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Aktuelles aus der Welt der Klinischen Pharmazie

© praetorianphoto | iStock

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Diabetes-Therapie 2023 – Update: Außer den Insulinen gibt es acht Wirkstoffgruppen innerhalb der Antidiabetika. Sie sind nicht nur unterschiedlich effektiv hinsichtlich der Glucosesenkung, sondern haben auch differenzierte Auswirkungen auf Herz, Kreislauf und Nieren. Im Blog geben wir auf Basis der gerade erschienenen Standards of Care in Diabetes 2023 einen Überblick darüber, wie sich die Auswahl der antidiabetischen Strategie optimieren lässt.

Sturzrisiko und Arzneimittel: Frakturen können eine dauerhafte Abnahme der Mobilität und Fähigkeit zur selbstständigen Versorgung sowie Sturzangst zur Folge haben. Manche Arzneimittel zählen zu den sturzbegünstigenden Faktoren im Alter. Bei welchen es sich besonders lohnt, innerhalb der Medikationsanalyse die Möglichkeit des Absetzens zu prüfen, um das Sturzrisiko zu verringern, lesen Sie in unserem Artikel.

Neues Seminar „AMTS“ akkreditiert: Wir freuen uns über die Akkreditierung unseres neuen Seminars „Arzneimitteltherapiesicherheit“ (AMTS) durch die Bundesapothekerkammer in der Fort- und in der Weiterbildung und durch die Zentralstelle für Fernunterricht. Letztere bescheinigt uns in ihrem Gutachten, dass das Seminar „sehr gut dazu geeignet ist, das Lehrgangsziel zu erreichen“. Welche Weiterbildungsseminare abgedeckt werden, lesen Sie bei uns im Blog.

Medikationsanalyse als Prozess: gut gemacht! Die ersten 74 Hamburger Kolleginnen und Kollegen haben die neu aufgelegte Hamburger Version der Fortbildung „Medikationsanalyse als Prozess“ erfolgreich absolviert – herzlichen Glückwunsch! Es war eine Freude, Sie durch die Grundlagen und die Falldiskussionen zu begleiten. In Hamburg ist die Fortbildung ein gemeinsames Angebot mit der Apothekerkammer Hamburg. Alles läuft online und damit ohne Fahrzeiten und unabhängig von neuerlichen Corona-Wellen.

Orale Krebstherapie und Säureblocker: Bei vielen oral verfügbaren Onkologika, wie z.B. Gefitinib und Erlotinib, hängt die Löslichkeit und damit die Bioverfügbarkeit vom pH-Wert des Magens ab. Zugleich nehmen viele Menschen Arzneimittel, die den Magen-pH senken (meist PPI oder H2RA), z.B. weil sie sonst Refluxprobleme haben. Eine Studie ist der Frage nachgegangen, ob die Interaktion klinisch so relevant ist, dass die Interaktion in geeigneter Form umgangen werden muss. Wir haben sie für Sie zusammengefasst.

Seminartermine 2023: Es ist soweit – bestücken Sie Ihren Kalender mit den Seminarterminen des nächsten Jahres. Oder fehlt noch ein letztes Weihnachtsgeschenk, das Sie sich machen möchten? Sie sind uns herzlich willkommen – melden Sie sich hier an. Wir starten gleich im Januar mit den Arzneimittelinteraktionen. Die Akkreditierung in der Fortbildung wird für alle mit bis zu 26 Punkten und in der Weiterbildung für die Seminare „AMTS“, „Altersgruppen“, „Interaktionen“ und „Literaturrecherche“ beantragt.

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen fröhliche und erholsame Weihnachtstage. Für das neue Jahr hoffen wir alle zusammen auf Frieden. Und auf bessere Bedingungen für die Ausübung unseres Berufes.

Ihnen persönlich danken wir für das Interesse an dem, was wir tun, das Vertrauen in unsere Fortbildungen, und für alles, das Sie daraus in die gelebte Praxis mitnehmen. Alles Gute, Gesundheit, Glück und Erfolg für 2023!

Jasmin Hamadeh
(Mediendidaktik)
mit dem
Dr. Dorothee Dartsch
(Klinische Pharmazie)
Campus-Team

Details zu allen Themen auf unserer Website. Die hellblau hervorgehobenen Begriffe sind mit den entsprechenden Internetseiten verlinkt.

Hier können Sie unseren Newsletter herunterladen: PDF-Datei

Bildnachweis: © CaP | D. Dartsch

Außer den Insulinen gibt es acht Wirkstoffgruppen innerhalb der Antidiabetika. Sie sind nicht nur unterschiedlich effektiv hinsichtlich der Glucosesenkung, sondern haben auch differenzierte Auswirkungen auf Herz, Kreislauf und Nieren. Hier geben wir einen Überblick darüber, wie sich die Auswahl der antidiabetischen Strategie optimieren lässt.

Die Amerikanische Diabetes-Gesellschaft gibt jedes Jahr eine aktualisierte Fassung ihrer Standards der antidiabetischen Therapie heraus. Gerade ist das Update für 2023 erschienen [1].

Im Abschnitt 9, „Pharmacologic Approaches to Glycemic Treatment“, ist beschrieben, in welcher Weise dem Glucose- und Gewichtsmanagement sowie dem kardiorenalen Risiko Rechnung getragen werden soll. Das ist für Ärzte und Apotheker gleichermaßen interessant, die für ihre Patienten Medikationsanalysen durchführen. Die folgende Abbildung ist an Fig. 9.3 und Tab. 9.2 des Standards angelehnt:

Optimierung der antidiabetischen Therapie hinsichtlich Glucose- und Gewichtsmanagement sowie kardialen und renalen Risiken [n. 1]

Die Unterscheidung in Wirksamkeitsklassen und die Präferenzen für einzelne Wirkstoffe innerhalb einer Wirkstoffklasse in Abhängigkeit von den kardiorenalen Co-Morbiditäten ergibt sich aus der aktuellen Studienlage. Für die Details werfen Sie einen Blick in den Standard 2023. Es lohnt sich.

In der Abbildung sind nur Wirkstoffe aufgeführt, die sich derzeit (Stand Dezember 2022) auf dem deutschen Markt befinden. Dies sind (lt. MMI Pharmindex Plus V.2023.1):

  • Glucagon-like Peptide-1-Antagonisten (GLP1-RA): Exenatid, Liraglutid, Semaglutid, Dulaglutid
  • Natrium-Glucose-Cotransporter-2- Inhibitoren (SGLT2I): Dapagliflozin, Empagliflozin, Ertugliflozin
  • Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren (DPP4I): Sitagliptin, Vildagliptin, Saxagliptin
  • Biguanide: Metformin
  • Sulfonylharnstoffe (SHSt): Glibenclamid, Gliquidon, Gliclazid, Glimepirid
  • Thiazolidindione: Pioglitazon
  • Glinide: Repaglinid, Nateglinid
  • Alpha-Glucosidase-Inhibitoren: Acarbose

Online-Veranstaltungen zum Thema

Entsprechend der weiten Verbreitung des Typ 2-Diabetes ist seine Therapie regelmäßig Gegenstand in unseren Case Trainings und Fall-Workshops. Sie sind für Apotheker*innen und Ärzt*innen gedacht und stehen im Zeichen der Medikationsanalyse und des Medikationsmanagements. Für Termine und die Anmeldung, senden Sie uns bitte eine Email an info[at]campus-pharmazie.de.

Literatur

[1] American Diabetes Association: Standards of Care in Diabetes 2023. Diabetes Care. 2023 Jan 1;46(Supplement_1)

Bildnachweis: © congerdesign | pixabay

Manche Arzneimittel zählen zu den sturzbegünstigenden Faktoren im Alter. Bei welchen es sich besonders lohnt, innerhalb der Medikationsanalyse die Möglichkeit des Absetzens zu prüfen, um das Sturzrisiko zu verringern, lesen Sie in diesem Artikel.

Frakturen, z. B. Oberschenkelhals- und Wirbelkörperbrüche, können eine dauerhafte Abnahme der Mobilität und Fähigkeit zur selbstständigen Versorgung sowie Sturzangst zur Folge haben. Aktionsradius und Aktivitäten sowie letztlich die Lebensqualität leiden darunter.

