Anerkennung beim Fachapotheker 2019

Auch in diesem Jahr werden drei unserer Seminare in der Weiterbildung zum Fachapotheker anerkannt:

Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen (Laufzeit 11.04.-08.05.19

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
  • anerkannt als: Seminar A.2: Arzneimitteltherapie und pharmazeutische Beratung bei besonderen Patientengruppen (16h)
  • Gebiet: Medikationsmanagement im Krankenhaus
  • anerkannt als: Seminar 6: Klinisch-pharmazeutische Betreuung von geriatrischen, pädiatrischen sowie neurologischen und psychiatrischen Patienten (16h)

Arzneimittelinteraktionen (Laufzeit 30.05. – 26.06.19)

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
  • anerkannt als : Seminar A.4: Interaktionsmanagement in der Apotheke (4h)

Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation (Laufzeit 05.09.-02.10.2019)

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
  • anerkannt als :
  • Seminar A.5: Arzneimittelinformation in der Apotheke (8h)
  • Seminar A.8: Bewertung klinischer Studien / EBM (8h)
  • Gebiet: Fachapotheker für Klinische Pharmazie
  • anerkannt als: Seminar 5: Arzneimittelinformation (20h)
  • Gebiet: Fachapotheker für Arzneimittelinformation
  • anerkannt als: Seminar 1: Recherche, Bewertung und Weitergabe von Arzneimittelinformation (16h)

Anmeldung schon jetzt möglich.

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Medikationsanalyse in England

Qualitative Studie untersucht Ansicht von Ärzten und Apothekern hinsichtlich Effizienz und Gründlichkeit

Ärzte neigten dazu, der Effizienz den Vorzug zu geben (‚getting the work done‘) statt die Gründlichkeit in den Fokus zu stellen (‚doing it well‘). Zeit- und Ressourcenmangel sind ein wichtiges Hindernis bei der Durchführung.

Insgesamt wurden 13 Hausärzte bzw. Allgemeinmediziner und zehn Apotheker befragt. Beide Berufsgruppen nahmen die Medikationsanalyse als Chance wahr, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen. Obwohl die Befragten die Überzeugung äußerten, dass Patienten in die Entscheidung über ihre Therapie einbezogen werden sollten, führte der damit verbundene höhere Arbeitsaufwand dazu, dass die meisten Analysen ohne oder mit geringer Patientenbeteiligung abliefen. Einige Ärzte gaben an, die Medikationsanalyse in der schnellstmöglichen Art und Weise durchzuführen, die es erlaubt, die Analyse als unternommen zu dokumentieren, z.B. weil „Patienten, die in die Praxis kommen, noch über drei andere Themen reden wollen“. Beide Berufsgruppen bezeichneten Apotheker als gründlicher in der Medikationsanalyse, aber auch als weniger effizient. Insgesamt waren wenige Apotheker routinemäßig mit Medikationsanalysen befasst, auch diejenigen, die in Arztpraxen angestellt sind. Die Befragten gaben an, dass es einfacher sei, Therapien fortzuführen als sie zu beenden, besonders weil das Absetzen die mit zusätzlichem Zeitaufwand verbundene Einbeziehung des Patienten erfordere.

Fazit

Momentan sind fehlende Zeit- bzw. Personalressorcen die größte Hürde für die gründliche und umfassende Durchführung von Medikationsanalysen durch Heilberufler.

Quelle

Duncan P et al.: Efficiency versus thoroughness in medication review:a qualitative interview study in UK primary care. Br J Gen Pract 2019; DOI: https://doi.org/10.3399/bjgp19X701321

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Zukunftsmusik: Beitrag zur Weiterbildung „Medikationsmanagement im Krankenhaus“

Im November wurde das Curriculum für die neue Weiterbildung „Medikationsmanagement im Krankenhaus“, das v.a. die StationsapothekerInnen fit machen soll, von der Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer verabschiedet. Es enthält ein Seminar (Nr. 6), das mit unserem Altersgruppen-Seminar sehr große Schnittmengen hat. Wir sind daher dabei, unser Seminar zu erweitern um dann die Akkreditierung zu beantragen.

