Altersgruppenseminar auch 2020 für den Fachapotheker akkreditiert

Das moderierte Online-Seminar „Arzneimitteltherapie für Patienten besonderer Altersgruppen“ ist erneut für die Weiterbildung akkreditiert worden:

  1. in der Weiterbildung für Apothekerinnen und Apotheker auf Station: „Medikationsmanagement im Krankenhaus“. Das Seminar behandelt die klinisch-pharmazeutische Betreuung geriatrischer, pädiatrischer, neurologischer und psychiatrischer Patienten und ist für die 16 Stunden des Seminars 6 der Weiterbildung anerkannt.
  2. in der Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie. Das Seminar nimmt als besondere Patientengruppen die Kinder, Senioren sowie die Schwangeren und Stillenden in den Fokus und wird für die 16 Stunden des Seminars A.2 angerechnet.

Das Seminar beginnt aktuell am 16. Januar und endet am 12. Februar 2020. Wie alle unsere Seminare läuft es komplett online und ohne festgelegte Termine ab. Das heißt, alle Aufgaben werden auf einer Lernplattform und innerhalb von Zeitfenstern von mindestens einer Woche bearbeitet. Dabei werden die Teilnehmenden lernorganisatorisch und fachlich engmaschig tutoriell begleitet und erhalten für ihre Aufgabenlösungen Feedback. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 20. Anmeldung ist gerade noch und bis zum 09. Januar möglich.

Achtung: Teilnehmer, die sich das Seminar in der Weiterbildung „Medikationsmanagement im Krankenhaus“ anrechnen lassen möchten, müssen sich zum Zeitpunkt der Teilnahme in der Weiterbildung „Klinische Pharmazie“ befinden oder diesen Fachapothekertitel bereits besitzen.

P.S. der Weiterbildungskalender der ABDA erscheint zur Zeit fehlerhaft und enthält das Seminar zweimal für die Allgemeinpharmazie-WB. Wir kümmern uns um eine Korrektur.

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Neue Datenbank: Pädiatrische Rezepturen

Die gängigen Fertigarzneimittel sind für Kinder meist zu hoch dosiert, so dass eine wesentliche Aufgabe des Apothekers bei der Therapieoptimierung für diese Altersgruppe im Anfertigen einer Rezeptur besteht, die pharmazeutische Stabilität und Akzeptanz beim Kind vereint.

Um hierfür die gesammelte Erfahrung europäischer Apothekerinnen und Apotheker als Hilfestellung anzubieten, ist vor einigen Tagen das European Paediatric Formulary an den Start gegangen. Es bietet kostenfreien Zugang zu kindgerechten Rezepturen (kostenfreie Registrierung erforderlich).

Momentan sind die ersten zwei Rezepturen verfügbar: Hydrochlorothiazid-Saft 0.5 mg/ml und Sotalolhydrochlorid-Saft 20 mg/ml.

Urheber und Betreiber der Datenbank sind das European Committee on Pharmaceuticals and Pharmaceutical Care und die Europäische Arzneibuch-Kommission.

Quelle:

https://paedform.edqm.eu/home [Zugriff 20.12.2019]

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Workshop „Medikationsanalyse“ 2020

In sieben Wochen (am 01.02.2020) steht erneut unser Workshop „Medikationsanalyse“ auf dem Programm, in dem eigene Fälle aus der Praxis vorgestellt und diskutiert werden. Anders als unsere Seminare ist dies eine Präsenzveranstaltung in Hamburg.

Der Workshop steht allen Apothekerinnen und Apothekern offen, die sich auf dem Gebiet der Medikationsanalyse fortbilden möchten und ist zugleich Teil des Masterstudiums „Clinical Pharmacy Practice“, das über den Campus Pharmazie und die Robert Gordon University in Aberdeen absolviert wird.

Wer mitmachen möchte, bringt einen Patientenfall mit, stellt ihn vor und diskutiert bei den Fällen der KollegInnen mit. Mehr zum Ablauf und zu den Anforderungen an die Fälle finden Sie in unserem Blogartikel zu den Fall-Workshops.