Im Alter treffen oft mehrere der folgenden sturzbegünstigenden Erkrankungen oder Erscheinungen zusammen:

  • Schwindel
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Hypotonie / Orthostaseneigung und Arrhythmien mit der Folge von Synkopen
  • eingeschränkte Hör- und Sehfähigkeit
  • Gangstörungen (Morbus Parkinson, Arthrosen, Muskelschwäche, z.B. durch periphere Neuropathien oder Sarkopenie)
  • kognitive Einschränkungen (Demenzen)
  • chronische Schmerzzustände
  • diabetische Entgleisungen, häufig Hypoglykämien
  • Schlafstörungen mit Phasen übermäßiger Müdigkeit, Nykturie

Und eben die sturzbegünstigenden Medikamente (englisch „fall-risk increasing drugs“, kurz „FRIDs“). Die folgenden Wirkstoffgruppen sollten bei Menschen mit den o.g. Erkrankungen mit der Frage unter die Lupe genommen werden, ob sie abgesetzt oder durch andere Therapeutika mit geringerem Risiko ersetzt werden können (n. [1-4]:

  1. Benzodiazepine, v.a. langwirksame (z.B. Bromazepam, Clobazam, Clonazepam, Chlordiazepoxid, Diazepam, Flunitrazepam, Flurazepam, Medazepam, Prazepam)
  2. Antipsychotika mit sedierender, anticholinerger u./o. Alpharezeptor-Wirksamkeit (z.B. Clozapin, Chlorprotixen, Thioridazin, Perazin)
  3. Opioide, v.a. starkwirksame (z.B. Pethidin)
  4. Antidepressiva, v.a. sedierende, anticholinerge oder solche, die orthostatische Hypotonie verursachen können (z.B. Trizyklika, Fluoxetin, Tranylcypromin)
  5. Antiepileptika, v.a. ältere, sedierende Generationen (z.B. Diazepam, Gabapentin, Mesuximid, Perampanel, Phenobarbital)
  6. Diuretika, v.a. Schleifendiuretika (Furosemid, Torasemid, Piretanid)
  7. Alpha-Blocker f. BPH, v.a. unspezifische (z.B. Doxazosin, Alfuzosin, Terazosin)
  8. Antihistaminika, v.a. erste Generation, mit sedierenden o. anticholinergen Wirkungen (Promethazin, Clemastin, Dimenhydrinat, Diphenhydramin, Doxylamin, Hydroxyzin))
  9. Vasodilatatoren (Clonidin, Moxonidin, Methyldopa)
  10. Urologische Anticholinergika, v.a. unspezifische mit zentraler Wirkung (z.B. Oxybutynin, Solifenacin)

Ein Online-Tool zur Entscheidungsfindung bezüglich dieser Gruppen (in englischer Sprache) befindet sich hier: https://kik.amc.nl/falls/decision-tree/. Es fragt danach, ob eine „passende“ Indikation gegeben ist, und wenn ja, ob es sicherere Alternativen gibt. Je nach Antwort folgen Hinweise, worauf bei der Umstellung oder Fortführung der Therapie zu achten ist.

Solche Listen erleichtern die Beurteilung, beruhen aber in aller Regel auf Beobachtungen und Erfahrungen statt auf randomisierten kontrollierten Studien. Der Einfluss von Störgrößen (Confounder), die nur den Eindruck einer Kausalität erzeugen, ist insofern nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus ist für jeden Patienten eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung und Entscheidung erforderlich: Manchmal sind FRIDs die bessere Strategie, weil die Alternativen nicht vertragen wurden oder nicht ausreichend wirksam waren. Manchmal kommen Faktoren hinzu, die die Folgen eines Sturzes noch verschärfen, wie z.B. Osteoporose oder ein hohes Blutungsrisiko, und auf der Risikoseite mit bedacht werden müssen.

Online-Seminare zum Thema

Um die Besonderheiten der geriatrischen Pharmakotherapie geht es in unserem moderierten Online-Seminar „Arzneimitteltherapie bei besonderen Altersgruppen“. Nach erfolgreichem Abschluss können Sie es für Ihre Weiterbildung anrechnen lassen, falls Sie gerade Ihren Fachapotheker machen.

Und um unerwünschte Wirkungen von Arzneimitteln kümmern wir uns im Seminar „Unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Pharmakovigilanz“.

Die Termine für den jeweils nächsten Lauf finden Sie auf unserer Termineseite. Details zum Ablauf unserer Seminare, was sie von den üblichen Live-Online-Veranstaltungen unterscheidet und was sie kosten, finden Sie auf unserer Angebotsseite. Und hier melden Sie sich an.

Bildnachweis: © Felix Hu | pixabay

Literatur

[1] Thiem: Welche Medikamente begünstigen Stürze? MMW Fortschr Med. 2022; 164 (14):34-37

[2] Seppala LJ: Development of interactive, online deprescribing tool for FRIDs (fall-risk increasing drugs. Age and Ageing 2021; 50: 1189–1199

[3] Rose / Friedland: Angewandte Pharmakotherapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart (WVG). ISBN 978-3-8047-3736-5. 1. Aufl. 2015

[4] Mussawy: Arzneimittel im Alter. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. ISBN 978-3-8047-3614-6 . 1. Aufl. 2018

Bei vielen oral verfügbaren Onkologika, wie z.B. Gefitinib und Erlotinib, hängt die Löslichkeit und damit die Bioverfügbarkeit vom pH-Wert des Magens ab. Zugleich nehmen viele Menschen Arzneimittel, die den Magen-pH senken (meist PPI oder H2RA), z.B. weil sie sonst Refluxprobleme haben. Ein Studie [1] ist der Frage nachgegangen, ob die Interaktion klinisch so relevant ist, dass die Interaktion in geeigneter Form umgangen werden muss.

Ergebnisse

Die mediane Überlebenszeit (median overall survival) der SCLC-Patienten mit den Tyrosinkinasehemmern Gefitinib oder Erlotinib war am längsten in der Gruppe ohne Säureblocker (21,87 Monate), gefolgt von der Gruppe mit H2-Rezeptorantagonisten, H2RA (17,67 Monate), und am kürzesten in der Gruppe mit Protonenpumpenhemmern, PPI (14,35 Monate). Die Unterschiede waren statistisch signifikant (p < 0.0001).

Auch in der adjustierten Hazard Ratio (aHR), also dem Risikoverhältnis zwischen den verschiedenen Behandlungsgruppen, zeigte sich der Zusammenhang zwischen der PPI-Einnahme und dem erhöhten Risiko für eine verkürzte Überlebenszeit: unter Gefitinib betrug die aHR 1,58 (95% CI 1,42–1,76), unter Erlotinib 1,54 (95% CI 1,30–1,82). Bei der Einnahme von H2RA zeigte sich eine statistisch relevante Erhöhung des Risikos nur für Gefitinib (aHR = 1,14; 95% CI 1,05–1,24), nicht aber für Erlotinib (aHR = 1,00; 95% CI 0,87–1,15).

Methodik

Es handelte sich um eine retrospektive Kohortenstudie auf der Datenbasis der taiwanesischen Krebs- und Sterberegister sowie des (einzigen) nationalen Versicherungsträgers und Gesundheitsversorgers NHI im Zeitraum 01.01.2010 bis 30.12.2018. Eingeschlossen wurden erwachsene Patient*innen mit fortgeschrittenem, EGFR-mutiertem Bronchial-Adenokarzinom, die ein First-Line-Therapie mit Gefitinib oder Erlotinib erhielten. Patienten, die im Behandlungszeitraum an mindestens 20% der Tage einen PPI erhielten, wurden der PPI-Gruppe zugerechnet, Patienten, die an mindestens 20% der Tage einen H2RA erhielten, der H2RA-Gruppe. Neben den Therapie- und demografischen Daten wurden auch Daten zu möglichen Confoundern (z.B. Alter, Geschlecht, Tumorstadium, Rauchen) erhoben. Weitere Arzneimittel, die mit den beiden TKI interagieren können, wurden allerdings ebensowenig erfasst, wie Säureblocker, die als Selbstmedikation erworben wurden.

Die erreichten Fallzahlen waren am Ende wie folgt: 4340 Patienten mit Gefitinib, davon 604 mit PPI, 894 mit H2RA und 2842 ohne Säureblocker, und 1635 Patienten mit Erlotinib, davon 293 mit PPI, 426 mit H2RA und 916 ohne Säureblocker.

Schlussfolgerung

Die Autoren schließen aus ihren Daten, dass die Interaktion klinisch relevant ist, so dass Patienten mit Gefitinib oder Erlotinib, die einen Säureblocker benötigen, eher H2RA als PPI erhalten sollten.

Zum selben Ergebnis kam auch eine systematische Übersichtsarbeit, in der Studien zum selben Thema aus den Jahren bis 2020 ausgewertet wurden [2].

Online-Seminare zum Thema

Um die Relevanz von Arzneimittelinteraktionen geht es in unserem moderierten Online-Seminar „Arzneimittelinteraktionen“. Nach erfolgreichem Abschluss können Sie es für Ihre Weiterbildung anrechnen lassen, falls Sie gerade Ihren Fachapotheker machen.

Die Termine für den jeweils nächsten Lauf finden Sie auf unserer Termineseite. Details zum Ablauf unserer Seminare, was sie von den üblichen Live-Online-Veranstaltungen unterscheidet und was sie kosten, finden Sie auf unserer Angebotsseite. Und hier melden Sie sich an.

