Master of Clinical Pharmacy: der Info-Abend

„Campus Pharmazie ist bisher der einziger Anbieter, der eine Akkreditierung bei der Robert Gordon University erreichen konnte.“

Das passt!

Da passt nicht nur das Curriculum und die Gestaltung der intensiv moderierten Online-Anteile, da passt auch

  • der Anspruch an pharmazeutische Arbeit,
  • die Einstellung zum Berufsstand und
  • die Vorstellung von nachhaltigem anwendungsbezogenen Lernen.

Das wurde am Info-Abend zur Kooperation am 23.02.2018 in den Räumlichkeiten der Hamburger Apobank schnell deutlich.

Achtung: Nächster Infoabend am 12.10.18 von 19:30-21:00 nahe Messe München Ost – also gut geeignet für alle Expopharm- und DAT-Besucher sowie KollegInnen aus München und Umgebung. Die genaue Ortsangabe erhalten Sie nach Anmeldung bis zum 21. September 2018.

 

Um was ging es bei dem Info-Abend?

Dr. Anita Weidmann, Postgraduate Programmes Leader der Robert Gordon University Aberdeen (RGU) stellte ihrer Vorstellung des Masterstudiums Clinical Pharmacy Practice die hohe Bedeutung der pharmazeutischen Arbeit voran. Und damit war schnell spürbar, dass dem Masterstudium der gleiche „Spirit“ zugrunde liegt, wie dem Angebot des Campus Pharmazie.

Voraussetzungen, Aufbau und organisatorische Details des Masters wurden von Frau Weidmann (RGU) vorgestellt, die Besonderheiten der Campus-Seminare von Dr. Dorothee Dartsch (Campus Pharmazie).

Das Ineinandergreifen von Master und Campus-Fortbildungsformaten konnte so aus beiden Perspektiven beschrieben werden. Details zum Aufbau des Masters und der Kooperation finden Sie auch hier.

Die Teilnehmenden der Info-Veranstaltung bekamen zudem „Insider-Informationen“ zum Englisch Sprachtest (IELTS), der Voraussetzung für die Teilnahme am englischspachigen Master-Programm ist. Apothekerin Dorothee Michel erläuterte die Prüfungsbereiche und teilte ihre Erfahrungen, wie man sich innerhalb von vier Wochen neben der Arbeit gezielt darauf vorbereiten kann.

Alle drei haben klar gemacht: Apotheker/innen in der Fort- und Weiterbildung müssen  auch im Kontext der privaten und beruflichen Herausforderungen ihres berufsbegleitenden Studiums wahrgenommen und unterstützt werden. So, wie sie als Apotheker/innen ihre Patienten als Ganzes sehen und beraten. Die Robert Gordon University Aberdeen und der Campus Pharmazie verpflichten sich diesem Ansatz gleichermaßen.

Fragen und Antworten im Anschluss an die lebhaften und engagierten Vorträge:

  1. Hospitationen sind Bestandteil des Masters – Wie organisiert man die und wie laufen sie ab?
    Gefordert sind 8 Hospitationstage in Arztpraxen oder Krankenhäusern. Jeder Teilnehmer organisiert seinen Hospitationsplatz selbst – aus seinem bestehenden Netzwerk oder ggf. auch als Anknüpfungspunkt einer möglichen zukünftigen Zusammenarbeit. Bewährte Modelle der zeitlichen Aufteilung sind: Woche 1: Di – Fr, Woche 2: Mo – Do (sodass man in keiner Woche vollständig in seinem sonstigen Arbeitskontext fehlt) oder auch Hospitation an einem Tag pro Woche über acht Wochen. Hilfreich ist: Sie begegnen sich auf Augenhöhe und vereinbaren am Beginn einige Regeln, z.B. wann Sie sich zu Arzneimitteltherapien äußern und wann nicht. Zielsetzungen sind: Kennenlernen der Praxisabläufe „von innen“, Auseinandersetzung mit der klinischen Entscheidungsfindung, Training der interprofessionellen Kommunikation und Demonstration des Nutzens der Zusammenarbeit.
  2. Wie groß ist der Umfang der schottischen Anteile am Master – in Lernzeit ausgedrückt?
    Phase 1 kann über Campus-Angebote abgedeckt werden.
    Für Phase 2 (PgDIP) und 3 (MSc) werden bei der Robert Gordon University jeweils 60 Credits erworben, das entspricht 30 European Credits – und damit ca. 600 h. Man kommt damit auf eine durchschnitliche Lernzeit von ca. 10 h/Woche.
  3. Was sind konkrete Inhalte der Module der Diplomphase und wann muss man sich entscheiden, welche der angebotenen vier Module man wählt?
    Detailinformationen zu den Modulen finden Sie in den „Module Descriptions“ unter den folgenden Links:
    Medicines Management: Collaborative Working
    Developing and Implementing Models of Care
    Person Centred Care
    Die Module werden direkt nach der Anmeldung zur Diplomphase gewählt.
  4. Wie viele Versuche hat man bei den Prüfungen?
    Die Prüfungsordung schreibt vor, dass jeder Teilnehmende zwei Versuche hat. Es müssen beim 2. Versuch nur diejenigen Teilbereiche wiederholt werden, bei denen die Leistungen nicht ausreichend waren. In den seltenen Fällen eines Nicht-Bestehens waren bisher immer persönliche Gründe ausschlaggebend.
  5. Wie viele Teilnehmer gibt es für das Masterprogramm?
    Im Januar 01/2018 wurden 143 neue Master-Studenten aufgenommen.
  6. Wie läuft die Anerkennung der Vorleistungen vom Campus Pharmazie konkret?
    Für Teilnehmer, die die im Rahmen der Phase 1 (Pg CERT) verlangten Leistungen über Campus Pharmazie absolviert haben, gibt es ein vereinfachtes Verfahren. In einem Kooperations-Formular werden die Vorleistungen aufgeführt und von Campus Pharmazie gegengezeichnet. Wichtig: Diese Leistungen müssen komplett vor Beginn der Einschreibung erfolgt sein.
  7. Wie starte ich, wenn ich den Master machen will und schon einige Vorleistungen beim Campus erbracht habe?
    Alles, was noch fehlt, kann aktuell noch in der ersten Jahreshälfte 2018 absolviert werden, beginnend mit dem Pharmakokinetik-Seminar im April. Parallel muss der IELTS-Test absolviert werden. Die Anmeldung zur zweiten Stufe kann dann zum August 2018 erfolgen, und die Verleihung des Master-Titels ist im Frühjahr 2020 möglich. Wer es weniger eilig hat, kann die Campus-Elemente verteilen und im Herbst 2019 in die zweite Stufe starten. Der Abschluss erfolgt dann im Frühjahr 2021.
  8. Wie starte ich, wenn ich noch keine Vorleistungen erbracht habe und auch nicht sicher bin, ob das Format mir liegt?
    Dann starten Sie einfach mit einem Campus-Seminar und testen auf diese Weise das Online-Format. Unabhängig von einer Fortsetzung erhalten Sie dafür ein Campus Pharmazie-Zertifikat, bis zu 26 Fortbildungspunkte und die Kenntninsse und Kompetenzen, die das Seminar vermittelt.
  9. Und wie starte ich, wenn ich alle Leistungen der ersten Phase über den Campus erbracht habe?
    Herzlichen Glückwunsch – Sie brauchen sich nur noch auf den Sprachtest zu konzentrieren und können sich direkt im August 2018 zur zweiten Stufe anmelden.
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Der Konsiliarbrief: Kommunikationsmittel für den Apotheker?

Was sieht der Apotheker, wenn er einen Patienten vor Augen hat?
… und was sieht der Arzt?

Das war eine der zentralen Fragen in unserem Auftakt-Webinar „Wie sag ich’s dem Arzt?“ am 17.11.2016.

Dr. Karen Lütsch teilte mit den interessierten Teilnehmern ihre Erfahrungen bei der Einführung des Medikationsmanagements in Queensland / Australien. Bei ihren Antworten auf Teilnehmerfragen wurde schnell offensichtlich:

Grundlegende Herausforderungen im Miteinander von Ärzten und Apothekern sind universell: Sie stellen sich in Australien und Deutschland gleichermaßen. Das macht auch die Erfolgsfaktoren übertragbar.