Die Teilnahmegebühr für den Workshop beträgt regulär 360,- € zzgl. 19% MwSt.. Rabatte für die Mitglieder unserer Netzwerkpartner gelten natürlich auch hier. Beginn des Workshops ist 10:00, Ende um 19:00.

Acht Fortbildungspunkte werden wieder bei der Apothekerkammer beantragt. Der verbindliche Anmeldeschluss für die Teilnahme am Workshop ist der 01.01.2020. Bis dahin werden die Teilnehmer nach der Reihenfolge ihrer Anmeldung zugelassen. Die maximale Teilnehmerzahl ist 15, um ein intensives Arbeiten zu ermöglichen. Wer keinen Platz mehr bekommt, muss aber nicht lange warten, sondern hat die Chance, am 2. Workshop am 25.04.20 teilzunehmen. Die Anmeldung erfolgt über unser Anmeldeformular.

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Anerkennung beim Fachapotheker 2019

Auch in diesem Jahr werden drei unserer Seminare in der Weiterbildung zum Fachapotheker anerkannt:

Arzneimitteltherapie bei Patienten besonderer Altersgruppen (Laufzeit 11.04.-08.05.19

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
  • anerkannt als: Seminar A.2: Arzneimitteltherapie und pharmazeutische Beratung bei besonderen Patientengruppen (16h)
  • Gebiet: Medikationsmanagement im Krankenhaus
  • anerkannt als: Seminar 6: Klinisch-pharmazeutische Betreuung von geriatrischen, pädiatrischen sowie neurologischen und psychiatrischen Patienten (16h)

Arzneimittelinteraktionen (Laufzeit 30.05. – 26.06.19)

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
  • anerkannt als : Seminar A.4: Interaktionsmanagement in der Apotheke (4h)

Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation (Laufzeit 05.09.-02.10.2019)

  • Gebiet: Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
  • anerkannt als :
  • Seminar A.5: Arzneimittelinformation in der Apotheke (8h)
  • Seminar A.8: Bewertung klinischer Studien / EBM (8h)
  • Gebiet: Fachapotheker für Klinische Pharmazie
  • anerkannt als: Seminar 5: Arzneimittelinformation (20h)
  • Gebiet: Fachapotheker für Arzneimittelinformation
  • anerkannt als: Seminar 1: Recherche, Bewertung und Weitergabe von Arzneimittelinformation (16h)

Anmeldung schon jetzt möglich.

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Medikationsanalyse in England

Qualitative Studie untersucht Ansicht von Ärzten und Apothekern hinsichtlich Effizienz und Gründlichkeit

Ärzte neigten dazu, der Effizienz den Vorzug zu geben (‚getting the work done‘) statt die Gründlichkeit in den Fokus zu stellen (‚doing it well‘). Zeit- und Ressourcenmangel sind ein wichtiges Hindernis bei der Durchführung.

Insgesamt wurden 13 Hausärzte bzw. Allgemeinmediziner und zehn Apotheker befragt. Beide Berufsgruppen nahmen die Medikationsanalyse als Chance wahr, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen. Obwohl die Befragten die Überzeugung äußerten, dass Patienten in die Entscheidung über ihre Therapie einbezogen werden sollten, führte der damit verbundene höhere Arbeitsaufwand dazu, dass die meisten Analysen ohne oder mit geringer Patientenbeteiligung abliefen. Einige Ärzte gaben an, die Medikationsanalyse in der schnellstmöglichen Art und Weise durchzuführen, die es erlaubt, die Analyse als unternommen zu dokumentieren, z.B. weil „Patienten, die in die Praxis kommen, noch über drei andere Themen reden wollen“. Beide Berufsgruppen bezeichneten Apotheker als gründlicher in der Medikationsanalyse, aber auch als weniger effizient. Insgesamt waren wenige Apotheker routinemäßig mit Medikationsanalysen befasst, auch diejenigen, die in Arztpraxen angestellt sind. Die Befragten gaben an, dass es einfacher sei, Therapien fortzuführen als sie zu beenden, besonders weil das Absetzen die mit zusätzlichem Zeitaufwand verbundene Einbeziehung des Patienten erfordere.