Bildnachweis: © ralph mayhew | unsplash

Literatur

[1] Lee CH et al.: Proton pump inhibitors reduce the survival of advanced lung cancer patients with therapy of gefitinib or erlotinib. Sci Rep. 2022 Apr 29;12(1):7002. doi: 10.1038/s41598-022-10938-x

[2] Du X et al.: Impact of the Gastric Acid Suppressant Use on the Safety and Effectiveness of EGFR-TKIs: A Systematic Review and Meta-Analysis. Front Pharmacol. 2022 Jun 20;13:796538. doi: 10.3389/fphar.2022.796538

Die erste Gruppe von Kolleginnen und Kollegen hat die neu aufgelegte Hamburger Version der Fortbildung „Medikationsanalyse als Prozess“ nach dem Curriculum der Bundesapothekerkammer erfolgreich absolviert – herzlichen Glückwunsch! Es war eine Freude, Sie durch die Grundlagen und die Falldiskussionen zu begleiten.

In Hamburg ist die Fortbildung ein gemeinsames Angebot von Apothekerkammer Hamburg und Campus Pharmazie. Alles läuft online und damit ohne Fahrzeiten und unabhängig von neuerlichen Corona-Wellen. Die Fortbildung ist zweiteilig:

  • Die Grundlagen besprechen wir in einer 4-stündigen interaktiven Live-Veranstaltung.
  • Die Anwendung erfolgt danach in einem einwöchigen moderierten Case Training bei flexibler Zeiteinteilung.

Case Training – Was heißt das genau? Zusammen mit einer kleinen Gruppe von Kolleg*innen erarbeiten Sie unter Anleitung eine Medikationsanalyse für einen vorgegebenen Fall. Dazu haben Sie eine Woche Zeit, innerhalb derer Sie immer mal wieder und dann, wenn es Ihnen passt, zu uns auf die Online-Plattform kommen, lesen, was Andere geschrieben haben und Ihre eigenen Ideen und Vorschläge einbringen.

Die Moderation sorgt dafür, dass die Analyse vollständig und richtig abgeschlossen wird – und meistens auch für kurze Abstecher in interessante Grundlagenthemen. Abschließend bekommen Sie den ausgefüllten ABP-Dokumentationsbogen für Ihren eigenen und zwei weitere Fälle. Mit den „fremden“ Fällen sind Sie eingeladen herauszufinden, wie viele Aspekte Sie auch für sich herausgefunden hätten. Das Ziel ist es, dass Sie sich im Anschluss sicher bei der Medikationsanalyse und verwandten Dienstleistungen fühlen.

Anmeldungen für die kooperative Forbildung laufen über den Fortbildungskalender der Apothekerkammer Hamburg. Wenn Sie sich auch für unsere Seminare zu Grundlagen der klinischen / patientenorientierten Pharmazie unteressieren, sehen Sie sich einfach in unserem Terminkalender um. Ganz frisch aus der Taufe kommt unser Seminar „Arzneimitteltherapiesicherheit“, das wir als flankierende Fortbildung zu den patientenorientierten Dienstleistungen erstellt haben.

Bildnachweis: © geralt | pixabay

Akkreditiert in der Weiterbildung zum Fachapotheker

Wir freuen uns über die Akkreditierung unseres neuen Seminars „Arzneimitteltherapiesicherheit“ (AMTS) durch die Bundesapothekerkammer in der Fort- und in der Weiterbildung.

Es umfasst die Themen „Arzneimittelbezogene Probleme“, „Beratungsintensive Darreichungsformen“, „Medikationsanalyse / Medikationsmanagement“ und „Therapietreue“. Sie sind eng verzahnt und zusammen mit der Pflichtschulung „Medikationsanalyse als Prozess“ eine ideale Basis für die Durchführung der patientenorientierten Dienstleistungen.

Für das Fortbildungszertifikat können – wie mit unseren anderen Seminaren – bis zu 26 Punkte erlangt werden.

In der Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie ist es anerkannt als:

  • Seminar A.2: Medikationsanalyse und -management in der Apotheke (6 Std.)
  • Seminar A.7: Förderung der Therapietreue (6 Std.) sowie
  • Seminar A.8: Beratungsintensive Arzneiformen (5 Std.).

Siehe auch: Weiterbildungskalender der ABDA (Stand 10/2022)

Ärztekammern erkennen die Akkreditierungen der Apothekerkammern automatisch an.

Die Zertifizierung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht läuft und wird in Kürze abgeschlossen sein. Bis dahin melden Sie sich einfach über unser Anmeldeformular vorläufig an.

Bildnachweis: © InspiredImages | pixabay

am 06. September 2022 online

  • Was hat man vom Masterstudium Clinical Pharmacy Practice?
  • Wie ist es organisiert?
  • Wie greifen die Campus Pharmazie– und die RGU-Veranstaltungen ineinander?
  • Wie funktioniert die Anerkennung der Module?
  • Werden bereits absolvierte Seminare angerechnet?
  • Wie viel Zeit muss man investieren?
  • Wie geht das mit dem Sprachtest?
  • Wie oft muss ich nach Schottland? (Das beantworten wir gleich hier: gar nicht!)

Diese und alle weiteren Fragen beantworten wir beim

nächsten online Infoabend am 06.09.2022 ab 19:30

Die genaueren Details erhalten Sie kurz vor Beginn der Veranstaltung. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.

Hier melden Sie sich an.

Bildnachweis: © D. Dartsch

Online lernen im Frühling

COPD-Therapie 2022 – Update: Jedes Jahr gibt die Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) ein Leitlinien-Update heraus. Was hat sich im Vergleich zum Vorjahr geändert? Welche Optionen gibt es überhaupt und wie kann man beurteilen, ob ein Patient die passende Therapie verordnet bekommt? Welche Möglichkeiten der Intensivierung gibt es, wenn Patienten weiterhin symptomatisch sind oder es zu Exazerbationen kommt? Eine Übersicht, die diese Fragen beantwortet, finden Sie in unserem Blog.

Interaktionen gemeinsam vermeiden: Vor 14 Tagen haben wir ein neues Online-Format ausprobiert: den interaktiven Live-Abend. Mit 17 Teilnehmenden aus D, NL, A und L, sowohl pharmazeutischer als auch ärztlicher Fachrichtung haben wir anhand von Fällen live besprochen, wie man Interaktionen in Polymedikationen gemeinsam vermeiden kann. Einen Auszug der Ergebnisse lesen Sie auf unserer Website.

Hilfe, wir brauchen Verstärkung! Die Zeit der Bewerbungsflut in Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäusern ist schon lange vorbei. Die Personaldecken sind dünn, Verabschiedung in die Rente oder in Mutterschutz und Elternzeit, und schon braucht es ganz dringend mehr Köpfe und Hände. In unserem Live-Seminar am 21.06.22 um 20.00 schauen wir darauf, welche Besonderheiten den unterschiedlichen Generationen zugeschrieben werden und was das konkret für das erfolgreiche Recruitment von Fachkräften bedeutet. Wer versteht, was eine Anstellung in der Apotheke oder Praxis heutzutage attraktiv macht, steht deutlich besser da im „Wettbewerb um die Talente“.

Akkreditiert: Sie stehen auf der Warteliste für einen Platz im Fachapotheker-Seminar? Dann kommen Sie doch zu uns. Auch in diesem Jahr ist die Akkreditierung erfolgt. Das Seminar Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation ist in drei Fachapotheker-Gebieten bzw. -Bereichen anerkannt: Allgemeinpharmazie, Klinische Pharmazie und Arzneimittelinformation. Und das Seminar „Arzneimittelinteraktionen“ ist für das Gebiet Allgemeinpharmazie akkreditiert. Nähere Infos gibt es auf unserer Website.

Medikamente bei Leberzirrhose: Kollegen aus den Niederlanden haben eine nützliche Website eingerichtet, auf der die Sicherheit von häufig verordneten Wirkstoffen bei Patienten mit Leberzirrhose nachzulesen ist: Geneesmiddelen bij Levercirrhose. (Nebenbei: Die haben wir auch für den neusten POP-Fall in der DAZ Nr. 18/2022 zu Rate gezogen und zitiert.). In unserem Blog lesen Sie, welche Informationen Sie auf dieser Website finden.

Nächste Seminar-Termine: Als nächstes Seminar startet „Arzneimittelinteraktionen“ (19.05. – 15.06.2022). Darauf folgt die „Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation“ (16.06. – 13.07.202). Beide haben erneut die Akkreditierung in der Weiterbildung zum Fachapotheker erhalten, s.o. Sie sind uns herzlich willkommen – melden Sie sich hier an.

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen, dass zum Frühjahr die Entspannung nach Corona einsetzt. Bleiben Sie gesund!

Jasmin Hamadeh
(Mediendidaktik)
mit dem
Dr. Dorothee Dartsch
(Klinische Pharmazie)
Campus-Team

Details zu allen Themen auf unserer Website. Die hellblau hervorgehobenen Begriffe sind mit den entsprechenden Internetseiten verlinkt.