Vor dem Hintergrund, dass Ärzte gewohnt sind, untereinander über Konsiliarbriefe zu kommunizieren, haben Apotheker in Australien, u.a. Dr. Lütsch, dieses Kommunikationsmittel übernommen und damit gute Erfahrungen gemacht. Schauen Sie selbst, was sie darüber im Webinar erzählt hat – in diesem knapp 2-minütigen Ausschnitt:

Freude und Erkenntnis wünschen Ihnen
Dr. Dorothee Dartsch und Dr. Karen Lütsch

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Bedeutung der Online-Lehre in den Naturwissenschaften

…wächst kontinuierlich.

Out soon: „Teaching Science Online. Practical guidance for effective instruction and lab work.“, herausgegeben von Dietmar Kennepohl, Professor of Chemistry, Athabasca University, Canada.

Wir wurden von Prof. Kennepohl eingeladen, im praktischen Teil („Applications“) unser Konzept moderierter Online-Seminare für Apothekerinnen und Apotheker vorzustellen – von den Anfängen im Rahmen eines europäischen universitären Hochschulprojekts zum aktuellen Angebot des Campus Pharmazie:

„Collaborative E-learning in Pharmacy – Design, Evaluation and Outcomes of a European Cross border Project“ – Marion Bruhn-Suhr, Dorothee Dartsch, Jasmin Hamadeh

Sehen Sie  im Trailer zur Veröffentlichung, wie der Nutzen einer durchdachten Online-Lehre in Aus-, Fort- und Weiterbildung für die Fachwelt kommuniziert wird:

Teaching Science Online - Trailer

Und wenn Sie sich ein konkreteres Bild von unserem Konzept machen möchten: Sehen Sie hier, oder fragen Sie nach einem Zugang zu unserem Demo-Modul – oder sprechen Sie mit uns.

Auf den Austausch freuen sich:
Dr. Dorothee Dartsch und Jasmin Hamadeh

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Newsletter Nr. 01/2016

Miteinander für Patientensicherheit

Miteinander weiter so! Netzwerkpartnerschaften bestätigt: Das Campus-Jahr beginnt mit deutlichem Rückenwind: Alle Partner haben mit Nachdruck die Netzwerk-Partnerschaft bestätigt und wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit, Impulse und den Austausch. Bei Interesse: Lesen Sie auf unserer Website mehr zum Netzwerk und ob das auch für Sie sinnvoll ist.

 

Mit der BAK: E-Learning Seminare für die Weiterbildung anerkannt: Seit diesem Jahr erkennt die BAK E-Learning-Seminare bei Erfüllung der Qualitätskriterien als Elemente der Weiterbildung an. Wir begrüßen den Schritt hin zu mehr Flexibilität und qualitätsgesichertem E-Learning für Apotheker/innen sehr. Das kommende Campus-Seminar ist bereits akkreditiert, die weiteren werden jeweils beantragt.

 

Mit Wechselwirkung: Anmeldungen zum Interaktions-Seminar noch möglich: Der beliebte „Klassiker“ der Campus-Seminare geht in die nächste Runde. Bereits zum 6. Mal wird das moderierte Online-Seminar „Arzneimittelinteraktionen“ nun durchgeführt. Das bewährte Prinzip: Der Fokus liegt neben der verantwortungsvollen und effektiven Einschätzung von Interaktionen darauf, sinnvolle und praktikable Konsequenzen abzuleiten. Aktiv und praxisnah anhand von Fällen – z.B. zur QT-Verlängerung. Der nächste Durchlauf findet vom 07.04. bis 04.05.16 statt; erstmalig BAK-akkreditiert als Bestandteil der Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie.

 

Mit Empfehlungen: Neue Leitlinie zu Demenzerkrankungen: Präventive Maßnahmen und Empfehlung zur Therapie finden Sie in der neuen S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen, vorgestellt von der Fachgesellschaften für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sowie für Neurologie (DGN). Eine Kurzzusammenfassung lesen Sie in unserem Blogartikel.