Seminarthemen

Das bestehende Seminar umfasst die Themen Pädiatrie, Schwangerschaft & Stillzeit und Geriatrie. Es wird in dieser Form auch weiterhin angeboten werden, weil es so als Bestandteil des Masterstudiums „Clinical Pharmacy Practice“ anerkannt ist.

Das Seminar 6 der Weiterbildung umfasst die Pädiatrie und Geriatrie sowie die Indikationen Neurologie (Epilepsie und Parkinsonsyndrom) und Psychiatrie (Depression, Psychose und Bipolare Störung).

Zweigleisig

Unser Plan ist also, für diejenigen, die eine Anrechnung in der Weiterbildung anstreben, ein neues Skript zur Neurologie und Psychiatrie zu erstellen, das das Skript zu Schwangerschaft und Stillzeit ersetzt, und außerdem die MC- und Teamaufgaben hierzu durch Aufgaben zu diesen Indikationen zu ersetzen. Alle anderen Aufgaben und die Skript-Kapitel zur Pädiatrie und Geriatrie werden von allen Teilnehmenden gemeinsam bearbeitet, unabhängig, ob sie die eine oder die andere Option verfolgen. So soll für das Seminar dann bei der Bundesapothekerkammer (und natürlich auch bei der Zentralstelle für Fernunterricht) die Akkreditierung beantragt werden.

Wer nicht die Absicht hat, das Seminar im Masterstudium oder in der Weiterbildung anrechnen zu lassen, kann sich nach Neigung und Interesse aussuchen, ob er/sie sich lieber mit Schwangerschaft & Stillzeit oder Neurologie & Psychiatrie auseinandersetzen möchte. (Ein „und“ ist nicht vorgesehen, weil das das Seminar mit Sicherheit überfrachten würde.)

Hier finden Sie den voraussichtlichen Fahrplan für das „zweigleisige“ Seminar.

Wir werden Sie natürlich über die Entwicklung auf dem Laufenden halten – hier auf der Website und in unseren Newslettern, für die Sie sich hier anmelden können.

 

Weiterbildung stärkt Innovationskraft

Den Zusammenhang zwischen lebenslanger Fort- und Weiterbildung und der Innovationskraft untersuchte jüngst eine Studie des Forschungsinstituts Bildungs- und Sozialökonomie FiBS [1]. Zwischen beiden besteht eine Wechselbeziehung: Einerseits bedeuten Innovationen Veränderungen und erfordern neue Fähigkeiten und Kompetenzen, andererseits ermöglichen neue Kompetenzen und Fähigkeiten innovative Veränderungen.

Die Studie belegt, dass Innovationskraft durch die Kombination aus komplexen Aufgaben und Tätigkeiten, das Lernen am Arbeitsplatz und flankierende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gefördert wird. Wenig komplexe und auch wenig eigenverantwortlich ausgeführte Tätigkeiten die wenig Lernmöglichkeiten bieten, wirken sich auf die Innovation dagegen hinderlich aus.

Innovation definierten die Autoren gemäß OECD als Einführung eines neuen oder signifikant verbesserten Produktes (Güter oder Dienstleistungen) oder Prozesses, einer neuen Marketingmethode oder einer neuen Verfahrensweise in den Betriebsabläufen, der Arbeitsplatzorganisation oder externen Beziehungen des Unternehmens. Damit schlossen sie nicht nur technische Innovationen ein, sondern auch solche auf Dienstleistungen und Abläufe, wie sie auch für Apotheken und ihre Leistungen essenziell sind.

Komplexe Aufgaben und Tätigkeiten sind in der Apotheke, vor allen bei klinisch-pharmazeutischen Leistungen wie dem Medikationsmanagement, reichlich vorhanden, Lernen am Arbeitsplatz findet täglich statt. Flankierende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für patientenorientierte Leistungen bekommen Sie in unseren Seminaren und Veranstaltungen. Wir freuen uns darauf, Ihre Innovationskraft und die Ihrer Mitarbeiter zu stärken!