Hier können Sie unseren Newsletter herunterladen: PDF-Datei

Bildnachweis: © alisa anton | unsplash

Kollegen aus den Niederlanden haben eine nützliche Website eingerichtet, auf der die Sicherheit von häufig verordneten Wirkstoffen bei Patienten mit Leberzirrhose nachzulesen ist: Geneesmiddelen bij Levercirrhose. (Nebenbei: Die haben wir auch für den neusten POP-Fall in der DAZ Nr. 18/2022 zu Rate gezogen und zitiert.)

In der Suchleiste (oben auf dem Startbildschirm) wird der gesuchte Wirkstoff eingeben und angeklickt. Die Arzneimittel wurden überwiegend nach Arzneimittelgruppen bewertet. Man erhält für die Wirkstoffgruppe einen kurzen Überblick über die Beurteilung der Sicherheit, eine Angabe zur Dosierung und eine Erläuterung.

Wer es genauer wissen möchte, klickt auf „Samenvatting literatuur“ und erhält eine Zusammenfassung der pharmakokinetischen und sicherheitsrelevanten Literatur. Der vollständige Bewertungsbericht kann über den darunter stehenden Link im PDF-Format abgerufen werden.

Wer das Niederländische ebensowenig beherrscht wie ich, hat im Online-Übersetzer Deepl ein Tool, das auch Fachtexte erstaunlich flüssig übersetzt.

Beispiel Ibuprofen

Alle NSAIDs: Sicherheit: unsicher. Dosierung: Keine Empfehlung. Erläuterung: NSAIDs sollten bei Patienten mit Leberzirrhose unabhängig vom Schweregrad vermieden werden. Der Grund dafür ist das hohe Risiko einer Nierenfunktionsstörung bei Patienten mit Zirrhose, die zu einer Dekompensation führen kann. Auch gastrointestinale Blutungen können bei diesen Patienten schwerwiegende Folgen haben.

Zusammenfassung der Literatur:

Es wurden zahlreiche Studien zur Sicherheit von NSAIDs bei Patienten mit Leberzirrhose durchgeführt, an denen Patienten aller Child-Pugh-Klassen teilnahmen. Zwölf Studien (Stufe 2-4), an denen 167 Patienten mit Zirrhose teilnahmen, haben gezeigt, dass NSAIDs das Risiko eines akuten Nierenversagens erhöhen. Dies wurde bei mehreren NSAIDs festgestellt und ist eine bekannte Nebenwirkung. Bei Zirrhose ist das Risiko aufgrund des hyperdynamischen Kreislaufs bei diesen Patienten höher. Eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion kann bei zirrhotischen Patienten schwerwiegende Folgen haben und eine hepatische Dekompensation verursachen.

Acht Studien (Evidenzgrad 2-4) untersuchten das Risiko von gastrointestinalen Blutungen bei Patienten mit Leberzirrhose im Jahr 2009. Viele Studien waren Beobachtungsstudien und hatten widersprüchliche Ergebnisse. NSAIDs erhöhen das Risiko von Magen-Darm-Blutungen; es ist noch nicht klar, ob dieses Risiko bei Patienten mit Leberzirrhose höher ist. Allerdings können Blutungen bei Leberzirrhose schwerwiegender sein.

Die Verwendung von NSAIDs birgt erhebliche Risiken für Patienten mit Leberzirrhose. Dies könnte der Grund dafür sein, dass nur drei Studien (Stufe 3) zur Pharmakokinetik durchgeführt wurden. Aufgrund dieser Risiken werden NSAIDs bei Leberzirrhose unabhängig vom Schweregrad als unsicher eingestuft. Aufgrund des Gruppeneffekts werden alle NSAIDs bei Leberzirrhose als unsicher eingestuft, obwohl nicht für alle NSAIDs Studien bei Patienten mit Leberzirrhose bekannt sind.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Online-Seminare zum Thema

Um gute Quellen zur Beschaffung von Informationen zu Arzneimitteln, geht es in unserem moderierten Online-Seminar „Medizinische Literatur und Arzneimittelinformation“. Nach erfolgreichem Abschluss können Sie es für Ihre Weiterbildung anrechnen lassen, falls Sie gerade Ihren Fachapotheker machen.

Und um die Elimination von Arzneimitteln, u.a. über die Leber und Galle, kümmern wir uns im Seminar „Angewandte Pharmakokinetik„. Außerdem sind natürlich Faktoren, die die Absorption, Distribution und Exkretion beeinflussen, ein wichtiges Thema.

Die Termine für den jeweils nächsten Lauf finden Sie auf unserer Termineseite. Details zum Ablauf unserer Seminare, was sie von den üblichen Live-Online-Veranstaltungen unterscheidet und was sie kosten, finden Sie auf unserer Angebotsseite. Und hier melden Sie sich an.

Bildnachweis: © Flexmedia | stock.adobe.com

In einem neuen Online-Format – dem „Interaktiven Live-Abend“ – sind wir zusammen mit Apotheker*innen und Ärzt*innen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Luxemburg der Frage nachgegangen, wie man bei Patienten mit Polymedikation die meist langen Listen der Interaktionswarnungen richtig beurteilen und schädliche Interaktionen vermeiden kann.

Anhand eines konkreten Falles mit umfangreicher Medikation und mehreren potenziellen Interaktionen im „gelb-orangefarbenen“ Bereich (also weder irrelevant noch kontraindiziert) haben wir zunächst mit Hilfe von Umfragen und Brainstorming am Whiteboard herausgearbeitet, dass die Relevanz und ggf. ein Handlungsbedarf nicht nur von der Kombination der Wirkstoffe, sondern immer auch von der indivduellen Situation des Patienten abhängt: Welche Risikofaktoren bringt er oder sie mit, wie hoch sind die Dosierungen, gibt es gute therapeutische Alternativen oder ist die Auswahl begrenzt?

Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in drei interprofessionellen Gruppen über Wirkstoff-Kombinationen, die ebenfalls Stoff für Diskussion boten, weil die Relevanz nicht bei Schwarz oder Weiß, sondern im Graubereich lag. Aus der anschließenden Diskussion der Gruppen-Ergebnisse im Plenum wurde wieder deutlich, dass die Kombinationen bei manchen Patienten akzeptabel sind, während bei anderen Risikokonstellationen eine Änderung vorgeschlagen bzw. umgesetzt werden sollte.

Good Collaboration Practice

Zum Abschluss haben wir die Teilnehmenden danach gefragt, wie die interprofessionelle Zusammenarbeit gut klappt. Zu den Erfolgsfaktoren gehört demnach:

  • sich persönlich kennengelernt zu haben
  • geklärt zu haben, bei welchen Interaktionen die Apotheke sich melden sollte
  • den beiderseits bevorzugten Kommunikationskanal zu verabreden (welcher das ist, ist individuell verschieden – Tel, Fax, Email, Messenger haben unterschiedliche Vor- und Nachteile)
  • das direkte Gespräch zwischen Arzt und Apotheker (nicht über PTA / MFA)
  • konkrete Lösungen für identifizierte Probleme anzubieten
  • das gemeinsame Ziel zu sehen: es geht um die sichere und schnelle Versorgung des Patienten

Eine Ärztin wünschte sich, dass die Apothekerin / der Apotheker dem Patienten / der Patientin bei offenen Fragen sagt: „Sie können ruhig nach hause gehen, wir klären das mit Ihrem Arzt und melden uns bei Ihnen.“

Die DAZ berichtete am 5.5.22 in der Ausgabe Nr. 18 über die Veranstaltung.

Wir danken allen Teilnehmenden für die konstruktiven Beiträge in den Diskussionen, das positive Feedback und die Anrengungen für weitere Themen für dieses Format. Falls auch Sie Vorschläge für Themen haben, nutzen Sie gern die Kommentarfunktion.

Wenn 90 Minuten am Abend zu kurz sind, um sich im Thema „Relevanz von Interaktionen“ wirklich sicher zu fühlen, haben wir dazu auch ein 4-wöchiges Online-Seminar. Wie alle unsere 4-Wochen-Seminare läuft es vollständig asynchron ab, d.h. es gibt keine Fixtermine, an denen sich alle Teilnehmenden vor dem Rechner versammeln müssen. Statt dessen bearbeitet jeder die Aufgaben, wann es passt, und der Austausch findet in Zeitfenstern von mindestens einer Woche statt.

Die Termine für die nächsten Veranstaltungen finden Sie auf unserer Termineseite. Details zum Ablauf unserer Seminare, was sie von den üblichen Live-Online-Veranstaltungen unterscheidet und was sie kosten, finden Sie auf unserer Angebotsseite. Und hier melden Sie sich an.

