Apotheker zeigt auf Tablettenpackung @ joyfotoliakid | Adobe Stock

Was ist über fördernde und hemmende Faktoren bei der Einführung von Medikationsanalysen in öffentlichen Apotheken bekannt? Um das herauszufinden, haben wir eine systematische Übersichtsarbeit erstellt.

Das heißt, wir haben die englisch-, deutsch- und spanischsprachige Fachliteratur in vier Datenbanken mit Suchbegriffen rund um “implementation”, “pharmac”, [“medication review” OR “medication management”], facilit*, barrier* strukturiert durchgekämmt und ausgewertet.

Hier ist eine Kurzfassung der Ergebnisse.

Was hilft?

Die Zufriedenheit der Patienten mit der Medikationsanalyse wurde in vielen Studien sowohl als Wert für sich als auch als Motivation für die Apotheker*innen bezeichnet. Ein Konsens über die Kriterien, welche Patienten eine Medikationsanalyse angeboten bekommen sollten, und Informationskampagnen, um Ablauf und Ziele Medikationsanalyse in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, wurden als wichtig erachtet.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Apotheker*innen und Ärzt*innen, z.B. unterstützt durch interprofessionelle Treffen, wurde in einigen Studien als notwendig hervorgehoben, ebenso wie die Honorierung der zeit- bzw. personalintensiven Leistung.

Unterstützung in verschiedenen Formen – durch Software, externe Experten, räumliche Möglichkeiten (insbesondere ein Beratungsraum) und den/die Apothekeninhaber*in – wurde als förderlich gesehen.

Und auch die innere Haltung kann Studien zufolge ein Förderfaktor sein, wenn Apotheker*innen der Medikationsanalyse gegenüber positiv eingestellt, intrinsisch motiviert und offen für eine Veränderung der Berufsausübung waren.

Was hindert?

Die Abwesenheit der oben genannten Förderfaktoren stellt in aller Regel eine Hürde dar. So zeigte es sich auch in etlichen Studien.

Darüber hinaus fanden Apotheker*innen es schwierig, die Medikationsanalyse als neue Tätigkeit auszuüben. Sie konstatierten fehlendes Zutrauen in die eigenen Kompetenzen.

Als besonders hinderlich für die Umsetzung wurde von Apotheker*innen oft die Knappheit an Personal und Zeit bezeichnet, die aus der unzulänglichen Honorierung folgt. Eine holprige Zusammenarbeit mit Ärzten und kaum Zugang zu Patientendaten waren weitere relevante Barrieren.

Der Nutzen

Ärzt*innen und Apotheker*innen betrachteten die Medikationsanalyse als förderlich für die Arzneimitteltherapiesicherheit und die Adhärenz der Patienten.

Als wichtige (Entscheidungs-)Kriterien für externe Stakeholder, wie z.B. potenzielle Zahler und Auftraggeber von Medikationsanalysen, ergaben sich nach aktueller Studienlage die Qualität der Leistung, die Akkreditierung derjenigen, die Leistung anbieten, die Transparenz und Evaluation der Outcomes und die Evidenz für den Nutzen.

Quelle

Wer die Arbeit en détail lesen möchte, findet sie als Open Access hier: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1551741121002758#sec3.

Dorothee E.Michel, Antonella P.Tonna, Dorothee C.Dartsch und Anita E.Weidmann: Experiences of key stakeholders with the implementation of medication reviews in community pharmacies: A systematic review using the Consolidated Framework for Implementation Research (CFIR). Research in Social and Administrative Pharmacy 2021; doi.org/10.1016/j.sapharm.2021.07.017 (available online 21 July 2021)

Zu diesem Thema passen unsere Seminare…

Tja, ehrlich gesagt, halte ich (Dorothee Dartsch) alle unsere Seminare für hilfreich bei der Medikationsanalyse, je nachdem, wo man so seine persönlichen Lücken füllen möchte. Und aktuell bereiten wir noch dazu ein spezielles AMTS-Seminar vor, aber das wird noch gar nicht verraten. Speziell für das Einüben der Medikationsanalyse gedacht sind die themenübergreifenden Case Trainings und Workshops. Alle Termine finden Sie hier.

Bildnachweis: © joyfotoliakid | Adobe Stock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Apotheker zeigt auf Tablettenpackung