Quelle

[1] Dohmen D. & Yelubayeva G.: Adult education and Innovation.

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Apotheker in der Notaufnahme: Was bringt’s? [Studie 4]

Viele Patienten, die in die Notaufnahme kommen, haben zusätzlich zu ihrem akuten Problem bereits chronische Erkrankungen und eine Polymedikation, so dass insgesamt ein größeres Risiko für unerwünschte Wirkungen, erhöhte Morbidität und Mortalität besteht. Zugleich steht das medizinische Personal in überfüllten Notaufnahmen unter erheblichem Zeitdruck.

In dieser Situation kann die Beteiligung von Apothekern dazu beitragen, die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Das wird u.a. in vier Studien belegt, die wir hier  in vier sequenziellen Beiträgen beispielhaft vorstellen.

Zur Studie 1 geht es hier, zur Studie 2 hier und zur Studie 3 hier.

Studie 4:

Diese Studie ging der Frage nach, ob zusätzlich zu einer Medikationsanalyse und Optimierung der Arzneimitteltherapie, die sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe durchgeführt wurde, die pharmazeutischen Leistungen

  • Arzneimittelanamnese / Vervollständigung des Medikationsplans and allen Schnittstellen (Aufnahme, Verlegung, Entlassen)
  • Follow-up der erwünschten und unerwünschten Wirkungen während des Klinikaufenthaltes und
  • Mitgabe schriftlicher Einnahmeinformationen bei Entlassung

bei Patienten über 65 und mit Polymedikation sowie entweder Herzinsuffizienz oder COPD, die in der Notaufnahme vorstellig werden, eine Verbesserung erzielen kann in den Punkten

  • manifeste unerwünschte Ereignisse durch falsche oder fehlende Pharmakotherapie (insbesondere unzureichende Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck, Blutgerinnung, Herzfrequenz, Kaliumspiegel)
  • erneute Aufnahme binnen 180 Tagen nach Entlassung wegen dekompensierter Herzinsuffizienz oder COPD-Exazerbation
  • Dauer des Krankenhausaufenthaltes
  • 180-Tage-Mortalität.

Ergebnisse

In der Interventionsgruppe kam es pro Patient im Schnitt zu 0,95, in der Kontrollgruppe zu 1,44 manifesten unerwünschten Ereignissen durch falsche oder fehlende Therapie. Im Schnitt wurden 1,39 potenzielle arzneimittelbezogene Probleme in der Interventionsgruppe gelöst, zwei Drittel davon im Rahmen der Arzneimittelanamnese. Patienten der Kontrollgruppe verblieben im Schnitt zwei Tage länger im Krankenhaus. Patienten der Interventionsgruppe wurden öfter erneut aufgenommen, hatten aber eine geringere Mortalität. Hinsichtlich der Häufigkeit manifester unerwünschter Ereignisse waren die Gruppenunterschiede statistisch signifikant, hinsichtlich der anderen Parameter wurde lediglich ein Trend festgestellt.

Methodik

Die Studie war randomisiert und aufgrund der Art der Intervention unverblindet. Die in der Analyse für eine Power von 80% und Signifikanzlevel von 5% benötigte Fallzahl wurde erreicht. Unterschiede zwischen den Gruppen wurden mit Standardmethoden der Statistik (t-Test, Chi-Quadrat-Test) untersucht. Am Studienbeginn gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen, mit der einzigen Ausnahme der Dyslipidämie, die bei Patienten der Interventionsgruppe häufiger vorlag als in der Kontrollgruppe.

Alle Interventionen wurden von einem Krankenhausapotheker mit klinischer-pharmazeutischer Kompetenz im Bereich chronischer Erkrankungen und Notfallmedizin ausgeführt, belegt durch 5-jährige Praxiserfahrung.

Fazit

Die pharmazeutischen Dienstleistungen in der Notaufnahme, allen voran die Arzneimittelanamnese, können die Häufigkeit manifester unerwünschter Ereignisse statistisch signifikant senken.