Bildnachweis: © S Peera | stock.adobe.com

Sie stehen auf der Warteliste für einen Platz im Fachapotheker-Seminar? Dann kommen Sie doch zu uns. Auch in diesem Jahr ist unser Online-Seminar zur Literaturrecherche in drei Fachapotheker-Gebieten bzw. -Bereichen anerkannt:

Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation (Laufzeit 16.06.-13.07.2022)

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
    • anrechenbar als Veranstaltung (n. neuer Durchführungsempfehlung):
    • Seminar A.3: Arzneimittelinformation in der Apotheke (8h)
    • Seminar A.12: Klinische Studien (11h)
  • Gebiet: Fachapotheker für Klinische Pharmazie
    • anrechenbar als Veranstaltung:
    • Seminar 5: Arzneimittelinformation (20h)
  • Gebiet: Fachapotheker für Arzneimittelinformation
    • anrechenbar als Veranstaltung:
    • Seminar 1: Recherche, Bewertung und Weitergabe von Arzneimittelinformation (16h)

Im Seminar geht es um unterschiedliche Studientypen und welche Aussagekraft sie haben, um Validität, Bias, Relevanz und das Konzept der Evidenz. Wir sammeln Hilfsmittel zur strukturierten Arzneimittelinformation und besprechen, wie Fragestellungen aus der klinischen Praxis in der öffentlichen sowie in der Krankenhausapotheke durch das Recherchieren und kritische Bewerten von Studien, Leitlinien und anderen Quellen beantwortet werden können.

Wir freuen uns auf ein produktives Seminar mit den bereits angemeldeten Teilnehmern – in diesem Jahr noch VOR der Sommerpause! Noch ist die maximale Anzahl nicht erreicht. Melden Sie sich hier an.

Seminare zu weiteren Themen finden Sie auf unserer Termineseite.

Bildnachweis: © magele-pictures / Fotolia

Das Telefon klingelt. Sie heben ab, es meldet sich ein Lungenfacharzt: Dr. T sei gerade in der Sprechstunde gewesen wegen seiner COPD. (Dr. T. ist Hausarzt im Ruhestand. Früher hatte er seine Praxis neben der Apotheke, Sie kennen sich gut und haben etliche Medikationsanalysen zusammen bearbeitet.) Er hätte doch neulich schon mit Ihnen über eine mögliche Umstellung der Medikation gesprochen, weil er so schlecht Luft bekommt. Ob Sie da was Bestimmtes im Kopf gehabt hätten?*

Was könnte das sein? Welche Therapieoptionen gibt es? Was sagt die Leitlinie?

„Die Leitlinie“ ist im Fall der COPD der jährlich aktualisierte GOLD-Report [1]. Er beschreibt die evidenzbasierte Diagnostik, Behandlung und Prävention der COPD.

Was ist neu?

Änderungen zum Vorjahr betreffen im Wesentlichen COVID19-bezogene Empfehlungen und Impfungen, aber auch Kriterien für den Einsatz von inhalativen Corticosteroiden (ICS). Die Evidenz für die Pharmakotherapie hat sich dahingehend gebessert, dass ein systematischer Review nun belegen konnte, dass das forcierte exspiratorische Volumens ( FEV1) unter der leitliniengerechten Therapie im Schnitt um 5ml pro Jahr weniger abnimmt als ohne Therapie [2].

Therapieziele sind die Besserung der Symptome, die Vermeidung von Exazerbationen und die Prävention der Progression. Die Wahl der Wirkstoffe richtet sich nach dem Schweregrad der Symptomatik und nach Häufigkeit und Schweregrad von Exazerbationen:

Bronchodilatatoren

Dazu gehören Beta2-Agonisten – kurzwirksame (short-acting) SABA und langwirksame (long-acting) LABA – und Muskarin-(M3)-Antagonisten – kurzwirksame (short-acting) SAMA und langwirksame (long-acting) LAMA. Kurzwirksame kommen wenn überhaupt, dann nur bei Patienten zum Einsatz, die nur gelegentlich COPD-Beschwerden haben. Dann können SABA und SAMA zwecks besserer Wirkung kombiniert werden. Im Unterschied zum Asthma ist für die COPD bislang kein Zusammenhang zwischen einer Beta2-agonistischen Monotherapie und Verschlechterung der Lungenfunktion oder Mortalität belegt.

Beta2-AgonistenMuskarin-Antagonisten
Kurzwirksam (6-8h)Salbutamol, Terbutalin, FenoterolIpratropium
Langwirksam (>12h)Formoterol, Salmeterol, Indacaterol, OlodaterolTiotropium, Aclidinium, Glycopyrrolat, Umeclidinium
Dosisabhängige UAWTachykardie, Arrhythmie, Tremor, HypokaliämieMundtrockenheit; Ipra: bitter-metallischer Geschmack
Bronchodilatatoren nach Gruppe und Wirkdauer. UAW – Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Muskarin-Antagonisten sind den Beta2-Agonisten klinisch leicht überlegen (SAMAs vs. SABAs und LAMAs vs. LABAs).

In der Regel ist eine Kombination verschiedener Bronchodilatatoren einer hochdosierten Monotherapie hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit überlegen.

Zu den Bronchodilatatoren gehört außerdem Theophyllin. Es hat bei stabiler COPD eine leicht bessere Wirksamkeit als Placebo. In Kombination mit Salmeterol ist die Wirkung auf FEV1  und Dyspnoe etwas besser als die der Salmeterol-Monotherapie. Der therapeutische Bereich ist schmal, und klinische Wirksamkeit wird erst in nahezu toxischen Dosisbereichen gesehen. Für Theophyllin sollte ein TDM erfolgen.

Antiinflammatorische Wirkstoffe

Inhalative Corticosteroide

Im Vergleich zum Asthma ist die Wirksamkeit von ICS bei COPD begrenzt und daher kein Standard. Hinzu kommt der Verdacht auf Zusammenhänge zwischen ICS-Einsatz einerseits und Lungenkrebs, Osteoporose, Glucoseintoleranz und Katarakt andererseits. Die Studienlage kann diese potenziellen Assoziationen derzeit weder belegen noch entkräften.

Bei Patienten mit Exazerbationen war die Kombination aus ICS und LABA allerdings wirksamer bzgl. der Vermeidung weiterer Exazerbationen sowie bzgl. der Verbesserung der Symptomatik. Die Wirksamkeit des ICS ist darüber hinaus proportional zur Zahl der Eosinophilen im Blut. Für die Wirksamkeit systemisch angewendeter Corticosteroide gibt es außerhalb der Behandlung einer akuten Exazerbation keine Evidenz. Im täglichen Management hat die systemische Anwendung daher keine Rolle.

Unerwünschte Wirkungen der ICS sind hauptsächlich Mundsoor, Heiserkeit, Blutergüsse und Pneumonie.

Die Wahl des Inhalators sollte von der Wirksamkeit, den Fähigkeiten des Patienten zur korrekten Handhabung und den Patientenpräferenzen abhängig gemacht werden. Die Schulung zur richtigen Anwendung ist essenziell.

Wenn die Therapie nicht wirksam genug ist:

Phosphodiesterase-4 (PDE4)-Inhibitor Roflumilast

Kann alternativ zum ICS eingesetzt werden, d.h. nach COPD-Exazerbationen, allerdings ist die Verträglichkeit schlechter. Hauptsächlich treten als UAW Diarrhoe, Übelkeit, Appetit- und Gewichtverlust, Bauch- und Kopfschmerzen sowie Schlafstörungen auf.

Antibiotika

Anders als in früheren Studien, die für den kontinuierlichen Einsatz von Antibiotika keinen Nutzen feststellen konnten, zeigen neuere Studien, dass Azithromycin (250mg/d oder 3x 500mg/Woche) und Erythromycin (2x 250mg/d) die Exazerbationshäufigkeit vermindern können. Auf der Kehrseite stehen die Resistenzentwicklung sowie QT-Verlängerung und Abnahme des Hörvermögens.

Mukolytika

N-Acetylcystein, Ambroxol u.a. Schleimlöser können das Befinden verbessern und evtl. Exazerbationen vermeiden, allerdings ist die Evidenz hierfür noch unzureichend.

Kein Einsatz für…

Nedocromil, Leukotrien-Inhibitoren, Infliximab, Simvastatin, Metoprolol, Vitamin D, Antitussiva, Vasodilatatoren, es sei denn, es gibt jeweils eine anderweitige Indikation dafür. Für den Einsatz von Mepolizumab und Benralizumab ist die Evidenz noch nicht ausreichend.