 

Mit Blick auf die Flüchtlinge: Kurzinformationen für Patienten – in 7 Sprachen online: Auch für die Beratung in der Apotheke nützlich, bieten die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung Kurzinformationen für Patienten zu verschiedenen Themen zum Herunterladen an, darunter auch Arzneimittel und Impfungen. Hier finden sich z.B. Hinweise zu Antibiotika, AMTS, Multimedikation und Opioid-Therapie. Die Handblätter werden auch in Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch, Türkisch und Russisch angeboten.

 

Mit Hoffnung… auf den Frühling
grüßen wir quer durchs Land und über Ländergrenzen hinweg

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie)
Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)

Bildnachweis: © tai111 / Fotolia.com

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Kurze Geschichten der Weltliteratur

Kurze Geschichten der Weltliteratur

ChristrosenWenn Sie heute, am Heiligabend, am Rechner sitzen und unseren Adventskalender öffnen, haben Sie vermutlich gerade Zeit. Aber nicht zu viel, denn es muss ja noch der nicht nadelnde Baum aufgestellt werden, richtig? Und Sie müssen auch schnell noch herausfinden, worum es in „Deutschland, ein Wintermärchen“ geht, das Sie letztes Jahr geschenkt bekommen haben, weil man a) zumindest in Norddeutschland ein Weihnachts-Wintermärchen nur noch auf dem Papier kennt und b) dieses Werk schließlich zur Weltliteratur gehört. Zeit, dieses Buch in Ruhe zu lesen, hatten Sie im vergangenen Jahr nicht, aber das muss der Geber ja nicht unbedingt wissen. Stimmt’s?

Dann haben wir hier für Sie und alle anderen Weltliteratur-Interessierten mit wenig Zeit als Weihnachtsgeschenk einen zwar unpharmazeutischen, aber absolut hilfreichen Tipp, nämlich

Sommers Weltliteratur to go.

Die wichtigsten Werke der Weltliteratur werden hier auf des Pudels Kern reduziert dargestellt. (Ja, auch Faust ist dabei.) Ganz aktuell steht auch ein kurzes Update zum Geist der Weihnacht zum Ansehen bereit.

Viel Vergnügen beim Stöbern! Und schön ist daran ja auch, dass man selbst während intensiver Fort- und Weiterbildungen dank dieser Seite nicht auf die Erkundung der Weltliteratur verzichten muss. 😉

Und damit wünschen wir allen Leserinnen und Lesern unseres Blogs und allen Kolleginnen und Kollegen geruhsame und friedliche Weihnachtstage!

Ihr Campus Pharmazie-Team

 

Bild: © Printemps / Fotolia.com

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Empfohlene Proteinzufuhr bei Diabetes

Wieviel Protein für Diabetiker?

Gut - Besser - Am BestenIm Oktober veröffentlichte die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) eine S3-Leitlinie mit Empfehlungen zum Proteingehalt der Nahrung für Diabetiker mit und ohne Nephropathie.

Eine Erhöhung des Protein- auf Kosten des Kohlenhydratanteils führt zu guter Sättigung und lässt den postprandialen Blutzucker weniger ansteigen, so dass weniger Insulin für die Senkung benötigt wird. Anders als der Ersatz von Kohlenhydraten durch Fette führt eine proteinreiche Diät nicht zur Adipositas. Andererseits könnte der hohe Proteinanteil eine Nephropathie begünstigen. Unklar ist darüber hinaus, ob verzweigtkettige Aminosäuren proliferative Prozesse fördern, die in Tierstudien die Lebensdauer verkürzen.

Vor diesem Hintergrund unternahmen die an der Leitlinie beteiligten Fachgesellschaften eine systematische Literaturstudie, um

  • die Ernährungstherapie von Menschen mit Diabetes mellitus zu verbessern,
  • abzuschätzen, ob proteinreiche Diäten eine bessere Stoffwechselkontrolle ermöglichen,
  • die Reduktion postprandialer Blutzuckeranstiege durch proteinreiche Ernährung realistisch einzuordnen und
  • den wissenschaftlichen Kenntnisstand für die praktische Anwendung in der Ernährungstherapie zu vermitteln.