Quelle

A Juanes et al.: Impact of a pharmaceutical care programme for patients with chronic  disease initiated at the emergency department on drug-related negative outcomes: a randomised controlled trial. Eur J Hosp Pharm 2017;0:1–7.

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Newsletter Nr. 02/2018

Präsenz-Workshop ‚Falldiskussionen‘ in HH am 28.04.2018: Die Diskussion von Medikationsanalyse-Fallbeispielen in diesem Workshop ist eine hervorragende Gelegenheit, auf diesem Gebiet sicherer und schneller zu werden. Noch sind Plätze frei. Jetzt anmelden – Anmeldeschluss ist in wenigen Tagen (30.03.2018).

 

Apotheker zum Medikationsmanagement in die Pflegeheime: In England ist das der Plan, weil Pilotversuche gezeigt haben, dass diese Maßnahme die Notaufnahmen und die Arzneimittelkosten verringerte. Eine kurze Zusammenfassung und den Link zur Pressemeldung finden Sie auf unserer Website.

 

Wiederaufnahmen ins Krankenhaus wegen Arzneimitteln: Neue Übersichtsarbeit zeigt: Bei einem Fünftel aller Patienten, die kurz nach Entlassung aus dem Krankenhaus erneut aufgenommen werden müssen, ist die Arzneimitteltherapie schuld daran. Knapp 70% dieser arzneimittelbezogenen Wiederaufnahmen wären vermeidbar gewesen – z.B. durch eine umfassende Medikationsanalyse.

 

Neue Asthma-Leitlinie: Ende 2017, zehn Jahre nach der letzten Auflage, ist die Asthma-Leitlinie aktualisiert worden, um neuen Erkenntnissen zur Entstehung, zur Diagnostik und zur Therapie des Bronchialasthmas Rechnung zu tragen. Die aktuellen Therapieempfehlungen für Erwachsene in neuerdings fünf Stufen stellen wir Ihnen auf unserer Website vor.

 

Medikationsfehler durch verwirrende Stärkeangaben: Aus den Meldungen von (Beinahe-)Medikationsfehlern finden sich im aktuellen Bulletin zur Arzneimittelsicherheit des BfArM und PEI Beispiele, wie verwirrende Angaben zur Stärke in den Arzneimittelbezeichnungen die Patientensicherheit gefährden – durch Dosierungsfehler z.B. bei Arzneimitteln mit Flupentixol, Valproinsäure und Methotrexat. Für Sie zusammengefasst auf unserer Website.

 

Neuer Netzwerkpartner VAAÖHerzlich willkommen, Österreich! Mitglieder des Verbandes der Angestellten Apotheker Österreichs finden unsere Veranstaltungen nun auch auf der VAAÖ-Website und erhalten 10% Netzwerkrabatt bei der Buchung unserer Veranstaltungen.

 

Seminar- & Workshop-Termine, 1. Halbjahr: Am 12. April startet das Seminar „Angewandte Pharmakokinetik“, am 10. Mai „Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen“ und am 07. Juni „Arzneimittelinteraktionen“. Die ersten beiden Präsenz-Workshops im Master-Modul „Pharmazeutische Versorgung“ finden am 28. April und am 30. Juni 2018 statt, jeweils von 09:00 bis maximal 18:30 in Hamburg. Das „Komplettpaket“ aus diesen fünf Veranstaltungen berechtigt Sie, im Herbst 2018 direkt in die Diplomstufe des Masterstudiengangs einzusteigen. Jetzt anmelden.

 
Mit herzlichen Grüßen!

Jasmin Hamadeh——Dr. Dorothee Dartsch
(Mediendidaktik)———–__–(Klinische Pharmazie)
———– mit dem Campus-Team –

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Apotheker zum Medikationsmanagement in die Pflegeheime

In England ist das der Plan. Um Fehl- und Überversorgung mit Arzneimitteln in Pflegeheimen einzudämmen und die Häufigkeit von Klinikaufenthalten zu senken, stellt NHS England 240 ApothekerInnen und Pharmacy Technicians ein und positioniert sie in Senioren- und Pflegeheimen. Dort sollen sie in Zusammenarbeit mit Ärzten und niedergelassenen klinisch-pharmazeutisch tätigen Apothekern die Medikation optimieren.