Fazit

Momentan sind fehlende Zeit- bzw. Personalressorcen die größte Hürde für die gründliche und umfassende Durchführung von Medikationsanalysen durch Heilberufler.

Quelle

Duncan P et al.: Efficiency versus thoroughness in medication review:a qualitative interview study in UK primary care. Br J Gen Pract 2019; DOI: https://doi.org/10.3399/bjgp19X701321

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Info-Veranstaltung zum Masterstudium in Münster

Sie haben unsere Info-Abende zum Masterstudiengang Clinical Pharmacy Practice in Hamburg und München verpasst? Kein Problem – kommen Sie doch einfach am 9. Januar 2019 nach Münster.

Dann werden die Studienkoordinatorin der RGU, Ina Donat, und ich Ihnen von 14:30 Uhr bis 17:00 Ablauf, Inhalte und Aufgabenformate im Masterstudiengang vorstellen.

Wer ab Januar mit den Campus-Pharmazie-Veranstaltungen beginnt, hat die Möglichkeit, im Herbst 2019 die zweite Stufe an der RGU zu beginnen und das Studium Anfang 2021 abzuschließen. Achtung: Es geht bereits sehr früh im Jahr los: mit dem Seminar „Arzneimitteltherapie für Patienten besonderer Altersgruppen“ am 10. Januar 2019. Anmeldungen nehmen wir jederzeit gerne an.

Vielleicht werfen Sie auch einen Blick in unseren Veranstaltungskalender und überlegen schon einmal, welche Seminare für Sie am besten passen – inhaltlich und zeitlich. Zur Anrechnung im Masterstudium brauchen Sie drei Seminare:

Hinzu kommen zwei Fallworkshops und eine Hospitation. Aber das erzählen wir auch alles am 9. Januar, 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr in Münster in der Bismarckallee 25. Ihre Anmeldung wird zwecks Planung erbeten über die Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Ich freue mich, Sie dort begrüßen zu können.

Mit herzlichem Gruß

Dorothee Dartsch

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Apotheker in der Notaufnahme: Was bringt’s? [Studie 4]

Viele Patienten, die in die Notaufnahme kommen, haben zusätzlich zu ihrem akuten Problem bereits chronische Erkrankungen und eine Polymedikation, so dass insgesamt ein größeres Risiko für unerwünschte Wirkungen, erhöhte Morbidität und Mortalität besteht. Zugleich steht das medizinische Personal in überfüllten Notaufnahmen unter erheblichem Zeitdruck.

In dieser Situation kann die Beteiligung von Apothekern dazu beitragen, die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Das wird u.a. in vier Studien belegt, die wir hier  in vier sequenziellen Beiträgen beispielhaft vorstellen.

Zur Studie 1 geht es hier, zur Studie 2 hier und zur Studie 3 hier.

Studie 4:

Diese Studie ging der Frage nach, ob zusätzlich zu einer Medikationsanalyse und Optimierung der Arzneimitteltherapie, die sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe durchgeführt wurde, die pharmazeutischen Leistungen

  • Arzneimittelanamnese / Vervollständigung des Medikationsplans and allen Schnittstellen (Aufnahme, Verlegung, Entlassen)
  • Follow-up der erwünschten und unerwünschten Wirkungen während des Klinikaufenthaltes und
  • Mitgabe schriftlicher Einnahmeinformationen bei Entlassung

bei Patienten über 65 und mit Polymedikation sowie entweder Herzinsuffizienz oder COPD, die in der Notaufnahme vorstellig werden, eine Verbesserung erzielen kann in den Punkten

  • manifeste unerwünschte Ereignisse durch falsche oder fehlende Pharmakotherapie (insbesondere unzureichende Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck, Blutgerinnung, Herzfrequenz, Kaliumspiegel)
  • erneute Aufnahme binnen 180 Tagen nach Entlassung wegen dekompensierter Herzinsuffizienz oder COPD-Exazerbation
  • Dauer des Krankenhausaufenthaltes
  • 180-Tage-Mortalität.