Die wichtigsten Aussagen und Empfehlungen lauten:

Die dauerhafte Zufuhr von 15–21% Protein führt bei Diabetes mellitus und einer GFR über 60 ml/min zu keiner Veränderung der Stoffwechselkontrolle – also auch nicht zu einer Verschlechterung. Dieser Proteinanteil entspricht einer Obergrenze von 1,2 g/kg KG für Frauen und 1,3 g/kg KG für Männer und entstammt den in einer Langzeitstudie über zwei Jahre tatsächlich erreichten Proteinmengen. Der Proteinanteil zeigte in zwei Beobachtungsstudien keine Auswirkung auf die Mortalität.

Kurz- bis mittelfristig können sowohl der HbA1c-Wert als auch das Körpergewicht durch eine Erhöhung des Proteinanteils auf 25-32% in Kombination mit Energierestriktion leicht gesenkt werden. Ob der Effekt längerfristig bestehen bleibt, kann im Moment mangels Daten nicht beurteilt werden – vor allem weil die Compliance gegenüber einer proteinreichen Diät über längere Dauer sinkt.

Einigkeit herrscht bezüglich der Empfehlung, dass die Proteinaufnahme bei diabetischer Nephropathie (GFR zwischen 30 und 60ml/min) bei circa 0,8 g/kg KG pro Tag liegen, also nicht erhöht werden sollte, weil a) eine proteinreiche Diät keine Vorteile zeigt und b) eine proteinreduzierte Diät das Risiko der Progression der Niereninsuffizienz bzw. der Erhöhung der Albuminurie zu senken scheint.

Dies entspricht der Empfehlung der NVL Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter, die ebenfalls im Herbst 2015 aktualisiert wurde.

Bild: © bluedesign / Fotolia.com

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S3-Leitlinie Palliativmedizin

Palliativmedizin

Gut - Besser - Am BestenDie palliativmedizinische Versorgung von Krebspatienten mit Atemnot, Tumorschmerzen, Obstipation und Depression ist nun in einer übergreifenden S3-Leitlinie beschrieben, die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und mit Finanzierung durch die Deutsche Krebshilfe auf der Basis vorbestehender Leitlinien zu den Einzelthemen entstand, die hier aufeinander abgestimmt und vereinigt wurden.

Die Ziele der Leitlinie sind:

  • Verbesserung der Kontrolle der typischen Symptome (Atemnot, Tumorschmerzen, Obstipation und Depression) durch Behandlung nach aktuellem Wissenstand
  • rechtzeitiges Angebot der palliativen Versorgung nach den Bedürfnissen der Patienten und Angehörigen
  • angemessene Festlegung der Therapieziele und der Gesprächsführung
  • angemessene Betreuung in der Sterbephase.

Zentrale Aussagen zur Therapie der vier Symptome sind die folgenden:

Atemnot

Bei Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung und Atemnot sollen orale (bzw. enteral per Sonde gegebene) oder parenterale Opioide zur symptomatischen Linderung von Atemnot eingesetzt werden. (Es gibt keinen Hinweis, dass eine lege artis  durchgeführte Therapie der Atemnot mit Opioiden zu einer klinisch relevanten Atemdepression führt.) Außerdem sollen nicht-medikamentöse Allgemeinmaßnahmen zur
Linderung von Atemnot angewendet werden, z. B. Aufklärung über das Symptom Atemnot, Beruhigung/Entspannung, Atemübungen oder Kühlung des Gesichts.