In Pilotversuchen in sechs Seniorenheimen zeigte sich, dass diese Maßnahme

  • die Notaufnahmen um 21%
  • die Alarmierung von Rettungswagen um 30%
  • und die Arzneimittelkosten um £125-305 pro Patient verringerte.

Quelle

NHS England News, 16.3.2018 [Zugriff 17.3.2018]

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Medikationsmanagement vermeidet Nebenwirkungen

Arzneimittel sind ein besonderes Gut – richtig eingenommen, können sie Leben verlängern und lebenswerter machen. Falsch eingenommen, bewirken sie das Gegenteil.

In einem Kurzfilm der ARD-Reihe „W wie Wissen“ vom 24.10.2016 wird die geschätzte Zahl von 30-40.000 Todesfällen durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen pro Jahr genannt, das sind zehn mal mehr als die Zahl der jährlichen Verkehrstoten. So, wie Maßnahmen getroffen werden, die den Straßenverkehr sicherer machen, muss es auch Maßnahmen geben, die die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen.

Zielgerichtete Maßnahmen können jedoch nur ergriffen werden, wenn die Ursachen bekannt sind, wenn man also weiß, welche Arzneimittel bei welchen Patienten Probleme verursachen. Dazu ist aktuell eine Studie beim BfArM angelaufen, die in dem erwähnten Kurzfilm vorgestellt wird. Hier sollen die Ursachen und die Vermeidbarkeit unerwünschter Arzneimittelwirkungen untersucht werden, die zu Krankenhausnotfallbehandlungen führen.

Das Medikationsmanagement durch den Apotheker kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, vermeidbare arzneimittelbezogene Probleme zu erkennen und unerwünschte Wirkungen sowie durch sie verursachte Krankenhauseinweisungen zu vermeiden. So ist gerade in den USA gezeigt worden, dass durch die Zusammenarbeit von speziell geschulten Krankenhaus- und Offizinapothekern die Rate an Klinikeinweisungen um mehr als ein Drittel gesenkt und Kosten in Höhe von 4,8 Mio US-$ eingespart werden konnten [1]. In Spanien konnten Offizinapotheker sowohl das Risiko für eine Krankenhauseinweisung wegen unerwünschter Arzneimittelwirkungen als auch die einweisungsbedingten Kosten mittels eines 6-monatigen Medikationsmanagements um etwa zwei Drittel reduzieren [2].

Quellen

[1] KL Pellegrin et al., Reductions in Medication-Related Hospitalizations in Older Adults with Medication Management by Hospital and Community Pharmacists: A Quasi-Experimental Study. J Am Geriatr Soc. 2016 Oct 7. doi: 10.1111/jgs.14518

[2] A Mallet-Larea et al., The impact of a medication review with follow-up service on hospital admissions in aged polypharmacy patients. Br J Clin Pharmacol. 2016 Sep;82(3):831-8

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Apotheker sind sicher und gut verträglich

istock_000068027525_large-apo-thumb-up-25Das hat in jüngster Zeit eine systematische Auswertung entsprechender Studien durch Dr. Karen Lütsch ergeben, die am 17.11.16 in unserem Webinar zum Thema Kommunikation mit dem Arzt sprechen wird.

Aus Verdruss über die bei einer Konferenz geäußerte Behauptung, Apotheker seien an neuen Rollen nicht wirklich interessiert und hätten nicht die passende Persönlichkeit dafür, hat sie die einschlägige Literatur zu dem Thema ausgewertet und kommt zu folgenden Ergebnissen:

Die subjektiven Einstellungen von Apothekern zu patientenorientierten kognitiven Dienstleistungen wie dem Medikationsmanagement sind wissenschaftlich belegt positiv: Sie sehen die Notwendigkeit und sind willens, ihre Rolle zu erweitern. Davon erwarten sie für den Patienten erhöhten Nutzen, z.B. durch die Förderung der Adhärenz. Auch für sich selbst und den Berufsstand besteht die Erwartung, dass patientenorientierte Dienstleistungen ihnen nützen, ihre Position stärken und ihre Berufszufriedenheit steigern werden.