Ergebnisse

In der Interventionsgruppe kam es pro Patient im Schnitt zu 0,95, in der Kontrollgruppe zu 1,44 manifesten unerwünschten Ereignissen durch falsche oder fehlende Therapie. Im Schnitt wurden 1,39 potenzielle arzneimittelbezogene Probleme in der Interventionsgruppe gelöst, zwei Drittel davon im Rahmen der Arzneimittelanamnese. Patienten der Kontrollgruppe verblieben im Schnitt zwei Tage länger im Krankenhaus. Patienten der Interventionsgruppe wurden öfter erneut aufgenommen, hatten aber eine geringere Mortalität. Hinsichtlich der Häufigkeit manifester unerwünschter Ereignisse waren die Gruppenunterschiede statistisch signifikant, hinsichtlich der anderen Parameter wurde lediglich ein Trend festgestellt.

Methodik

Die Studie war randomisiert und aufgrund der Art der Intervention unverblindet. Die in der Analyse für eine Power von 80% und Signifikanzlevel von 5% benötigte Fallzahl wurde erreicht. Unterschiede zwischen den Gruppen wurden mit Standardmethoden der Statistik (t-Test, Chi-Quadrat-Test) untersucht. Am Studienbeginn gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen, mit der einzigen Ausnahme der Dyslipidämie, die bei Patienten der Interventionsgruppe häufiger vorlag als in der Kontrollgruppe.

Alle Interventionen wurden von einem Krankenhausapotheker mit klinischer-pharmazeutischer Kompetenz im Bereich chronischer Erkrankungen und Notfallmedizin ausgeführt, belegt durch 5-jährige Praxiserfahrung.

Fazit

Die pharmazeutischen Dienstleistungen in der Notaufnahme, allen voran die Arzneimittelanamnese, können die Häufigkeit manifester unerwünschter Ereignisse statistisch signifikant senken.

Quelle

A Juanes et al.: Impact of a pharmaceutical care programme for patients with chronic  disease initiated at the emergency department on drug-related negative outcomes: a randomised controlled trial. Eur J Hosp Pharm 2017;0:1–7.

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Münchner Infoabend zum Masterstudium Clinical Pharmacy Practice

Dr. Dartsch und Dr. Weidmann vor dem Master of Clinical Pharmacy Poster

  • Wie verläuft das Masterstudium Clinical Pharmacy Practice?
  • Wie greifen die Campus Pharmazie– und die RGU-Veranstaltungen ineinander?
  • Wie funktioniert die Anerkennung der Module?
  • Werden bereits absolvierte Seminare angerechnet?
  • Wie viel Zeit muss man investieren, und was hat man dann davon?
  • Wie oft muss ich nach Schottland? (Das beantworten wir gleich hier: gar nicht!)
  • Wie geht das mit dem Sprachtest?

Diese und alle weiteren Fragen beantworten wir beim:

Nächsten Infoabend am 12.10.18 von 19:30-21:00 nahe Messe München Ost

– also gut geeignet für alle Expopharm- und DAT-Besucher sowie KollegInnen aus München und Umgebung. Die genaue Ortsangabe erhalten Sie nach Anmeldung bis zum 21. September 2018. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.

Hier melden Sie sich an.

