in der Curriculum-Entwicklungs-Gruppe des vom BMG geförderten Projekts „SINA“ (Strukturiertes INterprofessionelles Studienangebot zur Arzneimitteltherapiesicherheit). In diesem Zusammenhang laden wir Sie ein, uns Ihre Vorstellungen von einem AMTS-Masterstudium bis zum 31.08. in einer Online-Befragung mitzuteilen.

Begünstigt Arzneimittelversand wirklich die Adhärenz? Manche Studien zeigen einen positiven Einfluss. Warum die Schlussfolgerung möglicherweise hinkt und man vorsichtig mit der Wahl des Endpunktes für Adhärenz sein muss, stellen wir in unserem Blog dar.

Sprechstunde in der Praxis, per Telefon oder per Video: Erstmals sind die drei Kommunikationswege zwischen niedergelassenen Ärzten und Patienten im Rahmen einer explorativen non-randomisierten Studie verglichen worden. Wer wie abgeschnitten hat, erzählen wir im Blog.

Stipendien der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmazie: Unser Netzwerkpartner, die DGKPha, fördert aktuell Mitglieder, die ihre Kompetenz auf dem Gebiet der angewandten patientenorientierten Klinischen Pharmazie vertiefen möchten: 1500 Euro für eine Diplom- oder Masterarbeit bzw. 250 Euro für den Besuch einer Fortbildung, die in besonderer Weise klinisch-pharmazeutische Fähigkeiten vermitteln. Bewerben Sie sich doch und lassen sich für ein Seminar bei uns oder das Masterstudium „Clinical Pharmacy Practice“ fördern! Alle Details finden Sie auf der DGKPha-Website.

Nächster Info-Abend zum Masterstudium: Erste-Hand-Informationen zum Masterstudium „Clinical Pharmacy Practice“ gibt es am 27.09.19, 19.00 – 21.00, in Düsseldorf. Gemeinsam mit der Robert Gordon University in Aberdeen bieten wir dieses Studium im berufsbegleitenden Online-Format an. D. Dartsch und G. Gray, die Studienkoordinatorin aus Aberdeen, beantworten, was man von dem Studium hat, wie es sich in den Alltag einfügt u.v.m. Interessiert? Melden Sie sich hier direkt an.

Ab sofort online: Seminarfahrplan 2020 mit Frühbucherrabatt: Bis einschließlich 17.09.19 (das ist der erste Welttag der Patientensicherheit!) erhalten Sie bei Ihrer verbindlichen Anmeldung 15% Rabatt auf jedes gebuchte Seminar des Jahres 2020.

Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen 16.01. – 12.02.
Interpretation von Laborparametern 19.03. – 15.04.
Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen 16.04. – 13.05.
Arzneimittelinteraktionen 28.05. – 24.06.
Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation 03.09. – 30.09.
Angewandte Pharmakokinetik 15.10. – 11.11.
Unerwünschte Arzneimittel- Wirkungen, Pharmakovigilanz 12.11. – 09.12.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins 2. Halbjahr!

Jasmin Hamadeh——Dr. Dorothee Dartsch
(Mediendidaktik)–__–(Klinische Pharmazie)
——-mit dem Campus-Team

Hier können Sie unseren Newsletter herunterladen: PDF-Datei

Bildnachweis: © contrastwerkstatt / Fotolia

Dosisanpassung an Organfunktionen bei Krebspatienten

Welche Wirkstoffdosierungen müssen an die Nieren-, welche an die Leberfunktion angepasst werden?

Eine eingeschränkte Nieren- und / oder Leberfunktion ist nicht so selten bei Krebspatienten – sei es aufgrund der Erkrankung selbst, aufgrund von nephro- oder hepatotoxischen Nebenwirkungen der Therapie oder aufgrund von fortgeschrittenem Alter.

Angesichts der geringen therapeutischen Breite der Krebstherapeutika stellt sich daher häufig die Frage, ob eine solche Erkrankung die Pharmakokinetik des verordneten Wirkstoffs beeinflusst, so dass die Dosis angepasst werden muss.

Das Verständnis der Pharmakokinetik, speziell des Eliminationsweges (renale oder biliäre Exkretion mit oder ohne vorherige hepatische oder anderweitige Metabolisierung) eines Wirkstoffs, ist eine wesentliche Basis für die Einschätzung, ob die Nieren- oder die Leberfunktion oder beide bei der Dosierung berücksichtigt werden müssen.