Natürlich sind sich Apotheker auch der Hindernisse bewusst, die die Einführung solcher Dienstleistungen wie dem Medikationsmanagement erschweren: Hier werden vor allem die Notwendigkeit für erweitertes Wissen und erweiterte Kompetenzen, der fehlende offizielle Auftrag seitens der Gesellschaft und anderer Heilberufler, Zeitmangel und sub-optimale Arbeitsumgebungen und -abläufe genannt.

Gemessen mit den etablierten Instrumenten zu Charakterisierung von Persönlichkeitsmerkmalen, zeigt sich „der Apotheker“ im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt gewissenhafter, emotional gefestiger und weniger experimentierfreudig. Die Freundlichkeit liegt im gesellschaftlichen Durchschnitt, in manchen Studien auch darüber. Die anderen Heilberufler zeigen exakt das gleiche Persönlichkeitsprofil.

In die Sprache der Arzneimittel übersetzt: die Tätigkeit der Apotheker für die Gesellschaft ist sicher und gut verträglich.

Karen Lütsch interpretiert die Ergebnisse so:

An der positiven Einstellung fehlt es nicht, sondern es sind subjektive Normen und äußere Umstände, die uns Apotheker am Fassen einer klaren Absicht zur Einführung patientenorientierter Dienstleistungen und an ihrer Umsetzung hindern. Der Übergang von der Einstellung zur Umsetzung würde erleichtert werden durch:

  • Bereitstellung der nötigen Hilfsmittel
  • Vermittlung von Befähigungen, Können und Kompetenzen, um Verantwortung für den Patienten zu übernehmen
  • organisatorische und/oder regulatorische Erlaubnis bzw. offizieller Auftrag, neue Tätigkeiten zu etablieren
  • Akzeptanz durch die Ärzteschaft

Die Etablierung neuer Dienstleistungen und die äußeren Rahmenbedingungen entwickeln sich Zug um Zug: Schritte der Apothekerschaft hin zu neuen Dienstleistungen werden von außen wahrgenommen und bewertet und führen je nach Qualität und Nutzen zu veränderten Rahmenbedingungen wie Akzeptanz und Auftrag, die wiederum die weiterreichende Etablierung ermöglichen.

Als „Einzelkämpfer“ lässt sich nur am eigenen Wissen und der eigenen Kompetenz sowie begrenzt an der Optimierung der Arbeitsabläufe im eigenen Betrieb etwas ändern. Ein offizieller Auftrag, die Akzeptanz durch andere Heilberufler, die Kompensation des Zeitmangels durch Honorierung können nur durch den ganzen Berufsstand gemeinschaftlich erreicht werden.

Halten wir also zusammen!

Mit kollegialem Gruß,

Dorothee Dartsch

Quellen:

K Lütsch: Attitudes and attributes of pharmacists in relation to practice change – A scoping review and discussion. Research in Social and Administrative Pharmacy 2016 (online 29.06.2016).

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Der Fortbildungskalender 2016 ist da!

Sie wünschen sich eine umfassende, intensive und wirksame Fortbildung in patientenorientierter Pharmazie? Die Sie in der pharmazeutischen Beratung, Betreuung und beim Medikationsmanagement unterstützt? Und die Sie berufsbegleitend absolvieren können?

Hier haben Sie sie gefunden:

Auch in 2016 sind wir mit unseren Online-Fortbildungen wieder für Apothekerinnen und Apotheker da.

Grafik_FbK_2016Schauen Sie sich hier unseren Fortbildungskalender an. (zum Download im PDF-Format).

Möchten Sie wissen, wie unsere Seminare im vergangenen Jahr evaluiert wurden? Die Ergebnisse finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Sie!

Dr. Dorothee Dartsch (Klinische Pharmazie) und

Jasmin Hamadeh (Mediendidaktik und Lernorganisation)