 

Bildnachweis: © D. Dartsch

Newsletter Nr. 03/2018

 

Apotheker in die Notaufnahmen! Der Einsatz im interprofessionellen Aufnahmeteam in der Notaufnahme reduziert nachweislich die Häufigkeit von Medikationsfehlern sowie unbeabsichtigter Diskrepanzen zwischen vorbestehender Haus- und Klinikmedikation. Ein Apotheker initiiert dort außerdem im Schnitt alle 2,75 Stunden eine Therapieänderung, um Medikationsfehler zu korrigieren. In unserer Online-Serie fassen wir Studien zum Nutzen von Apothekern in Notaufnahmen für Sie zusammen.

 

Anerkennung des Seminars Arzneimittelinformation für Fachapotheker-Seminare: in der Klinischen Pharmazie, der Allgemeinpharmazie und der Arzneimittelinformation. Details zur Anerkennung lesen Sie in unserem Blog. Das Online-Seminar startet am 06.09.2018. Melden Sie sich gleich an.

 

Gut für Diabetiker: Die klinisch-pharmazeutische Versorgung von Diabetespatienten durch öffentliche Apotheken reduziert die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse. Das zeigt eine Modellrechnung über Zeithorizonte zwischen zwei und zehn Jahren.

 

Gut für Psoriasis-Patienten: Daten von „Real-World“-Patienten mit Psoriasis zeigen: Mit Biologicals ist das Risiko für schwere Infektionen nicht höher als mit Nicht-Biologicals. Die Studie stellen wir in unserem Blog vor.

 

Relevanz der QTc-Zeit-VerlängerungSie zu beurteilen und einen Konsens mit Ärzten zu erzielen, die QTc-verlängernde Kombinationen verordnen, ist oft nicht ganz einfach. Hilfestellung bietet eine Liste von patientenseitigen Risikofaktoren auf der Seite CredibleMeds – als Erweiterung der Wirkstofflisten.

 

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmazie: Am 3./4.11.18 geht es in Hamburg um das Thema „Auf Herz und Nieren geprüft – Pharmakotherapie bei Niereninsuffizienz“. Bis zum 01.09. können KollegInnen aus öffentlichen und Krankenhausapotheken Abstracts einreichen, die Anmeldung läuft bis 01. Oktober. Programm, Anmeldung und weitere Infos auf der Website der DGKPha. Dorothee Dartsch ist Tagungspräsidentin.

 

Seminartermine, 2. Halbjahr: Am 06.09. startet das Seminar „Medizinische Literaturrecherche und Arzneimittelinformation“, am 11.10. „Interpretation von Laborparametern“ und am 08.11. „Unerwünschte Arzneimittelwirkungen“ mit unserem bewährten Gast-Experten Dr. med. Sven Schmiedl. Jetzt anmelden.

 

MSc Clinical Pharmacy Practice-Infoabend in München: am 12.10.18 von 19:30-21:00 nahe Messe München Ost, gut geeignet für alle Expopharm- und DAT-Besucher und KollegInnen aus München und Umgebung. Referentinnen: Dr. D. Dartsch (Hamburg), Dr. A. Weidmann (Aberdeen). Kostenlos, begrenzte Teilnehmerzahl, Ortsangabe folgt nach Anmeldung.

 

Mit herzlichen Grüßen!

Jasmin Hamadeh——Dr. Dorothee Dartsch
(Mediendidaktik)–__–(Klinische Pharmazie)
——-– mit dem Campus-Team –

Hier können Sie unseren Newsletter herunterladen: PDF-Datei

Bildnachweis: © D. Dartsch

Apotheker in der Notaufnahme: Was bringt’s? [Studie 3]

Viele Patienten, die in die Notaufnahme kommen, haben zusätzlich zu ihrem akuten Problem bereits chronische Erkrankungen und eine Polymedikation, so dass insgesamt ein größeres Risiko für unerwünschte Wirkungen, erhöhte Morbidität und Mortalität besteht. Zugleich steht das medizinische Personal in überfüllten Notaufnahmen unter erheblichem Zeitdruck.

In dieser Situation kann die Beteiligung von Apothekern dazu beitragen, die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Das wird u.a. in vier Studien belegt, die wir hier  in vier sequenziellen Beiträgen beispielhaft vorstellen.