Keine Regel ohne Ausnahmen

Manchmal sind die Empfehlungen allerdings auch überraschend, z.B. die Notwendigkeit der Dosisanpassung an die Nierenfunktion für Imatinib und Sorafenib, die beide vorrangig hepatisch eliminiert werden. Für Imatinib wurden bei niereninsuffizienten Patienten höhere Plasmaspiegel und mehr Nebenwirkungen gefunden, für Sorafenib stärkere Toxizität bei unveränderten Plasmaspiegeln. In beiden Fällen ist nicht ganz klar, warum das so ist. Erhöhte Plasmaspiegel weisen auf einen pharmakokinetischen Mechanismus hin (evtl. eine veränderte Bindung an α1-saures Glykoprotein, das bei Niereninsuffizienz verstärkt exprimiert wird), Erhöhte Toxizität bei unverändertem Plasmaspiegel auf einen pharmakodynamischen, also veränderte Sensitivität.

Die Autorinnen und Autoren einer kürzlich erschienenen Übersichtsarbeit haben sich die Mühe gemacht, die Dosierungsvorschriften von mehr als 150 onkologischen Wirkstoffen und Studiendaten dazu aus der Literatur durchzugehen und die an Eliminationsstörungen anzupassenden in drei Gruppen einzuteilen: a) solche, die bei eingeschränkter Nierenfunktion niedriger dosiert werden müssen, solche, die an b) eine mild bis moderat und solche, die an c) eine stark eingeschränkte Leberfunktion anzupassen sind.

Für Zytostatika-herstellende Apotheken ist die gesamte Übersicht wichtig, für andere Apotheken vorrangig die Spalte mit den oral verfügbaren Wirkstoffen.

Quelle

Krens SD et al.: Dose recommendations for anticancer drugs in patients with
renal or hepatic impairment. Lancet Oncol 2019; 20: e200–07

Bildnachweis: © Sagittaria / Fotolia

Veranstaltungshinweis:

Falls Sie mehr über angewandte pharmakokinetische Zusammenhänge erfahren möchten: melden Sie sich für unser Seminar an, das am 03. Oktober 2019 startet!

Newsletter Nr. 05/2015

autumn leaves on a laptop

 

Einfache Medikationsanalyse am Fallbeispiel: Die Expertin Dr. Kinet ist im Herbst-Urlaub. Auf sich allein gestellt, rätseln Apothekerin Rena Clear und PhiP Distrib Volum über einer Medikationsliste. Können Sie ihnen helfen? Viel Spaß beim Mitmachen!

 

Flüchtlingsversorgung – Hilfsmittel: Die medizinische Versorgung der zu uns flüchtenden Menschen ist eine Herausforderung. In unserem Blog stellen wir ein Webinar des Centrums für Reisemedizin für Ärzte vor, das auch für uns Apothekerinnen und Apotheker relevante Aspekte enthält. Außerdem sind wir auf fremdsprachige Anwendungshinweise gestoßen.

 

Seminare 2016 und Frühbucherrabatt: Zur Erinnerung, der Anfang Oktober angekündigte Frühbucherrabatt auf Seminarbuchungen für das nächste Jahr läuft am 31.10.15 aus. Jetzt schnell noch anmelden!

 

Calcium und Knochenbrüche: Frisch publiziert und bei uns zusammengefasst: Systematische Auswertung von Studien zur Beeinflussung des Frakturrisikos durch die Einnahme von Calcium.

 

Seminar „Besondere Altersgruppen“: Noch können wir Teilnehmer für das Seminar – das diesmal mit ärztlicher Co-Moderation stattfinden wird – aufnehmen. Das Seminar beschäftigt sich mit der medikamentösen Therapie von Kindern, Schwangeren und Senioren und kommt vom 5.11. bis 02.12.15 zu Ihnen ins Haus, wann immer Sie wollen.