Schmerzen

Patienten mit Tumorschmerzen sollen adäquat nach dem WHO-Schema behandelt werden. Bei Patienten mit mittleren bis starken Tumorschmerzen sollen Stufe-III-Opioide (bevorzugt Morphin, Oxycodon und Hydromorphon) verwendet werden. Bei Durchbruchschmerzen sollten schnell freisetzende orale Opioide gegeben und bei häufigem Bedarf die Basistherapie intensiviert werden. Alternativen zur oralen oder intravenösen Applikation sind die transdermale, transmucosale oder subkutane Gabe. Unerwünschte Wirkungen des Opioids sollen adäquat behandelt werden. Amitriptylin, Gabapentin oder Pregabalin kommen als Adjuvanzien in Betracht, müssen aber zur Vermeidung zentraler Nebenwirkungen vorsichtig titriert werden.

Obstipation

Zur Therapie einer Obstipation sollen osmotisch wirksame und/oder stimulierende Laxantien eingesetzt werden.

Depression

Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung und einer Depression sollen sowohl eine effektive palliativmedizinische Symptomkontrolle als auch eine professionelle  psychosoziale Betreuung erhalten, auch wenn die Lebenserwartung im Bereich vweniger Wochen liegt. Reichen diese Maßnahmen bzw. eine Psychotherapie nicht aus, soll ein Antidepressivum eingesetzt werden, das nach Verträglichkeit, Sicherheit, Handhabbarkeit und Patientenpräferenzen ausgewählt wird.

Sterbephase

In der Sterbephase sollte die Arzneimittelgabe auf die Kontrolle belastender Symptome und die bestmögliche Lebensqualität fokussiert sein. Das Absetzen von Arzneimitteln (z.B. Antidepressiva) ist ggf. ausschleichend durchzuführen.

Für alle Interessierten enthält der Leitlinienreport auf den Seiten 17 und 18 die Internetadressen der Fachgesellschaften auf dem Gebiet der Onkologie und Palliativmedizin, die von der Leitliniengruppe während der Erstellung verwendet wurden.

Bild: © bluedesign / Fotolia.com

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Kombinierte Kontrazeptiva und Thrombolembolien

Kombinierte Kontrazeptiva und Thromboembolien

PharmakovigilanzAngesichts der Klagen gegen Hersteller von kombinierten oralen Kontrazeptiva, die 3.- und 4.-Generations-Gestagene enthalten, sind Fragen von Anwenderinnen in den Apotheken zu erwarten.

Darum finden Sie hier einige Informationen zu diesem Thema:

Das BfArM schreibt: „Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass bei allen kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK) der Nutzen die Risiken überwiegt. Bei den drospirenonhaltigen Verhütungspillen ist das Risiko des Auftretens einer venösen Thromboembolie erhöht.“

Eine britische Fall-Kontrollstudie kommt in diesem Jahr zu dem Schluss: „Präparate mit Gestoden, Desogestrel, Drospirenon und Cyproteron sind mit einem signifikant höheren Embolierisiko verbunden als Präparate mit Levonorgestrel oder Norgestimat. Die Zahl der zusätzlichen Emboliefälle pro Jahr pro 10.000 Anwenderinnen war am niedrigsten für Levonorgestrel und Norgestimat und am höchsten für Desogestrel und Cyproteron.“ [1]
Eine dänische Auswertung von Registerdaten aus mehr als 8 Millionen Anwenderjahren führte zu der Schlussfolgerung „Nach der Adjustierung für die Anwendungsdauer war das Embolierisiko unter Desogestrel, Gestoden und  Drospirenon mindestens doppelt so hoch wie das Risiko unter Levonorgestrel.“ [2]
Ein aktueller australischer Artikel gibt die Empfehlung: „Kontrazeptiva mit Levonorgestrel oder Norethisteron in Kombination mit Ethinylestradiol gelten als erste Wahl. Sie sind bei korrekter Anwendung zuverlässig wirksam und haben ein geringes Thromboembolierisiko.“ [3]

Quellen:

[3] M Stewart, K Black:Choosing a combined oral contraceptive pill. Aust Prescr. 2015 Feb;38(1):6-11

Bild: © ufotopixl10 / Fotolia.com

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PARADIGM-HF Studie

Klinische Studie trifft Versicherungsmathematik

Die PARADIGM-HF Studie zur Wirkung von Sacubitril/Valsartan versus Enalapril wurde vorzeitig abgebrochen, weil der Sacubitril-Arm deutlich bessere Ergebnisse zeigte als der Kontrollarm [1]. Vorab festzulegen, wann eine Zwischenauswertung der Daten erfolgt und unter welchen Bedingungen eine Studie abgebrochen werden soll, ist ein übliches Verfahren.