Quellen

[1] Global Strategy for the Diagnosis, Management and Prevention of Chronic Obstructive Pulmonary Disease (2022) https://goldcopd.org/wp-content/uploads/2021/12/GOLD-REPORT-2022-v1.1-22Nov2021_WMV.pdf [Zugriff 05.05.2022]

[2] Celli BR et al.: Pharmacotherapy and Lung Function Decline in Patients with Chronic Obstructive Pulmonary Disease. A Systematic Review. Am J Respir Crit Care Med 2021; 203(6):689-698

Online-Seminare zum Thema

Um Leitlinien und andere medizinische Literatur, wie man sie findet, liest und bewertet, geht es in unserem moderierten Online-Seminar „Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation“. Nach erfolgreichem Abschluss können Sie es ich für die Weiterbildung anrechnen lassen, falls Sie gerade Ihren Fachapotheker machen.

Den Termin für den nächsten Lauf finden Sie auf unserer Termineseite. Details zum Ablauf unserer Seminare, was sie von den üblichen Live-Online-Veranstaltungen unterscheidet und was sie kosten, finden Sie auf unserer Angebotsseite. Und hier melden Sie sich an.

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* Nach einer wahren Begebenheit.

Ein interaktives Live-Online-Seminar am 21.6.22, 20.00-21:30.

Apotheker, PTA und PKA (m/w/d) gesucht! Arzt, MFA, MTA (m/w/d) gesucht!

Die Zeit der Bewerbungsflut in Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäusern ist schon lange vorbei – wie in vielen Berufen und Sparten. Die Bundesagentur für Arbeit meldet Mangel in der Medizin wie in der Pharmazie, v.a. im ländlichen Raum. Die Personaldecken sind dünn, Verabschiedung in die Rente oder in Mutterschutz und Elternzeit, und schon braucht es ganz dringend mehr Köpfe und Hände. Traditionell wird Gehalt, vielleicht auch Wohnraum und Mobilität geboten. Aber oft fällt die Entscheidung der Kandidatin für eine Anstellung gar nicht nach Gehalt oder Standort. Wonach dann?

Wer versteht, was eine Anstellung in der Apotheke oder Praxis heutzutage attraktiv macht, steht deutlich besser da im „Wettbewerb um die Talente“.

In unserem Live-Seminar schauen wir darauf, welche Besonderheiten den unterschiedlichen Generationen zugeschrieben werden und was das konkret für das erfolgreiche Recruitment von Fachkräften bedeutet. Was zieht? Was geht eher nach hinten los? Welche Wege sind erfolgversprechend für die Suche nach passenden Mitarbeiter*innen?

Jasmin Hamadeh findet im Seminar mit Ihnen zusammen Antworten auf diese Fragen.

Anmeldung, Ablauf und Kosten

Kosten: 29 € inkl. 19% MwSt. Jede angemeldete Apothekerin darf einen Arzt, jeder angemeldete Arzt einen Apotheker kostenfrei mitbringen.

Anmeldung: über unser Anmeldeformular. Maximale Teilnehmerzahl ist 50, die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Ablauf: Nach der Anmeldung erhalten Sie die Rechnung sowie am Tag vor dem Seminar einen individuellen Zugangslink. Damit können Sie sich ab 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn einloggen. Sie benötigen nur einen Rechner oder ein mobiles Endgerät mit Internetzugang. Die aktive Beteiligung an der Diskussion ist mündlich möglich (sofern ein Mikrofon vorhanden ist) oder schriftlich (mit einer Tastatur meist einfacher als mobil).

Wir freuen uns auf Sie!

Ein interaktives Live-Online-Seminar für beide Professionen am 26. April 2022, 20-21:30.

Der Titel bezeichnet das Seminar in doppelter Hinsicht: Es geht um Arzneimittelinteraktionen und um die Interaktion zwischen den Heilberufen. Gerade bei älteren Menschen mit Polymedikation gilt es, in der Flut an Interaktionswarnungen die relevanten zu erkennen und die richtigen Maßnahmen zu treffen. Die Einschätzung ist neben der Evidenz auch eine Frage der Erfahrung und der Sichtweise. Unterschiedliche Bewertungen sind also vorprogrammiert.

Sieht ‚der Apotheker‘ überall Risiken, wo sie real total unwahrscheinlich sind? Ist ‚der Arzt‘ sorglos, weil er weiter verschreibt, was der Patient schon seit Jahren problemlos verträgt? Welche Rolle spielt ‚der Patient‘ dabei, der zusätzlich auch noch Nahrungsergänzung und Pflanzenpräparate verwendet, um sich etwas Gutes zu tun?

Im Seminar werden wir an ausgewählten Fallbeispielen zusammen überlegen und diskutieren, wie unterschiedliche Perspektiven zum Nutzen des Patienten zusammengeführt werden können. Zeit ist außerdem in Apotheken wie in Arztpraxen ein knappes Gut. Darum möchten wir gemeinsam Wege suchen, wie die Zusammenarbeit zwischen Ärzt*innen und Apotheker*innen möglichst effizient und reibungslos gestaltet werden kann.

Anmeldung, Ablauf und Kosten

Kosten: 29 € inkl. 19% MwSt. Jeder angemeldete Apothekerin darf einen Arzt, jeder angemeldete Arzt einen Apotheker kostenfrei mitbringen.

Anmeldung: über unser Anmeldeformular. Maximale Teilnehmerzahl ist 50, die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Ablauf: Nach der Anmeldung erhalten Sie die Rechnung sowie am Tag vor dem Seminar einen individuellen Zugangslink. Damit können Sie sich ab 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn einloggen. Sie benötigen nur einen Rechner oder ein mobiles Endgerät mit Internetzugang. Die aktive Beteiligung an der Diskussion ist mündlich möglich (sofern ein Mikrofon vorhanden ist) oder schriftlich (mit einer Tastatur meist einfacher als mobil).

Punkte: Nach der Teilnahme erhalten Sie eine Bescheinigung. Die Akkreditierung bei der Bundesapothekerkammer für 2 Fortbildungspunkte wird beantragt und gilt dann automatisch auch für Ärzte zur Vorlage bei der Ärztekammer.

Hilfreiche Seiten rund um Interaktionen

Kennen Sie schon…

Diese beiden Seiten mit Fokus auf CYP-Enzymen:

oder Credible Meds für QT-verlängernde Medikamente?

Wir werden sicher die eine oder andere Seite im Live-Seminar ausprobieren, alle drei sind kostenfrei zugänglich.

Und wenn Ihnen 90 min nicht genug Zeit sind, um sich mit Interaktionen zu beschäftigen, haben wir auch ein vierwöchiges Online-Seminar „Arzneimittelinteraktionen“ für Sie (das auch gerade die Anerkennung in der Weiterbildung zum Fachapotheker erhalten hat). Mit Moderation und gemeinsam bearbeiteten Aufgaben, aber ohne Live-Termine. Statt dessen werden alle Aufgaben asynchron in definierten Zeiträumen von mindestens einer Woche bearbeitet. Alle Themen und Termine finden Sie auf unserer Termineseite.

Wir freuen uns auf Sie!

Auch für den neuen Seminarspiegel in der Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie ist unser Interaktionsseminar akkreditiert, und zwar als

Seminar A.6 „Interaktionsmanagement in der Apotheke“ mit 8 Stunden. Sie finden es auch hier im ABDA-Kalender.

Sie möchten verschiedene Datenbanken für den Interaktions-Check nutzen, deren Aussagen bewerten und die Relevanz der Interaktionen sicher einschätzen können? Sich dann für die richtige pharmazeutische Intervention entscheiden? Dann ist dieses Online-Seminar was für Sie.

Es beginnt am 19.05. und endet am 15.06.2022. Falls Sie sich gerade fragen, wie man neben dem Beruf noch vier Wochen am Stück ein Seminar absolvieren soll, sehen Sie sich an, wie unsere Seminare funktionieren. Sie teilen Ihre Zeit frei ein, es gibt wirklich(!) keine Fixtermine. Kosten, Rabatte und Förderungen haben wir Ihnen ebenfalls übersichtlich aufgelistet. Melden Sie sich hier an.

Bildnachweis: © magele-pictures / Fotolia

Hat für Sie gerade die Fastenzeit begonnen? Sieben Wochen ohne Süßes, ohne Alkohol, ohne ein böses Wort…, um sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und Dinge wieder neu wertzuschätzen? Das kann gerade jetzt keine falsche Entscheidung sein.

Wie wäre es, dazu – oder alternativ – etwas zu tun, für das Sie sich sonst selten Zeit nehmen, obwohl es Ihnen wichtig ist? Vier Wochen im ergiebigen fachlichen Austausch mit Kolleg*innen zum Beispiel? Online, gut getaktet, aber nicht zu festen Zeiten? Nicht in Live-Webinaren – und auch nicht allein mit Filmen, Quizzes und Textdateien.

Unser Konzept ist anders – besonders

Sondern: in einem Onlinekurs mit einem strukturierten vier-Wochen-Fahrplan. In kleinen Gruppen und mit fachlichen und organisatorischen Moderatorinnen. In einem klug choreographierten Zusammenspiel von Foren-Diskussionen, Einzelaufgaben, handlungsorientierten Skripten und einer Teamaufgabe. Am Ende ein Thema praxisorientiert neu erarbeitet und / oder vertieft haben und Medikationen mit Sicherheit effizienter bewerten.