 

Studie zur Krebstherapie in der Schwangerschaft: Einer Arzneimitteltherapie in der Schwangerschaft sollte eine gründliche Nutzen-Risiko-Abwägung vorausgegangen sein. Dies gilt umso mehr bei Therapien, die ein hohes Risiko beinhalten, wie z.B. die Tumorbehandlung. Eine aktuelle Studie geht der Frage des fetalen Risikos solcher Therapien nach und kommt zu dem Schluss, dass die pränatale Exposition weder die kognitive noch die kardiale noch die generelle Entwicklung des Kindes beeinträchtigt. Wir stellen Ihnen die Studie vor.

 

Myalgie unter Statinen: Praxisrelevante Hinweise zu Muskelbeschwerden unter Statinen, z.B. wann die Therapie gestoppt oder pausiert werden sollte, finden Sie ab sofort zusammengefasst auf unserer Website.

 

Adventskalender: Auch in diesem Jahr soll es auf umfangreiche Nachfrage hin wieder einen Adventskalender geben. Ihr persönliches Highlight zur patientenorientierten Pharmazie nehmen wir gern mit auf. Sie sind herzlich willkommen, uns Ihren Beitrag bis zum 20.11.15 zu mailen.

 

Kollegial grüßen durch die fallenden Blätter:

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Studie zur Krebstherapie in der Schwangerschaft – was sagt sie aus?

Eine Krebsdiagnose während der Schwangerschaft wirft die Frage auf, wie der Tumor effektiv behandelt werden kann, ohne dabei das Kind im Mutterleib zu schädigen.

Die gute Nachricht ist zunächst, dass das Krebsrisiko durch eine Schwangerschaft nicht erhöht und die Prognose nicht verschlechtert ist. Die chirurgische Tumoresektion ist für das Kind in aller Regel am sichersten.

Je nach Tumorentität ist in vielen Fällen jedoch eine (zusätzliche) Strahlen- oder Chemotherapie notwendig. Deren Effektivität wird durch die Schwangerschaft nicht beeinträchtigt, aber sie könnte die kindliche Entwicklung schädigen. Angesichts der Wirkmechanismen und der unerwünschten Wirkungen der Zytostatika ist das gut vorstellbar – aber kommt es wirklich zur strukturellen oder funktionalen Schädigung des Kindes? Nur wenn das gesichert der Fall sein sollte, wäre überhaupt über eine gezielt eingeleitete Frühgeburt oder gar eine Abtreibung nachzudenken. Aufschluss darüber können nur Fallberichte und Anwendungsbeobachtungen geben.

Aktuelle Studiendaten

Eine multizentrische Fall-Kontroll-Studie ist kürzlich zu diesem Thema erschienen [1], die Anlass zu vorsichtigem Optimismus bietet. Ihre Schlussfolgerung lautet übersetzt: „Pränatale Exposition gegenüber einer mütterlichen Krebserkrankung mit oder ohne Behandlung beeinträchtigte die kognitive, kardiale oder allgemeine Entwicklung der Kinder innerhalb ihrer frühen Kindheit nicht.“

Aber Achtung: Die Methodik der Studie weist (auch nach Aussage der Autoren) Limitationen auf, die die Kraft dieser Schlussfolgerung erheblich mindern. Zum Einen ist dies die – vermutlich der Seltenheit des Ereignisses geschuldete – geringe Anzahl der untersuchten Kinder insgesamt: jeweils 129 Kinder von Müttern mit („Fälle“) und ohne („Kontrollen“) Krebserkrankung. Der Zeitpunkt der Krebsdiagnose lag im Median in der 18. SSW. Von den 129 Fällen wurden 96 pränatal gegenüber einer Chemotherapie exponiert, in den meisten Fällen (n=58) war dies das FAC- oder FEC-Schema, in 14 Fällen ein Taxan sowie in jeweils weniger als 10 Fällen eines von 11 weiteren zytostatischen Protokollen.

Zum Anderen ist der Beobachtungszeitraum bislang kurz: Die Kinder waren bei der Untersuchung im Mittel 22 und maximal 42 Monate alt. Über Spätfolgen wie z.B. ein erhöhtes Krebsrisiko der exponierten Kinder lässt diese Studie folglich keine Aussage zu.

Objektiv untersucht wurden in dieser Studie die Herzfunktion (EKG und Ultraschall) und die Kognition (pädiatrischer Entwicklungstest anhand der Bayley Scale of Infant Development). Ferner wurden die Eltern per Fragebogen nach Auffälligkeiten befragt. Dass es Schädigungen anderer Organsysteme geben könnte, ist folglich anhand der Studie nicht auszuschließen.