Damit ist es nun allerdings schwierig, den langfristigen Wirkungsunterschied der verglichenen Therapien festzustellen. Darum hat man sich den Verfahren der Versicherungsmathematik bedient, um zu berechnen, wie der langfristige Überlebensvorteil aussehen könnte.

Für einen 55-Jährigen ergab die Analyse eine Lebenserwartung von 11,6 Jahren unter Enalapril und von 12,9 Jahren unter Sacubitril/Valsartan. Für einen 65-Jährigen wurden 10,0 bzw. 11,4 Jahre berechnet. Die durch Sacubitril/Valsartan hinzu gewonnene Lebenszeit ohne notwendige Klinikeinweisungen wegen kardiovaskulärer Vorfälle wurde für den 55 Jährigen mit mit 2,1 , für den 65-Jährigen mit 1,6 Jahren berechnet [2].

Das ist ein deutlicher Überlebensvorteil – der allerdings nur dann Realität wird, wenn a) die Rechenmodelle stimmen und b) die „ARNI“ (Angiotensin-Rezeptor/Neprilysin-Inhibitor)-Therapie die gesamte Zeit über wirksam bleibt.

 Quellen:

[1] Mc Murray et al.: Angiotensin–Neprilysin Inhibition versus Enalapril in Heart Failure. N Engl J Med 2014;371:993-1004

[2] B Claggett et al: Estimating the Long-Term Treatment Benefits of Sacubitril–Valsartan, N Engl J Med 2015; 373:2289-2290

Bild: © iktash2 / Fotolia.com

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PD-Interaktionen von Psychopharmaka

Psychopharmaka: Pharmakodynamische Interaktionen

pilleBleiben wir noch bei den Psychopharmaka und beschäftigen uns mit den pharmakodynamischen Interaktionen. Da sind in erster Linie die additiven serotonergen, anticholinergen und QT-Zeit-verlängernden Wirkungen zu nennen.

Die Kombination serotonerger Arzneistoffe kann ein Serotoninsyndrom auslösen, das sich mit Agitiertheit, Ataxie, starkem Schwitzen, Diarrhoe, Reflex-Übererregbarkeit, Stimmungsveränderungen, Muskelzuckungen, Schüttelfrost, Zittern und/oder Hyperthermie äußert. In lebensbedrohlichen Fällen kommen hohes Fieber, Krampfanfälle, Arrhythmie und Bewusstlosigkeit dazu. Die Symptomatik setzt binnen Stunden nach dem Ansetzen oder einer Dosiserhöhung ein.

Serotonerge Wirkstoffe:

Psychopharmaka Wirkstoffe anderer Indikationen
Amitriptylin, Aripirazol, Bupropion, Buspiron, Citalopram, Clomipramin, Dapoxetin, Doxepin, Duloxetin, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Johanniskraut, L-Tryptophan, Lithium, Metamphetamin, Mirtazapin, Moclobemid, Nortriptylin, Paroxetin, Sertralin, Sibutramin, Tranylcypromin, Trazodon, Trimipramin, Tryptophan, Venlafaxin, Vortioxetin, Ziprasidon Almotriptan, Carbamazepin, Chlorpheniramin, Codein, Dextromethorphan, Eletriptan, Fentanyl, Frovatriptan, Granisetron, Linezolid, Levodopa, Methadon, Metoclopramid, Methylenblau, Naratriptan, Ondansetron, Oxycodon, Pethidin, Rasagilin, Rizatriptan, Selegilin, Sumatriptan, Tapentadol, Tramadol, Zolmitriptan

Anticholinerge Wirkungen äußern sich mit Gesichtsrötung, trockener Haut, Mundtrockenheit, Pupillenerweiterung mit Akkommodationsstörung, Stimmungsveränderung, Fieber und Harnverhalt. Tachykardie und Hypertonie können hinzukommen.