Das klingt gut für Sie? Dann steigen Sie am 24.03.2022 mit ein in das vierwöchige Online-Seminar „Arzneimitteltherapie für Patienten mit Eliminationsstörungen“.

Arzneimitteltherapie bei Erkrankungen der Nieren, der Leber – ein Thema, das wichtig genug ist, um als Apotheker*in besondere Energie darauf zu verwenden. In einem Format mit so viel Flexibilität, dass es mit ein bisschen Planung berufsbegleitend gut zu schaffen ist: überschaubare vier Wochen mit jeweils ca. 8 Stunden, die Sie sich so einteilen, wie es für Sie passt. Denn Machbarkeit ist ein Pfeiler unserer Philosophie.

Ob es akkrediert ist? Nicht nur das: Neben der Akkredierung mit 26 Fortbildungspunkten, die für jedes Seminar beantragt wird, ist dieses Seminar auch anerkannt für das Masterstudium „Clinical Pharmacy Practice“ an der Robert Gordon University in Aberdeen.

Noch mehr Details zum Ablauf und zu den Kosten unserer Seminare finden Sie auf unserer Angebotsseite. Jetzt anmelden – und vom Geburtstagsrabatt des Campus profitieren.

Bildnachweis: © Sarah Chai | Pexels

COVID-Impfung #1 Aufklärung und Anamnese: Liebe Kollegin, lieber Kollege, machen Sie sich gerade fit, um die COVID19-Impfung in der Apotheke zu etablieren? Haben Sie Lust, sich in einer ca. 10-minütigen interaktiven Lerneinheit mit dem Aufklärungs- und Anamnesegespräch vertraut zu machen? Dann besuchen Sie unsere Website und legen Sie los.

COVID-Impfung #2 Spritzen aufziehen: Weil das Erste Anklang fand, haben wir gleich ein zweites interaktives Video erstellt, in dem Sie erfahren, was Sie über Totvolumina, Aufziehvolumen, Luftblasen u.ä. wissen sollten. Im Blog finden Sie außerdem den Link zu einem Video der KVHH über die Rekonstitution und das Aufziehen von Comirnaty.

COVID-Impfung #3: Übersicht Tot- und Lebendimpfstoffe: Vor 8 Tagen gegen Meningokokken geimpft, und heute gegen COVID, geht das? Kommt drauf an: Zwischen einer COVID-mRNA- oder -Vektor- und einer weiteren Impfung sollen mindestens 14 Tage Abstand liegen, wenn der Zweite ein Lebendimpfstoff ist. Totimpfstoffe können ohne Abstand verwendet werden. Was ist der Unterschied, welche in Deutschland verfügbaren Impfstoffe „leben“, welche sind tot? Wir haben Ihnen eine Übersicht zum Download erstellt.

Statine bei Lebererkrankungen: Eine aktive Lebererkrankung oder eine unklare andauernde Erhöhung der Aminotransferasen sind Kontraindikationen für ein Statin. Andererseits gibt es immer mehr Hinweise, dass das Risiko für Folgekomplikationen einer Leberzirrhose, wie Dekompensation oder das hepatozelluläre Karzinom, durch Statine gesenkt wird. Hat diese neuere Erkenntnis Auswirkungen auf das Ergebnis der Medikationsanalyse durch Apotheker und Arzt? Die Antwort lesen Sie im Blog.

Evaluation Die Ergebnisse der anonymen Evaluation unserer Seminare im Jahr 2021 sind nun auch online zu finden. Die persönlichen Ziele, die die TN mit dem Seminar verfolgten, waren Wissen neu zu erwerben, zu erweitern und in den Alltag zu übernehmen, Sicherheit in der Bewertung arzneimittelbezogener Probleme sowie ihrer Relevanz zu gewinnen, aber auch ein komplexes Thema unter Anleitung zu erarbeiten. Die TN bestätigten zu 100% das Erreichen dieser Ziele, die Eignung als berufsbegleitende Maßnahme, die Vollständigkeit der Themenbehandlung und den adäquaten Praxisbezug. Als Gesamtnote vergaben die TN eine 1,8±0,5 auf der Schulnotenskala.

Geburtstagsrabatte: Wir verschenken Seminarplätze zum Geburtstag, wie Pippi Langstrumpf. Unter welchen Bedingungen Sie sich ein Seminar schenken lassen können, erfahren Sie bei uns auf der Website.

Seminar-Fahrplan 1. Hj. 2022: Als nächstes Seminar startet „Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Eliminationsstörungen“ (24.03. – 20.04.2022). Darauf folgen die „Arzneimittelinteraktionen“ (19.05. – 15.06.2022) und die „Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation“ (16.06. – 13.07.202). Für die beiden Letzteren ist erneut die Akkreditierung in der Weiterbildung zum Fachapotheker beantragt. Sie sind uns herzlich willkommen – melden Sie sich an.

Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen, dass der Coronastress zum Frühjahr abebbt. Bleiben Sie gesund!

Jasmin Hamadeh
(Mediendidaktik)
mit dem
Dr. Dorothee Dartsch
(Klinische Pharmazie)
Campus-Team

Details zu allen Themen auf unserer Website. Die hellblau hervorgehobenen Begriffe sind mit den entsprechenden Internetseiten verlinkt.

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Vom Umgang mit Totvolumen und Luftblasen

„Um 6 Dosen aus einer einzelnen Durchstechflasche zu entnehmen, sollten Spritzen und/oder Nadeln mit geringem Totvolumen verwendet werden. Die Kombination aus Spritze und Nadel mit geringem Totvolumen sollte ein Totvolumen von nicht mehr als 35 Mikrolitern haben.“ [1]

Was heißt das eigentlich genau? Soll man die Dosis mit derselben Kanüle entnehmen, mit der auch injiziert wird? Bis wohin soll man aufziehen, damit die Dosis stimmt? Und wie vermeidet man diese lästigen Luftblasen?

Wir laden Sie ein, in diesem kurzen interaktiven Video die Antworten auf alle diese Fragen zu erfahren.

Wenn Sie außerdem ein Video suchen, in dem der gesamte Ablauf der Rekonstitution und des Aufziehens von Comirnaty-Spritzen gezeigt wird, sehen Sie sich doch das Anwendungsvideo der KV Hamburg aus dem Hamburger Impfzentrum an:

https://www.youtube.com/watch?v=lE2RlzD5dIM

Ein Punkt hat sich allerdings in der Zwischenzeit aufgrund neuer Stabilitätsstudien geändert: die Haltbarkeit der aufgetauten Vials bei 2 °C bis 8 °C wird jetzt vom Hersteller mit einem vollen Monat angegeben (innerhalb der 9 Monate, die der Impfstoff bei -90 bis -60°C haltbar ist) [1]. Als das Video aufgezeichnet wurde, waren es noch 5 Tage.

Das Video zeigt

  • die aseptischen Maßnahmen: Desinfektion der Arbeitsfläche und der Handschuhe sowie des Septums, nicht über offene Gefäße oder im Vial steckende Entnahmekanülen hinweg greifen, Septum, Öffnungen von Spritzen und Kanülen sowie den Nadelschaft nicht berühren,
  • die benötigten Materialien je Vial: Desinfektionsmittel (Flächen, Handschuhe, Septum), 0,9%ige NaCl-Lösung, eine 2ml-Spritze, zwei Kanülen (Rekonstitution und Entnahme), sechs 1ml-Spritzen, sechs Injektionskanülen (möglichst Sicherheitskanülen)
  • den schonenden Umgang mit dem Behältnis: langsam schwenken, niemals schütteln, heruntergefallene Vials oder Spritzen verwerfen (tut weh, muss aber sein!),
  • die Rekonstitution: NaCl langsam gegen die Innenwand einspritzen, gegen den wachsenden Innendruck den Kolben fest gedrückt halten bis die Spritze wieder ein Stück zurückgezogen ist und sich die Nadelspitze sicher und sichtbar im Luftraum zwischen Impfstoffoberfläche und Septum befindet, dann 1,8ml Luft zwecks Druckentlastung entnehmen
  • das Aufziehen: hier über Kopf und mit Wechsel der Kanüle, Beschriftungen nicht vergessen und begrenzte mikrobiologische Haltbarkeit beachten.

Quelle

[1] Fachinformation Comirnaty 30 Mikrogramm/Dosis Konzentrat zur Herstellung einer Injektionsdispersion. Abschnitt 4.2 Dosierung und Art der Anwendung. Zugang via MMI Pharmindex Plus Version 2022.1.3 // EPAR Comirnaty

Bildnachweis: © nataliya vaitkevich | pexels

Musik von ZakharValaha auf Pixabay

Statine bei Lebererkrankungen

Eine aktive Lebererkrankung oder eine unklare andauernde Erhöhung der Aminotransferasen (um mehr als das Dreifache des oberen Normwertes) sind Kontraindikationen für ein Statin [1]. Andererseits gibt es immer mehr Hinweise, dass das Risiko für Folgekomplikationen einer Leberzirrhose, wie Dekompensation oder das hepatozelluläre Karzinom, durch Statine gesenkt wird [2,3,4,5]. Hat diese neuere Erkenntnis Auswirkungen auf das Ergebnis der Medikationsanalyse durch Apotheker und Arzt?