Die Studie zeigt folglich, dass eine maternale Krebstherapie die Entwicklung eines ungeborenen Kindes nicht in jedem Fall beeinträchtigt, soweit bis zum Alter von 2-3 Jahren beurteilbar. Eine Quantifizierung des Risikos lässt sie wegen der geringen Fallzahl nicht zu, und beweisen, dass eine solche Krebstherapie unschädlich ist, kann sie ohnehin nicht.

Allgemeine Grundsätze

Eine Krebstherapie in der Schwangerschaft muss individuell für jeden Einzelfall und möglichst von einem multidisziplinären Team geplant werden. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht automatisch notwendig oder gerechtfertigt. Unter den nachweislich wirksamen Therapiestrategien sollte diejenige gewählt werden, die für das Kind das geringste Risiko bedeutet. Nach wie vor gilt, dass Arzneimitteltherapien mit dem Risiko für Teratogenität möglichst erst ab der 13. SSW begonnen werden sollten.

Quellen

[1] F Amant et al.: Pediatric outcome after maternal cancer diagnosed during pregnancy. N Engl J Med. 2015, online Sep 28

[Bild: © Fotolia]

Newsletter Nr. 03/2014

AMTS-Experte

Nicht ohne mein Kortikoid: Der Gebrauch von langwirksamen Beta-2-Mimetika (LABA) steht im Verdacht, langfristig die Häufigkeit von asthmabedingten Krankenhauseinweisungen und Todesfällen zu erhöhen. Aber nur, wenn LABA allein – statt nach Leitlinie in Kombination mit einem inhalativen Kortikosteroid (ICS) – angewandt werden. Lesen Sie mehr dazu hier.

 

Fachtagung Orale Krebstherapie: Immer häufiger werden Krebspatienten mit oral verfügbaren antineoplastischen Arzneimitteln behandelt. Auf der einen Seite ist das eine Erleichterung für die Patienten, die nicht mehr so häufig in die onkologische Arztpraxis kommen müssen, andererseits bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für die korrekte Anwendung und macht die Beratung in der Apotheke besonders wichtig. Am 13. September 2014 können Sie sich dazu in München fortbilden. Informationen darüber hier.

 

Neuer Netzwerkpartner: die Apothekerkammer Hamburg: Wir freuen uns, als neuen Partner in unserem Fortbildungsnetzwerk die Apothekerkammer Hamburg zu begrüßen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

 

Campus Pharmazie bei der ADKA-Jahrestagung: Beim 39. ADKA-Kongress vom 15. bis 18. Mai 2014 in Hamburg stellen wir die Evaluationsergebnisse aller Seminare des Jahres 2013 vor und beteiligen uns mit einem Poster-Beitrag zum Thema „Hypertonie-Leitlinien: Empfehlungen von allen Seiten“ am wissenschaftlichen Programm. Der Beitrag beleuchtet die Übereinstimmungen und Unterschiede der um den Jahreswechsel erschienenen europäischen, amerikanischen und kanadischen Leitlinien zur antihypertensiven Therapie.

 

Seminar „Unerwünschte Wirkungen und Pharmakovigilanz“: Dieses Seminar ist gerade gestartet. Passend zum Thema ist aktuell ein Artikel über iatrogene neurologische Störungen erschienen, der hier kurz zusammengefasst ist. Gerade bei neurologischen UAW ist es schwierig, diese als UAW zu erkennen, weil die neurologischen Veränderungen so viele Gesichter haben können. Wird die Störung nicht als UAW erkannt, sondern für eine neue Erkrankung gehalten, entstehen Verordnungskaskaden, die wiederum das Risiko für weitere UAW durch die neuen Wirkstoffe und ihre Interaktionen erhöhen.