Zur Studie 1 geht es hier, zur Studie 2 hier und zur Studie 4 hier.

Studie 3: Abfangen von Fehlern durch Apotheker in der Notaufnahme

In dieser Studie wurde untersucht, wie viele klinisch relevante Medikationsfehler durch Apotheker in der Notaufnahme entdeckt werden. Die klinische Relevanz war dadurch definiert, dass die pharmazeutische Intervention zu einer Änderung der Therapie führte.

Ergebnisse

In insgesamt 1000 dokumentierten Stunden pharmazeutischer Arbeit in der Notaufnahme wurden 364 Fehler durch Korrektur der Therapie vermieden – also ein Fehler alle 2,75 Stunden. Mehr als die Hälfte der Fehler wurde im Konsultationsgespräch mit medizinischem Personal der Notaufnahme entdeckt, etwas über ein Drittel bei der Medikationsanalyse anhand der Patientenakten und der Rest (14%) bei anderen pharmazeutischen Tätigkeiten. Mehr als 80% der Fehler entstanden bei der Verordnung, und zwar am häufigsten Fehler in der Dosierung (44%), gefolgt von Verordnung des falschen Arzneimittels (14%), Nicht-Verordnung eines indizierten Arzneimittels (12%) und falsche Applikation (10%). Der Schweregrad der meisten Fehler (65%) wurde als „signifikant“ eingestuft, 23% als „schwerwiegend“, 2,5% als lebensbedrohlich und der Rest (9%) als „geringfügig“.

Methodik

Prospektive, multizentrische Kohortenstudie in 4 geografisch verschiedenen Notaufnahmen von einem allgemeinen und drei Universitätskrankenhäusern mit Apotheke bzw. pharmazeutischer Versorgung in den USA. In jedem war mindestens ein Apotheker in Vollzeit in der Notaufnahme tätig. Dieser dokumentierte in 250 Stunden alle seine Interventionen, deren klinische Relevanz anschließend zu einer Therapieänderung führte. Er dokumentierte außerdem, aus welcher Art von Tätigkeit die Intervention hervorging – Medikationsanalyse anhand der Akten, Konsultationsgespräch mit medizinischem Personal der Notaufnahme oder Anderes (z.B. Arzneimittelanamnese, Beratung des Patienten zur Optimierung der Arzneimittelanwendung) – in welcher Phase des Medikationsprozesses der Fehler auftrat und um welche Art von Fehler es sich handelte. Zusätzlich beschrieb er die möglichen Konsequenzen des Fehlers für den Patienten, wäre der Fehler unentdeckt geblieben. Alle Unterlagen wurden anschließend zentral von einem Arzt und einem Apotheker begutachtet, um eine Verzerrung der Ergebnisse zu minimieren, die dadurch entstehen kann, dass die teilnehmenden Apotheker ihre eigene Arbeit dokumentieren. Berichtete Fehler, die nicht klar als solche zu belegen oder die nicht als klinisch relevant eingeschätzt wurden, wurden von der Auswertung ausgeschlossen.

Fazit der Autoren

Bei der Tätigkeit in der Notaufnahme veranlasste jeder Apotheker im Schnitt alle 2,75 Stunden eine Therapieänderung, um einen Medikationsfehler zu korrigieren. Die meisten Fehler wurden im direkten Gespräch mit medizinischem Personal entdeckt, nur etwa ein Drittel während der aktengestützten Medikationsanalyse. Ein effizienter Einsatz von Apothekern in der Notaufnahme bedeutet daher zumindest hinsichtlich der Fehlervermeidung, dass sie nicht nur Medikationsanalysen durchführen, sondern für das weitere Personal leicht erreichbar sein und in Therapieentscheidungen von Beginn an eingebunden werden sollten.

Quelle

AE Patanwala et al.: A Prospective, Multicenter Study of Pharmacist Activities Resulting in  Medication Error Interception in the Emergency Department. Ann Em Med 2012; 59(5): 369-373

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