Pharmakokinetik und Dosierung

Wenn die Therapieentscheidung trotz der Zirrhose zugunsten eines Statins fällt, spielen Pharmakokinetik und Dosierung eine wichtige Rolle für das Nutzen-Risiko-Verhältnis.

Ein aktueller Review [6] beschreibt die Pharmakokinetik von Rosuvastatin und Pitavastatin bei einem Child-Pugh Score (CPS) Klasse A (Rosuvastatin auch bei CPS B) als nahezu unverändert. Für Atorvastatin gibt es nur Angaben in der Fachformation, dass cmax annähernd 16-fach und die AUC annähernd 11-fach erhöht seien, erstaunlicherweise aber keine Originalliteratur, ebensowenig wie für Simvastatin.

Unerwünschte wirkungen

Derselbe Review [6] beschreibt, dass Simvastatin 20mg, Pravastatin 40mg und Atorvastatin 20mg pro Tag bei CPS A-Patienten keine muskulären Beschwerden hervorriefen. Eine kleine Studie [7] ergab, dass Myopathien unter 40mg Simvastatin zwar auftraten, aber durch kurze Statinpausen beherrschbar waren, Lebertoxizität trat nicht auf.

Ein weiterer Review [8] berichtet zusätzlich, dass Statine bei schwerer Zirrhose (Model for End-stage Liver Disease (MELD) Score > 12 bzw. CPS Klasse C) gar nicht gegeben und dass Simvastatin bei Patienten mit Leberzirrhose mit maximal 20 mg/d dosiert werden sollte. In beiden Fällen traten andernfalls vermehrt Muskelbeschwerden auf.

Insgesamt ist die Datenlage zu Statinen bei Leberzirrhose jedoch sehr dünn. Um so wichtiger ist es, das Monitoring im Blick zu haben. Dazu findet sich ein früherer Blogartikel hier.

Komplex wird die Fragestellung auch durch den Einfluss genetischer Polymorphismen. So scheint eine Loss‐of‐function-Variante des SLCO1B1-Gens die Schutzwirkung der Statine bei Zirrhose zu reduzieren [9]. Je mehr hierüber zukünftig bekannt wird, desto zielgenauer werden Wirkstoffauswahl und Dosierung für den einzelnen Patienten sein können.

Fazit

Wenn sich in weiteren Studien bestätigt, dass Statine gerade auch bei Lebererkrankungen wie chronischer Hepatitis, Zirrhose und Nicht-Alkohol-bedingter Fettlebererkrankung einen Nutzen haben, wird man sie immer häufiger in den Medikationsplänen und Brown-Bags solcher Patienten finden und muss entscheiden, ob eine Intervention notwendig ist oder nicht. Auf der Grundlage der oben beschriebenen Studien bieten sich drei Aspekte an, die für eine Intervention sprechen:

  • hohe Dosierung des Statins
  • fehlendes Monitoring
  • hochgradige Erkrankung, v.a. CPS Klasse C

Wenn der Grad der Lebererkrankung nicht bekannt ist, können einige definierte Begleiterscheinungen der Zirrhose und typische Medikamente zumindest einen Hinweis geben.

Online-Seminare zum Thema

Um die Arzneimitteltherapie bei Patienten mit Lebererkrankungen geht es in unserem moderierten Online-Seminar „Patienten mit Eliminationsstörungen„. Außerdem gehören dazu die Patienten mit Niereninsuffizienz, Polymorphismen und multimorbide Patienten. Nicht nur die veränderte Pharmakokinetik (die vertieft im Seminar „Angewandte Pharmakokinetik“ behandelt wird) spielt hier eine Rolle, sondern auch die Erkennung dieser Patienten in der Apotheke und die Berücksichtigung der Nebenwirkungsprofile, um die Begleiterscheinungen der Erkrankungen an sich nicht weiter zu verstärken.

Details zum Ablauf unserer Seminare, was sie von den üblichen Live-Online-Veranstaltungen unterscheidet und was sie kosten, finden Sie auf unserer Angebotsseite. Melden Sie sich hier an.

Quellen

[1] Fachinformationen Zocor© 20mg, Stand Feb 2021, Sortis© 20 mg, Stand Juli 2021. Crestor© 5mg, Stand Juli 2021.

[2] Chiu WC et al.: Statins and the risks of decompensated liver cirrhosis and hepatocellular carcinoma determined in patients with alcohol use disorder. Drug Alcohol Depend 2021; 228:109096

[3] Cheung KS et al.: Statins associate with better clinical outcomes in chronic hepatitis B patients with HBsAg seroclearance. Hepatol Int 2021; 15(4):881-891

[4] Gu Y et al.: Comprehensive evaluation of effects and safety of statin on the progression of liver cirrhosis: a systematic review and meta-analysis. BMC Gastroenterol 2019; 19(1):231

[5] Vahedian-Azimi A et al.: Statin therapy in chronic viral hepatitis: a systematic review and meta-analysis of nine studies with 195,602 participants. Ann Med 2021; 53(1):1227-1242

[6] Sung S et al.: A systematic review on pharmacokinetics, cardiovascular outcomes and safety profiles of statins in cirrhosis. BMC Gastroenterol 2021; 21(1):120

[7] Muñoz AE et al.: Safety of Chronic Simvastatin Treatment in Patients with Decompensated Cirrhosis: Many Adverse Events but No Liver Injury. Dig Dis Sci 2021; 66(9):3199-3208

[8] Muñoz AE et al.: Addition of statins to the standard treatment in patients with cirrhosis: Safety and efficacy. World J Gastroenterol 2021; 27(28):4639-4652.

[9] Merkel M et al.: Protective Effects of Statin Therapy in Cirrhosis Are Limited by a Common SLCO1B1 Transporter Variant. Hepatol Commun 2021; 5(10):1755-1766

Bildnachweis: © www_slon_pics | pixabay

Liste der Lebend- und Totimpfstoffe in Deutschland

Zwischen einer COVID-mRNA- oder -Vektor- und einer weiteren Impfung sollen mindestens 14 Tage Abstand liegen, wenn der Zweite ein Lebendimpfstoff ist. Totimpfstoffe können ohne Abstand verwendet werden (Epid. Bull 2/2022 v. 13.01.22). Was ist der Unterschied, welche in Deutschland verfügbaren Impfstoffe (s.a. Informationen des Paul Ehrlich-Instituts) „leben“, welche sind tot?

Lebendimpfstoffe

Enthalten geringe Mengen des Erregers in abgeschwächter, aber reproduktionsfähiger Form. Lösen eine stärkere und länger anhaltende Immunreaktion aus als Totimpfstoffe, sind aber weniger stabil und bei Menschen mit Immundefekt oder -suppression u.U. pathogen.

Totimpfstoffe

Enthalten ausschließlich tote, d.h. nicht mehr reproduktionsfähige Erreger bzw. deren Bestandteile. Bei Voll- oder Ganzpartikelimpfstoffen ist der (chemisch inaktivierte) Erreger im Ganzen enthalten, bei Spaltimpfstoffen werden Fragmente verwendet. Subunit-Impftoffe enthalten definierte Erreger-Komponenten, die aus dem Erreger isoliert oder rekombinant hergestellt werden. Wird die Komponente an ein Trägerprotein gekoppelt, erhält man einen Konjugatimpfstoff. Ein Toxoidimpfstoff enthält ein inaktiviertes Toxin des Erregers. Peptidimpfstoffe lösen die Immunreaktion durch virale Peptide aus. Vektor- und mRNA-Impfstoffe enthalten die genetische Information für virale Peptide oder Proteine, die nach der Aufnahme in Körperzellen von deren Ribosomen produziert werden. Die Immunantwort auf Totimpfstoffe ist schwächer und hält kürzer an, weshalb regelmäßige Auffrischimpfungen notwendig sind. Adjuvanzien werden zugesetzt, um die Reaktion zu verstärken.

Lebend- und Totimpfstoffe in Deutschland

(Stand Feb 2022)

Laden Sie die Liste hier als pdf-Datei herunter.

Datenquelle: MMI Pharmaindex Plus, Version 2022.1.3

Disclaimer: Auch bei aller Sorgfalt können Fehler passieren. Daher und Vollständigkeit übernehmen wir keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Liste. Sollten Sie einen Fehler finden, melden Sie sich bitte per Kontaktformular oder Email bei uns, damit wir ihn korrigieren können.