 

Medikationsmanagement mit der AKHH: Die Apothekerkammer Hamburg und Campus Pharmazie bieten gemeinsam an: „Medikationsanalyse – die Basis für das Medikationsmanagement“. Die Veranstaltung besteht aus einem Präsenzseminar mit Einführung ins Thema und praktischen Übungen zur Kommunikation mit Patienten am 05.07.2014 und einem Online-Training, in dem die Medikationsanalyse an drei Fällen aktiv geübt wird, damit Sie sie im Anschluss auch im Alltag einsetzen können. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Aktionsangebot zur 2. Jahreshälfte: Unsere Veranstaltungen in der 2. Jahreshälfte finden Sie in unserem Fortbildungskalender. Auf alle Anmeldungen bis zum 31. Mai 2014 erhalten Sie 10% Rabatt.

 

Mit kollegialen Grüßem

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Newsletter Nr. 10/2013

besser gemeinsam

Fortbildungs-Interaktionen: Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe hat die moderierten Campus-Pharmazie-Seminare intensiv geprüft und entschieden, die Seminarteilnahme ihrer Mitglieder finanziell zu fördern. Die Kammer erweitert auf diesem Weg ihr Fortbildungsangebot um kompetenzorientierte E-Learning-Einheiten in patientenorientierter Pharmazie.Anmeldung zu den Seminaren ist ab sofort möglich. Weitere Netzwerkpartner Apothkerkammer Westfalen-LippeInformationen finden Sie hier und auf den Seiten der Apothekenkammer Westfalen-Lippe.

 

Campus-Tag in Münster: Zum Auftakt der „Fortbildungs-Interaktion“ veranstalten wir am 20.11.13 von 14 bis 18 Uhr mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe einen Campus-Tag in Münster. In diesem „echten“ Treffen führen wir interessierte Kolleginnen und Kollegen entlang einer Fallbearbeitung durch den typischen Ablauf der Campus Pharmazie-Seminare. Mehr Informationen zum Ablauf finden Sie hier. Anmeldung zu dieser kostenlosen, mit 5 Fortbildungs-Punkten für Apotheker/innen aller Kammerbezirke honorierten Veranstaltung über die über den online-Fortbildungskalender der AkWL.

 

Diabetes und Niere: Ein Viertel aller Typ 2-Diabetiker hat eine diabetische Nierenschädigung. Wie Sie Patienten mit dieser Eliminationsstörung durch eine Anpassung der Arzneimitteltherapie unterstützen können, erfahren Sie hier.

 

Adventskalender 2013: Auch dieses Jahr möchten wir Sie mit einem klinisch-pharmazeutischen Adventskalender erfreuen und laden Sie herzlich ein, sich an der Gestaltung zu beteiligen. Als Dankeschön verlosen wir unter allen teilnahmeberechtigten Einsendern von Kalenderbeiträgen Plätze zu den Seminaren „Patienten mit Eliminationsstörungen“ (16.01.-12.02.14), „Arzneimittelinteraktionen“ (13.03.-09.04.14) und zum Case-Training (23.-29.01.14). Nähere Informationen hier.

 

Glückwunsch den Absolventen des Seminars Interpretation von Laborparametern: Alle Teilnehmenden haben die Anforderungen mit Bravour erfüllt und sind nun in der Lage, die gängigen Laborparameter in der Optimierung von Arzneimitteltherapien anzuwenden. Die Zertifikate und Teilnahmebescheinigungen für die 26 Fortbildungspunkte der Kammer sind sehr verdient und unterwegs. Wir freuen uns über den Zuwachs im Alumni-Netzwerk.

 

Don’ts in der Krebstherapie: Die ASCO hat fünf medizinische Maßnahmen benannt, die in der Krebstherapie unterbleiben sollten. Wir haben Sie hier für Sie zusammengefasst.

 

Medikamente in der Stillzeit: Viele Arzneimittel werden in der Stillzeit aus Angst vor Nebenwirkungen beim Kind abgesetzt, oder es wird auf Flaschennahrung umgestellt. Dies ist seltener nötig, als viele denken, sagt die American Academy of Pediatrics, AAP. Mehr Informationen haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

 

Bildungsprämie verlängert: Die Vergabe der „Bildungsprämie“ wurde verlängert. Mit dieser staatlichen Förderung für berufliche Fort- und Weiterbildungen können Teilnehmer mit einer Übernahme von bis zu 50% der Seminargebühren unterstützt werden. Nähere Informationen finden Sie unter www.bildungspraemie.info, allgemeine Informationen zu Fördermöglichkeiten der Campus Pharmazie-Seminare auch hier.