Anticholinerge Wirkstoffe:

Wirkstärke Psychopharmaka Wirkstoffe anderer Indikationen
hoch Amitriptylin, Clomipramin, Clozapin, Desipramin, Doxepin, Promethazin, Thioridazin, Trifluoperazin, Trimipramin Atropin, Biperiden, Bornaprin, Darifenacin, Dimenhydrinat, Fesoterodin, Hydroxyzin, Oxybutynin, Pirenzepin, Procyclidin, Scopolamin, Solifenacin, Trihexyphenidyl, Tolterodin, Trospiumchlorid
mittel Diphenhydramin, Loxapin, Nortriptylin, Olanzapin, Paroxetin, Pimozid Amantadin, Cimetidin, Oxcarbazepin, Oxycodon
schwach Citalopram, Diazepam, Duloxetin, Escitalopram, Fluoxetin, Lithium, Melperon, Mirtazapin, Phenytoin, Quetiapin, Topiramat

Die QT-Zeit-Verlängerung ist glücklicherweise sehr selten. Wenn sie aber auftritt, dann ohne zuverlässiges „Frühwarnsystem“ für einen plötzlichen Herztod. Synkopen, also plötzliche Ohnmachtsanfälle, und „Herzstolpern“ können auftreten, müssen aber nicht.

Risikofaktoren für QT-Zeit-Verlängerungen sind neben den QT-verlängernden Arzneimitteln: weibliches Geschlecht, Elektrolytstörungen (Hypokaliämie und -magnesiämie sowie Wirkstoffe, die solche Störungen verursachen), Hypothermie, Schilddrüsen.Funktionsstörungen, strukturelle Herzerkrankungen und Bradykardie. Liegen solche Risikofaktoren vor, ist eine Interaktion mit QT-verlängernder Wirkung doppelt kritisch.

QT-Zeit-verlängernde Wirkstoffe:

Wirkstärke Psychopharmaka Wirkstoffe anderer Indikationen
hoch Amitriptylin, Chlorpromazin, Citalopram, Donepezil, Doxepin, Escitalopram, Galantamin, Haloperidol, Hydroxyzin, Levomepromazin, Levomethadon, Methadon, Pimozid, Sertindol, Sulpirid, Thioridazin Amiodaron, Anagrelid, Arsentrioxid, Azithromycin, Budipin, Chinidin, Chloroquin, Cilostazol, Ciprofloxacin, Clarithromycin, Diltiazem, Disopyramid, Domperidon, Erythromycin, Flecainid, Fluconazol, Levofloxacin, Moxifloxacin, Pentamidin, Propofol, Sevofluran, Sotalol, Terfenadin, Tiaprid, Vandetanib, Verapamil
mittel Amisulprid, Clozapin, Doxylamin, Lithium, Melperon, Mianserin, Nortriptylin, Paliperidon, Promethazin, Quetiapin, Risperidon, Venlafaxin, Ziprasidon Alfuzosin, Amantadin, Atazanavir, Dolasetron, Dronedaron, Eribulin, Erlotinib, Famotidin, Felbamat, Fingolimod, Foscarnet, Granisetron, Imatinib, Indapamid, Isradipin, Lapatinib, Ofloxacin, Ondansetron, Oxaliplatin, Oxytocin, Ranolazin, Roxithromycin, Saquinavir, Sorafenib, Sunitinib, Tacrolimus, Tamoxifen, Telithromycin, Tizanidin, Tolterodin, Vardenafil, Vemurafenib, Voriconazol
gering Agomelatin, Aripiprazol, Bupropion, Olanzapin

 

Quellen:

H Petri: 22 wichtige Wechselwirkungen von Psychopharmaka. In|Fo|Neurologie & Psychiatrie 2015; 17 (10)

Credible Meds [am 18.12.2015]

JSL Kloth et al.: Incidence and relevance of QTc-interval prolongation caused by tyrosine kinase inhibitors. Br J Cancer 112, 1011-1016

SIDER 4.1: Side Effect Resource [am 18.12.2015]

Bild: © Pixel / Fotolia.com

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