 

dpv-Treffen: Über Merkmale und Möglichkeiten verschiedener E-Learning-Formate sprach Dorothee Dartsch am 19.10.13 auf Einladung des Deutschen Pharmazeutinnen-Verbandes beim 9. Europäischen Pharmazeutinnen-Treffen. Besonderer Fokus des Vortrags lag auf kompetenzorientierten Konzepten. Intensiv diskutiert wurde im Anschluss nicht nur das Zusammenspiel aus Methoden und Lernzielen, sondern auch die Frage, ob Fort- und Weiterbildung für Apothekerinnen und Apotheker verpflichtend sein sollte. Die Vortragsfolien und Weiterführendes hier.

 

Wir wünschen Ihnen einen erkältungsfreien November!

Prof. Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

ASCO: Fünfmal „don’t“ in der Krebstherapie

Fünf medizinische Maßnahmen, die in der Krebstherapie vermieden werden sollen

Die Amerikanische Gesellschaft für Klinische Onkologie ASCO hat vorgestern das Ergebnis einer strukturierten Umfrage unter in ASCO-Komitees engagierten Onkologen veröffentlicht, welche Top-5 in der Behandlung von Krebspatienten vermieden werden sollten.

Der Hauptfokus lag auf einem pharmakoökonomischen Einsatz von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.

1. Zur supportiven Therapie bei Chemotherapien mit geringem oder moderatem emetogenen Potenzial sollen keine Antiemetika eingesetzt werden, die den hochemetogenen Therapien vorbehalten sind, es sei denn, ihre größere Wirksamkeit ist im Einzelfall erforderlich.

(Leitlinien zur antiemetischen Supportivtherapie vom Januar 2013 finden sich z.B. hier: MASCC – Entiemetic Guidelines.)

2. Bei metastasiertem Brustkrebs keine Kombinations-Chemotherapie einsetzen, wenn sie nicht zur sofortigen Symptomkontrolle notwendig ist. Kombinationen sollen wegen ihrer stärkeren unerwünschten Wirkung nur im kurativen Setting eingesetzt werden.

3. Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und PET in Verbindung mit Computertomografie (PET-CT) sollen nicht zum Routine-Follow-up bei Patienten eingesetzt werden, die die Initialtherapie abgeschlossen haben und keine Symptome zeigen, solange nicht belegt ist, dass diese Untersuchung das Therapieergebnis positiv beeinflusst.

4. Bei symptomfreien Männern mit einer weiteren Lebenserwartung von 10 oder weniger Jahren soll kein PSA-Screening erfolgen. Studien haben gezeigt, dass das PSA-Screening in dieser Gruppe keinen Überlebensvorteil erbringt.

5. Zielgerichtete Therapien sollen nicht eingesetzt werden, wenn die Tumorbiologie keinen Anhaltspunkt für eine Wirksamkeit der Therapie gibt.

Quelle: Schnipper et al.: American Society of Clinical Oncology 2013 Top Five List in Oncology. J Clin Oncol, published ahead of print on october 29, 2013 as 10.1200/JCO.2013.53.3943

Pharmazeutisches vom NZW 2013

Auch im Bereich Pharmazeutisches gab es beim NZW natürlich viel Spannendes für uns – viel mehr als hier dargestellt werden kann. Aber ein paar der interessanten Punkte waren:

Prof. Dr. G. von Minckwitz (Neu-Isenburg): Die therapieentscheidende Klassifikation beim Mamma-Ca ändert sich nach dem Grundsatz: „Treat the biology, not the stage“. Die neue Klassifikation enthält Bezeichnungen wie „Basal-like“, „Claudin-low“, „HER-2-enriched“, „Luminal-A“, „Luminal-B“ u.a. Beispielsweise handelt es sich beim „Luminal-A“ um langsam proliferierende Karzinome, für die wahrscheinclih eine reine endokrine Therapie ausreicht. Diese soll grundsätzlich so lange durchgeführt werden, wie es  Verträglichkeit und Compliance zulassen, also auch länger als 10 Jahre. Ob Tamoxifen oder Aromatasehemmer ist für das Outcome vermutlich gleichgültig und kann anhand der Verträglichkeit festgelegt werden.

Dr. B. Albrecht (München): Faktoren, die Krebspatienten in die Arme von Wunderheilern treiben können, sind mangelndes Einfühlungsvermögen derjenigen Schulmediziner, die die (Erst-)Diagnose mitteilen, Fokussierung der Medien auf Leiden unter der Chemotherapie einerseits sowie Einzelberichte von Spontan (Wunder-)Heilungen andererseits, Versprechen der Wunderheiler wie „Ich kann Ihnen helfen, den Krebs zu besiegen“ und Verschwörungstheorien wie „Die Pharmaindustrie hält das Wissen um Behandlungsoptionen zurück, um ihre Präparate abzusetzen“.

Prof. Dr. G. Wiedemann (Ravensburg): Apotheker sollen die Anzeichen eines SIRS (systemic inflammatory response syndrome) als Vorstufe der Sepsis und des septischen Schocks erkennen, weil sie die ersten sein können, die den Patienten mit diesen Anzeichen sehen. Dann ist schnelles Handeln erforderlich, denn mit jeder Stunde, um die sich dher Therapiebeginn verzögert, steigt die Letalität um knapp 7%.

Wenn mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind, könnte Ihr Patient ein SIRS haben:

  • Körpertemperatur über 38°C oder unter 36°C
  • Puls schneller als 90 Schläge pro Minute
  • Atemfrequenz über 20 pro Minute oder ein pCO2 unter 32 mmHg
  • Leukozyten über 12,000 oder weniger als 4,000 pro µl

Ein solcher Patient gehört umgehend in die Klinik, wo schnellstmöglich Volumen substituiert, Sauerstoff gegeben und ein Antibiotikum angesetzt werden muss.

Dorothee Dartsch, CaP Campus Pharmazie GmbH

Misteltherapie ;) und Mythen

Misteln – nicht nur zur Weihnachtszeit

Haben Sie zuhause schon einen Mistelzweig aufgehängt? Treffen sich zwei unter dem Mistelzweig, sollen sie eine Beere abpflücken und sich küssen. Oder auch zwei Beeren für zwei Küsse. Beeren alle – Schluss mit dem Küssen. Was aber, wenn Sie bei der Gelegenheit nach der Pharmazie der Mistel gefragt werden?

Damit Sie dafür gewappnet sind, hier das Wichtigste in Kürze: Viscum album aus der Familie der Sandelholzgewächse ist ein immergrüner, kugelig wachsender Schmarotzer, der gerade im Winter auf ansonsten kahlen Bäumen aller Art gut sichtbar wächst. Schon seit langer Zeit gilt die Mistel als potentes Heilmittel, das früher der Sage nach von Druiden mit goldenen Sicheln geerntet wurde.

Sie enthält eine Reihe von Wirkstoffen (je nach Kenntnisstand Ihres Kusspartners können Sie vielleicht beiläufig Begriffe wie Lektine oder Viscotoxine fallen lassen), von denen einige toxisch sind. Mistelpräparate gehören daher in die Hand des Fachmanns.

Je nach Dosierung reicht die Wirkung von immunstimulierend bis zytotoxisch, weshalb die Misteltherapie ihren festen Platz in der Krebstherapie hat. Die Wirksamkeit ist allerdings aus Sicht der Schulmedizin nach wie vor nicht befriedigend belegt, weil die Qualität der bislang durchgeführten Studien nicht ausreiche, so der Krebsinformationsdienst auf seiner Website (http://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/mistel.php).

Bekannte unerwünschte Wirkungen sind lokale Reaktionen an der Injektionsstelle sowie grippeähnliche und allergische Reaktionen. Je nach verwendetem Präparat sind bestimmte Patientengruppen von der Anwendung ausgeschlossen, z.B. solche mit Schilddrüsenerkrankungen, erhöhtem Hirndruck, bestimmten Tumorentitäten oder auch Kinder. Der weiteren Anwendungsgebiete gibt es so viele wie Wirtsbäume für die Mistelpflanze, aber dafür ist der Evidenzgrad noch viel geringer, darum lassen wir das an dieser Stelle lieber außen vor.

Ihr Gegenüber lässt sich von Ihrem Wissen nicht beeindrucken? Dann setzen Sie darauf, dass noch genügend Beeren am Mistelzweig hängen.

von Dorothee Dartsch – CaP Campus Pharmazie GmbH